Schlagwort: Leserunde

  • Leserunde und Rezension: Ring The Bells

    Leserunde und Rezension: Ring The Bells

    Infos:

    • Nicht jede Bescherung ist ein Geschenk. The Stranger Times packt aus
    • Teil 5 der Reihe The Stranger Times
    • Autor: C. K. McDonnell
    • Verlag: Eichborn
    • Übersetzer: André Mumot
    • Format: E-Book, 512 Seiten (Hardcover)
    • ISBN: 978-3-7517-8390-3
    • Erscheinungstag: 28.11.2025

    Klappentext:

    Da will man in seinem Buchclub ein wenig Spiritualität ausprobieren und schon hat man aus Versehen den alten Gott Zalas heraufbeschworen. Und Zalas hat natürlich nur eins im Sinn: möglichst viele Gläubige um sich scharen. Doch wer glaubt heutzutage überhaupt noch an irgendwas? Kinder! Mithilfe des unglückseligen Neil Aikens erschafft Zalas ein Winterwunderland, in dem alle Wünsche wahr werden – vom echten Einhorn bis zum Besuch des Opas, der letztes Jahr doch eigentlich das Zeitliche gesegnet hat.

    Diese gewaltige Menge an Magie bleibt nicht lange unbemerkt; und die Zeit drängt, denn wenn die vierte Kerze brennt, sind Zalas und seine Anhänger nicht mehr aufzuhalten. Das Team der Stranger Times muss einen Weg finden, um nicht nur Weihnachten, sondern womöglich die ganze Welt zu retten.

    Das Buchcover ist auf einem E-Book-Reader eingeblendet. Darüber steht weihnachtliche Deko mit verschiedengroßen Hunden und einem Weihnachtsmann mit einem Quietscheentchen in einem Badezuber.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich habe mich sehr gefreut, als ich zur Leserunde in der Lesejury zugelassen und mir ein Exemplar als E-Book zur Verfügung gestellt wurde. Die Teilnahme an der Leserunde hat mir viel Spaß gemacht. Der Austausch war wertschätzend, aufschlussreich und vor allem kurzweilig. So gingen die 3 Wochen der Leserunde wie im Flug vorbei.

    Dies ist der 5. Band der Reihe. Beim Lesen und Diskutieren in der Leserunde fiel mir auf, dass ich Band 4 zwar schon seit Erscheinen im Regal stehen habe, aber es bisher noch nicht gelesen hatte. Das hat allerdings mein Lesevergnügen in keiner Weise geschmälert. Jeder Band führt die Entwicklung und Abenteuer der Hauptfiguren fort, und man sollte wenigstens Band 1 bereits gelesen haben, um ein grundsätzliches Verständnis für die Welt der Stranger Times aufzubringen. Wer Band 1 mag, wird an den Folgebänden nicht vorbei gehen.

    Zum Buch

    In dieser turbulenten Weihnachtsgeschichte geht es um nicht weniger als die Rettung der Welt vor einem zerstörerischen Gott, was nur die Mitarbeiter der Stranger Times vollbringen können. Dabei sind die liebgewonnenen Charaktere nicht die einzigen, die diesmal Raum in der Geschichte einnehmen.

    Im Prolog wird eine kurze Übersicht über die Geschehnisse der vergangenen Bände geliefert, so dass Fans, die die Bücher vor längerer Zeit gelesen haben, ihr Wissen auffrischen können.

    Mit die witzigsten Szenen handeln vom Gott Zalas, der nach sehr langer Zeit in eine ihm völlig unbekannte Welt voller technischer Spielereien und ignoranter Menschen gerät, die seine Suche nach wahren Gläubigen zu einer harten Prüfung werden lassen. Mit wenigen Sätzen hält uns C. K. McDonnell einen Spiegel vor und öffnet die Augen für die kritikwürdigen Seiten der Weihnachtszeit und ihrer Konsumsucht.

    Neben dem schwarzen Humor und den großartigen Dialogen gibt es auch tiefgründige und berührende Kapitel, die zum Nachdenken anregen. So handelt ein Teil des Buches von den traumatischen Erlebnissen einer beliebten Figur, die die düsteren Seiten des Krieges und seiner Folgen beleuchtet.

    Dabei schafft es der Autor problemlos, auch die ernsten Töne zu treffen und gleichzeitig mit irrwitzigen Plottwist die Erwartungen der Lesenden zu übertreffen.

    Besonders hervorzuheben sind auch in diesem Band die zwischen den Kapiteln vereinzelt eingefügten Zeitungsartikel, die mit ihrem ganz besonderen Humor und den schrägen Storys den Witz von C. K. McDonnell unterstreichen.

    Auch wenn der Showdown zum Ende dann ein wenig unerwartet und leichtfüßig daher kommt, bleiben einige offene Fragen ungeklärt und wecken die Hoffnung auf eine würdige Fortsetzung.

    Fazit:

    Das Buchcover ist auf einem E-Book-Reader eingeblendet. Darüber steht weihnachtliche Deko mit verschiedengroßen Hunden und einem Weihnachtsmann mit einem Quietscheentchen in einem Badezuber. 
Im weißen Randbereich steht der Schriftzug STRANGER TIMES

    Ring the Bells war ein großes Lesevergnügen und passt perfekt in die Vorweihnachtszeit. Die Übersetzung hat einen großartigen Job gemacht und den englischen Humor bestens ins Deutsche übertragen.

    C. K. McDonnell hat einen fantastischen Stil, der sich ein wenig mit Terry Pratchett, Ben Aaronovitch und Derek Landy vergleichen lässt, verleiht Manchester allerdings seinen ganz eigenen Charakter. Ich kam auch in diesem Buch wieder voll auf meine Kosten und freue mich schon, mehr von ihm zu lesen!

    P. S.: Unbedingt die Danksagung lesen!

    Tipp:

    Link zur Rezension Ursula und das V-Team

  • Leserunde und Rezension: Blut und Blümchen

    Leserunde und Rezension: Blut und Blümchen

    Infos:

    Klappentext:

    Nele Blum wagt einen Neubeginn: Im Dörfchen Schönrath im Bergischen Land weckt sie das Gartenlokal „Stiefmütterchens Rast“ aus dem Dornröschenschlaf. Der idyllische Garten ihrer Großeltern, an den sie wunderschöne Kindheitserinnerungen hat, erweist sich als die richtige Wahl: Von der ebenso liebenswerten wie schrulligen Stammbelegschaft der Hortensia wird sie mit offenen Armen empfangen. Und Nele entdeckt schnell, dass sie nicht nur ein unerwartetes Talent als Gastronomin, sondern auch als Detektivin hat. Erik Gertner freut’s – der einzige Polizist des Ortes ist zwar ein lieber Kerl (und gutaussehend), aber nicht unbedingt mit einer Spürnase gesegnet.

    Mord hat immer Saison:

    Nele Blum ist voller Vorfreude: Endlich wird sie das alte Gartenlokal ihrer geliebten Großeltern wiederbeleben! Nur leider liegt eine Leiche darin: Der Wandergeselle Marvin Bär wurde in der Nacht vor ihrer Ankunft ermordet. Klar, dass Nele ein Interesse an der schnellen Aufklärung des Verbrechens hat – schon allein, um die Eröffnung des Lokals nicht zu gefährden. Und so beginnt sie, sich umzuhören. Der Dorfpolizist, Erik Gertner, ist froh über ihre Hilfe. Denn Mord ist nicht so sein Hobby…

    Bis zur letzten Bohne:

    Hochsommer in der Hortensia – Blütenduft und Grillgeruch liegen in der Luft der Gartenanlage. Alle sind entspannt, nur Neles Lieblingsnachbar Bohnen-Karl ist aufgeregt: Die Wahl zum Bergischen Bohnenkönig steht an, und seine diesjährige Ernte hat gute Chancen auf den Hauptgewinn. Doch dann wird ein Toter im Ruderboot am Steg neben Neles Gartenlokal entdeckt – und das beste Tatmotiv hat Bohnen-Karl…

    Ein dicker Fisch:

    Kartoffel-Paul hat Geburtstag und den harten Kern der Hortensianer zum großen Fest eingeladen. Doch als er und Nele zum Angeln auf den kleinen See beim Schrebergarten hinausrudern, geht ihnen neben köstlichem Fisch auch eine frische Leiche ins Netz. Wer ist der Mann im Nadelstreifenanzug? Was macht er im See der Hortensianer? Und welche Rolle spielt das silberne Zigarettenetui dabei, das in seiner Jacketttasche steckt und auf dessen Außenseite ein mysteriöses Fragezeichen eingraviert ist? Während Nele und Erik ermitteln, geraten Kartoffel-Pauls Partygäste in tödliche Gefahr, denn der Mörder geht noch immer um und will seine Geheimnisse schützen.

    Link zur Reihe

    Meine Meinung:

    Ich habe wieder an einer Leserunde in der Lesejury teilgenommen. Diesmal wurden den Teilnehmer*innen die ersten drei Bände einer Krimi-Reihe von Christian Humberg als E-Books angeboten. Jede Woche bekamen wir ein E-Book zugesandt, dass wir dann lesen und worüber wir gemeinsam diskutieren konnten.

    Mir hat es wieder viel Spaß gemacht. Sogar der Autor selbst hat sich unseren Fragen und Anmerkungen gestellt. Das ist immer etwas ganz besonderes, da mensch so einen anderen Blick auf die Geschichte erhaschen kann und sogar Fragen zum Entstehungsprozess beantwortet bekam.

    Bei den drei Krimis handelt es sich um relativ kurze, aber nicht weniger gehaltvolle Geschichten. Dabei verdichtet der Autor die Handlung auf die wichtigsten Elemente, um den jeweiligen Mordfall aufzuklären. Dennoch nimmt er sich ausreichend Zeit und Raum, um die Interaktionen mit- und die Beziehungen der Protagonist*innen untereinander weiterzuentwickeln.

    Band 1

    ‚Mord hat immer Saison‘ führt Nele Blum als Rückkehrerin in die Kleingartenanlage ein. Sie will ihr bisheriges Leben in der Großstadt hinter sich lassen und neu anfangen. Da kommt es ihr gelegen, dass das ehemalige Lokal ihrer Großeltern noch keine neuen Pächter hat. Doch der Neueröffnung steht zunächst ein Leichenfund in der Einliegerwohnung über dem Lokal im Weg. So lernt sie den Polizisten Erik Gertner kennen und hilft ihm durch einige Zufälle bei der Lösung des Mordfalls.

    Neben diesem Ermittlerduo ist die Geschichte gespickt mit skurrilen und mitunter überzeichneten Charakteren, die einen wichtigen Teil des Ganzen ausmachen. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Er ist bildhaft und humorvoll, was einen Cosy Crime ausmacht. Sprichwörter und Beschreibungen sind auf das Gartenthema ausgerichtet. Das rundet den Krimi vorzüglich ab.

    Ich habe beim Lesen des ersten Bands irgendwie immer an ‚Mord mit Aussicht‘ und ähnliche Serien gedacht. Das war ja auch ziemlich bunt und chaotisch. Und so habe ich mir das hier irgendwie auch vorgestellt. Ich sehe Band 1 als Einführung der wichtigsten Figuren, die in den Folgebänden sicher noch
    mehr Raum einnehmen werden.
    Der Schreibstil ist locker und humorvoll, die Sprache ist bildhaft und die kurze Geschichte hat alles, was sich ein*e CosyCrime-Leser*in wünscht. Skurrile Charaktere, sonderbare Mordfälle und kurzweilige Ermittlungen. Es ist nicht immer alles ganz logisch oder realitätsnah, aber das wird bei dieser Krimiform auch nicht erwartet.
    Alles in allem eine schöne Lektüre für Zwischendurch, besonders wenn man dabei gemütlich im eigenen Garten sitzen kann.

    Band 2

    Der 2. Band hat mich von Anfang an etwas irritiert. Im ersten Band ging es um eine Leiche. In Band 2 wird erzählt, es hätte nach mehreren Wochen oder Monaten mittlerweile schon haufenweise Mordermittlungen gegeben, dennoch beginnt Nele zum ersten Mal damit, Erik Gärtner zu duzen. Und die Auflösung des Falles hat mich doch auch etwas ratlos gemacht. Habe ich etwas überlesen, dass Nele plötzlich so schnell auf den wahren Täter kam? Das Ende war für mich nicht ganz nachvollziehbar, aber bis dahin fand ich den Ermittlungsverlauf logisch und fesselnd.

    Auch sonst war es wieder eine cosy Geschichte, vor allem die Dynamik der ganzen Kleingärtner*innen untereinander gefällt mir. Band 2 fand ich nicht so stark wie Band 1, aber finde die Geschichte dennoch gut lesbar. Als humorvolle Vorabendserie, die auch nicht immer alles ganz logisch nachvollziehbar oder ganz stimmig erzählen, wäre der Plot durchaus geeignet.

    Band 3

    Bleibt noch mein Eindruck von Band 3. Dieser Teil hat mir von den drei Geschichten am besten gefallen. Die Geschichte ist abwechslungsreich, hat genau wie die Vorgänger einen bildhaften Schreibstil, und ist voll von amüsanten Zitaten und Sprichwörtern, die zum Gartenthema passen.

    Der Mordfall ist spannend und lädt wieder zum Miträtseln ein und es ist im Ganzen eine runde Geschichte, die mich wirklich gut unterhalten konnte. Besonders die Entwicklung der Protagonist*innen wird in den Vordergrund gestellt.

    Auch in Band 3 gibt es wieder ein paar kleine Logik- oder Anschlussfehler. Vor allem der Umgang mit der Leiche, dem Tatort und möglichen Spuren könnte echte Ermittler*innen stören. Aber als unterhaltsame Lektüre mit Humor und Eigenwilligkeit funktioniert dieser Band vorzüglich.

    „Die Hortensia war ein ganz eigenes Fleckchen Erde, mit eigenen Regeln, eigenen Typen und einem eigenen Verständnis von Normalität. Was anderswo schräg oder skurril anmuten mochte, war hier nicht selten Alltag.“

    Die Bücher sind unabhängig voneinander lesbar, bauen aber locker aufeinander auf.

    Ich fände es schön, wenn zusätzlich noch das eine oder andere Rezept zu Neles Gerichten ans Ende der Bücher gesetzt würde. Das wäre das Bienchen auf der Kirschblüte, um mal einen Gartenvergleich zu strapazieren.

  • Rezension: Pagans

    Rezension: Pagans

    Infos:

    • Titel: Pagans – Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter
    • Untertitel: Spannende Mörderjagd in einem alternativen England
    • Autor: James Alistair Henry
    • Übersetzer: Dietmar Schmidt
    • Verlag: Lübbe
    • Format: E-Book
    • ISBN: 9783751784023
    • Erscheinung: 29.08.2025

    Klappentext:

    Saturday-Times-Bestseller

    Eine fremde Welt. Und doch vertraut. Und sehr, sehr tödlich

    England, heute: Ein modernes Land, doch die industrielle Revolution hat hier nie stattgefunden. Stattdessen stammen alle technischen Errungenschaften von der weitaus fortschrittlicheren Südhalbkugel. Auf den britischen Inseln leben Kelten, Sachsen und Pikten in einem brüchigen Frieden zusammen. Regelmäßig gibt es Versuche, die Insel zu einem »United Kingdom« zu vereinen. Ausgerechnet zu solch einem Zeitpunkt wird die Leiche eines keltischen Diplomaten aufgefunden, brutal angenagelt an einen uralten Baum. Die sächsische Ermittlerin Aedith und der keltische Inspektor Drustan werden trotz aller Gegensätze und Konflikte gemeinsam auf den Fall angesetzt. Können sie den Täter fassen, bevor er die Friedensbemühungen zunichte macht und das Land ins Chaos stürzt?

    »Eines der besten Debüts seit Langem. Henrys Mischung aus Alternativwelt-Elementen und klassischem Krimi ist innovativ, unterhaltsam, bissig und sehr oft sehr lustig.« The Financial Times

    Das Cover des Buches ist auf einem E-Book-Reader zu sehen.  Dieser liegt auf einem gehäkelten Poncho und ist umgeben von verschiedenen Schmuckstücken, die thematisch zum Buch passen. Der Krimi ist Teil einer Alternativgeschichte.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Für mich ist das Buch eines meiner Jahreshighlights und ich will definitiv mehr aus dieser Welt lesen!

    Der Autor hat eine diverse und reiche Welt geschaffen, die einerseits komplett erfunden ist, andererseits Parallelen zu unserer Welt hat. So gibt es eine industrielle Entwicklung, nur hat die nie im europäischen Raum stattgefunden. Die hochentwickelten Länder stammen aus dem afrikanischen oder asiatischen Raum und das Christentum wurde nie zur vorherrschenden Religion in großen Teilen der Welt. Dadurch blieben die verschiedenen Glaubensrichtungen in den einzelnen Teilen der britischen Inseln erhalten und entwickelten sich bis in die heutige Zeit weiter. Zwischen den Völkern gibt es Spannungen. Die Länder wurden nie zu einem Großbritannien vereint und begegnen sich mit Vorurteilen und Misstrauen. Daher wird Drustan, ein keltischer Ermittler in den sächsischen Teil geschickt, als ein keltischer Diplomat ermordet wird, um die Ermittlungen zu begleiten. Er begleitet Aedith Mercia, die nicht nur Kriminalkomissarin ist, sondern auch die Tochter eines hochrangigen Mitglieds der Gesellschaft der Sachsen.

    Altertum trifft Moderne in einer alternativen Welt

    Der ganze Aufbau der Welt ist komplex und gespickt mit fremdartigen Begriffen, die ganz am Ende des Buches in einem Glossar erläutert werden. Handys werden Mobifone genannt. Das Netzwerk, über die Kommunikation und soziale Medien laufen, wird Graswurzelmedien genannt. Auch werden bekannte Worte, wie Yarl, Triskele oder Torque verwendet. Die Vermischung von Altertum und Moderne finde ich besonders faszinierend an der Geschichte.

    In diese alternative Welt ist der spannende Kriminalfall eingebaut, der aus der Suche nach einem Serienmörder, aber auch aus der allgemeinen Bedrohungslage durch Proteste gegen Verhandlungen um die Vereinigung der Königreiche der Inseln besteht.

    Teilweise ist das Buch mit schwarzem Humor geschrieben, teilweise gibt es ordinäre Ausdrücke und Gewalt. Man findet auch hier und da Gesellschaftskritik, anhand historischer Völker und Kulturen, die als führende Gesellschaft agieren und nicht in anderen Völkern aufgegangen sind, wie es in unserer Realität der Fall ist. So spielt der Autor gekonnt mit Traditionen, Vorurteilen und kulturellen Eigenarten und webt einen bunten Flickenteppich.

    Mir haben die Protagonisten richtig gut gefallen. Allen voran Drustan und Aedith. Aber auch Nebencharaktere wie Banba oder Hilde würde ich gerne in einem weiteren Abenteuer begleiten.

    Irgendwie mochte ich auch den geheimnisvollen Fenryr. Von dem würde ich in einer Fortsetzung gerne wieder lesen.

    Das Ende lässt mich ein wenig auf eine Fortsetzung hoffen. Darin würde ich gerne einen Blick auf das größere Ganze werfen. In diesem Buch liegt der Fokus auf der angelsächsischen Seite der Welt mit kurzen Einblicken in die Einflüsse aus anderen Ländern. Gerne würde ich mehr über Panafrika und die übrigen Kontinente erfahren. Welche Sprachen werden weltweit gesprochen? Wie ist die Weltordnung im Ganzen aufgebaut? Was sind die gesellschaftlichen und politischen Grundlagen, nach denen die Menschen leben? Pagans hat vieles angedeutet und oberflächlich umrissen. Da wäre in einer Fortsetzung definitiv noch viel Raum, um diese Themen zu vertiefen und der Welt eine größere Substanz zu verschaffen.

    Fazit:

    Der Autor hat eine abwechslungsreiche, originelle Geschichte geschrieben, die ich sehr empfehlen kann.

  • Rezension: Inspector Pescadores und der Tote im Pool

    Rezension: Inspector Pescadores und der Tote im Pool

    Infos:

    • Autor: Daniel Verano
    • Band 1 der Reihe: Der Gran-Canaria-Mordclub ermittelt
    • Verlag: beTHRILLED
    • Format: E-Book
    • ISBN: 978-3-751-77647-9
    • Erscheinung: 01.07.2025

    Klappentext:

    Der perfekte Krimi für den nächsten Urlaub

    Kriminalhauptkommissar Markus Fischer hat die Nase voll: geschieden, ausgebrannt und einfach durch mit dem Job. Doch dann meint es das Schicksal gut mit ihm – und beschert ihm auf Gran Canaria einen millionenschweren Lottogewinn! Fischer kündigt und will fortan in einer idyllischen Bungalowanlage dem süßen Nichtstun frönen.

    Doch die Entspannung findet ein jähes Ende, als eines Morgens ein Toter mit einem mysteriösen Metallstück in der Brust im Pool treibt. Während die Polizei den Fall schnell zu den Akten legen will, zweifeln Fischer und seine neuen Freunde an der einfachen Erklärung – und nehmen die Ermittlungen selbst in die Hand. Ihre Nachforschungen führen sie zu zwielichtigen Geschäften und dunklen Inselgeheimnissen …

    Die Abenteuer des Gran-Canaria-Mordclubs sind perfekt für Krimifans, die humorvolle Unterhaltung und spannende Ermittlungen in Urlaubsatmosphäre lieben.

    eBooks von beTHRILLED – mörderisch gute Unterhaltung!

    Das Cover des Buches besteht aus einer bunten Zeichnung eines Pools mit Liegestühlen, einem Sonnenschirm und der Sonne am Horizont. Die Hauptfarben sind Blautöne.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich hatte gerade an einer Leserunde in der Lesejury teilgenommen, als ich sah, dass es eine neue Leserunde gibt, zu der man sich anmelden kann. Und da mir das Cover so ins Auge fiel und auch der Klappentext meine Neugier wecken konnte, bewarb ich mich für ein Exemplar des E-Books.

    Und ich muss sagen, mir hat die Leserunde sehr gefallen. Besonders positiv hervorheben möchte ich den Austausch der Lesenden und vor allem, dass der Autor auch mit von der Partie war. Es war „nur“ eine Schnellleserunde innerhalb einer Woche, aber es war dennoch ein ergiebiger Austausch über Gran Canaria, die spanische Küche und besonders über den Krimi.

    Über das Buch

    Der hat mir von der ersten Seite an gefallen. Der Protagonist erzählt die Geschehnisse aus seiner persönlichen Sicht, was in meinen Augen absolut richtig ist. So weiß man als Lesende nie mehr als der Ich-Erzähler über die Ermittlungen, was die Spannung entsprechend halten kann.

    Die Liebe des Autors zur Insel spürt man in jedem Satz. Ich selbst war noch nicht auf Gran Canaria, konnte mir aber anhand der bildhaften Beschreibungen alles gut vorstellen.

    Als Kritikpunkt kann man vielleicht erwähnen, dass der einheimischen Küche viel Platz eingeräumt wird, was einfach nur gemein ist, wenn man selbst gerade vor einer Schale Müsli sitzt und das nächste spanische Restaurant 10 km entfernt ist.

    Ansonsten ist das Zusammenspiel der Protagonist*innen sehr harmonisch und humorvoll, man lernt einige spanische Sätze kennen und kann fleißig bei den Ermittlungen mit rätseln.

    Der Mordfall wird zum Ende des Buches aufgelöst und lässt keine Fragen offen. Die vier Freunde, der sogenannte Mordclub, lassen aber noch einige (private) Fragen unbeantwortet, auch untereinander, so dass die Fortsetzung sicherlich noch einiges an spannenden Wendungen und Enthüllungen bereit halten wird. So ist vor allem rätselhaft, was Marianne vor ihrer Auswanderung nach Gran Canaria beruflich gemacht hat. Aber auch Ex-Kommissar Markus Fischer hat seinen Freunden bisher nichts aus seiner beruflichen Vergangenheit offenbart.

    Und so hoffe ich, dass die Fortsetzung nicht zu lange auf sich warten lässt. Angekündigt ist die Veröffentlichung für April 2026. Cover und Titel werden bereits am Ende des ersten Bandes bekannt gegeben.

    Fazit

    Wer gerne Cosy Crime mit Urlaubsfeeling liest, ist bei Inspector Pescadores auf Gran Canaria bestens aufgehoben.

    Die 532 E-Book-Seiten lesen sich leicht und sorgen für kurzweilige Lesestunden.

    Weitere Rezensionen zu Krimis:

  • Rezension: Ursula und das V-Team

    Rezension: Ursula und das V-Team

    Infos:

    • Teil 1 der Reihe „Ursula“
    • Autor*innen: Elaine Ofori, C. K. McDonnell
    • Übersetzer: André Mumot
    • Verlag: Eichborn Verlag
    • Format: E-Book, 496 Seiten (Paperback-Format)
    • Urban Fantasy
    • Erscheinung: 30.05.2025
    • ISBN: 978-3-7517-7448-2

    Klappentext:

    Das Schicksal muss warten

    Der Kampf um Köln beginnt!

    So hatte sich Ursula ihren großen Tag nicht vorgestellt! Da wird man jahrelang ausgebildet, um am achtzehnten Geburtstag Köln gegen die Dämonen der Hunnen zu verteidigen, und dann läuft alles anders als erwartet! Nicht genug damit, dass zwei der elf Mitglieder ihres Teams spurlos verschwinden und Ursula notgedrungen Adam, seines Zeichens Exil-Amerikaner und Gelegenheitsstadtführer, in einer Bar auflesen muss; zusätzlich verschwinden plötzlich auch noch mitten im Kampf alle Hunnen – und mit ihnen auch Ursulas Ausbilderin Una. Die Bestimmung ist damit faktisch erfüllt, aber das kann doch nicht alles gewesen sein? Ursula und ihr Team gehen der Sache auf den Grund – und stehen plötzlich einem viel größeren Gegner gegenüber als einer läppischen Geisterarmee.

    E-Book-Reader mit Buch-Cover des Buches Ursula und das V-Team
Urban Fantasy Köln Ursula
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich finde, Köln ist einen Besuch wert. Es gibt so viel in dieser Stadt zu entdecken. Aber vermutlich werde ich nach der Lektüre dieses Buches mit anderen Augen durch die Stadt gehen.

    Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

    Ich habe bei der Lesejury die Ankündigung für eine Leserunde entdeckt, die mich direkt neugierig gemacht hat. Ein Buch von C.K. McDonnell ist eigentlich immer lesenswert. Aber ein Buch in Co-Autorenschaft mit seiner Frau klang noch einmal verlockender.

    Also bewarb ich mich um einen Platz in der Leserunde und wurde glücklicherweise mit der Zusendung eines E-Books bedacht. Darüber habe ich mich sehr gefreut und fand auch den Austausch in der Leserunde sehr erfreulich.

    Die Leserunde

    Das Buch wurde in drei Leseabschnitte aufgeteilt, die sehr gut innerhalb einer Woche zu lesen waren. Zumindest waren für die Diskussionsrunden jeweils eine Woche festgesetzt. Den letzten Abschnitt habe ich allerdings bereits in der zweiten Woche beendet, hatte aber glücklicherweise Notizen gemacht und konnte so problemlos in der dritten Woche mitdiskutieren. Dabei war es erstaunlich, wie ähnlich teilweise die Leseeindrücke waren, aber auch wie unterschiedlich manche Abschnitte von den Lesenden empfunden wurden.

    Das fand ich sehr bereichernd und konnte so auch manches noch aus einer anderen Perspektive mitdenken. Mir hat die Leserunde sehr gut gefallen. Bei Band 2 wäre ich sofort wieder dabei!

    Zum Inhalt / Meine Eindrücke zum Buch

    In diesem Buch wird eine alte Kölner Sage auf neue und fantasievolle Weise erzählt. Der Legende nach, war die junge Ursula, eine Adelige aus England, auf einer Wallfahrt mit 10 Jungfrauen, der sich weitere Frauen anschlossen, bis die Schar auf 11.000 angewachsen war. Auf dem Rückweg dieser Reise wollten sie in Köln übernachten, wurden aber nicht in die Stadt gelassen, da diese mittlerweile von den Hunnen belagert wurde. Ein Sohn von Attila wollte sie heiraten und so verschonen, aber einer Prophezeiung folgend weigerte sich Ursula, woraufhin sie und ihre Begleiterinnen getötet wurden. Dem Anführer der Hunnen erschien dann allerdings im Traum eine Engelschar, woraufhin die Hunnen abzogen.

    Im Buch wird nun diese Legende als Grundlage genommen. Alle 18 Jahre erscheinen die Geister der Hunnen wieder und drohen, über Köln herzufallen. Nur eine Gruppe von elf Jungfrauen kann sie davon abhalten. Also werden seit hunderten Jahren junge Frauen, die bestimmte Anforderungen erfüllen, im Alter von 10 Jahren ihrem Elternhaus entrissen und zu den Verteidigerinnen von Köln ausgebildet. Dabei kommen den Mädchen verschiedene Kräfte zur Hilfe wie magische Fähigkeiten, besonderes alchemistisches Können oder große körperliche Kraft. Diese Fähigkeiten werden ihnen durch das Trinken aus einem magischen Kelch verliehen, bei dem sie auch ihr bisheriges Leben vergessen.

    Zu Beginn der Geschichte verschwinden zwei der Mädchen, so dass Ursula und ihr Team einen Ersatz brauchen, der noch Jungfrau ist. In der heutigen Zeit mit 18 Jahren gar nicht mal so leicht. Die Wahl fällt auf Adam, der als Stadtführer in Köln arbeitet und eher unfreiwillig in diese Situation gerät. Er wird im Verlauf der Handlung zu einem der spannendsten Charaktere. Weswegen, möchte ich nicht genauer ausführen, um nicht unnötig zu spoilern. Es wird allerdings ziemlich skurril und auch urkomisch.

    Aber eigentlich sind alle Protagonist*innen spannende und sympathische Charaktere. Ich konnte mich nicht entscheiden, welcher Perspektive ich lieber gefolgt bin. Das ist auch die Stärke des Buches. Kapitelweise wechseln die Perspektiven und man folgt jeweils einer anderen der Protas. Dadurch wird es auch nie langweilig. Es gab aber auch kein Kapitel, dass ich gerne übersprungen hätte, um wieder einer vorherigen Person zu folgen. Die Geschichte wird chronologisch erzählt, folgt aber allen wichtigen Personen gleichermaßen. Es gibt keine unnötigen Längen und die Vielzahl der Protas ist nur zu Anfang etwas unübersichtlich. Aber man kommt schnell in die fesselnde Handlung und fiebert dann richtiggehend mit.

    Auch die Vielzahl an Lebewesen in Kölns (magischer) (Unter-)Welt ist spannend und abwechslungsreich dargestellt. Teilweise ist man erleichtert, dass es noch keine Bücher mit Geruchserlebnis gibt.

    Mit der beste Charakter ist das Zuhause der Gruppe um Ursula. Das Hotel Athene verfügt über eine Vielzahl an faszinierenden Räumen und Fähigkeiten, die teilweise sehr spaßig sind. Zumindest für mich als außenstehende Leserin. Zum Feind möchte ich das Hotel nicht haben.

    Die Handlung wechselt fließend zwischen lustigen, ekligen, berührenden und tragischen Momenten. Mir wurde keine Sekunde langweilig! Es gibt großartige Szenen, witzige Dialoge, spannende Kämpfe und durch die gelungene Auflösung ist das Ende halbwegs abgeschlossen. Dennoch freue ich mich schon auf eine Fortsetzung, die hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt. Sicherlich werde ich dann Band 1 vorab noch einmal lesen.

    Wer schon Bücher von Ciamh McDonnell gelesen hat, erwartet sicherlich einen bestimmten Schreibstil. Dieser ist allerdings nicht ganz so wie sonst, da ja seine Ehefrau anscheinend einen Großteil des Buches geschrieben hat. Das ist zumindest meine Vermutung, aber ein gewisser Einfluss des Autors ist dennoch zu merken. Beide sind große Fans der Stadt Köln und waren schon mehrfach zu Lesungen und Treffen mit ihrem deutschen Verlag dort, daher haben sie die Handlung hauptsächlich in Köln angesiedelt.

    Stadtansichten von Köln über den Rhein mit dem Cover als E-Book im Vordergrund

    Fazit:

    Das Buch ist jetzt schon eins meiner Jahreshighlights, welches ich unbedingt empfehlenswert finde!

    Lasst Euch ein auf eine skurrile Reise in ein überraschend vielschichtiges Köln mit Ekelfaktor und Lachgarantie.

    Für Fans der Die Flüsse von London, Skulduggery Pleasant und Stranger Times.

    Tipp:

    Das Nachwort der Autorin mit deutschen Sätzen aus ihren Duolingo-Lektionen lesen.

    Hier findet ihr weitere Titel mit Urban Fantasy:

  • Rezension: Anarchie Déco

    Rezension: Anarchie Déco

    Infos:
    • Verlag: FISCHER Tor
    • Autor: J. C. Vogt
    • Roman
    • Paperback
    • 480 Seiten
    • Erschienen: 25.08.2021
    • ISBN: 978-3-596-00221-4
    Klappentext:

    Babylon Berlin mit Magie: ein historischer Fantasy-Roman aus der Weimarer Republik.
    Das Leben im Berlin der Zwanzigerjahre gleicht einem Tanz auf dem Vulkan. Zumal sich die Magie auf der Straße und im Nachtleben breitmacht. Eine Frau verschwindet und taucht wenig später als Steinstatue wieder auf. Nazis machen mit einem aus dem Nichts beschworenen Adler Jagd auf politische Gegner, und selbst das Varieté fügt den ohnehin schon abgefahrenen Nummern ein paar übernatürliche hinzu. Sogar der Reichstag berät über die Möglichkeit einer Wiederbewaffnung mit magischen Mitteln.
    Die junge Physikerin Nike Wehner arbeitet nicht nur wissenschaftlich daran, das neue Phänomen zu verstehen, sondern hilft auch der Berliner Polizei bei der Aufklärung magischer Verbrechen. Zur Seite stehen ihr der Bildhauer Sandor Černý und der kurz vor der Pension stehende Kommissar Seidel. Zusammen bilden sie die erste Spezialeinheit einer neuen Magiepolizei.

    Für Leser*innen von Neil Gaiman, Ben Aaronovitch, Volker Kutscher und Fans der „Phantastischen Tierwesen“.

    Spannende Fantasy für Fans von Ben Aaronovitch bis Babylon Berlin, Diversitätsdiskurs inbegriffen.

    Guido Heyn, Börsenblatt , 19. August 2021
    Meine Meinung:

    Ich habe das Buch bei Instagram entdeckt. Dort hat sich eine neue Gruppe gegründet, die jeden Monat gemeinsame Leserunden veranstalten möchte. Anarchie Déco war das erste Buch und wurde im September gelesen. Jeden Sonntag wurde dann der jeweilige Leseabschnitt unter einem neuen Beitrag diskutiert.

    Allerdings habe ich die Abschnitte nicht im gleichen Tempo gelesen. Ich war tatsächlich mal schneller, mal langsamer als die Leserunde und habe auch eher weniger mitdiskutiert.

    Das lag nicht unbedingt am Buch. Das hat mir gefallen. Aber irgendwie bin ich für solche Leserunden nicht geschaffen.

    Während ich lese, versuche ich mir zu merken, was ich anmerken oder ansprechen möchte, aber wenn es dann zur Diskussion kommt, sind diese Gedanken, die ich während des Lesens hatte, irgendwie wieder verpufft. Falls es dann niemand anderes erwähnt, fällt es mir einfach nicht mehr ein. Und ich schaffe es auch nicht, mir beim Lesen Notizen zu machen..

    Falls Euch der Instagram-Account interessiert, findet ihr ihn in der Linksammlung am Ende.

    Jetzt aber mal Klartext:

    Ich weiß nicht, ob es am Buch lag, aber ich habe drei Wochen gebraucht, um es zu lesen. Ok, es ist knapp 500 Seiten stark, die schaffe ich halt nicht in wenigen Tagen, wenn ich tagsüber arbeiten gehe und an den Wochenenden zusätzlich anderweitig beschäftigt bin. Und abends habe ich lieber gestrickt, während im Fernsehen Miss Marple lief. Aber irgendwie bin ich von mir selbst enttäuscht, dass ich diesen Monat somit nur zwei Bücher gelesen habe. Das scheint die Erinnerung an das Buch ein wenig zu trüben.

    Ganz ehrlich:

    Es ist ein tolles Buch! Mir gefiel besonders das große, wuselige und bewegte Berlin der 20er Jahre, das in diesem Buch die Bühne für die magischen Entdeckungen der Protagonisten bereitet. Auch die damals aktuellen politischen Entwicklungen werden thematisiert.

    Bei einer Vorstellung der Protagonistin gegenüber einigen Größen der Wissenschaft, die wir aus der Geschichtsschreibung kennen, lernen wir die Art der Magie kennen. Diese wird nicht durch lateinische Formeln oder besonderes Können ausgeübt. Bei dieser Art der Magie kommt ganz viel Physik und auch Kunst zum Tragen.

    Ich kenne mich mit Physik und den physikalischen Gesetzen nicht so gut aus, um zu beurteilen, ob das alles plausibel erscheint, aber das Autorenpaar schafft es, der Magie eine eigene Wirklichkeit einzuhauchen, so dass ich mir vorstellen konnte, dass es tatsächlich im Bereich des Möglichen liegen könnte.

    Die Protagonistin Nike arbeitet nebenbei auch als Beraterin für die neu gegründete Magie-Abteilung bei der Polizei und wird deshalb in einen Mordfall hinein gezogen, der sehr mysteriös und rätselhaft ist.

    Außerdem bekommt sie einen neuen Kollegen, denn die Magie muss immer von einem weiblichen und einen männlichen Part ausgeführt werden.

    So dreht sich die Geschichte hauptsächlich um die verschiedenen ProtagonistInnen, ihre persönlichen Konflikte und die Beziehungen zueinander.

    Dadurch entsteht viel Dynamik und ich habe bei den verschiedenen Geschehnissen mitgerätselt, wer was wann wo mit wem verbrochen hat.

    Lange ist nämlich völlig unklar, welche Motive hinter den verschiedenen Taten stecken. Aber zum Ende wird das alles schlüssig miteinander verwoben und mit überraschenden Wendungen aufgelöst.

    Die Sprache des Romans ist modern und auch die Themen berücksichtigen die heutigen Gepflogenheiten bezüglich Gendern, Diversität und Emanzipation, ohne belehrend oder unauthentisch zu wirken. Dabei kommt der Charme und die wechselvolle Geschichte der 1920er Jahre nicht zu kurz.

    Sollte es irgendwann eine Fortsetzung geben, lese ich diese sicher auch sehr gerne.

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