Schlagwort: Lesekreis

  • Buchvorstellung des Lesekreises – Teil 2

    Buchvorstellung des Lesekreises – Teil 2

    Heute stelle ich euch die restlichen Bücher vor, die wir beim letzten Lesekreis-Treffen im November besprochen haben. Ich glaube, es war kein Buch dabei, das ich nicht lesen würde. Durchweg waren die Eindrücke positiv und beeindruckt.

    Falls Ihr noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, werdet Ihr hier sicher fündig.

    Bernhard Schlinck: Abschiedsfarben

    Eine Frau in einem roten Gewand sitzt mit dem Rücken zum Betrachter auf einem Bett.
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    Klappentext:

    Geschichten über Abschiede, die bedrücken, und Abschiede, die befreien, über das Gelingen und Scheitern der Liebe, über Vertrauen und Verrat, über bedrohliche und bewältigte Erinnerungen und darüber, dass im falschen Leben oft das richtige liegen kann und im richtigen das falsche. Geschichten von Menschen in verschiedenen Lebensphasen, ihren Ängsten, Verstrickungen und Hoffnungen. »Liebe und mache, was du willst« ist vielleicht kein Rezept für ein gutes Ende, aber eine Antwort, wenn andere Antworten versagen.

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    Ein Mann verrät den Freund, den er nicht verlieren will. Einen anderen wirft eine Kränkung aus der Bahn und lässt ihn zerstören, was er liebt. Eine späte Begegnung mit der Jugendliebe – kann sich jetzt noch erfüllen, was damals versagt blieb? Eine Frau ringt damit, dem geschiedenen, todgeweihten Mann zu vergeben.

    Eine Nacht, in der an ein Tabu gerührt wird – kann es danach weitergehen, als sei nichts geschehen? Ein Junge verbringt mit seiner Mutter einen Sommer am Meer, entdeckt sie, wie er sie nicht kannte, und entdeckt sich selbst.

    Jemand hat selbstbestimmt Abschied vom Leben genommen – was macht das mit den Hinterbliebenen, wie werden sie damit fertig? Als seine Erinnerungen seine Gegenwart überwältigen, muss ein Mann seinen Frieden mit der Vergangenheit machen. Sie sind miteinander glücklich, er einundsiebzig, sie dreiunddreißig – was hat es mit seinem plötzlichen Gefühl auf sich, er dringe mit seiner Altersliebe in ihr junges Leben ein? Geschichten, die überraschen, verstören und beglücken.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Ganz verschiedene Abschiede auf unterschiedliche Weise erzählt: traurig, wütend, schuldbewusst heiter, gelassen. Für den Abschiednehmenden jedoch nicht das Ende. Die Leserin haben die Erzählungen immer wieder in ihren Bann gezogen.

    Robert Lewis Stevenson: Reise mit einer Eselin durch die Cevennen

    Klappentext:
    Zeichnung eines Esels auf grünem Grund.
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    Als junger Mann bricht Robert Louis Stevenson auf zu einer eigenwilligen Reise: Gemeinsam mit der Eselin Modestine durchwandert er die französischen Cevennen. Ausgerüstet mit einem eigens entworfenen Schlafsack, einem Revolver gegen Wölfe und Räuber, Weißbrot für sich und Schwarzbrot für den Esel, sucht Stevenson die Einsamkeit. Und entdeckt als Erstes, dass Modestine ihren eigenen Willen hat. Während sich die ungleichen Wandergesellen langsam anfreunden, erkundet Stevenson die Geheimnisse der Landschaft und ihrer Bewohner. Denn eines weiß er sicher: Reisen muss man um des Reisens willen.Stevensons geistreicher wie humorvoller Reisebericht gilt als Meisterwerk der frühen Reiseliteratur und wurde vom Guardian unter die hundert besten Sachbücher aller Zeiten gewählt.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Entdeckung eines Klassikers, der begeistert hat. Zeitlos und amüsant zu lesen.

    Markus Thielemann: Von Norden rollt ein Donner

    Klappentext:

    Der Wolf ist zurück in der Lüneburger Heide. Und während Jannes – wie schon sein Vater und sein Großvater – täglich seine Schafe über die Heideflächen treibt, kochen die Emotionen im Dorf hoch. Kann Heimatschutz Gewalt rechtfertigen? Wo es vordergründig um Wolfspolitik geht, stößt er bald auf Hass, völkische Ideologie – und auf ein tiefes Schweigen. „Von Norden rollt ein Donner“ ist eine Spurensuche in der westdeutschen Provinz, die Geschichte eines brüchigen „urdeutschen“ Idylls.

    Eine Schafherde in einer Heidelandschaft umrahmt vom Buchtitel und dem Namen des Autors.
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    Täglich treiben der 19-jährige Jannes und seine Familie die Schafe über die Flächen der Lüneburger Heide. Doch es herrscht eine gärende Unruhe in der Gegend, der Wolf ist zurück. Es mehren sich Schafsrisse und mit ihnen Konflikte im Dorf, die schnell politisch werden. Während völkische Siedler versuchen, das Thema für ihre Zwecke in Beschlag zu nehmen, die Situation sich zuspitzt und in Selbstjustiz der Bevölkerung zu eskalieren droht, flüchtet sich Jannes zu seinen Schafen in die Heide. Doch dort wird durch eine gespenstische Begegnung plötzlich die düstere Ortsgeschichte aufgefächert, die ihren langen Schatten in die Gegenwart wirft. Markus Thielemann schreibt mit seinem Anti-Heimatroman das Psychogramm einer Sehnsuchtslandschaft und zeigt auf ebenso subtile wie fesselnde Weise, wie sich ein Idyll in sein Gegenteil verkehren kann.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Leserin hat einen persönlichen Bezug zur Heidelandschaft, da sie dort her stammt und hat deswegen eine besondere Verbindung gespürt. Das Buch besticht durch eine wunderbare Sprache, ist spannend und poetisch.

    Kim Thuy: Der Klang der Fremde

    Klappentext:
    Auf dem Cover sitzt eine Person mit einem asiatischen Strohhut vom Betrachter abgewandt auf einem Holzsteg und blickt aufs Wasser.
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    »Man glaubt immer, das Leben von Einwanderern sei nur schwer. Und vergisst dabei, dass ihre Erfahrungen auch wunderbare, lustige, bewegende und oft ganz absurde Momente umschließen…«

    Die kleine Kim ist zehn, als ihre Familie aus Vietnam fliehen muss. Auf einer abenteuerlichen Odyssee ­gelangen sie übers Meer, vegetieren in überfüllten Flüchtlingslagern, finden schließlich im Westen, im fernen Kanada eine neue Heimat.
    Wenn der Schock der Fremdheit überwältigend ist, lässt sich die Welt nur über die Sinne erschließen. An Klängen, Farben, Gerüchen entfalten sich deshalb die Erinnerungsbilder, an denen Kim Thúy dreißig Jahre später der Spur ihres Lebens nachgeht – eine lose Kette, mäandernd zwischen Einst und Jetzt, Krieg und Frieden, Verstörung und überraschendem Glück. Da ist die Kindheit im goldenen Käfig einer großbürgerlichen Familie in Saigon. Die Flucht im lichtlosen Unterdeck eines maroden Schiffes. Ein Kinderarmband aus rosa Plastik, in dem die Eltern Edelsteine schmuggelten. Der erste Anblick von Schnee in Québec, der Krach, den fremde Stimmen machen, auch wenn sie freundlich sind. Die Komik zahlloser Missverständ­nisse. Die Wiederbegegnung mit der alten Heimat, in die man als Fremde zurück­kehrt.

    Mit selbstverständlicher Meisterschaft hat Kim Thúy einen überraschenden, ganz und gar persönlichen Lebensroman einer Emigration geschrieben. In unvergesslichen, sinnlichen Bildern erzählt er von Flucht, Vertreibung und Neubeginn, von Schmerz und Lust der Erinnerung und dem täglichen Glück, sein Leben zu wagen.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Leserin war selbst bereits in Vietnam und findet die Schilderungen des Landes und der Kultur als eindrucksvoll. Die Beschreibungen, auch der heute sehr aktuellen Flüchtlingsproblematik empfindet sie als authentisch. Die Autorin schreibt in kurzen Kapiteln mosaikartig und schildert ihre Erinnerungen an die Flucht und das Ankommen im für sie fremden Kanada in einer bilderreichen poetischen Sprache. Das Erschließen ihrer neuen Heimat beschreibt sie anhand von Klängen, Gerüchen und Farben. Sehr lesenswert.

    Das Buch liegt auf einer karierten Decke.
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    Sybil Volks: Café Finito

    Ich selbst habe das Buch Café Finito vorgestellt. Folgt gerne diesem Link zur Rezension, um mehr darüber zu erfahren:

    Café Finito.

  • Buchvorstellung des Lesekreises – Teil 1

    Buchvorstellung des Lesekreises – Teil 1

    Heute möchte ich Euch ein paar Bücher vorstellen, die für den Lesekreis gelesen wurden. Zum letzten Lesekreis-Treffen hat jede der Damen ein Buch ihrer Wahl gelesen und dann wurde das jeweilige Buch den übrigen präsentiert.

    Das war ein wirklich schöner Abend voller vielfältiger und interessanter Lektüre und ich möchte Euch diese Bücher nicht vorenthalten. Vielleicht sucht Ihr ja noch nach einem literarischen Weihnachtsgeschenk. Ich denke, diese Bücher eignen sich sehr als Geschenkvorschläge.

    Da es insgesamt zehn Bücher waren, werde ich zwei Beiträge veröffentlichen, damit diese nicht so lang werden.

    Zwei Leben von Ewald Arenz
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    Ewald Arenz: Zwei Leben

    Klappentext:

    Ein Dorf, die Welt – und die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben
    1971 in einem Dorf in Süddeutschland. Nach einer Art Schneiderlehre in der Stadt kehrt die 20-jährige Roberta auf den Hof ihrer Eltern zurück. Sie ist das einzige Kind und wird irgendwann einmal die Bäuerin sein. Hier auf dem Land sind Vergangenheitsbewältigung, Kriegsdienstverweigerung, Feminismus, Popkultur und Miniröcke nichts, womit man sich beschäftigt. Hier zählen Arbeit, Gehorsam und moralisches Verhalten. Roberta träumt davon, eigene Kleider zu entwerfen, aber sie weiß genau, dass das Träume bleiben werden. Zugleich liebt sie ihren Hof und die körperliche Arbeit in der Natur, wo sie sich ganz und gar spürt. Und sie liebt Wilhelm, den Pfarrerssohn. Wilhelm ist nicht nur für Roberta der Grund, im Dorf zu bleiben. Auch seine Mutter Gertrud bleibt wegen ihres Sohnes. Im Gegensatz zu Roberta hasst sie das Landleben und wünscht sich nichts mehr, als weggehen zu können, hinaus in die Welt.
    Beide Frauen werden schwanger und müssen eine Entscheidung treffen. Doch ein tragisches Unglück gibt ihrer beider Leben eine komplett neue Richtung.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Sehr flüssiger Schreibstil mit wunderbaren Bildern. Die Geschichte fängt langsam an, nimmt aber dann an Fahrt auf und hat es schwer gemacht, das Buch wegzulegen.

    Madame Bovary von Gustave Flaubert
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    Gustave Flaubert: Madame Bovary

    Klappentext:

    Als Emma den Landarzt Charles Bovary heiratet, träumt sie von Liebe, Luxus und Leidenschaft, von einem Leben, wie sie es aus ihren Romanen kennt. Doch der Alltag in der Provinz ist ganz anders als erhofft. In ihrem Bestreben, ihre Sehnsüchte zu erfüllen, lässt sie sich verführen und setzt damit eine verheerende Spirale aus Betrug und Verzweiflung in Gang.
    Gustave Flaubert brachte sein Ehebruchroman eine Anklage wegen Verstoßes gegen die öffentliche Moral ein. Das Gericht sprach den Autor zwar frei, rügte aber insbesondere den schockierenden Realismus, der sich in der erotisch aufgeladenen und psychologisch scharfen Darstellung der Emma Bovary zeigte. – Mit einer kompakten Biographie des Autors.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Geschichte einer gelangweilten Arztgattin, die nach Leidenschaft und Erfüllung in ihrem Leben sucht, hat beeindruckt und durch seinen literarischen Realismus überzeugt,

    Daniel Glattauer: Die spürst Du nicht

    Die spürst du nicht von Daniel Glattauer
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    Klappentext:

    Zwei Ehepaare gönnen sich einen exklusiven Urlaub in der Toskana. Tochter Sophie Luise darf ihre Schulfreundin Aayana mitnehmen, ein Flüchtlingskind aus Somalia. Kaum hat man sich mit Prosecco und Antipasti in Ferienlaune gebracht, kommt es zur Katastrophe: Aayana ertrinkt im Swimming-Pool. Unweigerlich stellt sich die Schuldfrage, an der bald nicht nur die Freundschaft der Familien zu zerbrechen droht. Was ist ein Menschenleben wert? Und jedes gleich viel?

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Sehr gut lesbar, keine komplizierte Sprache. Sehr gelungene Darstellung komplizierter aktueller Themen und zwischenmenschlicher Emotionen und Reaktionen.

    Rónán Hession: Leonard und Paul

    Leonard und Paul von Rónán Hession
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    Klappentext:

    Leonard und Paul sind allerbeste Freunde. Während Leonard als Ghostwriter Kinderenzyklopädien verfasst, arbeitet Paul als Aushilfspostbote. Das Leben der beiden verläuft in ruhigen, wohlgeordneten Bahnen – bis jedem von ihnen etwas widerfährt, das eine ganze Reihe von Veränderungen in Gang setzt.
    Dieser hochgelobte Debütroman rückt jene Menschen in den Mittelpunkt der Erzählung, die im Alltag oftmals übersehen werden. Leonard und Paul beteiligen sich nicht am Lärmen der Welt, sondern zeichnen sich durch Eigenschaften aus, die immer seltener anzutreffen sind: Freundlichkeit, Sanftmut und Bescheidenheit. Eine hinreißend charmante Lektüre voller Humor, die nachdrücklich vor Augen führt, wie bereichernd es sein kann, sich auf den Nebenstraßen des Lebens zu bewegen.

    »Wenn Sie in diesem Jahr nur ein einziges Buch lesen, dann bitte dieses. Und wenn Sie fertig sind, dann gehen Sie in Ihre Buchhandlung und kaufen noch ein Exemplar für einen lieben Menschen. Denn jeder sollte einen Leonard oder einen Paul haben – und wenn nur in Buchform.« WDR 5 SCALA

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Kraft dieses Buches liegt in der sehr ruhigen, manchmal auch humorvollen Beschreibung dieser beiden besonderen Menschen, die geradlinig im Leben stehen.

    Susann Pasztor: Von hier aus weiter

    Von hier aus weiter von Susann Pásztor
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    Klappentext:

    Von zweiten und dritten Chancen im Leben

    Nach dreißig Jahren Ehe ist Marlene plötzlich Witwe​, doch statt zu trauern, ist sie vor allem wütend. Die Mitglieder ihrer ​angeheirateten Großfamilie wundern sich über ihr Verhalten, aber Marlene lässt niemanden an sich heran. Bis sie eine​s Tages einen unerwarteten Mitbewohner bekommt: Jack​ ist nicht nur ein begnadeter Koch, sondern stellt auch die richtigen Fragen.​ Und er ist nicht der Einzige, der Marlene noch mal so richtig aus dem Konzept bringt.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Geschichte hat sehr beeindruckt und nachdenklich gestimmt. Fazit: Auch wenn man nicht mehr leben wollte, das Leben geht weiter, und man kann sogar noch etwas sehr Schönes erleben und neue Menschen kennenlernen, die zu Freunden werden können.

    Link zur Leseliste des Lesekreises der letzten Jahre

  • Buchvorstellung: Mathilda

    Buchvorstellung: Mathilda

    Infos:

    • Autorin: Mary Shelley
    • Übersetzung: Stefan Weidle
    • Zusätzliche Texte: Mit einem Nachwort von Stefan Weidle
    • Verlag: Pendragon Verlag Bielefeld
    • Preis: € 22,00
    • Format: Hardcover, 196 Seiten
    • ISBN: 978-3-86532-870-0
    • Erschienen am: 26.02.2025

    Klappentext:

    Die junge Mathilda wächst nach dem Tod ihrer Mutter einsam und ohne Zuwendung auf. Erst als ihr Vater aus seinem selbst auferlegten Exil zurückkehrt, wagt sie, auf Glück zu hoffen. Doch nach wenigen gemeinsamen Wochen legt sich ein Schatten über die Beziehung der beiden, und Mathilda droht in einen noch tieferen Abgrund zu stürzen …

    Mary Shelley schrieb mit »Frankenstein« einen wegweisenden Roman der Schwarzen Romantik. Auch in dem nachfolgenden Werk »Mathilda«, das erst über hundert Jahre später posthum veröffentlicht wurde, verarbeitete sie Themen wie Obsession, Empfindsamkeit und die Erhabenheit der Natur.

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    Lesung und Gespräch am Stand des Literatur-Rats NRW am letzten Messetag

    Leere Sessel stehen auf einem Podest, dahinter ein großer Bildschirm mit der Ankündigung des Programmpunktes. Seitlich im Bild steht das Buch auf einem Tisch vor einem aufgeklappten Laptop.

    Das Gespräch

    Am letzten Messetag bin ich bei der Buchvorstellung zu dem Buch Mathilda von Mary Shelley gewesen. Die Autorin schrieb das Buch nachdem sie zwei ihrer Kinder im Kleinkindalter verloren hatte und noch in tiefer Trauer darüber war. Dies merkt man der Geschichte an. Generell ist Mary Shelley als Erfinderin der Gothic Novel bekannt. Also den düsteren, romantischen Titeln mit Horrorelementen.

    Das Gespräch führte Günther Butkus, der Verlagsleiter des Pendragon Verlags aus Bielefeld, bei dem das Buch erschienen ist, mit dem Übersetzer Stefan Weidle, der früher selbst als Verleger tätig war. Seine Frau Barbara Weidle las zwischendurch einen Abschnitt aus dem Buch vor, der mir sehr gefallen hat und mir definitiv Lust darauf gemacht hat, das Buch zu lesen. Vielleicht ja mit meinem Lesekreis.

    Verlagsleiter Günther Butkus, Übersetzer Stefan Weidle und Barbara Weidle (Lesung)
    Verlagsleiter Günther Butkus, Übersetzer Stefan Weidle und Barbara Weidle (Lesung)

    Wie sich der Übersetzer auf die Arbeit mit dem Buch vorbereitete

    Stefan Weidle las unter anderem die Wahlverwandtschaften von Goethe, um sich auf die Sprache der Zeit um 1819 einzustellen. Außerdem kann er die Frankenstein-Übersetzung von Alexander Pechmann und die Mary Shelley Roman-Biografie von Barbara Sichtermann empfehlen.

    Er betonte, dass Mary Shelley stets sagte, dass sie nicht die Vorlage für ihre Protagonist:innen war.

    „I did not make myself the heroine of my tales.“

    Verlagsleiter Günther Butkus, Übersetzer Stefan Weidle und Barbara Weidle (Lesung)
    Verlagsleiter Günther Butkus, Übersetzer Stefan Weidle und Barbara Weidle (Lesung)

    Die Autorin und ihre Zeit

    Mary Godwin war die Tochter der Feministin und Schriftstellerin Mary Wollstonecraft, die kurz nach ihrer Geburt starb. Ihr Vater William Godwin war Philosoph und sorgte für eine umfassende Bildung seiner Töchter. So sprach Mary Shelley Italienisch und lebte mit ihrem späteren Mann eine Zeitlang in Italien, wo sie auch zum Beispiel Texte von Dante übersetzte.

    In ihrem Umfeld gab es einige Selbstmorde. Zwei ihrer Kinder starben früh, was sie in schwere Depressionen stürzte. Dies spiegelt sich auch in ihren Geschichten. Ihre Texte sind sprachlich von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Teilweise nutzt sie eine karge Sprache. Sie hat den starren Blick einer Depressiven, den man nur schreiben kann, wenn man selbst depressiv ist.

    Verlagsleiter Günther Butkus, Übersetzer Stefan Weidle und Barbara Weidle (Lesung)
    Verlagsleiter Günther Butkus, Übersetzer Stefan Weidle und Barbara Weidle (Lesung)

    Ein paar Worte zu Mathilda

    Die Geschichte entstand zu der Zeit, als ihre Kinder starben. Wie Mary selbst, wächst die Protagonistin ohne Mutter auf. Das Buch selbst erschien erst 1959 posthum, über 100 Jahre nach dem Tod der Autorin. Das Manuskript wurde ihm Nachlass ihres Vaters gefunden.

    Im Originalmanuskript hat Mary Shelley Hinweise auf literarische Werke anderer Autor:innen ihrer Zeit eingestreut. Dies war durchaus üblich und galt als Hommage. Dies hat der Übersetzer mit aktuelleren Zitaten aus der deutschen Literatur eingebaut, da die heutigen Leser:innen die Zitate von damals nicht erkennen würden.

    In der Geschichte geht es auch um Inzest, ein Mode-Thema der damaligen Zeit. Dieser ist die Wurzel des Elends von Mathilda, die der Leidenschaft des Vaters ausgesetzt ist, der in ihr die verstorbene Mutter sieht. Er war nach dem Tod der Mutter lange abwesend und nach der Rückkehr ziehen sie nach Schottland, wo er sie jedoch nach einigen Wochen wieder verlässt. Mathilda gibt sich daran die Schuld.

    Stefan Weidle schilderte im Gespräch eine Verfolgungsszene des Buches derart bildhaft, dass ich spätestens dann beschloss, dass ich das Buch unbedingt lesen muss. Seid Ihr auch neugierig geworden?

    Weiterführend:

    Meine Rezension zu einem Roman über Mary Shelley findet Ihr unter diesem Link. Ich hätte Stefan Weidle gerne gefragt, ob er dieses Buch kennt und wie er es fand, aber mir fiel die Autorin leider nicht ein.

    Buchvorstellung Für immer von Maja Lunde

    Verlagsleiter Günther Butkus, Übersetzer Stefan Weidle und Barbara Weidle (Lesung)
    Verlagsleiter Günther Butkus, Übersetzer Stefan Weidle und Barbara Weidle (Lesung)

    Über den Verlag (Auszug)

    Seit seiner Gründung 1981 hat sich der Pendragon Verlag stetig weiterentwickelt und ist dabei doch immer seinen Wurzeln treu geblieben. Besonders im Fokus stehen hier Romane, die verschiedene Epochen und Orte der deutschen Geschichte thematisieren.

    Doch nicht nur die deutsche Geschichte findet Repräsentation, sondern auch spannende Werke aus anderen Kulturen stehen bei Pendragon im Fokus.

    Mit Stephen Crane hat außerdem einer der ganz großen Autoren Amerikas bei Pendragon ein Zuhause gefunden. Viele seiner Werke erschienen als deutsche Erstübersetzungen beim Verlag.

    Doch nicht nur die Prosa ist im Verlag gut aufgehoben, sondern auch Lyrik findet sich im Programm. In die magische Welt der Worte entführt Lina Atfah, deren arabische Gedichte in zwei Gedichtbänden kunstvoll auf Deutsch übersetzt wurden. Auch Hellmuth Opitz schreibt in seinen Werken mit poetischen Worten Bilder.

    Pendragon ist ein kleiner Verlag mit großer Vielfalt, der übrigens 2020 und 2022 den Deutschen Verlagspreis erhielt.

    Der Verlag führt auch einen Blog, den ihr unter diesem Link finden könnt.

    Frühjahrstitel vom Pendragon Verlag mit Mathilda von Mary Shelley
    Link zum Verlag

  • Buchvorstellung: Für immer

    Buchvorstellung: Für immer

    Infos:

    • Autorin: Maja Lunde
    • Ausgabe: Hardcover, mit Schutzumschlag, 320 Seiten
    • Erschienen am: 15.01.2025
    • Originaltitel: Lukkertid
    • Übersetzung: Aus dem Norwegischen von Ursel Allenstein
    • ISBN: 978-3-442-76278-1
    • Originalverlag: Forlaget Oktober

    Klappentext:

    An einem gewöhnlichen Tag Anfang Juni kommt die Zeit zum Stehen. Niemand stirbt, niemand wird mehr geboren. Die neue Ewigkeit verändert das Lebensgefühl der Menschen: Die Rentnerin Margo will ausgelassen das Leben feiern und auf Reisen gehen – doch ihr pflanzenliebender Ehemann Otto möchte seine Balkonblumen nicht alleine lassen. Für die Fotografin Jenny gibt es nichts Schöneres, als die geschenkte Zeit mit ihrer Familie im Sommerhaus zu verbringen. Trotzdem plagt sie das Gefühl, etwas Wichtiges zu verpassen. Und die Krankenschwester Eva erlebt die Sorge der Schwangeren, die nicht wissen, wann ihre Babys zur Welt kommen. Überall im Land rätselt man, warum die Menschen aus dem Lauf der Zeit herausgefallen sind. Ist es ein Virus, ein alter Zauber oder eine Verschwörung böser Mächte? Und warum geht in der Natur der Kreislauf von Werden und Vergehen unvermindert weiter? Feinfühlig und mit viel Wärme schreibt Maja Lunde in ihrem neuen großen Roman über das Leben im Jetzt, die eigene Endlichkeit und über unsere Verbindung zur Natur.

    Link zum Buch

    Gespräch mit Maja Lunde bei der Leipziger Buchmesse 2025

    Vor der Buchmesse hatten wir die Gelegenheit uns für einige Lesungen und Buchvorstellungen anzumelden, die im Bloggerroom BL:OOM stattfinden sollten.

    Unter anderem hatte ich mich für das Gespräch mit Maja Lunde angemeldet, das am Eröffnungstag um 13 Uhr stattfand. Mein Messebuddy Mo war auch dafür angemeldet und wir trafen pünktlich am BL:OOM ein und setzten uns erwartungsvoll in den bereits gut gefüllten Raum.

    Die Gespräche wurden hauptsächlich von Buchblogger:innen geführt, die die Buchmesse-Verantwortlichen eigens hierfür eingeladen hatten.

    Die Autorin:

    Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Sie ist eine bekannte Drehbuch- sowie Kinder- und Jugendbuchautorin.

    Das Gespräch

    Das Gespräch wurde komplett in Englisch geführt, was für mich unproblematisch war. Allerdings ging das nicht allen Anwesenden so. Da hätte es sicher geholfen, wenn die Gesprächsführerin Ilke einiges auf Deutsch übersetzt hätte.

    Zunächst fragte sie die Autorin einiges über ihren Werdegang. So erfuhren wir etwas über ihre Entwicklung von der Drehbuch- und Kinderbuchautorin zur gefeierten Autorin für Erwachsenenromane.

    »Die Geschichte der Bienen« war ihr erster Roman für Erwachsene. Es folgten »Die Geschichte des Wassers«, »Die Letzten ihrer Art« und »Der Traum von einem Baum«, womit ihr literarisches »Klimaquartett« abgeschlossen ist.

    Die Autorin Maja Lunde und Ilke sitzen sich an einem Stehtisch auf erhöhten Stühlen gegenüber. Sie sitzen sich zugewandt, leicht schräg zum Publikum, und sehen sich an. Maja Lunde hält ein Mikrofon und spricht gerade.
Hinter ihnen steht ein Plakat der Buchmesse, auf dem das Logo der Leipziger Buchmesse und das Logo der Leipziger Messe ist, dazwischen steht BL:OOM, darunter in kleineren Buchstaben BloggerRoom #lbm in verschiedenen Farben. In großen Worten steht dort außerdem das Motto der LBM 2025: Worte bewegen meine Welt #LBM25.
    Maja Lunde im Gespräch mit Ilke (Buchgeschichten)

    Anschließend ging es dann um den aktuellen Roman „Für immer“, der Anfang dieses Jahres auf Deutsch erschien.

    Als sie vor etwa 10 Jahren größere Berühmtheit erlangte und 40 Jahre alt wurde, begann sie über das Leben und den Tod nachzudenken. Sie fragte sich, was passiert, wenn die Zeit stehen bleibt und niemand mehr stirbt. Daraus entstand dann der Roman, in dem sie aus den Perspektiven verschiedener Protagonist:innen erzählt, die alle unterschiedlich mit dem neuen Leben umgehen.

    Zunächst fühlen sich alle gesegnet und freuen sich über die neu gewonnene Zeit, doch irgendwann wird die Situation angsteinflößend und verzweifelt, nichts ändert sich mehr.

    Am Beispiel der Fotografin Jenny, die durch ihre Fotos versucht, Menschen und Szenen zu einer bestimmten Zeit einzufangen und für die Ewigkeit zu konservieren, zog Maja Lunde den Vergleich, dass Social Media versucht, den Tod zu besiegen, in dem unvergängliche Momente geschaffen werden sollen. Man versucht, Normalität in einer schwierigen Zeit zu erhalten.

    „To capture photos makes time stand still.“

    Ich fand die Aussage gut, dass es immer Hoffnung geben sollte. Denn:

    „Without hope we don’t have the urge to act.“

    Ein anderer Aspekt des Romans ist, dass die Natur weiter im Kreislauf des Werdens und Vergehens bleibt. Maja Lunde begründete dies damit, dass die Natur genug von der Menschheit hatte und sie einfach gestoppt hat.

    Auch sind die Geschichten in diesem Roman miteinander verbunden.

    Die Autorin hat noch einen kleinen Hinweis für zukünftige Leser:innen gegeben:

    Auf Seite 309 kann man den Roman auf eine komplett andere Art betrachten. Mehr konnte sie, ohne zu spoilern, nicht dazu sagen.

    Vorschlag für meinen Lesekreis

    Ich bin von der Geschichte sehr fasziniert und habe sie bereits meinem Lesekreis vorgeschlagen, da ich denke, dass wir dazu sehr viel zu diskutieren haben werden. Ich konnte die Damen definitiv sehr neugierig auf das Buch machen und wir planen, es noch in diesem Jahr zu lesen. Mal sehen, ob wir genug Exemplare über die Bücherei beziehen können.

    Abschließend

    Zuletzt wurde noch nach kommenden Projekten gefragt. Maja Lunde weiß schon, worum es in ihrem nächsten Roman gehen wird, hat aber nichts weiter verraten.

    Nach dem Druck gefragt, den sie als Autor:in verspüren könnte, wenn man bereits ein erfolgreiches Buch geschrieben hat, sagte sie, dass sie beim Schreiben nicht an die Leser:innen denkt, sondern den Fokus auf die Geschichte legt.

    Und auf die Frage, was sie am meisten freut, war ihre Antwort, die Reaktionen der jungen Frauen und Mädchen, die sich durch ihre Romane inspiriert fühlen. Sie bekam bereits Nachrichten, in denen ihre Leserinnen ihr berichteten, dass sie sich weniger auf sich selbst fixieren, sondern hinaus gehen, um die Welt zum Besseren zu verändern.

    Zu guter Letzt

    Nach dem Gespräch war noch Zeit, ein paar Fotos zu machen und sich ein Autogramm zu holen. Die Autorin war mir sehr sympathisch.

    Die Autorin Maja Lunde sitzt auf einem Stuhl an einem Stehtisch, ich stehe daneben. Wir blicken beide lächelnd in die Kamera.
BLOOM Gespräch
    Maja Lunde und ich

    Links:

    Nachbericht LBM 25

    Vorschau auf die LBM 25

    Bericht von Mo zum ersten Messetag

  • Mein Jahr 2023

    Mein Jahr 2023

    Kommt es euch auch so vor, dass das vergangene Jahr wahnsinnig schnell vorbei gegangen ist?

    Zumindest kommt es einem so vor. Dabei habe ich in diesem Jahr doch viel erlebt. Vor allem viel Schönes! Das bezeugen auch viele Fotos, die ich auch noch mit euch teilen möchte. Aber das später.

    Zunächst möchte ich ein paar Erlebnisse Revue passieren lassen.

    Meine Highlights im Jahr 2023

    • Autorenlesung Thorsten Sueße im Januar
    • Autorenlesung Barbara Schlüter im April
    • Autorenlesung Andreas Gruber im September mit Mo
    • Lesekreis und Lyrikkreis
    • Familienfrühstücke und -feiern
    • Maurice, der Kater im Kino
    • mehrere Töpferkurse im Kulturtreff
    • 150. SchleFaZ live in Berlin im April
    • Kalk und Welk mit Torsten Sträter, Aufzeichnung von zwei Folgen live in Köln im Oktober
    • Urlaub in Holland im Juni
    • Treffen mit Freunden
    • Trittsteine mit Mama basteln
    • Häkeln und Stricken nach Anleitung
    • Besuch des MPS mit Livebands u.a. Subway to Sally, Mr. Hurley und die Pulveraffen, Saor Patrol und Rapalje
    • Romantic Garden im Rittergut Remeringhausen mit meinen Eltern besuchen
    • diverse Geburtstagsfeiern
    • diverse Veranstaltungen im Kulturtreff Plantage (Davenstedt 2. Platz beim Table Quiz!, Lichterfest mit Lyriklesungen des Lyrikkreises)
    • Rundgang durchs Davenstedter Alte Dorf
    • Exkursion Benther Berg
    • Führung auf den Empelder Waldberg
    • Neueröffnung am neuen Standort der Busenfreundin in Braunschweig
    • ein Buddyread mit franzisleseyoga über Instagram
    • Ich habe es geschafft, ein Abblendlicht am Auto selbst zu wechseln!
    • Spaziergänge mit Mama und Fotos von Bernd das Brot
    • Handball gucken mit Mo und meiner Cousine
    • coole Collagen gebastelt
    • Trivial Pursuit Horror Edition gewonnen

    weniger positive Dinge in 2023:

    • mir musste ein Backenzahn gezogen werden
    • eine Woche mit starker Erkältung krank geschrieben
    • wir haben Weihnachten durch das gestiegene Grundwasser Wasser im Keller gehabt
    • Tele5 stellt die Ausstrahlung des SchleFaZ zum Jahresende ein

    Bleibt noch zu sagen:

    Ihr seht, ich habe doch ganz schön viel erlebt im vergangenen Jahr.

    Außerdem wurde festgestellt, dass ich Bluthochdruck habe, so dass ich jetzt täglich eine Tablette dagegen nehmen muss. Ich habe allerdings festgestellt, dass es mir dadurch besser geht. Ich bin öfter mal mit Kopfschmerzen aufgewacht, die sind jetzt komplett weg. Und durch die Spaziergänge mit meiner Mutter geht es mir grundsätzlich besser. Ich bin nicht mehr so kurzatmig und habe etwas an Ausdauer gewonnen.

    Da kann ich nur sagen: Geht regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen!

    Das Beste an 2023:

    Die Bandmitglieder der Band Irdorath aus Belarus sind frei!

    SchleFaZ hat ein neues Zuhause! Ab Sommer 2024 werden die SchleFaZ-Sendungen bei rtl Nitro ausgestrahlt und vorher kommen Olli und Päter noch in jedes Bundesland zu einer Wunschfilm-Vorführung!

    Mein Lesejahr 2023:

    Ich hatte mir ein Leseziel von 42 Büchern gesetzt. Das habe ich sogar noch übertroffen, denn ich habe insgesamt 62 Bücher gelesen. Laut der Read-o-App sind es 19.026 Seiten insgesamt. Monatsdurchschnitt 1.586 Seiten.

    Da ich wenige Bücher als Rezensionsexemplare gelesen habe und viele Bücher ganz nach Lust und Laune gelesen habe, habe ich kaum Enttäuschungen erlebt. Besonders bei den Rezensionsexemplaren waren tolle Bücher dabei. Aber die Rezensionen dazu habt ihr sicher schon hier in meinem Blog gelesen.

    Für den Lesekreis habe ich jetzt zuletzt Zwischen Welten von Juli Zeh gelesen. Dieses Buch hat mir nicht gefallen und zählt zu den wenigen Büchern, die mich nicht begeistern konnten. Darüber sprechen wir im Januar.

    Dieses Jahr haben wir im Lesekreis 11 Bücher gelesen, waren gemeinsam Essen und hatten einige sehr schöne gemeinsame Abende.

    Die für den Lesekreis gelesenen Bücher:

    12 Buchcover als Screenshot
    in der Reihenfolge von unten nach oben

    Meine gelesenen Bücher im Überblick:

    Bevor ich euch jetzt noch ein paar Fotos zeige, möchte ich für das vergangene Jahr danken und allen einen guten Rutsch in ein hoffentlich gesundes, schönes, buchiges, nazifreies und fantastisches Jahr 2024 wünschen!

    Kommt gut rüber und habt eine gute Zeit!

    Mein Jahr in Bildern:

  • Thriller-Lesung im Kulturtreff

    Thriller-Lesung im Kulturtreff

    Am 24.01. war ich bei einer Lesung im Kulturtreff Plantage. Dies ist mein Bericht dazu mit einer kleinen Autoren- und Buchvorstellung.

    Ein runder Tisch steht auf einer Bühne vor einem Aufsteller mit einem Foto des Autors.
    Link zur Autorenseite

    Der Autor:

    Dr. med. Thorsten Sueße, geboren 1959, verheiratet, zwei erwachsene Söhne, wohnt mit seiner Frau im Umland von Hannover.

    Seit vielen Jahren schreibt er Kriminalromane, in denen er großen Wert auf die anschauliche Darstellung des psychologischen Täterprofils legt – und das nicht ohne Grund.

    Thorsten Sueße weiß, worüber er schreibt. Er ist – genauso wie seine Romanfigur Dr. Mark Seifert – Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, leitet den Sozialpsychiatrischen Dienst der Region Hannover und hat früher Personen wegen begangener Gewalttaten auf ihre Schuldfähigkeit begutachtet. Bei der Darstellung der Handlung seiner Kriminalromane orientiert er sich an seinem eigenen Arbeitsalltag, der durch eine regelmäßige Zusammenarbeit mit der Polizei Hannover geprägt ist.

    Weitere Informationen findet Ihr auf der Autorenwebseite: Über Thorsten Sueße

    Das Buch:

    • Titel: Atemlos in Hannover
    • Verlag: CW Niemeyer Buchverlage , Hameln
    • Erschienen: September 2021
    • ISBN: 978-3-8271-9384-1
    • 496 Seiten, Klappenbroschur

    Klappentext:

    Psychothriller

    Im Alltag erscheint er unauffällig, aber er ist voller Wut, die ihn zum Mörder macht. Immer wieder …

    Eine Frau wird von einem unbekannten Täter beim Geocaching in Hannover getötet. Es ist der erste Mordfall für Kriminaloberkommissar Raffael Störtebecker nach dessen Versetzung von Hamburg in die niedersächsische Landeshauptstadt.
    Der Täter verhält sich außergewöhnlich. Er beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei, indem er der Mordkommission irritierende Nachrichten sowie Fotos und Videos seiner getöteten Opfer zusendet. Und er kündigt sogar das Datum seines nächsten Mordes an, lässt die Polizei aber im Unklaren, wer das zukünftige Opfer sein wird.
    Die eiskalt ermordeten Frauen standen in keiner erkennbaren Verbindung zueinander. Aber es muss einen roten Faden geben! Der Leiter der Mordkommission schaltet den Psychiater Dr. Mark Seifert ein, um von ihm mögliche Hinweise auf das Tatmotiv des Killers zu erhalten.
    Die Polizei steht massiv unter Zeitdruck, wenn sie den nächsten angekündigten Mord noch verhindern will …

    Link zu den Büchern des Autors

    Einige Worte zur Lesung:

    Kürzlich war ich mit einigen Frauen aus dem Lesekreis bei einer Lesung von Dr. Thorsten Sueße im Kulturtreff Plantage.

    Wir saßen in der ersten Reihe, so dass wir einen perfekten Blick auf die Mimik und Gestik des Autors während der Lesung und der kurzen Fragerunde am Ende hatten. Er hat beim Lesen fast schon die Handlung dargestellt, so dass er einmal bei einer ausladenden Geste fast die Stehlampe neben sich umgestoßen hätte. Man hat gemerkt, dass er eine Zeitlang in einer Schauspielschule war.

    Ziemlich zu Beginn des Textes, den der Autor gelesen hat, schreit einer der Protagonisten laut. Dies hat der Autor nicht nur gelesen, er hat richtig geschrien. Wer eventuell Gefahr lief, ein wenig einzudösen, war nach diesen Sekunden sicherlich hellwach. Alle im Saal sind einmal kollektiv zusammen gezuckt. Das war ein großes Vergnügen.

    Was mir noch gefallen hat

    Ich mag es ja, wenn Autoren bei Lesungen den Text nicht nur einfach „runter lesen“, sondern auch die Gefühle und Gedanken ihrer Protagonisten transportieren können. So ist man als Zuhörer gleich noch mehr gefesselt.

    Um einen guten Einblick in das Buch zu bekommen, wurden verschiedene Stellen des Buches, in nicht chronologischer Reihenfolge, gelesen. So begegnet der geneigte Zuhörer wohl ziemlich allen Hauptprotagonisten und erhält einen guten Querschnitt der Geschichte. Allerdings erfährt man natürlich nicht, wer der gesuchte Mörder ist. Ich habe versucht, es zu erraten, aber um die Lösung zu erfahren, werde ich das Buch wohl selbst erstmal komplett lesen müssen. Das hat Dr. Sueße wirklich geschickt gemacht. Sicher nicht schwer zu erraten, dass meine Neugier geweckt wurde.

    In der kurzen Pause zwischen den beiden etwa halbstündigen Leseabschnitten habe ich mir auch direkt zwei der Bücher gekauft. Das an dem Abend gelesene ist der Auftakt zu einer neuen Reihe rund um den Kriminalkommissar Raffael Störtebecker und seine Kollegen, in der aber der Bezug zu den vier Vorgängebänden durch das Auftreten bereits bekannter Protagonisten gegeben ist.

    Daher kaufte ich mir auch den ersten Band der Vorgängerreihe: „Toter Lehrer, guter Lehrer“, der die Erlebnisse von Dr. Mark Seifert schildert. Hier sind viele Erfahrungen des Autors in die Figur des Psychiaters und kriminalpsychiatrischen Gutachters eingeflossen. Das weckt auch mein Interesse an den Büchern, die alle unabhängig voneinander gelesen werden können.

    Was noch?

    Die Bücher spielen hauptsächlich in und um Hannover, so dass ich mich schon darauf freue, beim Lesen ganz viele bekannte Orte der Stadt wieder zu erkennen.

    Ich werde berichten.

    Fazit

    Ich kann Euch nur wärmstens empfehlen, zu einer Lesung von Dr. Sueße zu gehen, wenn Ihr mal die Gelegenheit dazu habt. Es war ein gelungener Abend mit vielen interessanten Eindrücken.

    Visuelles

    Jetzt zeige ich Euch noch ein paar Bilder, die ich während der Lesung mit meinem Handy gemacht habe.

    Link zur Veranstaltungsseite des Autors

    Meine signierten Bücher: