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  • Rezension: Mord im Mausoleum

    Rezension: Mord im Mausoleum

    Infos:

    • Reihe: Morden ohne Sorgen
    • Ein Potsdam-Provinz-Krimi, Teil 6
    • Autor: Andreas K. Buchholz
    • Verlag: beThrilled
    • 159 Seiten, E-Book
    • ISBN: 978-3-7517-5663-1
    • Erscheinung: 01.11.2025
    Auf einem Friedhof, Blick über eine Wiese mit Urnengräbern und einer Abstellfläche für Blumen, Kränze und Deko. Es ist Herbst.
Im Vordergrund ist ein E-Reader zu sehen, auf dem das Cover des Buches abgebildet ist. Vor einer Friedhofszene steht ein Zwergdackel mit einem blutigen Handschuh im Maul.
    Link zum Buch

    Klappentext:

    Ein verschwundener Sarg, ein dunkles Ritual – und ein Dackel mit Spürsinn

    Was als entspannter Sonntagsspaziergang begann, endet für Lokalreporter Frederik Loebell und seinen treuen Zwergdackel Wilhelm mit einem mysteriösen Fund: In der Familiengruft der Kallbachs liegt eine ermordete junge Frau in schwarzer Ritualkleidung. Und damit nicht genug: Der Sarg, der dort eigentlich ruhen sollte, taucht zeitgleich in einem anderen Mausoleum auf …

    Was verbindet die beiden Toten miteinander? Und was weiß der bleiche Riese mit dem schwarzen Mantel, der Loebell beinahe über den Haufen rennt?

    Zwischen nebligen Friedhöfen, nächtlichen Zeremonien und exzentrischen Verdächtigen taucht das Potsdamer Ermittlerteam in einen Fall ein, der so düster ist wie der Brandenburger Herbst – und dabei so schrullig wie immer.

    Wunderbar schräg und charmant makaber – der sechste Cosy-Krimi aus der Provinz-Reihe »Morden ohne Sorgen« mit Reporter Frederik Loebell und Dackel Wilhelm.

    beTHRILLED – mörderisch gute Unterhaltung.

    Meine Meinung:

    Auch diesmal durfte ich das Buch als Rezensionsexemplar lesen. Für mich mit der bisher beste Teil der Reihe. Die Entwicklung der Charaktere ist spürbar und die Dynamik zwischen ihnen macht sie sehr nahbar.

    In Band 6 geht es etwas düsterer zu. Das passt prima zur Jahreszeit im November. Die teilweise leicht morbide Stimmung wird durch den mittlerweile gut bekannten Humor des Autors allerdings auch aufgelockert. Der Fall ist diesmal ganz schön verzwickt und ich hatte zwar eine Ahnung, wer als Täter (oder Täterin?) in Frage kommen könnte, aber lag doch am Ende (wieder) daneben. Allerdings macht es mir jedes mal viel Spaß mit zu rätseln.

    Es lohnt sich, aufmerksam zu lesen und auch auf die kleinen Dinge und leisen Momente zu achten. Zusammen mit den skurrilen Erlebnissen, humorvollen Dialogen und der bildhaften und fesselnden Schreibweise ist dieser Roman wieder ein bunter Strauß unterhaltsamer Cosy Crime.

    Mir hat so vieles an diesem Band der Reihe gefallen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Aber superwitzig fand ich unter anderem die Geschichte mit der Notizen-App, die Loebell hier erstmals nutzt, um alle Spuren und Hinweise festzuhalten.

    Und der Star der Reihe ist natürlich auch wieder mit von der Partie. Ohne Zwergdackel Wilhelm (seit wann nennt Loebell ihn eigentlich Willi?!) wären die Geschichten nur halb so gut.

    Wie schon bei den Vorgängern, wird am Ende wieder das Thema der Fortsetzung angeteasert, was die Vorfreude und die Spannung steigert.

    Es wäre auch möglich, die Bände einzeln und ohne Vorkenntnis zu lesen, aber dann verpasst man möglicherweise zu viel Hintergrundwissen und einige der Pointen zünden dann wahrscheinlich auch nicht richtig.

    Fazit:

    Temporeich, fesselnd und humorvoll. Wieder eine große Lese-Empfehlung von mir!

    Die Bücher der Reihe:

  • Buchvorstellung des Lesekreises – Teil 2

    Buchvorstellung des Lesekreises – Teil 2

    Heute stelle ich euch die restlichen Bücher vor, die wir beim letzten Lesekreis-Treffen im November besprochen haben. Ich glaube, es war kein Buch dabei, das ich nicht lesen würde. Durchweg waren die Eindrücke positiv und beeindruckt.

    Falls Ihr noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, werdet Ihr hier sicher fündig.

    Bernhard Schlinck: Abschiedsfarben

    Eine Frau in einem roten Gewand sitzt mit dem Rücken zum Betrachter auf einem Bett.
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    Klappentext:

    Geschichten über Abschiede, die bedrücken, und Abschiede, die befreien, über das Gelingen und Scheitern der Liebe, über Vertrauen und Verrat, über bedrohliche und bewältigte Erinnerungen und darüber, dass im falschen Leben oft das richtige liegen kann und im richtigen das falsche. Geschichten von Menschen in verschiedenen Lebensphasen, ihren Ängsten, Verstrickungen und Hoffnungen. »Liebe und mache, was du willst« ist vielleicht kein Rezept für ein gutes Ende, aber eine Antwort, wenn andere Antworten versagen.

    Mehr zum Inhalt

    Ein Mann verrät den Freund, den er nicht verlieren will. Einen anderen wirft eine Kränkung aus der Bahn und lässt ihn zerstören, was er liebt. Eine späte Begegnung mit der Jugendliebe – kann sich jetzt noch erfüllen, was damals versagt blieb? Eine Frau ringt damit, dem geschiedenen, todgeweihten Mann zu vergeben.

    Eine Nacht, in der an ein Tabu gerührt wird – kann es danach weitergehen, als sei nichts geschehen? Ein Junge verbringt mit seiner Mutter einen Sommer am Meer, entdeckt sie, wie er sie nicht kannte, und entdeckt sich selbst.

    Jemand hat selbstbestimmt Abschied vom Leben genommen – was macht das mit den Hinterbliebenen, wie werden sie damit fertig? Als seine Erinnerungen seine Gegenwart überwältigen, muss ein Mann seinen Frieden mit der Vergangenheit machen. Sie sind miteinander glücklich, er einundsiebzig, sie dreiunddreißig – was hat es mit seinem plötzlichen Gefühl auf sich, er dringe mit seiner Altersliebe in ihr junges Leben ein? Geschichten, die überraschen, verstören und beglücken.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Ganz verschiedene Abschiede auf unterschiedliche Weise erzählt: traurig, wütend, schuldbewusst heiter, gelassen. Für den Abschiednehmenden jedoch nicht das Ende. Die Leserin haben die Erzählungen immer wieder in ihren Bann gezogen.

    Robert Lewis Stevenson: Reise mit einer Eselin durch die Cevennen

    Klappentext:
    Zeichnung eines Esels auf grünem Grund.
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    Als junger Mann bricht Robert Louis Stevenson auf zu einer eigenwilligen Reise: Gemeinsam mit der Eselin Modestine durchwandert er die französischen Cevennen. Ausgerüstet mit einem eigens entworfenen Schlafsack, einem Revolver gegen Wölfe und Räuber, Weißbrot für sich und Schwarzbrot für den Esel, sucht Stevenson die Einsamkeit. Und entdeckt als Erstes, dass Modestine ihren eigenen Willen hat. Während sich die ungleichen Wandergesellen langsam anfreunden, erkundet Stevenson die Geheimnisse der Landschaft und ihrer Bewohner. Denn eines weiß er sicher: Reisen muss man um des Reisens willen.Stevensons geistreicher wie humorvoller Reisebericht gilt als Meisterwerk der frühen Reiseliteratur und wurde vom Guardian unter die hundert besten Sachbücher aller Zeiten gewählt.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Entdeckung eines Klassikers, der begeistert hat. Zeitlos und amüsant zu lesen.

    Markus Thielemann: Von Norden rollt ein Donner

    Klappentext:

    Der Wolf ist zurück in der Lüneburger Heide. Und während Jannes – wie schon sein Vater und sein Großvater – täglich seine Schafe über die Heideflächen treibt, kochen die Emotionen im Dorf hoch. Kann Heimatschutz Gewalt rechtfertigen? Wo es vordergründig um Wolfspolitik geht, stößt er bald auf Hass, völkische Ideologie – und auf ein tiefes Schweigen. „Von Norden rollt ein Donner“ ist eine Spurensuche in der westdeutschen Provinz, die Geschichte eines brüchigen „urdeutschen“ Idylls.

    Eine Schafherde in einer Heidelandschaft umrahmt vom Buchtitel und dem Namen des Autors.
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    Täglich treiben der 19-jährige Jannes und seine Familie die Schafe über die Flächen der Lüneburger Heide. Doch es herrscht eine gärende Unruhe in der Gegend, der Wolf ist zurück. Es mehren sich Schafsrisse und mit ihnen Konflikte im Dorf, die schnell politisch werden. Während völkische Siedler versuchen, das Thema für ihre Zwecke in Beschlag zu nehmen, die Situation sich zuspitzt und in Selbstjustiz der Bevölkerung zu eskalieren droht, flüchtet sich Jannes zu seinen Schafen in die Heide. Doch dort wird durch eine gespenstische Begegnung plötzlich die düstere Ortsgeschichte aufgefächert, die ihren langen Schatten in die Gegenwart wirft. Markus Thielemann schreibt mit seinem Anti-Heimatroman das Psychogramm einer Sehnsuchtslandschaft und zeigt auf ebenso subtile wie fesselnde Weise, wie sich ein Idyll in sein Gegenteil verkehren kann.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Leserin hat einen persönlichen Bezug zur Heidelandschaft, da sie dort her stammt und hat deswegen eine besondere Verbindung gespürt. Das Buch besticht durch eine wunderbare Sprache, ist spannend und poetisch.

    Kim Thuy: Der Klang der Fremde

    Klappentext:
    Auf dem Cover sitzt eine Person mit einem asiatischen Strohhut vom Betrachter abgewandt auf einem Holzsteg und blickt aufs Wasser.
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    »Man glaubt immer, das Leben von Einwanderern sei nur schwer. Und vergisst dabei, dass ihre Erfahrungen auch wunderbare, lustige, bewegende und oft ganz absurde Momente umschließen…«

    Die kleine Kim ist zehn, als ihre Familie aus Vietnam fliehen muss. Auf einer abenteuerlichen Odyssee ­gelangen sie übers Meer, vegetieren in überfüllten Flüchtlingslagern, finden schließlich im Westen, im fernen Kanada eine neue Heimat.
    Wenn der Schock der Fremdheit überwältigend ist, lässt sich die Welt nur über die Sinne erschließen. An Klängen, Farben, Gerüchen entfalten sich deshalb die Erinnerungsbilder, an denen Kim Thúy dreißig Jahre später der Spur ihres Lebens nachgeht – eine lose Kette, mäandernd zwischen Einst und Jetzt, Krieg und Frieden, Verstörung und überraschendem Glück. Da ist die Kindheit im goldenen Käfig einer großbürgerlichen Familie in Saigon. Die Flucht im lichtlosen Unterdeck eines maroden Schiffes. Ein Kinderarmband aus rosa Plastik, in dem die Eltern Edelsteine schmuggelten. Der erste Anblick von Schnee in Québec, der Krach, den fremde Stimmen machen, auch wenn sie freundlich sind. Die Komik zahlloser Missverständ­nisse. Die Wiederbegegnung mit der alten Heimat, in die man als Fremde zurück­kehrt.

    Mit selbstverständlicher Meisterschaft hat Kim Thúy einen überraschenden, ganz und gar persönlichen Lebensroman einer Emigration geschrieben. In unvergesslichen, sinnlichen Bildern erzählt er von Flucht, Vertreibung und Neubeginn, von Schmerz und Lust der Erinnerung und dem täglichen Glück, sein Leben zu wagen.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Leserin war selbst bereits in Vietnam und findet die Schilderungen des Landes und der Kultur als eindrucksvoll. Die Beschreibungen, auch der heute sehr aktuellen Flüchtlingsproblematik empfindet sie als authentisch. Die Autorin schreibt in kurzen Kapiteln mosaikartig und schildert ihre Erinnerungen an die Flucht und das Ankommen im für sie fremden Kanada in einer bilderreichen poetischen Sprache. Das Erschließen ihrer neuen Heimat beschreibt sie anhand von Klängen, Gerüchen und Farben. Sehr lesenswert.

    Das Buch liegt auf einer karierten Decke.
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    Sybil Volks: Café Finito

    Ich selbst habe das Buch Café Finito vorgestellt. Folgt gerne diesem Link zur Rezension, um mehr darüber zu erfahren:

    Café Finito.

  • Buchvorstellung des Lesekreises – Teil 1

    Buchvorstellung des Lesekreises – Teil 1

    Heute möchte ich Euch ein paar Bücher vorstellen, die für den Lesekreis gelesen wurden. Zum letzten Lesekreis-Treffen hat jede der Damen ein Buch ihrer Wahl gelesen und dann wurde das jeweilige Buch den übrigen präsentiert.

    Das war ein wirklich schöner Abend voller vielfältiger und interessanter Lektüre und ich möchte Euch diese Bücher nicht vorenthalten. Vielleicht sucht Ihr ja noch nach einem literarischen Weihnachtsgeschenk. Ich denke, diese Bücher eignen sich sehr als Geschenkvorschläge.

    Da es insgesamt zehn Bücher waren, werde ich zwei Beiträge veröffentlichen, damit diese nicht so lang werden.

    Zwei Leben von Ewald Arenz
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    Ewald Arenz: Zwei Leben

    Klappentext:

    Ein Dorf, die Welt – und die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben
    1971 in einem Dorf in Süddeutschland. Nach einer Art Schneiderlehre in der Stadt kehrt die 20-jährige Roberta auf den Hof ihrer Eltern zurück. Sie ist das einzige Kind und wird irgendwann einmal die Bäuerin sein. Hier auf dem Land sind Vergangenheitsbewältigung, Kriegsdienstverweigerung, Feminismus, Popkultur und Miniröcke nichts, womit man sich beschäftigt. Hier zählen Arbeit, Gehorsam und moralisches Verhalten. Roberta träumt davon, eigene Kleider zu entwerfen, aber sie weiß genau, dass das Träume bleiben werden. Zugleich liebt sie ihren Hof und die körperliche Arbeit in der Natur, wo sie sich ganz und gar spürt. Und sie liebt Wilhelm, den Pfarrerssohn. Wilhelm ist nicht nur für Roberta der Grund, im Dorf zu bleiben. Auch seine Mutter Gertrud bleibt wegen ihres Sohnes. Im Gegensatz zu Roberta hasst sie das Landleben und wünscht sich nichts mehr, als weggehen zu können, hinaus in die Welt.
    Beide Frauen werden schwanger und müssen eine Entscheidung treffen. Doch ein tragisches Unglück gibt ihrer beider Leben eine komplett neue Richtung.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Sehr flüssiger Schreibstil mit wunderbaren Bildern. Die Geschichte fängt langsam an, nimmt aber dann an Fahrt auf und hat es schwer gemacht, das Buch wegzulegen.

    Madame Bovary von Gustave Flaubert
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    Gustave Flaubert: Madame Bovary

    Klappentext:

    Als Emma den Landarzt Charles Bovary heiratet, träumt sie von Liebe, Luxus und Leidenschaft, von einem Leben, wie sie es aus ihren Romanen kennt. Doch der Alltag in der Provinz ist ganz anders als erhofft. In ihrem Bestreben, ihre Sehnsüchte zu erfüllen, lässt sie sich verführen und setzt damit eine verheerende Spirale aus Betrug und Verzweiflung in Gang.
    Gustave Flaubert brachte sein Ehebruchroman eine Anklage wegen Verstoßes gegen die öffentliche Moral ein. Das Gericht sprach den Autor zwar frei, rügte aber insbesondere den schockierenden Realismus, der sich in der erotisch aufgeladenen und psychologisch scharfen Darstellung der Emma Bovary zeigte. – Mit einer kompakten Biographie des Autors.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Geschichte einer gelangweilten Arztgattin, die nach Leidenschaft und Erfüllung in ihrem Leben sucht, hat beeindruckt und durch seinen literarischen Realismus überzeugt,

    Daniel Glattauer: Die spürst Du nicht

    Die spürst du nicht von Daniel Glattauer
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    Klappentext:

    Zwei Ehepaare gönnen sich einen exklusiven Urlaub in der Toskana. Tochter Sophie Luise darf ihre Schulfreundin Aayana mitnehmen, ein Flüchtlingskind aus Somalia. Kaum hat man sich mit Prosecco und Antipasti in Ferienlaune gebracht, kommt es zur Katastrophe: Aayana ertrinkt im Swimming-Pool. Unweigerlich stellt sich die Schuldfrage, an der bald nicht nur die Freundschaft der Familien zu zerbrechen droht. Was ist ein Menschenleben wert? Und jedes gleich viel?

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Sehr gut lesbar, keine komplizierte Sprache. Sehr gelungene Darstellung komplizierter aktueller Themen und zwischenmenschlicher Emotionen und Reaktionen.

    Rónán Hession: Leonard und Paul

    Leonard und Paul von Rónán Hession
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    Klappentext:

    Leonard und Paul sind allerbeste Freunde. Während Leonard als Ghostwriter Kinderenzyklopädien verfasst, arbeitet Paul als Aushilfspostbote. Das Leben der beiden verläuft in ruhigen, wohlgeordneten Bahnen – bis jedem von ihnen etwas widerfährt, das eine ganze Reihe von Veränderungen in Gang setzt.
    Dieser hochgelobte Debütroman rückt jene Menschen in den Mittelpunkt der Erzählung, die im Alltag oftmals übersehen werden. Leonard und Paul beteiligen sich nicht am Lärmen der Welt, sondern zeichnen sich durch Eigenschaften aus, die immer seltener anzutreffen sind: Freundlichkeit, Sanftmut und Bescheidenheit. Eine hinreißend charmante Lektüre voller Humor, die nachdrücklich vor Augen führt, wie bereichernd es sein kann, sich auf den Nebenstraßen des Lebens zu bewegen.

    »Wenn Sie in diesem Jahr nur ein einziges Buch lesen, dann bitte dieses. Und wenn Sie fertig sind, dann gehen Sie in Ihre Buchhandlung und kaufen noch ein Exemplar für einen lieben Menschen. Denn jeder sollte einen Leonard oder einen Paul haben – und wenn nur in Buchform.« WDR 5 SCALA

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Kraft dieses Buches liegt in der sehr ruhigen, manchmal auch humorvollen Beschreibung dieser beiden besonderen Menschen, die geradlinig im Leben stehen.

    Susann Pasztor: Von hier aus weiter

    Von hier aus weiter von Susann Pásztor
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    Klappentext:

    Von zweiten und dritten Chancen im Leben

    Nach dreißig Jahren Ehe ist Marlene plötzlich Witwe​, doch statt zu trauern, ist sie vor allem wütend. Die Mitglieder ihrer ​angeheirateten Großfamilie wundern sich über ihr Verhalten, aber Marlene lässt niemanden an sich heran. Bis sie eine​s Tages einen unerwarteten Mitbewohner bekommt: Jack​ ist nicht nur ein begnadeter Koch, sondern stellt auch die richtigen Fragen.​ Und er ist nicht der Einzige, der Marlene noch mal so richtig aus dem Konzept bringt.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Geschichte hat sehr beeindruckt und nachdenklich gestimmt. Fazit: Auch wenn man nicht mehr leben wollte, das Leben geht weiter, und man kann sogar noch etwas sehr Schönes erleben und neue Menschen kennenlernen, die zu Freunden werden können.

    Link zur Leseliste des Lesekreises der letzten Jahre

  • Rezension: Der Penis-Fluch

    Rezension: Der Penis-Fluch

    Infos:

    • Untertitel: Männer sind arme Schweine – Es gibt keine Hoffnung, aber wir dürfen sie nicht aufgeben
    • Verlag: Penguin
    • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften – Psychologie
    • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
    • Format: Softcover, 288 Seiten
    • Ersterscheinung: 13.08.2025
    • ISBN: 9783328107774

    Klappentext:

    Emotionen, Depressionen, gesellschaftliche Erwartungen: Kult-Comedian Schlecky Silberstein über
    die Fallstricke eines erschütterten Rollenbildes und die große Bürde, ein Mann zu sein

    »Mein Name ist Schlecky Silberstein und ich leide an der sexuell übertragbaren Krankheit Mann. Wohnhaft im Prenzlauer Berg, versuche ich das richtige Leben im falschen zu führen, aber es ist hart: Die Identitätssuche des verzweifelt modernen Mannes gleicht der Quadratur des Kreises; wie auch immer ich mich zu meinem Geschlecht positioniere, ich mache es falsch. Mannsein ist ein Fluch, der uns als Hauptgewinn verkauft wird – so wie jede gekonnte Verarsche …«

    Schlecky Silberstein seziert sein eigenes Geschlecht schonungslos und ohne Rücksicht auf Verluste. Denn was viele nicht ahnen: Männer sind noch viel schlimmer als ihr ohnehin schon ramponierter Ruf. Schlimm bedeutet dabei: dumm, kriminell, suchtanfällig, manipulativ und selbstzerstörerisch. Was immer der orthodoxe Feminismus Männern vorwirft, es ist nur die Spitze des Eisbergs. Und so absurd es klingt: Männer sind selbst die größten Leidtragenden des Patriarchats!

    Ehrlich und ungeschönt berichtet der Comedian aus seinem Leben als Mann. Von dem unmöglichen Unterfangen, eigenen Ansprüchen und gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden. Von Selbstzweifeln, Depressionen und dem Ringen um seine Identität. Sein Fazit: Hilfsprogramme für Männer sind dringend notwendig …

    Ein Bild von großen Plüschpenis-Figuren, die in einem Jahrmarktsautomaten stehen. 
Das Buch wurde im Vordergrund eingefügt.
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    Meine Meinung:

    Wer glaubt, hier ein Buch voller Witze zu lesen, irrt sich.

    Schlecky Silberstein erzählt mit Humor, Selbsterkenntnis und vielen biologischen und evolutionär erklärbaren Tatsachen und Studienergebnissen unterlegt, warum Männer sind wie sie sind.
    Hier zieht er oft eigene Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend als Beispiele heran, aber kann vieles auch wissenschaftlich untermauern.

    Manche Formulierung hat mich zwar auch irritiert, manchmal musste ich aber auch schmunzeln.
    Nach der Lektüre dieses Buches, verstehe ich ein kleines bisschen besser, warum wir in einem Patriarchat leben.
    Der Autor schreibt nicht langweilig und verpackt wissenschaftliche Fakten kurzweilig und lesenswert. Oft sind seine Beobachtungen und Thesen treffend und legen einen Finger in zweifellos tiefe Wunden der Männlichkeit.

    Der Satiriker und Autor hat viel recherchiert zu diesem Buch. Und als Vater zweier Söhne wünscht er sich, dass die Menschheit es schafft, sich von den gewalttätigen und diskriminierenden Seiten des Mannseins zu befreien, damit alle Menschen ein besseres Leben führen können.

    Ich kann das Buch jederman(n) als Lektüre empfehlen. Ich finde das Buch lesenswert und horizonterweiternd.

    Weitere interessante Bücher:

  • Rezension: Ein Mann namens Loprete

    Rezension: Ein Mann namens Loprete

    Infos:

    • Autorin: Mariana Travacio
    • Verlag: Pendragon
    • Übersetzung: Kirsten Brandt
    • Originaltitel: COMO SI EXISTIESE EL PERDÓN
    • ISBN: 978-3-86532-910-3
    • Preis: € 22,00
    • Format: Hardcover
    • Seiten: 128
    • Erscheinungsdatum: 03.09.2025

    Klappentext:

    »Ich suche Pepa.« Mit diesen Worten betritt ein Mann namens Loprete die Bar von El Tano in der staubigen Einöde Argentiniens. Fünf Gläser Gin später liegt der Fremde tot am Boden – erstochen im Eifer des Gefechts. Hastig wird er verscharrt. Der junge Manoel hofft, die Sache sei damit erledigt, doch kurz darauf tauchen Lopretes Brüder auf, die Gewalt eskaliert erneut und einer der Dorfbewohner wird getötet. Als Manoel wenig später von El Tano erfährt, dass es ein Loprete war, der seine Eltern ermordet hat, verfällt auch er der Spirale der Rache. Und so macht sich eine Gruppe von zehn Männern auf, um Vergeltung zu üben.

    In ihrem Roman erzählt Mariana Travacio von Rache, Gerechtigkeit und Erlösung und erschafft dabei eine bildgewaltige Fabel voller Symbolik.

    »Ein Mann names Loprete ist ein klug durchkomponierter, vielschichtiger Text, der die Imagination seiner Leser als aktive Kraft mit einbezieht.« Jochen König

    Das Buch liegt auf Rindenmulch vor einem Stück toten Baumstamm, daneben liegt ein leeres Glas und ein Aschenbecher.
    Link zum Buch

    Meine Meinung

    Das Buch wurde mir vom Verlag freundlicherweise vorab als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wird davon nicht beeinflusst.

    Erzählt wird die Geschichte von Manoel, einem jungen Mann, der nach dem Tod seiner Eltern bei seiner Großmutter in einem Dorf aufwächst. Dabei berichtet er vom Tod eines Fremden, der auf der Suche nach einer Pepa ins Dorf kommt und plötzlich den Gastwirt El Tano mit einem Messer angreift. Einige Zeit später kommen die Brüder des Getöteten auf der Suche nach ihm in dieses Dorf, woraufhin Manoel und der Wirt El Tano aus dem Dorf fliehen, da sie die Rache der Brüder fürchten.

    Später sammeln Manoel und El Tano einige Männer um sich, um auf einen Rachefeldzug zum Gut der Brüder aufzubrechen. Nach und nach wird Manoels Vergangenheit aufgedeckt und wie es zum Tod seiner Eltern kam.

    Es kommt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die durch Beschreibungen des Wetters gespiegelt werden.

    Ich kann meine Meinung gar nicht richtig in Worte fassen. Die Geschichte wirkt auf jeden Fall nach, hat sie doch einen besonderen Sog auf mich ausgeübt.

    Die Erzählung ist atmosphärisch und bildhaft. Ihre Stärke liegt in den knappen Sätzen und verdichteten Beschreibungen, die viel Raum für die eigene Fantasie lassen. Teilweise fühlte ich mich an alte italienische Western erinnert. Das Fehlen moderner Technik lässt vermuten, dass das Buch zu einer solchen Zeit spielen könnte.

    Fazit:

    Mariana Travacio schafft es, die Rauheit der Landschaft und die Einfachheit der Menschen vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen. Ihr gelingt es, mich mit wenigen präzisen Sätzen zu berühren. Einen wirklichen Zugang finde ich zu den Protagonisten jedoch nicht.

    Ich kann dieses kleine Buch dennoch empfehlen.

    Das Buch liegt auf Rindenmulch vor einem Stück toten Baumstamm, daneben liegt ein leeres Glas und ein Aschenbecher.
Loprete Argentinien Mann

    Weitere Bücher aus dem Pendragon Verlag:

  • Rezension: Inspector Pescadores und der Tote im Pool

    Rezension: Inspector Pescadores und der Tote im Pool

    Infos:

    • Autor: Daniel Verano
    • Band 1 der Reihe: Der Gran-Canaria-Mordclub ermittelt
    • Verlag: beTHRILLED
    • Format: E-Book
    • ISBN: 978-3-751-77647-9
    • Erscheinung: 01.07.2025

    Klappentext:

    Der perfekte Krimi für den nächsten Urlaub

    Kriminalhauptkommissar Markus Fischer hat die Nase voll: geschieden, ausgebrannt und einfach durch mit dem Job. Doch dann meint es das Schicksal gut mit ihm – und beschert ihm auf Gran Canaria einen millionenschweren Lottogewinn! Fischer kündigt und will fortan in einer idyllischen Bungalowanlage dem süßen Nichtstun frönen.

    Doch die Entspannung findet ein jähes Ende, als eines Morgens ein Toter mit einem mysteriösen Metallstück in der Brust im Pool treibt. Während die Polizei den Fall schnell zu den Akten legen will, zweifeln Fischer und seine neuen Freunde an der einfachen Erklärung – und nehmen die Ermittlungen selbst in die Hand. Ihre Nachforschungen führen sie zu zwielichtigen Geschäften und dunklen Inselgeheimnissen …

    Die Abenteuer des Gran-Canaria-Mordclubs sind perfekt für Krimifans, die humorvolle Unterhaltung und spannende Ermittlungen in Urlaubsatmosphäre lieben.

    eBooks von beTHRILLED – mörderisch gute Unterhaltung!

    Das Cover des Buches besteht aus einer bunten Zeichnung eines Pools mit Liegestühlen, einem Sonnenschirm und der Sonne am Horizont. Die Hauptfarben sind Blautöne.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich hatte gerade an einer Leserunde in der Lesejury teilgenommen, als ich sah, dass es eine neue Leserunde gibt, zu der man sich anmelden kann. Und da mir das Cover so ins Auge fiel und auch der Klappentext meine Neugier wecken konnte, bewarb ich mich für ein Exemplar des E-Books.

    Und ich muss sagen, mir hat die Leserunde sehr gefallen. Besonders positiv hervorheben möchte ich den Austausch der Lesenden und vor allem, dass der Autor auch mit von der Partie war. Es war „nur“ eine Schnellleserunde innerhalb einer Woche, aber es war dennoch ein ergiebiger Austausch über Gran Canaria, die spanische Küche und besonders über den Krimi.

    Über das Buch

    Der hat mir von der ersten Seite an gefallen. Der Protagonist erzählt die Geschehnisse aus seiner persönlichen Sicht, was in meinen Augen absolut richtig ist. So weiß man als Lesende nie mehr als der Ich-Erzähler über die Ermittlungen, was die Spannung entsprechend halten kann.

    Die Liebe des Autors zur Insel spürt man in jedem Satz. Ich selbst war noch nicht auf Gran Canaria, konnte mir aber anhand der bildhaften Beschreibungen alles gut vorstellen.

    Als Kritikpunkt kann man vielleicht erwähnen, dass der einheimischen Küche viel Platz eingeräumt wird, was einfach nur gemein ist, wenn man selbst gerade vor einer Schale Müsli sitzt und das nächste spanische Restaurant 10 km entfernt ist.

    Ansonsten ist das Zusammenspiel der Protagonist*innen sehr harmonisch und humorvoll, man lernt einige spanische Sätze kennen und kann fleißig bei den Ermittlungen mit rätseln.

    Der Mordfall wird zum Ende des Buches aufgelöst und lässt keine Fragen offen. Die vier Freunde, der sogenannte Mordclub, lassen aber noch einige (private) Fragen unbeantwortet, auch untereinander, so dass die Fortsetzung sicherlich noch einiges an spannenden Wendungen und Enthüllungen bereit halten wird. So ist vor allem rätselhaft, was Marianne vor ihrer Auswanderung nach Gran Canaria beruflich gemacht hat. Aber auch Ex-Kommissar Markus Fischer hat seinen Freunden bisher nichts aus seiner beruflichen Vergangenheit offenbart.

    Und so hoffe ich, dass die Fortsetzung nicht zu lange auf sich warten lässt. Angekündigt ist die Veröffentlichung für April 2026. Cover und Titel werden bereits am Ende des ersten Bandes bekannt gegeben.

    Fazit

    Wer gerne Cosy Crime mit Urlaubsfeeling liest, ist bei Inspector Pescadores auf Gran Canaria bestens aufgehoben.

    Die 532 E-Book-Seiten lesen sich leicht und sorgen für kurzweilige Lesestunden.

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