Als ihre Schäferin Rebecca urplötzlich die Europareise abbricht und die Herde rund um Miss Maple zurück in irische Gefilde führt, sind die Schafe zunächst optimistisch wie Frühlingslämmer. Denn wo könnte es schöner sein als auf der Heimatweide?
Auch der jüngste Zuwachs ist gespannt – Madouc, offiziell Ziege, inoffiziell »Schaf auf Probe«, hofft auf viele neue Einblicke in die geheimnisvolle Welt der Schafe. Kaum dort angekommen, ist das Bedauern jedoch groß: Die geliebte Weide ist gar nicht mehr so schön, wie sie es in der Erinnerung war, und obendrein haben drei fremde Schafe mit seltsamen Namen alle Lieblingskräuter weggeknabbert. Als wäre das nicht schon genug, ist Rebecca plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Zurückgeblieben ist nur ein einzelner Finger (kein guter Anfang) und ein geheimnisvoller Brief, aus dem sich die Schafe mangels Vorlesemenschen keinen Reim machen können. Die Herde befürchtet das Schlimmste. Es ist völlig klar: Sie müssen ihre verschollene Hirtin retten. Unversehens finden sie sich in einem Familiendrama wieder, und einmal mehr zeigt sich: Alles ist zu meistern – man braucht nur genügend Wollensstärke!
Warmherzig, klug und voller Witz führt Leonie Swann in ›Widdersehen‹ zurück ins vertraute Glennkill, wo nichts so ist, wie es zunächst erscheint.
Ich war dieses Jahr bei der Leipziger Buchmesse wieder bei der Vorstellung der Herbst-Neuheiten des DuMont Buchverlages. Neben vielen weiteren tollen Titeln wurde auch der Trailer zum neuen Kinofilm Glennkill gezeigt und das dritte Buch der Reihe Widdersehen vorgestellt. Dies rief große Begeisterung hervor. Auch die Tatsache, dass Band 1 und 2 fortan als Taschenbuch im DuMont Verlag veröffentlicht werden, wurde begeistert aufgenommen.
Den Film will ich auf jeden Fall im Kino sehen. Es spielen ein paar meiner Lieblingsschauspieler*innen mit!
Ich fragte anschließend beim Verlag nach, ob ich das Buch auch ohne Kenntnisse der beiden Vorgängerbände lesen kann, und fragte es als Rezensionsexemplar an. Ich habe mich sehr gefreut, als das Buch dann geliefert wurde. Es ist einfach wunderschön! Zusätzlich zu den unterschiedlichen Illustrationen gibt es auch ein Daumenkino rechts unten auf den Seiten, bei dem ein Schaf einen Strohhut aufhebt und damit losgeht. Einfach wollig!
Meine Meinung:
Der Krimi führt die Schafe übers Meer, über alle Berge und sogar bis ins Paradies, in dem es den Schafen allerdings gar nicht gefällt. Sie machen erstaunliche Entdeckungen und einige von ihnen werden sogar zu Heldenschafen. Sie begegnen alten Bekannten, deren Verbindung zu den Vorgängerbänden passend in der laufenden Handlung erläutert werden.
Besonders hervorheben kann man wohl den Wortwitz. So entsteht eine schafstypische Sprache, in der zum Beispiel Worte wie Wollidarität den Zusammenhalt der Herde beschreiben. Und Madouc als Schaf in Ausbildung kennt viele Geschichten und weise Sprüche wie:
„Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen, denn andere Wasser strömen nach.“
Heraklit
Ich kann nur sagen, dass ich diesen Schafskrimi sehr gerne gelesen habe! Die Autorin zaubert mit viel Witz und klugen Beobachtungen einen spannenden und humorvollen Krimi, bei dem natürlich die Schafe die Hauptrolle spielen. Aber auch einige Menschen spielen natürlich eine wichtige Rolle, ohne die die Schafe sicher nicht ihre Weide verlassen oder den blutigen Fall lösen würden.
Gesellschaftskritische Themen werden aus Schafsicht und in pragmatischer Art gelöst. Angst vor den Fremden auf deiner Weide? Kein Problem, stell dich ihnen vor, erfahre ihre Namen und schon brauchst du keine Angst mehr haben, da es ja keine Fremden mehr sind. Ach, wenn wir Menschen uns daran ein Beispiel nehmen würden, wäre die Welt ein schönerer Ort.
Fazit:
Absolut empfehlenswert. Ein fesselnder und atmosphärischer Roman mit überraschenden Wendungen und viel Herz. Meine Mutter lauert schon darauf, das Buch als nächste zu lesen.
Wie ich zu K-Pop kam und dann Yay!There entdeckte und was das überhaupt mit Zeichnen zu tun hat.
Infos:
Autorin: S. Rayker aka Sonja Rüther
Cover: Anke Koopmann, Designomicon
Lektorat: Yasmin Dreyer
Klappentext zu Band 1:
Trauer, Mobbing, eine mega erfolgreiche K-Pop-Band und ein Vater, den Jay kaum kennt – was kann da schon schief gehen?
Für Lesebegeisterte ab 14 Jahre. Explizite Leseempfehlung für Erwachsene!
Nicht nur, dass der 16-jährige Jay um seine Mutter trauert, nach einem Vorfall im Internat wird er ohne weitere Diskussion rausgeworfen und nun hat sein Vater ihn an der Backe. Ein Mann, den Jay kaum kennt, weil er beruflich für die Sicherheit anderer zuständig ist und sich andauernd auf Reisen befindet – aktuell mit der K-Pop-Gruppe Yay!There, die auf ihrer Welttournee jeden Schutz gebrauchen kann. Jay hat keine Ahnung von K-Pop und die sechs Jungs dieser Band sind ihm auch herzlich egal. Sein Plan ist es, bis Paris durchzuhalten, dann abzutauchen und ein ganz neues Leben zu beginnen, weit weg vom Mobbing und den aktuellen Entwicklungen in den USA. Dafür muss er nur die Füße stillhalten. Leider hat er diese Rechnung ohne Yi-jun gemacht. Der Superstar nervt ihn mit seiner penetranten Art, doch schon bald begreift Jay, dass weit aus mehr dahintersteckt.
Den Klappentext zu Band 2, Yay!There – Comeback, werde ich hier nicht einfügen, damit alle, die die Bücher spoilerfrei lesen möchten, nicht gespoilert werden. Wer es doch wissen möchte, findet den 2. Band auf der unter dem Bild verlinkten Shopseite.
Wie ich zu Yay!There kam:
Yay!There behandelt Themen wie Mobbing, Trauer und Gewalt in ihren verschiedenen Formen. Außerdem spielt die Geschichte in der vielfältigen K-Pop-Welt. Wer bisher noch gar keine Berührung damit hatte, kann sich die Faszination vielleicht nicht vorstellen, die davon ausgeht.
Ich hatte bis vor etwa einem halben Jahr nur wenig Berührungspunkte mit K-Pop. Manchmal habe ich mir Musikvideos angesehen, die meine Schwester mir geschickt hat. So habe ich vor etwa 2 Jahren auch ein Video der Band Stray Kids gesehen. Chk Chk Boom wurde unter der Mitwirkung von Hugh Jackman als Wolverine und Ryan Reynolds als Deadpool gedreht. Als Marvel-Fan habe ich das Video sehr gefeiert, aber mich nicht weiter mit der Band beschäftigt.
Jedenfalls habe ich vor einem halben Jahr einen Ausgleich zu meinem stressigen Alltag gebraucht und bin viel auf YouTube unterwegs gewesen, wo ich ein Video entdeckte, in dem die Bandmitglieder von Stray Kids vor Mikrofonen stehen und verschiedene ihrer (übrigens selbst geschriebenen und produzierten!) Lieder singen. Und ich sendete den Link meiner Schwester, weil ich ein paar Fragen hatte.. Sie war froh, jemanden zum Austauschen zu haben und fütterte mich mit weiteren Videos und Infos zur Band. Und das war es dann mit mir.. Ich fiel in das sogenannte rabbit hole und fühle mich darin seitdem ziemlich wohl.. 🙂
„Du findest Stray Kids nicht. Stray Kids finden dich.“
Was bedeutet das?
Es bedeutet einfach, dass jede*r seine eigene Geschichte hat, wie sie / er zum Stay wurde. Stay ist der Name, den Stray Kids ihren Fans gaben. Wenn mensch eine stressige oder harte Zeit hat, dann ist die Chance groß, dass einem ein Lied der Band begegnet und so der Weg nach Stayville geebnet wird. So ging es mir definitiv auch und ich entwickelte eine gewisse Obsession.
Und weil ich meine Obsessionen nicht im Griff habe, kam es dazu, dass ich bei Instagram über die Beiträge von Sonja Rüther stieß, in der sie von ihrem Buch erzählte. Und weil Band 1 von Stray Kids inspiriert wurde, und ich hoffnungslos verloren war, habe ich nicht nur mir Band 1 und 2 bestellt, sondern auch direkt Band 1 für meine kleine Schwester. (In Korea zahlen die Älteren für die Jüngeren; wusstet ihr das?)
Anfang März kam das Paket an. (Ich hatte so bestellt, dass die Bücher zum Erscheinungstermin von Band 2 ankommen.)
Mein Plan war eigentlich, meiner Schwester das Buch zum Geburtstag im Mai zu schenken. Entsprechend ließ ich sie signieren. Nun ja.. Pläne..
Ich habe Band 1 direkt an einem Tag durchgelesen. Es war ein Freitag und ich fuhr mit meinem Männe nach Hameln, Freunde treffen und das Wochenende auf dem Mittelaltermarkt verbringen. Freitag Vormittag hatte ich in der Pause im Büro angefangen und das Buch dann in jeder freien Minute in der Hand. Ich muss nicht erwähnen, dass ich die halbe Nacht im Hotelzimmer gelesen habe, während der Mann neben mir selig schlummerte.
Als ich Band 1 durch hatte, hätte ich am liebsten direkt Band 2 angefangen, aber ich wollte nicht die ganze Nacht lesen.. ich brauchte auch Schlaf. Mir brannten die Augen und ich war sehr müde. Also war ich sehr tapfer und legte mich schlafen.. Und ich beschloss, dass ich das Buch für meine Schwester nicht bis Mai bei mir liegen lassen konnte. Ich brauchte jemanden zum Austauschen!
Meine Meinung zu Band 1:
Band 1 dreht sich komplett um Jay, seine Erlebnisse, Gedanken und Gefühle. Gerade vom Internat geflogen, sein Leben lang ständigem Mobbing ausgesetzt und nicht mehr mit dem Rückhalt seiner kürzlich verstorbenen Mutter, holt sein Vater ihn ab und nimmt ihn mit auf die Tournee der K-Pop-Band Yay!There.
Jay fühlt sich einfach nirgends dazu gehörig, vertraut niemandem, versteht sich mit seinem Vater nicht und will möglichst nur seine Comics zeichnen. Essen schmeckt nur nach Asche und in seinem Inneren steht nur noch eine Ruine, in der sein imaginärer Freund Yuuto auch nicht immer seiner Meinung ist. Die Außenwelt ist für Jay absolut überfordernd. Neue Eindrücke, ungewohnte Umgebungen und die Begegnungen mit den unterschiedlichsten Charakteren fordern viel Kraft. Dazu kommen Gefahren, die Jay so bis dahin noch nicht kannte und ihn als Begleitung einer berühmten Band auch noch ins unerwünschte Rampenlicht ziehen.
Die Autorin erschafft dabei eine vielschichtige Welt und beschreibt die Gefühle absolut nachvollziehbar und berührend, so dass ich ständig zwischen Lachen, Wut und Tränen schwankte. Besonders Jays Innenleben hat mir gefallen. Der Schreibstil hat mich gefesselt und mit den emotionalen und ausdrucksvollen Beschreibungen mein Kopfkino angefacht.
Die Themen sind außerdem respektvoll und empowernd in die Story eingebaut. Jede*r mit irgendeiner Art von Mobbingerfahrung kann das sicherlich bestätigen. Ich möchte das Buch deshalb auch abseits der K-Pop-Thematik empfehlen, die in Band 1 eher am Rande stattfindet. Wie erwähnt, geht es hierin hauptsächlich um Jays Erfahrungen und Erlebnisse. Aber auch die politische Lage und die gesellschaftlichen Fragen rund um Mobbing, Anderssein, Queerness und Zusammenhalt finden hier einen stimmigen Platz.
Ich kann aber nicht nur das Buch empfehlen!
Ein Wort zum Hörbuch:
Zu Band 1 gibt es bereits ein Hörbuch, das Konrad Bösherz einfach großartig eingelesen hat. Das habe ich gerade mit meinem Männe gehört und er ist davon genauso begeistert wie ich. Na gut.. vielleicht nicht ganz so begeistert, da er meine K-Pop-Obsession nicht wirklich nachvollziehen kann.
Aber wenn man beim Hören hin und wieder den Mittelfinger ausstreckt, weil ein bestimmter Protagonist mal wieder etwas gesagt oder gemacht hat, dann ist man wohl doch nicht so unberührt.
Das Hörbuch kann ich sowieso total empfehlen! Konrad Bösherz liest in unterschiedlichen Tonlagen, immer an die allgemeine Stimmung angepasst und transportiert die Gefühle und Gedanken von Jay richtig gut. Auch hier landete ich im Strudel der Gefühle, die ich schon beim Lesen hatte.
Nachdem ich Band 1 beendet hatte, war ich froh, dass ich Band 2 schon mit nach Hameln genommen hatte. Normalerweise lese ich an solchen Wochenenden, an denen wir unterwegs sind, nicht so viel. Aber nachdem ich Band 1 am Freitag durch hatte, habe ich Band 2 am Samstag und Sonntag in jeder freien Minute komplett gelesen.
Danach hätte ich am Liebsten sofort nochmal von vorne angefangen, aber erst hatte ich andere Bücher auf der Warteliste.. Aber ich habe tatsächlich beide Bücher zweimal im März gelesen. Beim zweiten Lesen habe ich mir mehr Zeit gelassen und bin nicht so schnell durch die Seiten gerast, um das ganze mehr zu genießen.
Band 2 mag ich sogar noch etwas lieber als Band 1. In diesem Buch kommt nicht nur Jay zu Wort. Auch die Bandmitglieder Suho und Blake bekommen einen großen Anteil.
Diesmal ist der K-Pop-Alltag präsenter und beleuchtet das Miteinander der Bandmitglieder untereinander, mit ihren Fans und Feinden und die Beziehungen zum Sicherheitsteam und dem Label hinter der Band. Hier wird der kritikwürdige Umgang mit den jungen Idols in der K-Pop-Industrie angesprochen, das problematische Verhalten mancher Fans und einiges mehr.
Auch die Freundschaft zwischen Jay und den Bandmitgliedern finde ich sehr schön beschrieben. Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt ist hier ein großes Thema. Die liebevolle Art, mit der Jay und Yi-Jun generell miteinander umgehen, ist einfach wunderschön zu lesen.
Band 2 ist keine Wiederholung oder Abwandlung von Band 1, wie man es ja oft bei Reihen hat. Die Geschichte wird stimmig und spannend weiter erzählt.
Was meine Schwester von den Büchern hält?
Berechtigte Frage. Meine Schwester ist keine große Leseratte, aber wenn ihr ein Buch gefällt, dann liest sie es auch. Und Band 1 hat ihr sehr gefallen, also habe ich ihr Band 2 auch bestellt. Und Sonja war so lieb, es mir zur Leipziger Buchmesse mitzubringen, aber von der Begegnung berichte ich Euch ein anderes Mal. Auch Band 2 mag meine Schwester und sie will Band 3 bestimmt genauso gerne lesen wie ich.
Und was hat das alles jetzt eigentlich mit dem Zeichnen zu tun?
Beim Lesen habe ich immer Bilder im Kopf. Je besser ein Buch geschrieben ist, desto lebendiger mein Kinofilm.
Und beim Lesen von Yay!There bekam ich das Bedürfnis, die Protagonist*innen aus meiner Vorstellung auf Papier zu bannen. Meine Zeichenkünste sind nicht die besten, vor allem dann nicht, wenn ich keine Vorlage habe, von der ich abzeichnen kann. Und bei Figuren aus einem Buch hat man normalerweise nur Beschreibungen des Aussehens. In Yay!There hat Sonja selbst Zeichnungen einiger Charaktere angefertigt und an verschiedenen Stellen im Buch eingefügt. Daran und an den Beschreibungen konnte ich mich orientieren. Wobei sie nicht jedes Detail beschreibt, damit man als Lesende sich selbst ein Bild von den Figuren machen kann. (Ich hoffe, ich habe sie mit meinen Fragen bei Instagram nicht zu sehr genervt..)
Jedenfalls habe ich mir ein Notizbuch aus meiner Sammlung schöner, aber ungenutzt herum liegender Notizbücher genommen und es zum Skizzenbuch erklärt. Hierin habe ich mittlerweile ein paar Zeichnungen angefertigt. Es sollen noch mehr werden. Für Yuuto habe ich bereits eine Idee, die ich nur noch umsetzen muss, sobald ich mal dazu komme. Ich zeige sie dann sicherlich in meiner Rezension zu Band 3, wenn ich sie schreibe.. Ja, ihr habt richtig gelesen, Band 3 wird auch bald erscheinen und ich freue mich riesig darauf! Sonja hat schon ein paar Hinweise gegeben, worum es darin gehen wird und ich zittere jetzt schon. Für Jay und Yay!There wird das sicherlich kein Zuckerschlecken..!
Zur Belohnung, dass ihr es bis hier unten geschafft habt, zeige ich Euch jetzt noch ein paar der Zeichnungen, mit denen ich einigermaßen zufrieden bin.
Selfcare Wear!
Wenn Ihr jemanden kennt, der etwas emotionalen Support oder einen Boost fürs Selbstbewusstsein braucht, schaut euch unbedingt Sonjas selbstentworfene Selfcare Wear an!
Ich habe bereits 2 T-Shirts und einen Hoodie bestellt und trage sie ständig. Was das mit Yay!There zu tun hat? In Band 1 entwirft Yi-Jun einen Hoodie für Jay mit einem Spruch, den Jay nur lesen kann, wenn er vor einem Spiegel steht und der ihn daran erinnern soll, dass er ein besonderer Mensch ist.
Ich fand die Idee so klasse, dass ich beim Lesen dachte, sowas würde ich sofort kaufen und selbst tragen. Stellte sich am Ende raus. Das gibt es! Schaut:
Ein verschwundener Sarg, ein dunkles Ritual – und ein Dackel mit Spürsinn
Was als entspannter Sonntagsspaziergang begann, endet für Lokalreporter Frederik Loebell und seinen treuen Zwergdackel Wilhelm mit einem mysteriösen Fund: In der Familiengruft der Kallbachs liegt eine ermordete junge Frau in schwarzer Ritualkleidung. Und damit nicht genug: Der Sarg, der dort eigentlich ruhen sollte, taucht zeitgleich in einem anderen Mausoleum auf …
Was verbindet die beiden Toten miteinander? Und was weiß der bleiche Riese mit dem schwarzen Mantel, der Loebell beinahe über den Haufen rennt?
Zwischen nebligen Friedhöfen, nächtlichen Zeremonien und exzentrischen Verdächtigen taucht das Potsdamer Ermittlerteam in einen Fall ein, der so düster ist wie der Brandenburger Herbst – und dabei so schrullig wie immer.
Wunderbar schräg und charmant makaber – der sechste Cosy-Krimi aus der Provinz-Reihe »Morden ohne Sorgen« mit Reporter Frederik Loebell und Dackel Wilhelm.
beTHRILLED – mörderisch gute Unterhaltung.
Meine Meinung:
Auch diesmal durfte ich das Buch als Rezensionsexemplar lesen. Für mich mit der bisher beste Teil der Reihe. Die Entwicklung der Charaktere ist spürbar und die Dynamik zwischen ihnen macht sie sehr nahbar.
In Band 6 geht es etwas düsterer zu. Das passt prima zur Jahreszeit im November. Die teilweise leicht morbide Stimmung wird durch den mittlerweile gut bekannten Humor des Autors allerdings auch aufgelockert. Der Fall ist diesmal ganz schön verzwickt und ich hatte zwar eine Ahnung, wer als Täter (oder Täterin?) in Frage kommen könnte, aber lag doch am Ende (wieder) daneben. Allerdings macht es mir jedes mal viel Spaß mit zu rätseln.
Es lohnt sich, aufmerksam zu lesen und auch auf die kleinen Dinge und leisen Momente zu achten. Zusammen mit den skurrilen Erlebnissen, humorvollen Dialogen und der bildhaften und fesselnden Schreibweise ist dieser Roman wieder ein bunter Strauß unterhaltsamer Cosy Crime.
Mir hat so vieles an diesem Band der Reihe gefallen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Aber superwitzig fand ich unter anderem die Geschichte mit der Notizen-App, die Loebell hier erstmals nutzt, um alle Spuren und Hinweise festzuhalten.
Und der Star der Reihe ist natürlich auch wieder mit von der Partie. Ohne Zwergdackel Wilhelm (seit wann nennt Loebell ihn eigentlich Willi?!) wären die Geschichten nur halb so gut.
Wie schon bei den Vorgängern, wird am Ende wieder das Thema der Fortsetzung angeteasert, was die Vorfreude und die Spannung steigert.
Es wäre auch möglich, die Bände einzeln und ohne Vorkenntnis zu lesen, aber dann verpasst man möglicherweise zu viel Hintergrundwissen und einige der Pointen zünden dann wahrscheinlich auch nicht richtig.
Fazit:
Temporeich, fesselnd und humorvoll. Wieder eine große Lese-Empfehlung von mir!
Heute stelle ich euch die restlichen Bücher vor, die wir beim letzten Lesekreis-Treffen im November besprochen haben. Ich glaube, es war kein Buch dabei, das ich nicht lesen würde. Durchweg waren die Eindrücke positiv und beeindruckt.
Falls Ihr noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, werdet Ihr hier sicher fündig.
Geschichten über Abschiede, die bedrücken, und Abschiede, die befreien, über das Gelingen und Scheitern der Liebe, über Vertrauen und Verrat, über bedrohliche und bewältigte Erinnerungen und darüber, dass im falschen Leben oft das richtige liegen kann und im richtigen das falsche. Geschichten von Menschen in verschiedenen Lebensphasen, ihren Ängsten, Verstrickungen und Hoffnungen. »Liebe und mache, was du willst« ist vielleicht kein Rezept für ein gutes Ende, aber eine Antwort, wenn andere Antworten versagen.
Mehr zum Inhalt
Ein Mann verrät den Freund, den er nicht verlieren will. Einen anderen wirft eine Kränkung aus der Bahn und lässt ihn zerstören, was er liebt. Eine späte Begegnung mit der Jugendliebe – kann sich jetzt noch erfüllen, was damals versagt blieb? Eine Frau ringt damit, dem geschiedenen, todgeweihten Mann zu vergeben.
Eine Nacht, in der an ein Tabu gerührt wird – kann es danach weitergehen, als sei nichts geschehen? Ein Junge verbringt mit seiner Mutter einen Sommer am Meer, entdeckt sie, wie er sie nicht kannte, und entdeckt sich selbst.
Jemand hat selbstbestimmt Abschied vom Leben genommen – was macht das mit den Hinterbliebenen, wie werden sie damit fertig? Als seine Erinnerungen seine Gegenwart überwältigen, muss ein Mann seinen Frieden mit der Vergangenheit machen. Sie sind miteinander glücklich, er einundsiebzig, sie dreiunddreißig – was hat es mit seinem plötzlichen Gefühl auf sich, er dringe mit seiner Altersliebe in ihr junges Leben ein? Geschichten, die überraschen, verstören und beglücken.
Meinung aus dem Lesekreis:
Ganz verschiedene Abschiede auf unterschiedliche Weise erzählt: traurig, wütend, schuldbewusst heiter, gelassen. Für den Abschiednehmenden jedoch nicht das Ende. Die Leserin haben die Erzählungen immer wieder in ihren Bann gezogen.
Robert Lewis Stevenson: Reise mit einer Eselin durch die Cevennen
Als junger Mann bricht Robert Louis Stevenson auf zu einer eigenwilligen Reise: Gemeinsam mit der Eselin Modestine durchwandert er die französischen Cevennen. Ausgerüstet mit einem eigens entworfenen Schlafsack, einem Revolver gegen Wölfe und Räuber, Weißbrot für sich und Schwarzbrot für den Esel, sucht Stevenson die Einsamkeit. Und entdeckt als Erstes, dass Modestine ihren eigenen Willen hat. Während sich die ungleichen Wandergesellen langsam anfreunden, erkundet Stevenson die Geheimnisse der Landschaft und ihrer Bewohner. Denn eines weiß er sicher: Reisen muss man um des Reisens willen.Stevensons geistreicher wie humorvoller Reisebericht gilt als Meisterwerk der frühen Reiseliteratur und wurde vom Guardian unter die hundert besten Sachbücher aller Zeiten gewählt.
Meinung aus dem Lesekreis:
Entdeckung eines Klassikers, der begeistert hat. Zeitlos und amüsant zu lesen.
Markus Thielemann: Von Norden rollt ein Donner
Klappentext:
Der Wolf ist zurück in der Lüneburger Heide. Und während Jannes – wie schon sein Vater und sein Großvater – täglich seine Schafe über die Heideflächen treibt, kochen die Emotionen im Dorf hoch. Kann Heimatschutz Gewalt rechtfertigen? Wo es vordergründig um Wolfspolitik geht, stößt er bald auf Hass, völkische Ideologie – und auf ein tiefes Schweigen. „Von Norden rollt ein Donner“ ist eine Spurensuche in der westdeutschen Provinz, die Geschichte eines brüchigen „urdeutschen“ Idylls.
Täglich treiben der 19-jährige Jannes und seine Familie die Schafe über die Flächen der Lüneburger Heide. Doch es herrscht eine gärende Unruhe in der Gegend, der Wolf ist zurück. Es mehren sich Schafsrisse und mit ihnen Konflikte im Dorf, die schnell politisch werden. Während völkische Siedler versuchen, das Thema für ihre Zwecke in Beschlag zu nehmen, die Situation sich zuspitzt und in Selbstjustiz der Bevölkerung zu eskalieren droht, flüchtet sich Jannes zu seinen Schafen in die Heide. Doch dort wird durch eine gespenstische Begegnung plötzlich die düstere Ortsgeschichte aufgefächert, die ihren langen Schatten in die Gegenwart wirft. Markus Thielemann schreibt mit seinem Anti-Heimatroman das Psychogramm einer Sehnsuchtslandschaft und zeigt auf ebenso subtile wie fesselnde Weise, wie sich ein Idyll in sein Gegenteil verkehren kann.
Meinung aus dem Lesekreis:
Die Leserin hat einen persönlichen Bezug zur Heidelandschaft, da sie dort her stammt und hat deswegen eine besondere Verbindung gespürt. Das Buch besticht durch eine wunderbare Sprache, ist spannend und poetisch.
»Man glaubt immer, das Leben von Einwanderern sei nur schwer. Und vergisst dabei, dass ihre Erfahrungen auch wunderbare, lustige, bewegende und oft ganz absurde Momente umschließen…«
Die kleine Kim ist zehn, als ihre Familie aus Vietnam fliehen muss. Auf einer abenteuerlichen Odyssee gelangen sie übers Meer, vegetieren in überfüllten Flüchtlingslagern, finden schließlich im Westen, im fernen Kanada eine neue Heimat. Wenn der Schock der Fremdheit überwältigend ist, lässt sich die Welt nur über die Sinne erschließen. An Klängen, Farben, Gerüchen entfalten sich deshalb die Erinnerungsbilder, an denen Kim Thúy dreißig Jahre später der Spur ihres Lebens nachgeht – eine lose Kette, mäandernd zwischen Einst und Jetzt, Krieg und Frieden, Verstörung und überraschendem Glück. Da ist die Kindheit im goldenen Käfig einer großbürgerlichen Familie in Saigon. Die Flucht im lichtlosen Unterdeck eines maroden Schiffes. Ein Kinderarmband aus rosa Plastik, in dem die Eltern Edelsteine schmuggelten. Der erste Anblick von Schnee in Québec, der Krach, den fremde Stimmen machen, auch wenn sie freundlich sind. Die Komik zahlloser Missverständnisse. Die Wiederbegegnung mit der alten Heimat, in die man als Fremde zurückkehrt.
Mit selbstverständlicher Meisterschaft hat Kim Thúy einen überraschenden, ganz und gar persönlichen Lebensroman einer Emigration geschrieben. In unvergesslichen, sinnlichen Bildern erzählt er von Flucht, Vertreibung und Neubeginn, von Schmerz und Lust der Erinnerung und dem täglichen Glück, sein Leben zu wagen.
Meinung aus dem Lesekreis:
Die Leserin war selbst bereits in Vietnam und findet die Schilderungen des Landes und der Kultur als eindrucksvoll. Die Beschreibungen, auch der heute sehr aktuellen Flüchtlingsproblematik empfindet sie als authentisch. Die Autorin schreibt in kurzen Kapiteln mosaikartig und schildert ihre Erinnerungen an die Flucht und das Ankommen im für sie fremden Kanada in einer bilderreichen poetischen Sprache. Das Erschließen ihrer neuen Heimat beschreibt sie anhand von Klängen, Gerüchen und Farben. Sehr lesenswert.
Heute möchte ich Euch ein paar Bücher vorstellen, die für den Lesekreis gelesen wurden. Zum letzten Lesekreis-Treffen hat jede der Damen ein Buch ihrer Wahl gelesen und dann wurde das jeweilige Buch den übrigen präsentiert.
Das war ein wirklich schöner Abend voller vielfältiger und interessanter Lektüre und ich möchte Euch diese Bücher nicht vorenthalten. Vielleicht sucht Ihr ja noch nach einem literarischen Weihnachtsgeschenk. Ich denke, diese Bücher eignen sich sehr als Geschenkvorschläge.
Da es insgesamt zehn Bücher waren, werde ich zwei Beiträge veröffentlichen, damit diese nicht so lang werden.
Ein Dorf, die Welt – und die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben 1971 in einem Dorf in Süddeutschland. Nach einer Art Schneiderlehre in der Stadt kehrt die 20-jährige Roberta auf den Hof ihrer Eltern zurück. Sie ist das einzige Kind und wird irgendwann einmal die Bäuerin sein. Hier auf dem Land sind Vergangenheitsbewältigung, Kriegsdienstverweigerung, Feminismus, Popkultur und Miniröcke nichts, womit man sich beschäftigt. Hier zählen Arbeit, Gehorsam und moralisches Verhalten. Roberta träumt davon, eigene Kleider zu entwerfen, aber sie weiß genau, dass das Träume bleiben werden. Zugleich liebt sie ihren Hof und die körperliche Arbeit in der Natur, wo sie sich ganz und gar spürt. Und sie liebt Wilhelm, den Pfarrerssohn. Wilhelm ist nicht nur für Roberta der Grund, im Dorf zu bleiben. Auch seine Mutter Gertrud bleibt wegen ihres Sohnes. Im Gegensatz zu Roberta hasst sie das Landleben und wünscht sich nichts mehr, als weggehen zu können, hinaus in die Welt. Beide Frauen werden schwanger und müssen eine Entscheidung treffen. Doch ein tragisches Unglück gibt ihrer beider Leben eine komplett neue Richtung.
Meinung aus dem Lesekreis:
Sehr flüssiger Schreibstil mit wunderbaren Bildern. Die Geschichte fängt langsam an, nimmt aber dann an Fahrt auf und hat es schwer gemacht, das Buch wegzulegen.
Als Emma den Landarzt Charles Bovary heiratet, träumt sie von Liebe, Luxus und Leidenschaft, von einem Leben, wie sie es aus ihren Romanen kennt. Doch der Alltag in der Provinz ist ganz anders als erhofft. In ihrem Bestreben, ihre Sehnsüchte zu erfüllen, lässt sie sich verführen und setzt damit eine verheerende Spirale aus Betrug und Verzweiflung in Gang. Gustave Flaubert brachte sein Ehebruchroman eine Anklage wegen Verstoßes gegen die öffentliche Moral ein. Das Gericht sprach den Autor zwar frei, rügte aber insbesondere den schockierenden Realismus, der sich in der erotisch aufgeladenen und psychologisch scharfen Darstellung der Emma Bovary zeigte. – Mit einer kompakten Biographie des Autors.
Meinung aus dem Lesekreis:
Die Geschichte einer gelangweilten Arztgattin, die nach Leidenschaft und Erfüllung in ihrem Leben sucht, hat beeindruckt und durch seinen literarischen Realismus überzeugt,
Zwei Ehepaare gönnen sich einen exklusiven Urlaub in der Toskana. Tochter Sophie Luise darf ihre Schulfreundin Aayana mitnehmen, ein Flüchtlingskind aus Somalia. Kaum hat man sich mit Prosecco und Antipasti in Ferienlaune gebracht, kommt es zur Katastrophe: Aayana ertrinkt im Swimming-Pool. Unweigerlich stellt sich die Schuldfrage, an der bald nicht nur die Freundschaft der Familien zu zerbrechen droht. Was ist ein Menschenleben wert? Und jedes gleich viel?
Meinung aus dem Lesekreis:
Sehr gut lesbar, keine komplizierte Sprache. Sehr gelungene Darstellung komplizierter aktueller Themen und zwischenmenschlicher Emotionen und Reaktionen.
Leonard und Paul sind allerbeste Freunde. Während Leonard als Ghostwriter Kinderenzyklopädien verfasst, arbeitet Paul als Aushilfspostbote. Das Leben der beiden verläuft in ruhigen, wohlgeordneten Bahnen – bis jedem von ihnen etwas widerfährt, das eine ganze Reihe von Veränderungen in Gang setzt. Dieser hochgelobte Debütroman rückt jene Menschen in den Mittelpunkt der Erzählung, die im Alltag oftmals übersehen werden. Leonard und Paul beteiligen sich nicht am Lärmen der Welt, sondern zeichnen sich durch Eigenschaften aus, die immer seltener anzutreffen sind: Freundlichkeit, Sanftmut und Bescheidenheit. Eine hinreißend charmante Lektüre voller Humor, die nachdrücklich vor Augen führt, wie bereichernd es sein kann, sich auf den Nebenstraßen des Lebens zu bewegen.
»Wenn Sie in diesem Jahr nur ein einziges Buch lesen, dann bitte dieses. Und wenn Sie fertig sind, dann gehen Sie in Ihre Buchhandlung und kaufen noch ein Exemplar für einen lieben Menschen. Denn jeder sollte einen Leonard oder einen Paul haben – und wenn nur in Buchform.« WDR 5 SCALA
Meinung aus dem Lesekreis:
Die Kraft dieses Buches liegt in der sehr ruhigen, manchmal auch humorvollen Beschreibung dieser beiden besonderen Menschen, die geradlinig im Leben stehen.
Nach dreißig Jahren Ehe ist Marlene plötzlich Witwe, doch statt zu trauern, ist sie vor allem wütend. Die Mitglieder ihrer angeheirateten Großfamilie wundern sich über ihr Verhalten, aber Marlene lässt niemanden an sich heran. Bis sie eines Tages einen unerwarteten Mitbewohner bekommt: Jack ist nicht nur ein begnadeter Koch, sondern stellt auch die richtigen Fragen. Und er ist nicht der Einzige, der Marlene noch mal so richtig aus dem Konzept bringt.
Meinung aus dem Lesekreis:
Die Geschichte hat sehr beeindruckt und nachdenklich gestimmt. Fazit: Auch wenn man nicht mehr leben wollte, das Leben geht weiter, und man kann sogar noch etwas sehr Schönes erleben und neue Menschen kennenlernen, die zu Freunden werden können.
Untertitel: Männer sind arme Schweine – Es gibt keine Hoffnung, aber wir dürfen sie nicht aufgeben
Verlag: Penguin
Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften – Psychologie
Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
Format: Softcover, 288 Seiten
Ersterscheinung: 13.08.2025
ISBN: 9783328107774
Klappentext:
Emotionen, Depressionen, gesellschaftliche Erwartungen: Kult-Comedian Schlecky Silberstein über die Fallstricke eines erschütterten Rollenbildes und die große Bürde, ein Mann zu sein
»Mein Name ist Schlecky Silberstein und ich leide an der sexuell übertragbaren Krankheit Mann. Wohnhaft im Prenzlauer Berg, versuche ich das richtige Leben im falschen zu führen, aber es ist hart: Die Identitätssuche des verzweifelt modernen Mannes gleicht der Quadratur des Kreises; wie auch immer ich mich zu meinem Geschlecht positioniere, ich mache es falsch. Mannsein ist ein Fluch, der uns als Hauptgewinn verkauft wird – so wie jede gekonnte Verarsche …«
Schlecky Silberstein seziert sein eigenes Geschlecht schonungslos und ohne Rücksicht auf Verluste. Denn was viele nicht ahnen: Männer sind noch viel schlimmer als ihr ohnehin schon ramponierter Ruf. Schlimm bedeutet dabei: dumm, kriminell, suchtanfällig, manipulativ und selbstzerstörerisch. Was immer der orthodoxe Feminismus Männern vorwirft, es ist nur die Spitze des Eisbergs. Und so absurd es klingt: Männer sind selbst die größten Leidtragenden des Patriarchats!
Ehrlich und ungeschönt berichtet der Comedian aus seinem Leben als Mann. Von dem unmöglichen Unterfangen, eigenen Ansprüchen und gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden. Von Selbstzweifeln, Depressionen und dem Ringen um seine Identität. Sein Fazit: Hilfsprogramme für Männer sind dringend notwendig …
Wer glaubt, hier ein Buch voller Witze zu lesen, irrt sich.
Schlecky Silberstein erzählt mit Humor, Selbsterkenntnis und vielen biologischen und evolutionär erklärbaren Tatsachen und Studienergebnissen unterlegt, warum Männer sind wie sie sind. Hier zieht er oft eigene Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend als Beispiele heran, aber kann vieles auch wissenschaftlich untermauern.
Manche Formulierung hat mich zwar auch irritiert, manchmal musste ich aber auch schmunzeln. Nach der Lektüre dieses Buches, verstehe ich ein kleines bisschen besser, warum wir in einem Patriarchat leben. Der Autor schreibt nicht langweilig und verpackt wissenschaftliche Fakten kurzweilig und lesenswert. Oft sind seine Beobachtungen und Thesen treffend und legen einen Finger in zweifellos tiefe Wunden der Männlichkeit.
Der Satiriker und Autor hat viel recherchiert zu diesem Buch. Und als Vater zweier Söhne wünscht er sich, dass die Menschheit es schafft, sich von den gewalttätigen und diskriminierenden Seiten des Mannseins zu befreien, damit alle Menschen ein besseres Leben führen können.
Ich kann das Buch jederman(n) als Lektüre empfehlen. Ich finde das Buch lesenswert und horizonterweiternd.