Infos:
- Autorin: Junko Takase
- Verlag: DuMont Buchverlag
- Übersetzerin: Yoko Ann Hamann
- Format: Gebunden mit Schutzumschlag, farbigem Vorsatzpapier und Lesebändchen, 160 Seiten
- Erscheinung: 10.02.2026
- Originaltitel: Oishii Gohan ga Taberaremasuyouni
- Originalverlag: KODANSHA LTD., Tokio, 2022
Klappentext:

Ein bissiges und humorvolles Porträt einer Bürogemeinschaft, die ihre Kämpfe durch Essen austrägt
Eine angepasste Bürokarriere, eine zuvorkommende Frau, richtig gutes Essen – Nitani weiß, worauf es im Leben ankommen sollte. Die Regeln sind klar, doch Nitani, dessen größtes Glück der Verzehr von Instantramen ist und der am liebsten seine gesamte Nährstoffzufuhr über eine Tablette beziehen würde, tut sich schwer mit ihnen. In seinem Büro ist Ashikawa die Art von Frau, die er wahrscheinlich heiraten wird: liebenswürdig und entschlossen, ihn von seiner Sucht nach Instantnudeln zu befreien. Aber es fällt ihm immer schwerer, sie zu respektieren – oder die süßen Leckereien, die sie verteilt und mit denen sie sich die Zuneigung ihrer Kollegen durch Backen statt durch harte Arbeit sichert.
Seine Kollegin Oshio ist unkonventioneller – sie ist Nitanis Trinkpartnerin. In der starr reglementierten Welt des Büros kommen sich die beiden näher. Und ihr offenbart Nitani auch seine geheime Leidenschaft: die Literatur.
Humorvoll und klug stellt Junko Takase die Frage, warum wir im Leben manchmal falsch abbiegen, und zeigt anhand einer Bürogemeinschaft die Absurditäten des modernen Zusammenlebens auf.
Wie wurde ich auf das Buch aufmerksam:
Im November habe ich an einer digitalen Programmvorschau für dieses Frühjahr des DuMont Buchverlages teilgenommen und bin aus meiner Begeisterung gar nicht mehr raus gekommen. Im Anschluss an die Vorstellung gab es den Aufruf einige der Titel als Rezensionsexemplare anzufragen, was ich selbstverständlich gemacht habe. So erhielt ich vor ein paar Wochen eine prall gefüllte Buchbox, passend zum Titel Richtig gutes Essen der japanischen Autorin Junko Takase. Den Inhalt der Box seht ihr in den Bildern unten. Sogar der Karton wurde mit dem Buchcover bedruckt! Einfach wunderschön.
Meine Meinung:
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, obwohl ich anfangs Schwierigkeiten hatte mit dem scheinbar willkürlichen Wechsel der beiden Erzählperspektiven. Die eine wird durch einen personalen Erzähler aus Nitanis Sicht erzählt, die andere ist aus Oshios Sicht in der Ich-Perspektive. Der Stil ist dabei teils nüchtern und sachlich. Die Autorin fasst allerdings scharfsinnige Beobachtungen zu einer fein gezeichneten, treffend formulierten Geschichte zusammen. Der eingestreute Humor ist dabei zurückhaltend, aber treffend formuliert.
Als Leserin erhalte ich einen Einblick in die japanische Arbeitsmoral und die Balance zwischen den Anforderungen der strikten Berufswelt und der knappen Freizeitgestaltung, die vielfach durch ungesunde Ernährung, Stress und Schlafmangel dominiert wird. Am Beispiel der Überstunden und dem Mit- und Gegeneinander der Kolleg*innen, erfährt man einige Kritik an der japanischen Gesellschaft.
Die Vorstellungen und Wünsche für das eigene Leben der Protagonist*innen geraten mit dem eingeschlagenen Lebensweg und dem tatsächlich Erreichbaren in Konflikt. Der Roman erzählt vom Büroalltag und den unterschiedlichen Herangehensweisen, mit denen die Charaktere miteinander umgehen, aber auch von der Gestaltung der knappen Freizeit nach Feierabend, mal mit, mal ohne Kollegen.
Wiewohl ich einige Aspekte der behandelten Themen der einzelnen Protagonist*innen durchaus nachvollziehen konnte, blieben mir diese doch auch etwas fremd und wenig nahbar, was ich auf die Besonderheiten des japanischen Charakters schiebe, und in die ich mich als Europäisch Sozialisierte nicht so leicht hineinversetzen kann. Dennoch faszinierten sie mich beim Lesen, fand ich doch auch einige Parallelen zur westlichen Arbeitswelt.
Für mich war die Lektüre ein interessanter Einblick in den japanischen Alltag und die Esskultur. Am Ende gibt es ein Glossar, in dem japanische Begriffe zusätzlich erklärt werden.
Der Roman ist unterhaltsam und lesenswert und den Schreibstil mochte ich sehr. Ich habe auf jeden Fall Lust bekommen, wieder mehr asiatische Lebensmittel zu probieren.
Wenn ihr das Buch auch gelesen habt, lasst mir doch gerne einen Kommentar da, ob der letzte Satz euch auch leichte Horrorvibes beschert hat.


















