Kategorie: Rezension

  • Rezension: Das Nest

    Rezension: Das Nest

    Infos:

    • Autorin: Sophie Morton-Thomas
    • Verlag: Pendragon Verlag, Bielefeld
    • Übersetzerin: Lea Dunkel
    • Format: Klappenbroschur, 304 Seiten
    • ISBN: 978-3-86532-909-7
    • Erscheinung: 02.07.2025
    Das Buch liegt in einem, mit Rindenmulch bedeckten Beet, daneben steht ein Glas mit Muschelschalen. 
Auf dem Cover ist eine junge Frau in einem weißen Top zu sehen, auf deren Schulter ein kleiner Vogel (vielleicht ein Buchfink) sitzt. Sie scheint auf einer Wiese zu liegen. Sie hat die Augen halb geschlossen, ihre Haare sind dunkelblond und gewellt.
Der Titel "Das Nest" und der Verlagsname stehen in der rechten unteren Ecke, der Name der Autorin steht über der Zeichnung der Frau.
Noir Küstenkrimi
    Link zum Buch

    Klappentext:

    Fran führt ein ruhiges Leben in einem einsamen englischen Küstenort, wo das Marschland auf den Ozean trifft. Sie kümmert sich um ihren Sohn Bruno, betreibt eine Wohnwagensiedlung und beobachtet Vögel. Dann verschwindet Brunos Lehrerin und der Ort gerät in Aufruhr: Hat Frans Schwager Ellis etwas damit zu tun? Welche Rolle spielen die Roma, die in der Nähe ihr Lager aufgeschlagen haben? Warum findet Fran mehrere tote Vögel, und was wissen Bruno und seine Cousine Sadie? In einer hypnotischen Prosa erzählt die Autorin die Geschichte einer Frau, die ihre Geheimnisse zu schützen versucht.

    Leseprobe

    »In diesem atmosphärischen Vorstadt-Noir stellt Sophie Morton-Thomas bestehende Vorurteile gekonnt in Frage.«  Sunday Times

    Meine Meinung:

    Ich habe ja Mathilda von Mary Shelley vorgestellt und den Verlag im Beitrag verlinkt. Daraufhin bot mir der Verlag an, mir ein Buch von den kommenden Neuerscheinungen auszusuchen und Das Nest hat mich sehr neugierig gemacht. Also fragte ich es an. Vor ein paar Wochen habe ich es dann erhalten und konnte es jetzt endlich lesen. Ich danke dem Verlag sehr für die Bereitstellung dieses Exemplars. Meine Meinung beeinflusst das nicht.

    Das Cover gefällt mir schon sehr und das Buch liegt auch sehr gut in der Hand. Der glänzende Einband macht es etwas schwierig, das Buch zu fotografieren, da sich alles ein wenig darin spiegelt, aber es ist ein absoluter Hingucker.

    Zum Inhalt

    Zu Beginn der Geschichte steht ein kurzer Prolog, der ein wenig rätselhaft klingt. Aber am Ende ist klar, wer da zu Wort kommt. Das kann ich vorweg nehmen. Das Ende hat mich ziemlich überrascht. Es gibt eine Wendung, die man absolut nicht kommen sieht. Zumindest ging es mir so.

    Zunächst beginnt Fran ihre Sicht der Geschehnisse zu erzählen, dann wechselt der Erzähler kapitelweise. Fran hat dabei den größten Anteil. Tad, der zweite Erzähler hat manchmal nur wenige Sätze zwischendurch, die Frans Sicht um einen wichtigen Teil erweitern und uns Lesenden einen etwas größeren Überblick zu verschaffen.

    Fran ist eine etwas verträumte, in sich gekehrte Frau, die es liebt, Vögel zu beobachten und sogar eine Beobachtungshütte bekommt. Sie stellt allerdings fest, dass sie den Standort der Hütte verkehrt ausgewählt hat, da die seltenen Zwergseeschwalben im Marschland brüten, so dass sie die Hütte nur selten aufsucht.

    Fran berichtet auch von den Eheproblemen mit ihrem Mann, der neuen Lehrerin an der Schule, mit der ihre Nichte nicht zurecht kommt und ihrem Sohn, der wunderschöne Zeichnungen von Vögeln und ihren Nestern anfertigt und ihrem Alltag in ihrer Wohnwagensiedlung. Sie erzählt von den Sorgen um ihre Schwester und deren Lebensgefährten. Das alles überfordert sie, so dass sie häufig ins Marschland verschwindet, um Vögel zu beobachten und so zur Ruhe zu kommen.

    Tad ist einer der Roma, die eines Tages auf dem angrenzenden Feld zur Wohnwagensiedlung ihr Lager aufschlagen und erzählt von seinen Beobachtungen der Tätigkeiten der Nachbarn und den Besuchen der Kinder in ihrem Lager. Die Kinder finde ich zwischendurch ziemlich unheimlich. Sie bringen tote Vögel und erzählen, sie hätten sie gefunden und wollten sie heilen. Ihr Verhalten ist mit am verstörendsten im Buch.

    Aber..

    Ich möchte nicht zu viel erzählen, um zukünftigen Leser:innen nicht die Freude zu verderben, diesen Roman selbst zu entdecken. Mich hat das Buch sehr in seinen Bann gezogen. Ich fühlte mich regelrecht an die Küste versetzt und hätte gerne selbst zwischen den Dünen nach Vogelnestern Ausschau gehalten.

    Die Komplexität der Beziehungen der Charaktere untereinander und die Motivationen ihres Verhaltens werden im Verlauf der sich langsam entwickelnden Handlung nach und nach aufgedeckt. Das macht für mich auch den Reiz dieses Buches aus. Nichts hieran ist offensichtlich, alles ist möglich. Mir hat auch sehr gefallen, dass die Roma hier eine vorurteilsfreie und in meinen Augen wertschätzende Beachtung finden.

    Der Krimi hat eine besondere Atmosphäre, die permanent einen bedrohlichen Unterton mitschwingen lässt. Es wird viel Raum für Spekulationen gelassen. Langweilig wurde mir während der Lektüre keinesfalls.

    Fazit:

    Ich kann diesen Roman sehr empfehlen. Die Beschreibungen der Landschaft sind fast poetisch und geben diesem Noir – Krimi den richtigen Rahmen, um das Unbehagen und die Spannungen zu reflektieren. Ich hoffe, ich kann von der Autorin noch viele weitere Bücher lesen.

    Ich werde das Buch auf jeden Fall in meinem Lesekreis empfehlen!

    Das Buch liegt in einem, mit Rindenmulch bedeckten Beet, daneben steht ein Glas mit Muschelschalen. Der Klappentext ist zu lesen.

    Über den Verlag (Auszug)

    Seit seiner Gründung 1981 hat sich der Pendragon Verlag stetig weiterentwickelt und ist dabei doch immer seinen Wurzeln treu geblieben. Besonders im Fokus stehen hier Romane, die verschiedene Epochen und Orte der deutschen Geschichte thematisieren.

    Doch nicht nur die deutsche Geschichte findet Repräsentation, sondern auch spannende Werke aus anderen Kulturen stehen bei Pendragon im Fokus.

    Mit Stephen Crane hat außerdem einer der ganz großen Autoren Amerikas bei Pendragon ein Zuhause gefunden. Viele seiner Werke erschienen als deutsche Erstübersetzungen beim Verlag.

    Doch nicht nur die Prosa ist im Verlag gut aufgehoben, sondern auch Lyrik findet sich im Programm. In die magische Welt der Worte entführt Lina Atfah, deren arabische Gedichte in zwei Gedichtbänden kunstvoll auf Deutsch übersetzt wurden. Auch Hellmuth Opitz schreibt in seinen Werken mit poetischen Worten Bilder.

    Pendragon ist ein kleiner Verlag mit großer Vielfalt, der übrigens 2020 und 2022 den Deutschen Verlagspreis erhielt.

    Der Verlag führt auch einen Blog, den ihr unter diesem Link finden könnt.

    Links:

  • Rezension: Ursula und das V-Team

    Rezension: Ursula und das V-Team

    Infos:

    • Teil 1 der Reihe „Ursula“
    • Autor*innen: Elaine Ofori, C. K. McDonnell
    • Übersetzer: André Mumot
    • Verlag: Eichborn Verlag
    • Format: E-Book, 496 Seiten (Paperback-Format)
    • Urban Fantasy
    • Erscheinung: 30.05.2025
    • ISBN: 978-3-7517-7448-2

    Klappentext:

    Das Schicksal muss warten

    Der Kampf um Köln beginnt!

    So hatte sich Ursula ihren großen Tag nicht vorgestellt! Da wird man jahrelang ausgebildet, um am achtzehnten Geburtstag Köln gegen die Dämonen der Hunnen zu verteidigen, und dann läuft alles anders als erwartet! Nicht genug damit, dass zwei der elf Mitglieder ihres Teams spurlos verschwinden und Ursula notgedrungen Adam, seines Zeichens Exil-Amerikaner und Gelegenheitsstadtführer, in einer Bar auflesen muss; zusätzlich verschwinden plötzlich auch noch mitten im Kampf alle Hunnen – und mit ihnen auch Ursulas Ausbilderin Una. Die Bestimmung ist damit faktisch erfüllt, aber das kann doch nicht alles gewesen sein? Ursula und ihr Team gehen der Sache auf den Grund – und stehen plötzlich einem viel größeren Gegner gegenüber als einer läppischen Geisterarmee.

    E-Book-Reader mit Buch-Cover des Buches Ursula und das V-Team
Urban Fantasy Köln Ursula
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich finde, Köln ist einen Besuch wert. Es gibt so viel in dieser Stadt zu entdecken. Aber vermutlich werde ich nach der Lektüre dieses Buches mit anderen Augen durch die Stadt gehen.

    Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

    Ich habe bei der Lesejury die Ankündigung für eine Leserunde entdeckt, die mich direkt neugierig gemacht hat. Ein Buch von C.K. McDonnell ist eigentlich immer lesenswert. Aber ein Buch in Co-Autorenschaft mit seiner Frau klang noch einmal verlockender.

    Also bewarb ich mich um einen Platz in der Leserunde und wurde glücklicherweise mit der Zusendung eines E-Books bedacht. Darüber habe ich mich sehr gefreut und fand auch den Austausch in der Leserunde sehr erfreulich.

    Die Leserunde

    Das Buch wurde in drei Leseabschnitte aufgeteilt, die sehr gut innerhalb einer Woche zu lesen waren. Zumindest waren für die Diskussionsrunden jeweils eine Woche festgesetzt. Den letzten Abschnitt habe ich allerdings bereits in der zweiten Woche beendet, hatte aber glücklicherweise Notizen gemacht und konnte so problemlos in der dritten Woche mitdiskutieren. Dabei war es erstaunlich, wie ähnlich teilweise die Leseeindrücke waren, aber auch wie unterschiedlich manche Abschnitte von den Lesenden empfunden wurden.

    Das fand ich sehr bereichernd und konnte so auch manches noch aus einer anderen Perspektive mitdenken. Mir hat die Leserunde sehr gut gefallen. Bei Band 2 wäre ich sofort wieder dabei!

    Zum Inhalt / Meine Eindrücke zum Buch

    In diesem Buch wird eine alte Kölner Sage auf neue und fantasievolle Weise erzählt. Der Legende nach, war die junge Ursula, eine Adelige aus England, auf einer Wallfahrt mit 10 Jungfrauen, der sich weitere Frauen anschlossen, bis die Schar auf 11.000 angewachsen war. Auf dem Rückweg dieser Reise wollten sie in Köln übernachten, wurden aber nicht in die Stadt gelassen, da diese mittlerweile von den Hunnen belagert wurde. Ein Sohn von Attila wollte sie heiraten und so verschonen, aber einer Prophezeiung folgend weigerte sich Ursula, woraufhin sie und ihre Begleiterinnen getötet wurden. Dem Anführer der Hunnen erschien dann allerdings im Traum eine Engelschar, woraufhin die Hunnen abzogen.

    Im Buch wird nun diese Legende als Grundlage genommen. Alle 18 Jahre erscheinen die Geister der Hunnen wieder und drohen, über Köln herzufallen. Nur eine Gruppe von elf Jungfrauen kann sie davon abhalten. Also werden seit hunderten Jahren junge Frauen, die bestimmte Anforderungen erfüllen, im Alter von 10 Jahren ihrem Elternhaus entrissen und zu den Verteidigerinnen von Köln ausgebildet. Dabei kommen den Mädchen verschiedene Kräfte zur Hilfe wie magische Fähigkeiten, besonderes alchemistisches Können oder große körperliche Kraft. Diese Fähigkeiten werden ihnen durch das Trinken aus einem magischen Kelch verliehen, bei dem sie auch ihr bisheriges Leben vergessen.

    Zu Beginn der Geschichte verschwinden zwei der Mädchen, so dass Ursula und ihr Team einen Ersatz brauchen, der noch Jungfrau ist. In der heutigen Zeit mit 18 Jahren gar nicht mal so leicht. Die Wahl fällt auf Adam, der als Stadtführer in Köln arbeitet und eher unfreiwillig in diese Situation gerät. Er wird im Verlauf der Handlung zu einem der spannendsten Charaktere. Weswegen, möchte ich nicht genauer ausführen, um nicht unnötig zu spoilern. Es wird allerdings ziemlich skurril und auch urkomisch.

    Aber eigentlich sind alle Protagonist*innen spannende und sympathische Charaktere. Ich konnte mich nicht entscheiden, welcher Perspektive ich lieber gefolgt bin. Das ist auch die Stärke des Buches. Kapitelweise wechseln die Perspektiven und man folgt jeweils einer anderen der Protas. Dadurch wird es auch nie langweilig. Es gab aber auch kein Kapitel, dass ich gerne übersprungen hätte, um wieder einer vorherigen Person zu folgen. Die Geschichte wird chronologisch erzählt, folgt aber allen wichtigen Personen gleichermaßen. Es gibt keine unnötigen Längen und die Vielzahl der Protas ist nur zu Anfang etwas unübersichtlich. Aber man kommt schnell in die fesselnde Handlung und fiebert dann richtiggehend mit.

    Auch die Vielzahl an Lebewesen in Kölns (magischer) (Unter-)Welt ist spannend und abwechslungsreich dargestellt. Teilweise ist man erleichtert, dass es noch keine Bücher mit Geruchserlebnis gibt.

    Mit der beste Charakter ist das Zuhause der Gruppe um Ursula. Das Hotel Athene verfügt über eine Vielzahl an faszinierenden Räumen und Fähigkeiten, die teilweise sehr spaßig sind. Zumindest für mich als außenstehende Leserin. Zum Feind möchte ich das Hotel nicht haben.

    Die Handlung wechselt fließend zwischen lustigen, ekligen, berührenden und tragischen Momenten. Mir wurde keine Sekunde langweilig! Es gibt großartige Szenen, witzige Dialoge, spannende Kämpfe und durch die gelungene Auflösung ist das Ende halbwegs abgeschlossen. Dennoch freue ich mich schon auf eine Fortsetzung, die hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt. Sicherlich werde ich dann Band 1 vorab noch einmal lesen.

    Wer schon Bücher von Ciamh McDonnell gelesen hat, erwartet sicherlich einen bestimmten Schreibstil. Dieser ist allerdings nicht ganz so wie sonst, da ja seine Ehefrau anscheinend einen Großteil des Buches geschrieben hat. Das ist zumindest meine Vermutung, aber ein gewisser Einfluss des Autors ist dennoch zu merken. Beide sind große Fans der Stadt Köln und waren schon mehrfach zu Lesungen und Treffen mit ihrem deutschen Verlag dort, daher haben sie die Handlung hauptsächlich in Köln angesiedelt.

    Stadtansichten von Köln über den Rhein mit dem Cover als E-Book im Vordergrund

    Fazit:

    Das Buch ist jetzt schon eins meiner Jahreshighlights, welches ich unbedingt empfehlenswert finde!

    Lasst Euch ein auf eine skurrile Reise in ein überraschend vielschichtiges Köln mit Ekelfaktor und Lachgarantie.

    Für Fans der Die Flüsse von London, Skulduggery Pleasant und Stranger Times.

    Tipp:

    Das Nachwort der Autorin mit deutschen Sätzen aus ihren Duolingo-Lektionen lesen.

    Hier findet ihr weitere Titel mit Urban Fantasy:

  • Rezension: Ostseetiere

    Rezension: Ostseetiere

    Infos:

    • Untertitel: Ein kleiner Guide für Naturbanausen und Küstenkinder
    • Autorin: Marie Parakenings
    • Verlag: Kulturverlag Kadmos
    • Format: gebunden, 160 Seiten, 13 x 21 cm
    • Erscheinung; November 2024
    • 70 Abbildungen (ca. 70 Illustrationen der Autorin)
    • ISBN: 978-3-86599-587-2

    Klappentext:

    Nicht nur Millionen von Touris tummeln sich jedes Jahr an der Ostsee – auch unzählige Tierarten nennen den vielfältigen Lebensraum ihr Zuhause. Möwen, Quallen, Krabben und Muscheln prägen das typische Ostseebild, aber auch ganz unerwartete Bewohner finden sich im Wasser, an den Stränden und im Hinterland. Kennst du zum Beispiel schon den Sandschnurfüßer, den Knutt oder die Seestachelbeere? Von badenden Elchen über sprintende Schnecken, ausgebüxte Nandus und Rehe in Seenot bis hin zu galoppierenden Wildschweinen: Die Ostsee hält viele Überraschungen bereit!

    »Marie Parakenings hat dieses Buch außergewöhnlich liebevoll konzipiert, illustriert und geschrieben. […] Prädikat: äußerst unterhaltsam und einfach schön.« 

    – WWF Magazin 2/2025

    Ein Poster mit Abbildungen von Tieren, die an der Ostsee heimisch sind. Darauf liegt das Buch. Blaues Cover mit grauweißen Abbildungen.
Ostseetiere Sachbuch Ostsee
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Bei meinem Bericht von der Leipziger Buchmesse habe ich ja schon von dem Buch Ostseetiere erzählt, erschienen im Kadmos-Verlag. Ein Sachbuch, das nicht langweilt, sondern unterhält und mit so einigen Fakten für überraschendes Wissen sorgt.

    Jetzt möchte ich (endlich) ein wenig mehr davon berichten.

    Auf etwa 150 Seiten lernt man eine Vielzahl an Lebewesen kennen, die an und in der Ostsee zu finden sind. Dabei ist es absteigend nach Zahlenfakten von 2 400 000 bis 0 sortiert. Die Tiere lassen sich auch über das Inhaltsverzeichnis finden, in dem sie nach Arten und mit kleinen Abbildungen sortiert sind. Am Ende des Buches findet man noch ein alphabetisches Register sowie einen kleinen Knigge, wie man sich an Ostseestränden verhalten sollte.

    Ich finde die Aufmachung klasse. Das Buch ist handlich und lässt sich gut in der Strandtasche mitnehmen, um bei einem Tag an der See darin zu stöbern. Außerdem macht es neugierig darauf, me(e)hr über die Ostsee und das dortige Leben zu erfahren. Ganz nebenbei lernt man in diesem Buch spannende und überraschende Fakten. Oder wusstet Ihr, dass 60 Erdumrundungen etwa 2 400 000 Kilometer sind, und dass das die Entfernung ist, die eine Küstenseeschwalbe durchschnittlich in ihrem Leben zurück legt? Also etwa dreimal zum Mond und zurück.

    Oder dass die schwarze Variante der Kreuzotter, Höllenotter genannt, auf Rügen lebt, und man bei einer Begegnung ganz beruhigt sein kann, da sie nicht giftig sind und eher nicht dazu neigen, zu beißen, da sie lieber vor den Menschen Reißaus nehmen?

    In kurzen, prägnanten Texten werden die Tiere vorgestellt und es gibt immer Illustrationen dazu. Dabei ist das Sachbuch keineswegs trocken und langweilig, sondern ist kurzweilig geschrieben. Das Wissen wird den Lesenden meist auf humorvolle Weise näher gebracht.

    Thematisch vielfältig und oft überraschend lerne ich so viele interessante Fakten kennen. Es geht dabei nicht nur um die allseits bekannten Küstenbewohner, wie Möwen und Robben. Man bekommt auch viele Infos über die kleinsten Lebewesen wie Brotkrumenschwämme, Küstensandlaufkäfer und Sandhüpfer. Ja, ich finde manche Namen auch ziemlich ulkig.

    Am Ende jedes Textes gibt es auch immer einen kleinen Steckbrief zu dem jeweiligen Tier mit den wichtigsten Fakten.

    Für wen eignet sich das Buch?

    Das Buch ist eine faszinierende Lektüre für zwischendurch und generell für alle Altersklassen geeignet. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Familien bei ihrem nächsten Urlaub gemeinsam mit dem Buch beschäftigen und dann mit offenen Augen an der Küste entlang gehen, um die Lebewesen in ihren natürlichen Lebensräumen zu entdecken. Für Kinder- und Jugendgruppen, die eine Fahrt an die Ostsee planen, ist das auch eine tolle Vorbereitungslektüre, finde ich. Und als Geschenk eignen sich solche unterhaltsamen Bücher doch immer.

    Mir gefällt das Buch wirklich sehr und ich werde mir sicherlich noch mehr Bücher der Reihe zulegen. Es werden bestimmt noch viel mehr Bücher erscheinen. Ich hoffe ja noch auf ein Buch über die Tierwelt Hannovers. Ich meine, wann geht man je wirklich mit offenen Augen durch die eigene Stadt und achtet dabei auf die Lebenswelten anderer Mitbewohner?

    Bisher sind folgende Titel erschienen:

    • Berliner Tiere
    • Bremer Tiere
    • Hamburger Tiere
    • Kölner Tiere
    • Münchner Tiere

    Welche Titel ich mir noch wünschen würde:

    • Harzer Tiere – Nicht alles Käse
    • Hannöversche Tiere – Keine lüttje Lage hier
    • Nordseetiere – niet alleen lütt un lütt
    • … beliebig fortsetzen
    Ein Poster mit Abbildungen von Tieren, die an der Ostsee heimisch sind. Darauf liegt das Buch. Blaues Cover mit grauweißen Abbildungen und dem Klappentext.
Ostseetiere Sachbuch Ostsee

    Da ich in absehbarer Zeit keine Reise an die Ostsee unternehme, habe ich ein paar Fotos mit Enten auf unserem hiesigen Kanal in Limmer gemacht.

  • Rezension: Kontur eines Lebens

    Rezension: Kontur eines Lebens

    Infos:

    • Autor: Jaap Robben
    • Übersetzerin aus dem Niederländischen: Birgit Erdmann
    • Originaltitel: Schemerleven
    • Verlag: DuMont Buchverlag
    • Format: Gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
    • 336 Seiten
    • Erschienen: 15.08.2023
    • ISBN: 978-3-8321-6818-6

    Klappentext:

    »Eine der bemerkenswertesten Stimmen in der niederländischen Literatur« LIZE SPIT

    Die junge Floristin Frieda wächst in den Sechzigerjahren in einem streng katholischen Umfeld auf. Als sie an einem späten Winternachmittag einen zugefrorenen Fluss betritt, weiß sie nicht, dass sich gleich alles für sie verändern wird. Auf dem Eis trifft sie den verheirateten Otto. Sie erleben eine Liebe, die stürmisch beginnt und schicksalhaft endet: Frieda wird schwanger – ein Skandal in der Welt, in der sie sich bewegt. Und so darf sie ihrem heimlichen Kind nie Mutter sein. Jahrzehntelang behält sie die Erinnerungen an diese Episode ihres Lebens für sich. Doch als sie mit über achtzig Jahren in ein Pflegeheim zieht, beginnt sie, sich ihnen zu stellen und sie zu teilen.
    ›Kontur eines Lebens‹ ist der Roman einer großen Liebe und ihres Scheiterns, die Geschichte einer unglaublich starken Frau, die sich gegen alle Widrigkeiten behauptet.

    »Kein Wort an der falschen Stelle, kein Satz, der nicht glänzt, und kein Absatz, der einen nicht bis in die tiefste Faser berührt.« HET PAROOL

    Das Buch liegt in einem Stück gehäkelten Stoffs. Auf dem Cover sind Blumen abgebildet.  Rezension DuMont Niederlande
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich habe das Buch bei der Vorstellung des Herbstprogramms des DuMont Verlags im letzten Jahr bei der Leipziger Buchmesse erhalten und hatte mir vorgenommen, eine Rezension zu schreiben, sobald ich es gelesen habe. Und endlich kam ich dazu, es zu lesen.

    Zum Inhalt

    In dem Roman erzählt die Ich-Erzählerin Frieda von der ersten Zeit im Altenheim, in das sie ziehen muss, nachdem ihr Mann unerwartet verstorben ist. Gerade dieser Anfang hat mich doch ziemlich deprimiert. Doch das ist auch ein Zeichen, dass der Autor es sehr gut versteht, Gefühle zu transportieren. Frieda trauert noch um ihren Mann und hat Schwierigkeiten, sich in ihre neue Umgebung einzugewöhnen, in der nur ganz wenige Sachen aus ihrem alten Haus Platz finden konnten.

    Überhaupt ist Verlust ein großes Thema in dieser Geschichte, die mich doch sehr gefesselt hat. Der Verlust des Ehemanns, der Verlust der gewohnten Umgebung, der Verlust der Selbständigkeit und auch der Selbstbestimmtheit, denn die Pfleger*innen haben immer nur wenig Zeit, sich um die Bewohner*innen zu kümmern. Und alltägliche Handlungen wie das Duschen oder die Zubereitung eines Getränks, zeigen wie mühsam das Leben im Alter sein kann.

    Frieda erzählt von den Schwierigkeiten, die sie mit ihrem Sohn hat, der sich um die Auflösung des Hausrats kümmern muss, nachdem die Mutter ausgezogen ist. Und auch seine Hilflosigkeit klingt eindrucksvoll durch. Und trotzdem reagiert er großartig, als er erfährt, dass er ein Geschwisterchen von einem anderen Mann als seinem Vater hätte haben können.

    Nur langsam öffnet Frieda ihr Innerstes und erinnert sich wieder an eine Zeit, als sie in einen älteren verheirateten Mann verliebt war und von ihm schwanger wurde. Den Skandal, den sie mit ihrem Verhalten in ihrer katholisch geprägten Umgebung auslöste. Das Unvermögen ihrer Eltern, liebevolle Gefühle zuzulassen und sie stattdessen vor die Tür zu setzen. Fast mittellos, ohne Ort, an den sie hätte gehen können. So schläft sie eine zeitlang im Lager des Blumenladens, in dem sie angestellt ist. Bis sie von Otto, dem Vater ihres ungeborenen Kindes in einem Zimmer in einem abbruchreifen Haus untergebracht wird.

    Dort bringt sie schließlich ihr Kind zur Welt, von dem sie allerdings nie mehr als zwei kleine nackte Füße sehen wird. Otto geht mit dem Säugling weg und lässt sich nicht mehr blicken. Aus Andeutungen des Arztes und der Schwester (einer Nonne) kann man ahnen, dass das Kind tot geboren wurde. Aber ich war mir nie ganz sicher, da es ja auch viele Berichte von unehelichen Babys gibt, die von Nonnen ihren jungen Müttern weggenommen und in „gute Hände“ gegeben wurden. Den Müttern wurde dann oft erzählt, das Kind hätte nicht überlebt, damit sie nicht danach suchen. Bis zuletzt hoffte ich darauf, dass dieses Kind irgendwo wieder gefunden wird.

    Zwei Zeitebenen

    Erzählt wird der Roman immer aus Friedas Sicht, mal in der Gegenwart, mal als Erinnerungen an die Vergangenheit mit Otto und später mit ihrem Ehemann Louis. In ihrer Ehe und dem Familienleben durchlebt Frieda immer wieder das Trauma des Verlusts. Dadurch brechen oft Gefühle aus ihr raus, die sie sich und ihrer Familie nicht erklären oder vermitteln kann.

    Fazit:

    Jaap Robben erzählt am Beispiel dieser starken Frau das Schicksal so vieler Frauen, die nicht in Vergessenheit geraten sollen. Er erzählt dies mit Respekt und gefühlvoll. Dabei sind es die leisen Töne, die besonders berühren und im Gedächtnis bleiben.

    Mit diesem Buch habe ich schon 5 Bücher meiner 5 für 2025 Leseliste gelesen.

    Den Bericht zu der Lesung von Jaap Robben bei der Leipziger Buchmesse 2024 findet Ihr unter diesem Link.

    Rückseite des Buches mit Klappentext  Rezension DuMont Niederlande
  • Rezension: Praise The Wicked

    Rezension: Praise The Wicked

    Infos:

    • Untertitel: Wer will schon gut sein
    • Autor / Illustrator: Martin Gancarczyk
    • Selbstverlegt
    • ISBN: 978-3-98942-496-8
    • Erschienen am: 09.04.2025

    Klappentext:

    Wieso willst du gut sein, wenn du auch böse sein kannst? New Adult Urban Fantasy trifft auf eine düstere Interpretation deiner Lieblingsmärchen – erzählt aus der Sicht der Nachkommen der Bösewichte.

    In Sydney sind die Abkömmlinge berühmter Märchenfiguren in zwei Klassen gespalten. Auf der Seite der Unterdrückten stehen Regina, die Tochter der Dunklen Fee, und Malcom, der Sohn der Bösen Königin. Als Agenten des Geheimdienstes Fablehaven kämpfen sie um ihren Platz in der Gesellschaft, während sie gleichzeitig als Wickeds geächtet werden. Zu allem Überfluss steht das größte Fest des Jahrhunderts an: die Hochzeit ihres beliebten, strahlenden Mitagenten und Malcoms erklärtem Erzfeind Prinz Charming. Doch dann erschüttert eine grausame Mordserie Sydney. Gemeinsam mit den anderen Agenten von Fablehaven, darunter der mysteriöse Gavin, Spross der berüchtigten Mafia-Familie Hunter, der Reginas Herz schneller schlagen lässt, müssen sich die ungleichen Freunde der Bedrohung stellen.

    In einem Sydney voller Magie, gefährlicher Geheimnisse, politischer Ränkespiele und undurchsichtiger Allianzen müssen die Wickeds entscheiden, ob sie die Heldenfiguren ihrer eigenen Geschichte werden – oder die Monster, für die sie alle halten…

    Das Buch liegt in einem Blumenbeet, daneben steht eine Porzellanfee. Zwei Lesezeichen liegen neben der Fee.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich folge Martin Gancarczyk (ausgesprochen etwa: Ganzartschik) schon eine ganze Weile bei Instagram und habe letztes Jahr im Urlaub sein Buch Salem Boys gelesen und es geliebt. Und als er dann Ausschnitte aus seiner aktuellen Arbeit in seinen Storys teilte, wusste ich: Das Buch muss ich auch haben. Ich glaube, im September war es dann vorbestellbar und natürlich wollte ich die signierte Ausgabe mit Farbschnitt haben. Also bestellte ich bei der Buchhandlung Graff, wo dieser großartige Service schon lange für viele Bücher angeboten wird.

    Erscheinungstermin sollte Anfang des Jahres sein, aber durch Probleme mit Druckereien etc. verzögerte sich das Projekt. Aber ich habe meine ganze Geduld zusammen gekratzt und brav gewartet. Schließlich wollte ich kein lieblos hingerotztes Buch, sondern ein Kunstwerk. Und ich finde, es sieht einfach genial aus! Alleine die Optik lohnt die Anschaffung schon!

    Ich habe das Buch also nun endlich Anfang letzter Woche erhalten. Durch die Feiertage musste ich etwas warten. Und es gab wieder eine Hürde: Die Lesezeichen kamen nicht rechtzeitig aus der Druckerei an. Die sollten der signierten Ausgabe nämlich beiliegen. Und die Buchhandlung hat dann mit Martin abgemacht, zu warten, bis er die Lesezeichen schicken kann. Und bis dann über 1.000 Exemplare oder mehr an die Vorbesteller:innen verschickt werden, vergehen nun mal ein paar Tage. Einige hatten die Bücher noch vor Ostern und ich habe mich über jeden begeisterten Post mitgefreut. Das hat meine Vorfreude erst recht angefacht. Und das Warten hat sich wirklich gelohnt:

    Nun aber mal zum Inhalt

    Der Roman ist eine Urban Fantasy. Das heißt, es spielen Fantasyelemente eine Rolle, aber die Handlung und das Setting sind hauptsächlich in unserer bekannten Welt angesiedelt. In diesem Fall hat der Autor bekannte Wesen aus Märchen und Sagen und ihre Geschichten als Vorlage genutzt, und erzählt die Geschichten möglicher Nachfahr:innen. Dabei wird zwischen normalen Menschen (unsere bekannte Welt), Saints (die guten Märchenfiguren) und Wickeds (die sogenannten bösen Märchenfiguren) unterschieden.

    Die Vorgeschichte baut auf der Märchenwelt von Figuren wie Dornröschen, Schneewittchen, das Biest, die böse Fee und vielen anderen auf. Dabei wird davon ausgegangen, dass alle in der gleichen Welt lebten, bis die böse Königin (die Mutter von Malcolm, einem der Helden[?] des Romans) die Drachen und andere Wesen unterwarf, um die Macht in der gesamten Märchenwelt an sich zu reißen. Die Märchenwelt wurde zu einem Ort, an dem niemand mehr leben wollte und so flohen alle, die dazu in der Lage waren, durch ein Portal in unsere Menschenwelt. Also entstand eine Welt, in der Menschen und Märchenwesen zusammen leben, was auch nicht immer problemlos funktioniert.

    Zum Schutz der guten Märchenwesen, die sich selbst Saints nennen, und der Menschen wurden zahlreiche Gesetze erlassen, die das Zusammenleben regeln sollen. Doch diese Gesetze wurden vermehrt diskriminierend gegenüber den Wickeds formuliert, also der Märchenwesen, die selbst über magische Kräfte verfügen und daher als potentiell gefährlich und böse angesehen werden.

    Und da die menschliche Polizei nicht immer unbefangen an ihre Arbeit ging, wurde ein Geheimdienst namens Fablehaven gegründet, in dem Wickeds und Saints gleichberechtigt für die Belange aller arbeiten.

    Die Agenten von Fablehaven müssen immer wieder gegen gefährliche Wesen kämpfen, die durch Risse aus der Märchenwelt in die Menschenwelt eindringen. Außerdem sind 100 Märchenwesen verschwunden und plötzlich werden Leichen gefunden, die nicht durch Menschenhand gestorben sind. Eine seltsame Magiesignatur wird an den Leichen bemerkt, die nur von mächtigen magischen Wesen hinterlassen worden sein können.

    Martin Gancarczyk schafft es in seinem Roman, bekannte Märchen in neue Gewänder zu kleiden und mit hochaktuellen Themen zu veredeln. Queerness ist in diesem Buch nur eine Facette des ganz normalen diversen Lebens. Wobei man nicht von normal sprechen kann. Was ist schon normal, wenn alles total magisch ist?

    Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und konnte es kaum weglegen. Erzählt wird wechselnd aus der Sicht von Regina und Malcolm. Beide gehören zu den Wickeds und haben Schwierigkeiten, sich den ausgrenzenden Regeln zu unterwerfen, vor allem, da sie die ungerechte Behandlung nicht hinnehmen wollen. Hinzu kommt ihre jeweilige dunkle Seite, die gerne mal die Oberhand gewinnen möchte. Vor allem Malcolm kämpft mit seinen eigenen Dämonen. Beide sind dabei loyal ihren Freund*innen gegenüber und versuchen alles, um in der feindlichen Welt zu bestehen.

    Und diese Freund*innen sind ebensolche faszinierenden und unterschiedlichen Persönlichkeiten. Ich habe jede*n auf ihre eigene Art ins Herz geschlossen und hoffe, in weiteren Büchern (Ja, Mehrzahl, Martin! Schreib mehr davon, ..bitte!) mehr von ihnen zu lesen.

    Ich hatte manchmal Schwierigkeiten, die Märchenfiguren auf den ersten Blick den Vorlagen zuzuordnen. Aber das ist nur mein persönliches Problem. Vielleicht würde da eine kleine Legende am Ende des Buches helfen, aber das ist sicherlich auch ein juristischer Grund, die ursprünglichen oder bekannten Namen 1:1 zu übernehmen. Vor allem Disney wird da genau aufpassen, dass ihre Copyrights nicht missachtet werden. Aber damit kenne ich mich nicht gut aus.

    Die Sprache ist teilweise sehr direkt und derb, aber dabei nie vulgär oder herabsetzend. Spannende und herzzerreißende Szenen werden abgelöst durch einen großartigen Humor. Dieser Roman war eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit überraschenden Wendungen, die teilweise erst im Rückblick passend erscheinen. Vor allem Kapitel 28 war ein Höllenritt!

    Gefallen hat mir, dass es nicht nur Figuren aus Märchen gibt, sondern auch Sagen, wie die vom Rattenfänger oder Sandmann in diese richtig gute Urban Fantasy eingearbeitet wurden. Es fühlt sich an, wie ein zweites Zuhause, in dass ich gerne zurück kehren möchte. Gut, dass es möglicherweise noch in diesem Jahr ein weiteres Buch geben wird, dass in der Wicked-Welt angesiedelt ist und noch mehr bekannte Figuren bereit halten wird. Ich warte sehnsüchtig auf den Vorbestelltermin. Folgt Martin auf Instagram, wenn ihr ab und zu Text-Schnipsel aus seinen aktuellen Arbeiten lesen wollt. Aber Vorsicht, das könnte zu spontanen Buchkäufen verleiten.

    Wem könnte das Buch gefallen?

    Ich empfehle das Buch allen, die eine anständige Alternative zu Harry Potter suchen, denn hier schimmert die Grundeinstellung des Autors durch: Queerness, Rassismus, Gut gegen Böse, Moral, Ethik und soziale Werte. Martin Gancarczyk legt den Finger in die offene Wunde unserer Realität. Es gibt so viele Parallelen zu den aktuellsten Entwicklungen, dass ich mir schlicht wünsche, selbst magische Fähigkeiten zu haben, um entsprechend handeln zu können, damit wir endlich in einer besseren Welt leben können. Wie gerne wäre ich in der Lage, mich in einen riesigen Drachen zu verwandeln. Ja, ich lebe jetzt in Wicked-Sydney.

    Wenn Dir magische Welten gefallen, die einen Bezug zu unserer alltäglichen Welt haben, dann bist Du hier genau richtig. Ich lese auch gerne Bücher wie die Skulduggery Pleasant-Reihe oder die Flüsse von London. Auch Stranger Times Fans könnte das Buch gefallen.

    Signierstunde bei der Leipziger Buchmesse:

    Bei der LBM hatte ich das Vergnügen, eine sehr kurzweilige Wartezeit zu verbringen, bis ich mir ein Autogramm von Martin in mein Autogramme-Buch holen konnte. Es wurde nicht nur mir sondern auch BdB gewidmet, der mich zur Buchmesse begleitet hatte. Es war wirklich toll, Martin endlich mal persönlich zu treffen, und das neue Buch schonmal „probe zu halten“. Außerdem sind seine Eltern, die ihn begleiteten, sehr sympathische Menschen, mit denen Mo und ich noch einen freundlichen Schnack gehalten haben.

    Ich finde, diese Bilder sagen doch alles:

    Links:

  • Rezension: Eine Flussfahrt, die ist tödlich

    Rezension: Eine Flussfahrt, die ist tödlich

    Infos:

    • Autor: Andreas K. Buchholz
    • Teil 4 der Reihe: Morden ohne Sorgen – Ein Fall für Frederik Loebell
    • Verlag: beTHRILLED
    • Format: eBook
    • Genre: Krimi / Potsdam-Provinz-Krimi
    • 155 Seiten
    • ISBN: 978-3-7517-5661-7
    • Erscheinungsdatum: 01.03.2025

    Klappentext:

    Der Frühsommer ist in Potsdam eingekehrt und die Vögel zwitschern. Perfekte Zeit für eine romantische Bootsfahrt. Schade nur, dass im Ruderboot ganz unromantisch eine Leiche liegt. Noch dazu ein Beamter vom Umweltamt. Da schnuppern Frederik Loebell und sein Zwergdackel Wilhelm doch direkt den nächsten Fall.

    Für den Lokalreporter ist der Täter auch schnell gefunden: der stinkreiche Reeder Kai-Uwe Hannig. Wenn der kein wasserdichtes Alibi hätte, wäre die Sache leichter. Gemeinsam mit Kommissarin Edda Kleist und seiner Jugendliebe Fleur geht Loebell jedem Hinweis nach. Wenn er dabei mal nicht das Wichtigste übersieht …

    Frühlingshaft, mörderisch und leicht chaotisch: »Eine Flussfahrt, die ist tödlich« ist der nächste Fall für Frederik Loebell aus der humorvollen Provinz-Krimi-Reihe »Morden ohne Sorgen«.

    Im schönen Potsdam, zwischen Schlössern und Parks, stolpert Frederik mit seinem Zwergdackel Wilhelm über die eine oder andere Leiche. Zum Glück stehen ihm mehrere tapfere Helfer zur Seite – die lebensfrohen Reporterin Lisi und der junge Redakteur Tuan, sowie Loebells liebste Ermittlungspartnerin Fleur. Ach, und Zwergdackel Wilhelm ist mit seiner Spürnase natürlich auch immer dabei.

    eBooks von beTHRILLED – mörderisch gute Unterhaltung!

    Mein e-Book-Reader mit dem Cover des Buches.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich habe das Buch wieder als Rezensionsexemplar direkt vom Autoren erhalten. Das hat mich sehr gefreut, meine Meinung aber nicht beeinflusst.

    Gelesen habe ich das Buch bereits im März, kam aber durch Krankheit und den Besuch der Buchmesse nicht direkt dazu, eine Rezension zu schreiben. Ich hoffe, Ihr könnt es mir nachsehen.

    Auch in diesem Teil der Reihe wird als erstes eine Leiche gefunden. Diesmal von Loebells Tante Katharina und ihrem Freund Graf Anton, der sie auf eine romantische Bootstour mitnehmen wollte. Katharina wittert sofort einen Mord und alamiert die Polizei, die das ganze als bedauerlichen Unfall bewertet.

    Loebell selbst ist auf der Suche nach einem Tierarzt für seinen Dackel Wilhelm. Das scheitert allerdings oft an den ungeheuren Erwartungen, die an ihn als Hundebesitzer gerichtet werden. Schließlich ist sein Dackel in Bestform und benötigt bestimmt keine Diät oder mehr Bewegung. Seine Kollegin Lisi interessiert sich auch für den Tierarzt, aber nur, weil ihr Jan gerade an einem Austauschprogramm in Spanien teilnimmt und bestimmt von den dortigen weiblichen Kolleginnen umschwärmt wird.

    Und dann kommt der Chefredakteur mit einer großen Geschichte. Das große Bauvorhaben am See muss in der Zeitung gehörig gewürdigt und beworben werden. Schließlich handelt es sich bei dem Reeder um den größten Werbepartner der Zeitung.

    Das Buch beginnt also bereits gewohnt humorvoll und chaotisch und ich bin den bereits liebgewonnenen Charakteren weiterhin gerne in ihre Abenteuer gefolgt.

    Hauptrolle in diesem kurzweiligen Krimi ist diesmal der See, an dem so einiges passiert. Schüsse am und auf dem See, mehrere Leichen, Kaninchenzüchter im Kleingartenverein am See und Proteste gegen den Neubau von Luxusappartements.

    Der Frühling hält also einen bunten Strauß aufregender Abenteuer und komischer Momente bereit. Ich musste einige Male laut lachen. Vor allem Dackel Wilhelm hat einige Glanzmomente.

    Auch beim Mordfall konnte ich wieder fleißig miträtseln, und wer aufmerksam liest, könnte die eine oder andere Vermutung anstellen. Am Ende lag ich gar nicht so weit daneben, aber wurde trotzdem noch mit einer Wendung überrascht, die ich absolut nicht kommen sehen habe.

    Ich freue mich schon auf Band 5, der den Titel Vier Pfauen und ein Mord tragen wird. Einen kleinen Ausblick darauf gibt es bereits am Ende von Band 4, der mich auf die Fortsetzung neugierig gemacht hat. Erscheinungstermin ist Anfang Juli.

    Alle bisher erschienenen Bücher der Reihe: