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  • Rezension: Richtig Gutes Essen

    Rezension: Richtig Gutes Essen

    Infos:

    • Autorin: Junko Takase
    • Verlag: DuMont Buchverlag
    • Übersetzerin: Yoko Ann Hamann
    • Format: Gebunden mit Schutzumschlag, farbigem Vorsatzpapier und Lesebändchen, 160 Seiten
    • Erscheinung: 10.02.2026
    • Originaltitel: Oishii Gohan ga Taberaremasuyouni
    • Originalverlag: KODANSHA LTD., Tokio, 2022

    Klappentext:

    Ein Pappkarton in roten und weißen Farben, die das Buchcover abbilden.
    Link zum Buch

    Ein bissiges und humorvolles Porträt einer Bürogemeinschaft, die ihre Kämpfe durch Essen austrägt

    Eine angepasste Bürokarriere, eine zuvorkommende Frau, richtig gutes Essen – Nitani weiß, worauf es im Leben ankommen sollte. Die Regeln sind klar, doch Nitani, dessen größtes Glück der Verzehr von Instantramen ist und der am liebsten seine gesamte Nährstoffzufuhr über eine Tablette beziehen würde, tut sich schwer mit ihnen. In seinem Büro ist Ashikawa die Art von Frau, die er wahrscheinlich heiraten wird: liebenswürdig und entschlossen, ihn von seiner Sucht nach Instantnudeln zu befreien. Aber es fällt ihm immer schwerer, sie zu respektieren – oder die süßen Leckereien, die sie verteilt und mit denen sie sich die Zuneigung ihrer Kollegen durch Backen statt durch harte Arbeit sichert.
    Seine Kollegin Oshio ist unkonventioneller – sie ist Nitanis Trinkpartnerin. In der starr reglementierten Welt des Büros kommen sich die beiden näher. Und ihr offenbart Nitani auch seine geheime Leidenschaft: die Literatur.
    Humorvoll und klug stellt Junko Takase die Frage, warum wir im Leben manchmal falsch abbiegen, und zeigt anhand einer Bürogemeinschaft die Absurditäten des modernen Zusammenlebens auf.

    Wie wurde ich auf das Buch aufmerksam:

    Im November habe ich an einer digitalen Programmvorschau für dieses Frühjahr des DuMont Buchverlages teilgenommen und bin aus meiner Begeisterung gar nicht mehr raus gekommen. Im Anschluss an die Vorstellung gab es den Aufruf einige der Titel als Rezensionsexemplare anzufragen, was ich selbstverständlich gemacht habe. So erhielt ich vor ein paar Wochen eine prall gefüllte Buchbox, passend zum Titel Richtig gutes Essen der japanischen Autorin Junko Takase. Den Inhalt der Box seht ihr in den Bildern unten. Sogar der Karton wurde mit dem Buchcover bedruckt! Einfach wunderschön.

    Meine Meinung:

    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, obwohl ich anfangs Schwierigkeiten hatte mit dem scheinbar willkürlichen Wechsel der beiden Erzählperspektiven. Die eine wird durch einen personalen Erzähler aus Nitanis Sicht erzählt, die andere ist aus Oshios Sicht in der Ich-Perspektive. Der Stil ist dabei teils nüchtern und sachlich. Die Autorin fasst allerdings scharfsinnige Beobachtungen zu einer fein gezeichneten, treffend formulierten Geschichte zusammen. Der eingestreute Humor ist dabei zurückhaltend, aber treffend formuliert.

    Als Leserin erhalte ich einen Einblick in die japanische Arbeitsmoral und die Balance zwischen den Anforderungen der strikten Berufswelt und der knappen Freizeitgestaltung, die vielfach durch ungesunde Ernährung, Stress und Schlafmangel dominiert wird. Am Beispiel der Überstunden und dem Mit- und Gegeneinander der Kolleg*innen, erfährt man einige Kritik an der japanischen Gesellschaft.

    Die Vorstellungen und Wünsche für das eigene Leben der Protagonist*innen geraten mit dem eingeschlagenen Lebensweg und dem tatsächlich Erreichbaren in Konflikt. Der Roman erzählt vom Büroalltag und den unterschiedlichen Herangehensweisen, mit denen die Charaktere miteinander umgehen, aber auch von der Gestaltung der knappen Freizeit nach Feierabend, mal mit, mal ohne Kollegen.

    Wiewohl ich einige Aspekte der behandelten Themen der einzelnen Protagonist*innen durchaus nachvollziehen konnte, blieben mir diese doch auch etwas fremd und wenig nahbar, was ich auf die Besonderheiten des japanischen Charakters schiebe, und in die ich mich als Europäisch Sozialisierte nicht so leicht hineinversetzen kann. Dennoch faszinierten sie mich beim Lesen, fand ich doch auch einige Parallelen zur westlichen Arbeitswelt.

    Für mich war die Lektüre ein interessanter Einblick in den japanischen Alltag und die Esskultur. Am Ende gibt es ein Glossar, in dem japanische Begriffe zusätzlich erklärt werden.

    Der Roman ist unterhaltsam und lesenswert und den Schreibstil mochte ich sehr. Ich habe auf jeden Fall Lust bekommen, wieder mehr asiatische Lebensmittel zu probieren.

    Wenn ihr das Buch auch gelesen habt, lasst mir doch gerne einen Kommentar da, ob der letzte Satz euch auch leichte Horrorvibes beschert hat.

  • Rezension: Mord im Mausoleum

    Rezension: Mord im Mausoleum

    Infos:

    • Reihe: Morden ohne Sorgen
    • Ein Potsdam-Provinz-Krimi, Teil 6
    • Autor: Andreas K. Buchholz
    • Verlag: beThrilled
    • 159 Seiten, E-Book
    • ISBN: 978-3-7517-5663-1
    • Erscheinung: 01.11.2025
    Auf einem Friedhof, Blick über eine Wiese mit Urnengräbern und einer Abstellfläche für Blumen, Kränze und Deko. Es ist Herbst.
Im Vordergrund ist ein E-Reader zu sehen, auf dem das Cover des Buches abgebildet ist. Vor einer Friedhofszene steht ein Zwergdackel mit einem blutigen Handschuh im Maul.
    Link zum Buch

    Klappentext:

    Ein verschwundener Sarg, ein dunkles Ritual – und ein Dackel mit Spürsinn

    Was als entspannter Sonntagsspaziergang begann, endet für Lokalreporter Frederik Loebell und seinen treuen Zwergdackel Wilhelm mit einem mysteriösen Fund: In der Familiengruft der Kallbachs liegt eine ermordete junge Frau in schwarzer Ritualkleidung. Und damit nicht genug: Der Sarg, der dort eigentlich ruhen sollte, taucht zeitgleich in einem anderen Mausoleum auf …

    Was verbindet die beiden Toten miteinander? Und was weiß der bleiche Riese mit dem schwarzen Mantel, der Loebell beinahe über den Haufen rennt?

    Zwischen nebligen Friedhöfen, nächtlichen Zeremonien und exzentrischen Verdächtigen taucht das Potsdamer Ermittlerteam in einen Fall ein, der so düster ist wie der Brandenburger Herbst – und dabei so schrullig wie immer.

    Wunderbar schräg und charmant makaber – der sechste Cosy-Krimi aus der Provinz-Reihe »Morden ohne Sorgen« mit Reporter Frederik Loebell und Dackel Wilhelm.

    beTHRILLED – mörderisch gute Unterhaltung.

    Meine Meinung:

    Auch diesmal durfte ich das Buch als Rezensionsexemplar lesen. Für mich mit der bisher beste Teil der Reihe. Die Entwicklung der Charaktere ist spürbar und die Dynamik zwischen ihnen macht sie sehr nahbar.

    In Band 6 geht es etwas düsterer zu. Das passt prima zur Jahreszeit im November. Die teilweise leicht morbide Stimmung wird durch den mittlerweile gut bekannten Humor des Autors allerdings auch aufgelockert. Der Fall ist diesmal ganz schön verzwickt und ich hatte zwar eine Ahnung, wer als Täter (oder Täterin?) in Frage kommen könnte, aber lag doch am Ende (wieder) daneben. Allerdings macht es mir jedes mal viel Spaß mit zu rätseln.

    Es lohnt sich, aufmerksam zu lesen und auch auf die kleinen Dinge und leisen Momente zu achten. Zusammen mit den skurrilen Erlebnissen, humorvollen Dialogen und der bildhaften und fesselnden Schreibweise ist dieser Roman wieder ein bunter Strauß unterhaltsamer Cosy Crime.

    Mir hat so vieles an diesem Band der Reihe gefallen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Aber superwitzig fand ich unter anderem die Geschichte mit der Notizen-App, die Loebell hier erstmals nutzt, um alle Spuren und Hinweise festzuhalten.

    Und der Star der Reihe ist natürlich auch wieder mit von der Partie. Ohne Zwergdackel Wilhelm (seit wann nennt Loebell ihn eigentlich Willi?!) wären die Geschichten nur halb so gut.

    Wie schon bei den Vorgängern, wird am Ende wieder das Thema der Fortsetzung angeteasert, was die Vorfreude und die Spannung steigert.

    Es wäre auch möglich, die Bände einzeln und ohne Vorkenntnis zu lesen, aber dann verpasst man möglicherweise zu viel Hintergrundwissen und einige der Pointen zünden dann wahrscheinlich auch nicht richtig.

    Fazit:

    Temporeich, fesselnd und humorvoll. Wieder eine große Lese-Empfehlung von mir!

    Die Bücher der Reihe:

  • Leserunde und Rezension: Ring The Bells

    Leserunde und Rezension: Ring The Bells

    Infos:

    • Nicht jede Bescherung ist ein Geschenk. The Stranger Times packt aus
    • Teil 5 der Reihe The Stranger Times
    • Autor: C. K. McDonnell
    • Verlag: Eichborn
    • Übersetzer: André Mumot
    • Format: E-Book, 512 Seiten (Hardcover)
    • ISBN: 978-3-7517-8390-3
    • Erscheinungstag: 28.11.2025

    Klappentext:

    Da will man in seinem Buchclub ein wenig Spiritualität ausprobieren und schon hat man aus Versehen den alten Gott Zalas heraufbeschworen. Und Zalas hat natürlich nur eins im Sinn: möglichst viele Gläubige um sich scharen. Doch wer glaubt heutzutage überhaupt noch an irgendwas? Kinder! Mithilfe des unglückseligen Neil Aikens erschafft Zalas ein Winterwunderland, in dem alle Wünsche wahr werden – vom echten Einhorn bis zum Besuch des Opas, der letztes Jahr doch eigentlich das Zeitliche gesegnet hat.

    Diese gewaltige Menge an Magie bleibt nicht lange unbemerkt; und die Zeit drängt, denn wenn die vierte Kerze brennt, sind Zalas und seine Anhänger nicht mehr aufzuhalten. Das Team der Stranger Times muss einen Weg finden, um nicht nur Weihnachten, sondern womöglich die ganze Welt zu retten.

    Das Buchcover ist auf einem E-Book-Reader eingeblendet. Darüber steht weihnachtliche Deko mit verschiedengroßen Hunden und einem Weihnachtsmann mit einem Quietscheentchen in einem Badezuber.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich habe mich sehr gefreut, als ich zur Leserunde in der Lesejury zugelassen und mir ein Exemplar als E-Book zur Verfügung gestellt wurde. Die Teilnahme an der Leserunde hat mir viel Spaß gemacht. Der Austausch war wertschätzend, aufschlussreich und vor allem kurzweilig. So gingen die 3 Wochen der Leserunde wie im Flug vorbei.

    Dies ist der 5. Band der Reihe. Beim Lesen und Diskutieren in der Leserunde fiel mir auf, dass ich Band 4 zwar schon seit Erscheinen im Regal stehen habe, aber es bisher noch nicht gelesen hatte. Das hat allerdings mein Lesevergnügen in keiner Weise geschmälert. Jeder Band führt die Entwicklung und Abenteuer der Hauptfiguren fort, und man sollte wenigstens Band 1 bereits gelesen haben, um ein grundsätzliches Verständnis für die Welt der Stranger Times aufzubringen. Wer Band 1 mag, wird an den Folgebänden nicht vorbei gehen.

    Zum Buch

    In dieser turbulenten Weihnachtsgeschichte geht es um nicht weniger als die Rettung der Welt vor einem zerstörerischen Gott, was nur die Mitarbeiter der Stranger Times vollbringen können. Dabei sind die liebgewonnenen Charaktere nicht die einzigen, die diesmal Raum in der Geschichte einnehmen.

    Im Prolog wird eine kurze Übersicht über die Geschehnisse der vergangenen Bände geliefert, so dass Fans, die die Bücher vor längerer Zeit gelesen haben, ihr Wissen auffrischen können.

    Mit die witzigsten Szenen handeln vom Gott Zalas, der nach sehr langer Zeit in eine ihm völlig unbekannte Welt voller technischer Spielereien und ignoranter Menschen gerät, die seine Suche nach wahren Gläubigen zu einer harten Prüfung werden lassen. Mit wenigen Sätzen hält uns C. K. McDonnell einen Spiegel vor und öffnet die Augen für die kritikwürdigen Seiten der Weihnachtszeit und ihrer Konsumsucht.

    Neben dem schwarzen Humor und den großartigen Dialogen gibt es auch tiefgründige und berührende Kapitel, die zum Nachdenken anregen. So handelt ein Teil des Buches von den traumatischen Erlebnissen einer beliebten Figur, die die düsteren Seiten des Krieges und seiner Folgen beleuchtet.

    Dabei schafft es der Autor problemlos, auch die ernsten Töne zu treffen und gleichzeitig mit irrwitzigen Plottwist die Erwartungen der Lesenden zu übertreffen.

    Besonders hervorzuheben sind auch in diesem Band die zwischen den Kapiteln vereinzelt eingefügten Zeitungsartikel, die mit ihrem ganz besonderen Humor und den schrägen Storys den Witz von C. K. McDonnell unterstreichen.

    Auch wenn der Showdown zum Ende dann ein wenig unerwartet und leichtfüßig daher kommt, bleiben einige offene Fragen ungeklärt und wecken die Hoffnung auf eine würdige Fortsetzung.

    Fazit:

    Das Buchcover ist auf einem E-Book-Reader eingeblendet. Darüber steht weihnachtliche Deko mit verschiedengroßen Hunden und einem Weihnachtsmann mit einem Quietscheentchen in einem Badezuber. 
Im weißen Randbereich steht der Schriftzug STRANGER TIMES

    Ring the Bells war ein großes Lesevergnügen und passt perfekt in die Vorweihnachtszeit. Die Übersetzung hat einen großartigen Job gemacht und den englischen Humor bestens ins Deutsche übertragen.

    C. K. McDonnell hat einen fantastischen Stil, der sich ein wenig mit Terry Pratchett, Ben Aaronovitch und Derek Landy vergleichen lässt, verleiht Manchester allerdings seinen ganz eigenen Charakter. Ich kam auch in diesem Buch wieder voll auf meine Kosten und freue mich schon, mehr von ihm zu lesen!

    P. S.: Unbedingt die Danksagung lesen!

    Tipp:

    Link zur Rezension Ursula und das V-Team

  • Rezension: Café Finito

    Rezension: Café Finito

    Infos

    • Autorin: Sybil Volks
    • Verlag: C.Bertelsmann
    • Ausgabe: Hardcover, mit Schutzumschlag, 336 Seiten
    • Erschienen am: 01.10.2025
    • ISBN: 978-3-570-10540-5
    Eine Reihe Gräber an einem Fußweg, im Vordergrund wird das Buch vor die Kamera gehalten.
    Link zum Buch

    Klappentext

    Café Finito – wo sich Trauernde und Liebende, Tragik und Komik begegnen. Eine Hymne an die Kraft der menschlichen Gemeinschaft. Ein Roman, der das Leben feiert.

    »Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin, in Gesellschaft von Deutschlands talentiertesten Toten, stand das Café Finito. Hier versorgte Kristof seine Gäste mit Kaffee, Tee und Torte, und wer es wünschte, bekam eine Portion Sahne und Trost obendrauf. Kristof riss ein Blatt vom Kalender, sein Blick fiel auf das Schild an der Wand, Lost & Found. Er war gespannt auf die Menschen seiner neuen Abschiedsgruppe, die sich heute zum ersten Mal trafen – und auf ihre gemeinsame Reise durch das kommende Jahr. Es war ein Anfang für alle – nach einem Ende, das für sie alles verändert hatte.«

    Kristof ist die Seele des Cafés. Seit vielen Jahren geleitet er die Abschiedsgruppen mit sanfter Autorität durch das Tal der Trauer. Nur über seine eigene weiß niemand etwas. Iris, die Schriftstellerin, hat ihre Mutter verloren, Matthias, Versicherungsmakler, seine Geliebte, Lizzie nach siebzig Jahren ihren Mann, und Mira, die junge Ärztin, trauert um ihre beste Freundin. Sie lassen sich ein auf ein Angebot, das ihnen völlig neue Perspektiven eröffnet.

    Ein hinreißend erzählter, lebenskluger Roman über all das, was Menschen verbindet und das Leben einzigartig macht. Ein wenig Magie kommt ins Spiel. Und wie es sich beim Tod gehört, sitzen Tragik und Komik im selben Boot.

    Für Leser:innen von Mariana Leky, Alena Schröder und Elisabeth Strout – und für all jene, die sich auf kluge Weise mit den großen Fragen des Lebens auseinandersetzen möchten.

    Die Rückseite des Buches mit dem Klappentext.

    Meine Meinung:

    Ich kann dieses Buch unbedingt empfehlen. Sybil Volks hat auf dem Berliner Friedhof, auf dem sie die Handlung spielen lässt, einen ganzen Kosmos zwischen Leben und Tod angesiedelt.

    Die Protagonist*innen sind dabei sehr individuell und bezaubern durch ihre Eigenarten und teils skurrilen Gewohnheiten. Die Autorin erzählt aus diesen unterschiedlichen Perspektiven und gibt jeder Figur den notwendigen Raum. Das verbindende Element ist dabei Kristof, der auf dem Friedhof lebt und arbeitet und hier auch das Café betreibt, in dem er Trauernden ein Jahr lang einen festen Termin anbietet, an dem sie sich untereinander austauschen und Halt geben können.

    Mir gefiel auch der fast märchenhafte Teil mit dem Fest zum Día de los Muertos, das seinen Höhepunkt mitten in der Nacht auf dem Friedhof findet.

    Der Roman behandelt die Themen Trauer und Tod berührend und respektvoll, aber dennoch mit Wärme und Humor und öffnet den Raum für die Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Lebenden.

    Ein Buch über Abschiede und den Mut für Neuanfänge, voller Poesie und Fantasie.

    Ich habe gerne meine Zeit mit Lizzie, Iris, Kristof und den anderen Protagonist*innen verbracht.

  • Theater und Pfannkuchen

    Theater und Pfannkuchen

    Vor zwei Wochen war ich mit meiner Familie im Neuen Theater. Heute möchte ich kurz davon berichten.

    Vorher:

    Wir sind mit dem Bus in die Innenstadt gefahren und hatten noch Zeit bis zum Einlass. Also schlenderten wir gegenüber des Theaters über den Opernplatz, auf dem gerade eine sehr interessante Outdoor-Ausstellung über die städtebauliche Entwicklung in den 1970er Jahren stattfand.

    Außerdem entdeckte ich eine interessante Fläche, die zum Sitzen einlädt. Es ist ein Projekt, bei dem sich Menschen an verschiedenen Terminen zu verschiedenen Themen treffen und einfach nur still Zeit miteinander verbringen können. Vielleicht schaffe ich es mal, zu einem der Termine dort hinzugehen. Finde es sehr spannend.

    Das Neue Theater

    Das Theater ist in privater Hand und wurde 1962 von James v. Berlepsch gegründet. Es wird in 2. Generation geleitet und hat ein abwechslungsreiches Programm mit einem meist wechselnden Ensemble.

    Wir gehen seit ein paar Jahren regelmäßig hin. Es gibt zwar nur 151 Sitzplätze und ist nicht barrierefrei, da der Saal im Untergeschoss nur über Treppen erreichbar ist. Aber es gibt dort auch eine gemütliche Bar, in der mensch sogar passende Cocktails zu den aktuellen Stücken trinken kann. Durch die schmalen Sitzreihen kommt man den übrigen Gästen ziemlich nah, aber die Sitze sind doch bequem.

    Aufsteller mit Flyern zum Programm und Hinweisschild zum Theater mit Werbung zum aktuellen Stück.

    Das besuchte Stück

    Diesmal sahen wir uns Das Gasthaus an der Themse an. Das Stück wurde von Florian Battermann und Jan Bodinus nach dem Kriminalroman von Edgar Wallace geschrieben.

    Zu Beginn sehen wir eine Hafenszene, in der jemand mit einem Harpunenpfeil ermordet wird. Der ikonische Beginn der Filme mit den Schüssen und der bekannten Melodie sowie der Londoner Nebel auf der Bühne erzeugen direkt die richtige Atmosphäre. Die Fans der Filme kommen bei diesem Stück voll auf ihre Kosten.

    Die Schauspieler übernehmen teilweise mehrere Rollen. So hat Kay Szacknys sogar 4 Rollen. Jedoch war ich so von der Handlung gefangen, dass es mir teilweise gar nicht auffiel.

    Das Stück ist herrlich nostalgisch, humorvoll, fesselnd und mit einem Augenzwinkern.

    Bühnenbild

    Das Bühnenbild ist raffiniert aufgebaut. Durch einfache Handgriffe wechselt der Handlungsort vom Hafen, zur berüchtigten Kneipe Mekka und auch zur Praxis des Gerichtsmediziners Dr. Smith. Einfache Elemente wie das beleuchtete Schild über der Kneipentür, Aktenordner des Arztes oder Windlampen auf dem Schiffsdeck helfen bei der Zuordnung der Orte. Bei Szenenwechseln bauen die Schauspieler*innen diese durch schnelle Handgriffe im Halbdunkel um. Das hat mich beeindruckt, denn es ging schnell von der Hand, ohne dass jemand über irgendetwas gestolpert ist.

    Die Schauspieler*innen finden sich auf der kleinen Bühne auch dann perfekt zurecht, wenn gedämpftes Licht und Londoner Nebel um die Kisten im Hafen wabert und schaffen es, das Stück mit viel Leben zu füllen. Hannes Ducke spielt einen etwas tölpelhaften Langstreckenschwimmer, der dem Kommissar wichtige Hinweise zur Lösung des Falles geben kann und sogar selbst Akkordeon spielt und dazu singt. Mit einigen fast slapstickhaften Szenen erinnert er an die Rollen von Eddi Arendt aus den Edgar Wallace Verfilmungen und sorgt für einige Lacher in dem Stück.

    Der Kommissar wird von Jens Knospe gespielt. Ihn und Fiona Sonnemann kennen wir bereits aus dem Stück Mein Mann wird Mutter. Beiden schaue ich sehr gerne beim Schauspiel zu. Fiona Sonnemann und Sabine Schmidt-Kirchner spielen im Gasthaus an der Themse die schüchterne Ziehtochter und die durchsetzungsstarke Wirtin. Außerdem erfüllen sie noch zwei weitere Rollen mit Leben.

    Da ich das Buch noch nie gelesen und den Film vor einer halben Ewigkeit gesehen habe, war die Auflösung des Mordfalles eine Überraschung für mich.

    Das Stück hat viel Spaß gemacht und ich kann es sehr empfehlen. Die knapp zwei Stunden vergingen wie im Fluge und am Ende hat der ganze Saal begeistert applaudiert.

    Besetzung

    • Hannes Ducke Woodrow Wilson (Woody)/Käpitän Brown
    • Bernd E. Jäger van Boxen Doktor Smith/Romanow
    • Jens Knospe Inspektor Harry Wade/Nachtwächter
    • Sabine Schmidt-Kirchner Mrs. Nelly Oaks/Anna Fuller
    • Fiona Sonnemann Lila Watson/Delilah Pattison
    • Kay Szacknys Fred McMullen/William Golly/Nathan Lane/Matrose Jim

    Abendessen

    Nach dem Theater sind wir noch essen gegangen. Da wir bereits in der 16 Uhr Vorstellung waren, konnten wir ein gemütliches Abendessen planen. Also haben wir zur Abwechslung mal Halt im Pfannkuchen-Haus gemacht. Dort gibt es unterschiedliche Pfannkuchen, herzhaft und süß, mit verschiedensten Füllungen und auch saisonalen Angeboten. Auch wenn die Wartezeit manchmal länger ist, weil es voll ist, esse ich doch gerne dort, da es einfach schmeckt.

    Und außerdem gibt es dort immer was zu sehen. Die Einrichtung ist urtümlich, voll mit alten Fässern und Dekorationen und an der Decke fährt ein Zeppelinmodell an einer Schiene herum.

    Fazit

    Ich hatte wirklich einen tollen Tag und freue mich schon auf den nächsten Theaterbesuch. Vielleicht berichte ich ja mal wieder davon.

    Linksammlung:

  • Rezension: Jane Austen

    Rezension: Jane Austen

    Infos:

    • Untertitel: Ihr Leben als Graphic Novel
    • Autorin: Janine Barchas
    • Ausgabe: Hardcover, Pappband, 144 Seiten, durchgehend vierfarbig illustriert
    • Erschienen am: 27.08.2025
    • Originaltitel: The Novel Life of Jane Austen. A Graphic Biography
    • Übersetzung: Aus dem Englischen von Eva Bonné
    • ISBN:978-3-328-60356-6
    • Verlag: Penguin
    • Illustrator*in: Isabel Greenberg

    Klappentext:

    Zum 250. Geburtstag am 16. Dezember 2025: Das Leben der geliebten Literatur-Ikone in zauberhaften Bildern

    Jane Austen wird zur Hauptfigur ihrer eigenen Graphic Novel! Liebevoll gezeichnet und mit großer Detailtreue erzählt dieses Buch von Janes Leben: Als unverheiratete Frau kämpft sie mit finanzieller Unsicherheit und muss sich in einer von Männern dominierten Welt durchsetzen. Mit Witz und Schlagfertigkeit umschifft sie die Klippen der Konventionen und macht sich ihre scharfsinnigen Gedanken über Mode, Literatur und ihre Mitmenschen.

    Wir begleiten Jane und ihre Schwester Cassandra, ihre engste Verbündete, durch das England der Regency-Ära mit seinen strikten Vorstellungen davon, was eine Frau tun sollte (heiraten!) und was sie nicht tun sollte (Künstlerin sein!). Wir sind dabei, wenn »Stolz und Vorurteil«, »Emma« und die anderen berühmten Romane Gestalt annehmen und Jane sich nach Zurückweisungen, Zweifeln und Enttäuschungen über ihre erste Veröffentlichung freuen darf. Zahlreiche Zitate aus den Romanen und Anspielungen auf deren Verfilmungen sind in den bezaubernden Bildern versteckt.

    Für leidenschaftliche Jane-Austen-Fans und alle, die es werden möchten.

    Auf einem gedeckten Tisch mit einer Teetasse und Gebäck liegt das Buch neben einer Karte mit einem Buch-Zitat: "In der ganzen Welt gilt es als ausgemachte Wahrheit, dass ein begüterter Junggeselle unbedingt nach einer Frau Ausschau halten muss."
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich gebe zu, ich habe das Buch beim Verlag angefragt und nicht damit gerechnet, tatsächlich ein Rezensionsexemplar zu erhalten. In diesem Jubiläumsjahr kommt mensch ja kaum an Büchern von und mit Jane Austen vorbei. Daher rechnete ich damit, dass die Rezensionsexemplare längst vergeben wären. Umso mehr habe ich mich dann gefreut, als ich das Buch tatsächlich im Briefkasten hatte.

    Auf einem gedeckten Tisch mit einer Teetasse und Gebäck liegt das Buch. Es ist die Rückseite mit dem Klappentext zu sehen.

    Ich habe es sofort meiner Mutter gezeigt, die auch ein großer Fan ist und sie war mindestens genauso begeistert.

    Das Buch ist einfach wunderschön gestaltet und beinhaltet viele Fakten und Wissenswertes rund um das Leben und die Welt der Autorin, die im Dezember vor 250 Jahren geboren wurde. Mir war zum Beispiel nicht bewusst, dass sie eine große Bewunderung von Shakespeare war und es daher viele Referenzen zu seinen Texten in ihren Büchern gibt.

    Handlung

    Die Handlung ist in drei Abschnitte unterteilt, die Schlaglichter auf jeweils einige Jahre werfen. Der Aufenthalt in Bath in jüngeren Jahren, die Zeiten der Armut und des Mangels nach dem Tod des Vaters und der Umzug nach Steventon und die späteren Jahre in Chawton mit der Suche nach einer Heilung ihrer Krankheit und ihren Tod im Alter von 41 Jahren. Hier habe ich unter anderem auch gelernt, dass Esel keiner Steuer unterworfen waren und die Damen deshalb einen Eselskarren zur Fortbewegung nutzten.

    Wer schon eine der zahlreichen Biografien über Jane Austen gelesen hat, wird hier kaum neue Erkenntnisse gewinnen. Aber mir gefällt der knappe Stil, der durch die Zeichnungen aufs Bezauberndste ergänzt wird. Auch das Farbkonzept – gedeckte Farben für den Alltag der Autorin, leuchtende Farben für Szenen aus ihren Büchern – hat mich überzeugt. So war immer eindeutig unterscheidbar, worum es gerade geht.

    Besonders hervorzuheben ist auch das ausführliche Glossar am Ende, das chronologisch die Fakten aus der Erzählung mit weiteren Informationen ergänzt und erläutert.

    Wer die Bücher kennt, wird viele Zitate in den Texten zu den Illustrationen finden, aber auch Kenner*innen der Filme und Serien können in den Zeichnungen einige (versteckte) Hinweise und Anspielungen entdecken.

    Grundsätzlich kann ich dieses Buch allen Interessierten empfehlen. Wem ausführliche Biografien zu langweilig sind, ist eingeladen, sich hier einen ersten Einblick in das Leben der (in meinen Augen) viel zu früh verstorbenen Jane Austen zu verschaffen. Viele werden sicherlich danach noch tiefer darin eintauchen wollen.

    Ergänzend:

    Besonders faszinierend fand ich das im Buch am Ende erwähnte Onlineportal What Jane saw, auf dem man virtuell zwei verschiedene Gemäldesammlungen besuchen kann, in denen Jane Austen nachweislich im Verlauf ihres Lebens gewesen ist.

    Mein sehr persönliches Empfinden:

    Nach der Lektüre habe ich (erneut) ein großes Bedauern verspürt, dass noch einige Texte unvollendet blieben. Auch die Vernichtung eines Teils der Korrespondenz Jane Austens durch ihre geliebte Schwester Cassandra empfinde ich als großen Verlust, habe jedoch auch Verständnis dafür, das Andenken an ihre Schwester nicht unnötig zu belasten. Es lässt sich aus heutiger Sicht sicherlich schlecht nachvollziehen, aber Jane und Cassandra werden sich darüber bestimmt einig gewesen sein, was erhaltenswert war. Die Lücken in den erhaltenen Briefen und Texten lassen Platz für Spekulationen, die auch in der Graphic Novel thematisiert wurden.

    Diese nimmt sich an der einen oder anderen Stelle künstlerische Freiheiten heraus, die ich allerdings als nicht allzu kritikwürdig empfand. Am Ende wird es anhand der tatsächlichen Ereignisse erklärt.

    Ich habe auch wieder große Lust, mal wieder die Bücher zu lesen, die ich bereits in verschiedenen Ausgaben gesammelt habe.

    Tea-Time
    Auf einem gedeckten Tisch mit einer Tasse Tee und Scones mit Marmelade und Clotted Cream und herzhaften Scones liegt das Buch.

    Die Graphic Novel hat mich auch dazu gebracht, einige der Verfilmungen zu erwerben, die ich bisher noch nicht kannte. So kam es, dass ich einen Filmabend mit meiner Mutter veranstaltet habe. Sie hat dazu einige Leckereien vorbereitet und wir haben eine gemütliche Tea-Party gefeiert, während unsere Männer zum Fußball gegangen sind.

    Auf einem gedeckten Tisch mit Teetassen und Gebäck liegen vier DVDs und das Buch.
    Auf einem Fernsehbildschirm ist eine Filmszene zu sehen.
Im Vordergrund ist ein gedeckter Tisch mit Tee und Gebäck.

    Weitere Rezensionen:

    Virtueller Galeriebesuch:

    Weitere Klassiker: