Schlagwort: Rezensionsexemplar

  • Rezension: Die Summe aller Dinge

    Rezension: Die Summe aller Dinge

    Infos:

    • Autor: Oliver Bottini
    • Verlag: DuMont Buchverlag
    • Seiten: 480
    • Erscheinungstag: 12.05.2026
    • ISBN: 978-3-8321-8148-2
    • Ausstattung: Gebunden mit Schutzumschlag, Goldprägung und Lesebändchen

    Klappentext:

    Auf den Spuren derer, die den Staat um Millionen betrogen haben

    Frühjahr 2018: In Duisburg erschießt sich ein Mann am frühen Morgen, in London wird ein anderer von einem geheimnisvollen Wagen totgefahren, auf Capri sprechen alle von Mord, doch am Tatort ist weder ein Körper noch Blut zu finden. Das kann kein Zufall sein, weiß auch die Frankfurter Polizistin Vera Berg, die um ihren verstorbenen Mann Zaid trauert und nach Capri reist, um nach Antworten zu suchen. Was hat er vor ihr verheimlicht? Ist Erik, der langjährige Freund und Kollege ihres Mannes, doch nicht in seiner Villa ermordet worden? Und wenn nicht, wo ist er? Und wo ist ihre Tochter, die nach dem Tod ihres Vaters einfach verschwunden ist?

    Zaid, Freddy und Erik sind Studienfreunde, die das große Geld machen wollten und deren Aktiengeschäfte sich in der allzu beliebten Grauzone bewegen – bis eine Staatsanwältin auf sie aufmerksam wird und alles aus dem Ruder läuft.

    Meisterhaft erzählt Oliver Bottini davon, zu was ungebremste Gier führen kann: politisch brisant und hoch spannend.

    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Das Buch beginnt im Prolog mit Zaid, der sich eine Waffe kauft und sich kurz darauf damit selbst erschießt. Er hinterlässt eine Frau und eine Tochter, die ganz unterschiedlich damit umgehen. Während die Polizistin Vera zuerst fast daran zerbricht und nach zwei weiteren Morden an seinen Freunden und Geschäftspartnern beginnt, nach den Hintergründen und der Motivation zu suchen, verschwindet die Tochter Emmy spurlos.

    Vera reist kreuz und quer durch Europa, immer auf der Suche nach den Mördern und nach möglichen Hintermännern. Sie deckt dabei einige Geheimnisse auf, die ihr Mann vor ihr hatte und die sie auf die Skandale um CumEx und CumCum stoßen. Mehrmals wird sie fast selbst das Opfer eines Mörders.

    Parallel webt der Autor mit Rückblicken und anderen Blickwinkeln ein Geflecht aus Geheimnissen, Geschäften in steuerlichen Grauzonen und privaten Verwicklungen, quer über alle Kontinente und über den Verlauf mehrerer Jahre. Er erzählt in diesem fiktiven Krimi von der sehr persönlichen Motivation Zaids, den politischen Verflechtungen und ist dabei nah an der Realität.

    Dabei ist der Krimi alles andere als eine leichte Lektüre für zwischendurch. Als Lesende wurde meine Aufmerksamkeit gefesselt und meine Konzentration gefordert. Die etwas über 470 Seiten sind nicht schnell weggelesen. Aber die Geschichte ist voller spannender Wendungen und gut recherchierter Details, ohne sich im Netz der Wirtschaftsbegriffe zu verheddern. Es gibt keine unnötig langen Erläuterungen oder Verstrickungen in detailreichen Beschreibungen, die notwendigen Begriffe werden fast nebenbei gut verständlich erklärt, so dass die Lektüre nicht langweilig wird.

    Die Charaktere sind authentisch und ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehbar beschrieben. Besonders bei einzelnen Personen wie Vera oder Erik ist man nah dran und kann ihre Beweggründe gut nachfühlen.

    Die Rückseite des Buches mit dem Klappentext, weiße Schrift vor blauem Hintergrund.
Steuerbetrug Krimi global

    Fazit:

    Eine spannende Suche nach den Hintergründen der Morde und ein faszinierendes Abtauchen in den Sumpf aus Korruption, Geheimnissen, der Gier nach immer mehr Geld und der Faszination, die vom Luxus ausgeht.

    Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

    Die Bereitstellung des Rezensionsexemplars hat meine Meinung nicht beeinflusst! Danke nochmal an den Verlag!

    Weitere Rezensionen zu Krimis finden sich hier.

    Hinweis:

    Solltest Du Hilfe benötigen, wende Dich bitte an die vielen Hilfestellen.

    Fündig werden kannst Du z. B. bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

    In akuten Fällen kann immer die 112 gewählt werden.

    Außerdem kann die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreicht werden:

    0800 / 111 0 111

    0800 / 111 0 222

  • Rezension: What about the bodies

    Rezension: What about the bodies

    Infos:

    • Autor: Ken Jaworowski
    • Verlag: Pendragon Verlag
    • Übersetzerin: Lea Dunkel
    • Originaltitel: What About the Bodies
    • ISBN: 978-3-86532-926-4
    • Einband: Klappenbroschur
    • Seiten: 320
    • Erscheinung: 18.02.2025

    Klappentext:

    Ein Unglück kommt selten allein
    Neben dem Buch steht ein Spaten, von dem nur das Blatt zu sehen ist.
    Link zum Buch

    In einer amerikanischen Kleinstadt kreuzen sich die Wege von drei Menschen mit ungewöhnlichen Problemen. Carla steht kurz davor, ein eigenes Restaurant zu eröffnen, als ihr Sohn etwas gesteht, das alles auf den Kopf stellt. Reed, ein junger Mann mit Autismus, begibt sich auf eine nervenaufreibende Reise, um den letzten Wunsch seiner verstorbenen Mutter zu erfüllen. Und die erfolglose Musikerin Liz sucht nach einem Weg, ihre Schulden bei einem brutalen Kriminellen zurückzuzahlen. Sie alle haben etwas gemeinsam: Sie wollen die Kontrolle über ihr Leben zurück.

    Meine Meinung:

    Bei der Leipziger Buchmesse habe ich natürlich auch den Stand des Pendragon Verlages besucht und bin dort ins Gespräch gekommen. Ich habe mich total gefreut, dass sich an mich erinnert wurde, als ich erzählte, dass ich ja letztes Jahr ein paar Bücher für den Verlag gelesen und rezensiert habe.

    Und beim Gespräch über die aktuellen Neuerscheinungen fiel mir What about the bodies in die Hände und ich sagte, dass ich dieses Buch definitiv gerne lesen möchte. Überraschend bekam ich das Exemplar direkt als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

    Meine Meinung zum Buch wurde hiervon allerdings nicht beeinflusst.

    Das Buch ist richtig gut geschrieben. Es ist atmosphärisch, dicht und voller faszinierender Charaktere!

    Die Geschichte spielt in einer amerikanischen Kleinstadt und beleuchtet abwechslungsreich und unvorhersehbar die Leben einiger der Bewohner, die in unterschiedlichen Lebenslagen einige spannende und irrwitze Dinge erleben, die ihr weiteres Leben beeinflussen.

    Dabei schafft es der Autor, jeder Figur eine ganz eigene Stimme zu geben, wodurch es nie langweilig wird. Durch die kapitelweise wechselnden Perspektiven kommt so eine fesselnde Spannung auf, die bis zuletzt nicht abreißt.

    Dieser Kriminalroman gehört mit seinem schwarzen Humor und einigen skurrilen Ereignissen zu meinen Lesehighlights dieses Jahres!

    Ich kann es sehr empfehlen.

    Weitere Bücher aus dem Pendragon Verlag:

  • Rezension: Yogamino

    Rezension: Yogamino

    Infos:

    • Untertitel: Im Zickzack der Zeit und Ruckzuck der Räume
    • Autor: Matthias A.K. Zimmermann
    • Edition Modellwelten / BoD, Hamburg
    • 586 Seiten
    • Erscheinung: März 2026

    Klappentext:

    Alexandra und Zarina denken, mit Yoga bereits den Gipfel der Erleuchtung erreicht zu haben – bis ein mysteriöses Ereignis sie in die wildeste Achterbahnfahrt ihres Lebens katapultiert. Zeitzauberschleifen und Raumverwirbelungen bringen alles durcheinander. Und als wäre das nicht schon genug, tauchen fabelhafte Kreaturen und futuristische Technologien auf – als hätten die beiden sich in eine Geschichte verirrt, in der Wissenschaft und Magie um den krassesten Twist konkurrieren.

    Tja, das Leben wird richtig knifflig, wenn man herausfinden muss, ob die sprechende Katze von nebenan real ist oder ob man gerade mitten in einem Film steckt. Mit jedem weiteren Moment wird klar: Hier ist mehr im Spiel als nur ein paar verdrehte Dimensionen! Während die Welt um sie herum immer surrealer wird, bleibt den beiden nichts anderes übrig, als nach dem tieferen Sinn hinter all dem Durcheinander zu suchen. Zarina und Alexandra begeben sich auf eine spirituelle Entdeckungsreise durch das Mysterium der Zeit – vom flüchtigen Augenblick bis hin zur Unendlichkeit.

    Das Buch liegt neben einer dekorativen Zementscheibe mit Muscheln und Mosaiksteinen auf Rindenmulch
    Link zur Autorenseite
    Hinweis:

    Dieser Roman entstand in einem Zeitraum von neun Jahren, von 2017 bis 2026, und spiegelt die kontinuierliche Weiterentwicklung von Matthias A. K. Zimmermanns Bilderwelten, die sich aus der Verbindung von Musik, Malerei und digitalen Medien ergeben haben. Seine Bücher erscheinen sowohl in Verlagen als auch unter seiner eigenen Edition MODELLWELTEN.

    Meine Meinung:

    Als der Autor mich fragte, ob ich sein neuestes Buch lesen und rezensieren möchte, fühlte ich mich geschmeichelt. Zeugt dies doch davon, dass jemand Vertrauen in mein Urteil hat. Und die bisherigen Berührungen mit den Büchern von Matthias A.K. Zimmermann erzeugten in mir eine gewisse Erwartung. Nicht an das Buch, sondern an mich. Denn die Bücher sind immer überraschend und völlig anders, als alle bisher gelesenen Bücher. Aber ich konnte nicht versprechen, dass ich sehr bald Zeit und Energie für die Lektüre aufbringen könnte. Die Leipziger Buchmesse stand vor der Tür und ich hatte eine stressige Zeit bei der Arbeit hinter mir.

    Der Autor sicherte mir zu, dass ich mir Zeit lassen könnte und ließ mir das Buch nach meiner Zusage zuschicken. Vielen Dank für das Vertrauen und die Geduld!

    Meine Eindrücke:

    Anfangs hatte ich Schwierigkeiten mit der Geschichte und der Protagonistin Alexandra warm zu werden. Sie war mir erst überhaupt nicht sympathisch. Dies besserte sich, als Zarina dazu kam und die Handlung wieder und wieder völlig neue Wendungen nahmen.

    Man kann den Roman überhaupt keinem bestimmten Genre zuordnen. Wie in seinen bisherigen Büchern lässt der Autor sich nicht in die Karten schauen und öffnet ständig neue Tore in die unterschiedlichsten Welten. Diese Komplexität hat mich auch manchmal verwirrt. Wenn man nicht aufmerksam liest oder die Konzentration gestört ist, verpasst man schnell mal wichtige Zusammenhänge oder Referenzen an die Popkultur.

    Der Mix aus Science Fiction, Fantasy, Krimi, Abenteuer, Liebesgeschichte, Drama und Comedy ist komplex und überraschend. Teilweise gab es auch Horror- und Märchenelemente und Magie.

    Alliterationen, von denen ich ein großer Fan bin, Wort- und Zahlenspiele, Gedichte und philosophische Fragen haben in diesem Buch genauso ihren Platz wie Yoga, physikalische Theorien und (mathematische) Rätsel. Der Autor beweist hierbei wieder seinen Sinn für Kunst und bildhaften Weltenbau.

    Man fühlt sich ein bisschen wie in einem Versuchsaufbau, der zum Leben erwacht ist.

    Die Protagonistinnen geraten in ein vielschichtiges Abenteuer durch Zeit und Raum, fliegen durchs All und entwerfen ihre eigenen Universen. Dabei werden auch so ernste Themen wie Tod und Gesellschaftskritik behandelt. Teilweise erinnerte die Geschichte an eine Serie oder ein Computerspiel. Wiederkehrende Elemente verbinden die verschiedenen Teile in den 6 Abschnitten.

    Fazit:

    Wer sich auf diese fast 600 Seiten starke Reise durch Zeit und Raum einlässt, wird mit einem flüssig lesbaren, zeitweise rasanten Abenteuer belohnt, dass durch seine Fülle und Tiefe dennoch eine anspruchsvolle Lektüre ist. Nichts, was ich mal eben so weglesen konnte. Aber Bücher dürfen auch gerne mal etwas fordernder sein.

    Würdet ihr gerne ewig leben, allwissend und allmächtig sein? Was würdet ihr mit einem Lottogewinn machen?

    Ich mag den Mix unterschiedlicher Genre in der Literatur genauso gerne wie die Verwendung der verschiedensten Musikrichtungen meiner Lieblingsbands. Das bringt dem Leben mehr Würze.

    Weitere Bücher des Autors:
    Weitere Rezensionen:

  • Rezension: Widdersehen

    Rezension: Widdersehen

    Infos:

    • Autorin: Leonie Swann
    • Verlag: DuMont Buchverlag
    • Seiten: 336
    • Erscheinungstag: 14.04.2026
    • ISBN: 978-3-7558-0106-1

    Klappentext:

    Ein neuer Krimäääh!

    Als ihre Schäferin Rebecca urplötzlich die Europareise abbricht und die Herde rund um Miss Maple zurück in irische Gefilde führt, sind die Schafe zunächst optimistisch wie Frühlingslämmer. Denn wo könnte es schöner sein als auf der Heimatweide?

    Auch der jüngste Zuwachs ist gespannt – Madouc, offiziell Ziege, inoffiziell »Schaf auf Probe«, hofft auf viele neue Einblicke in die geheimnisvolle Welt der Schafe. Kaum dort angekommen, ist das Bedauern jedoch groß: Die geliebte Weide ist gar nicht mehr so schön, wie sie es in der Erinnerung war, und obendrein haben drei fremde Schafe mit seltsamen Namen alle Lieblingskräuter weggeknabbert. Als wäre das nicht schon genug, ist Rebecca plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Zurückgeblieben ist nur ein einzelner Finger (kein guter Anfang) und ein geheimnisvoller Brief, aus dem sich die Schafe mangels Vorlesemenschen keinen Reim machen können. Die Herde befürchtet das Schlimmste. Es ist völlig klar: Sie müssen ihre verschollene Hirtin retten. Unversehens finden sie sich in einem Familiendrama wieder, und einmal mehr zeigt sich: Alles ist zu meistern – man braucht nur genügend Wollensstärke!

    Warmherzig, klug und voller Witz führt Leonie Swann in ›Widdersehen‹ zurück ins vertraute Glennkill, wo nichts so ist, wie es zunächst erscheint.

    Das Buch Widdersehen steht auf einer grünen Wiese. Vor dem Buch steht eine Pusteblume, um die kleine Schafsfiguren und eine Ziegenfigur stehen.
    Link zum Buch
    DuMont Verlagsvorstellung bei der LBM 2026:

    Ich war dieses Jahr bei der Leipziger Buchmesse wieder bei der Vorstellung der Herbst-Neuheiten des DuMont Buchverlages. Neben vielen weiteren tollen Titeln wurde auch der Trailer zum neuen Kinofilm Glennkill gezeigt und das dritte Buch der Reihe Widdersehen vorgestellt. Dies rief große Begeisterung hervor. Auch die Tatsache, dass Band 1 und 2 fortan als Taschenbuch im DuMont Verlag veröffentlicht werden, wurde begeistert aufgenommen.

    Den Film will ich auf jeden Fall im Kino sehen. Es spielen ein paar meiner Lieblingsschauspieler*innen mit!

    Ich fragte anschließend beim Verlag nach, ob ich das Buch auch ohne Kenntnisse der beiden Vorgängerbände lesen kann, und fragte es als Rezensionsexemplar an. Ich habe mich sehr gefreut, als das Buch dann geliefert wurde. Es ist einfach wunderschön! Zusätzlich zu den unterschiedlichen Illustrationen gibt es auch ein Daumenkino rechts unten auf den Seiten, bei dem ein Schaf einen Strohhut aufhebt und damit losgeht. Einfach wollig!

    Meine Meinung:

    Der Krimi führt die Schafe übers Meer, über alle Berge und sogar bis ins Paradies, in dem es den Schafen allerdings gar nicht gefällt. Sie machen erstaunliche Entdeckungen und einige von ihnen werden sogar zu Heldenschafen. Sie begegnen alten Bekannten, deren Verbindung zu den Vorgängerbänden passend in der laufenden Handlung erläutert werden.

    Besonders hervorheben kann man wohl den Wortwitz. So entsteht eine schafstypische Sprache, in der zum Beispiel Worte wie Wollidarität den Zusammenhalt der Herde beschreiben. Und Madouc als Schaf in Ausbildung kennt viele Geschichten und weise Sprüche wie:

    „Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen, denn andere Wasser strömen nach.“

    Heraklit

    Ich kann nur sagen, dass ich diesen Schafskrimi sehr gerne gelesen habe! Die Autorin zaubert mit viel Witz und klugen Beobachtungen einen spannenden und humorvollen Krimi, bei dem natürlich die Schafe die Hauptrolle spielen. Aber auch einige Menschen spielen natürlich eine wichtige Rolle, ohne die die Schafe sicher nicht ihre Weide verlassen oder den blutigen Fall lösen würden.

    Gesellschaftskritische Themen werden aus Schafsicht und in pragmatischer Art gelöst. Angst vor den Fremden auf deiner Weide? Kein Problem, stell dich ihnen vor, erfahre ihre Namen und schon brauchst du keine Angst mehr haben, da es ja keine Fremden mehr sind. Ach, wenn wir Menschen uns daran ein Beispiel nehmen würden, wäre die Welt ein schönerer Ort.

    Fazit:

    Absolut empfehlenswert. Ein fesselnder und atmosphärischer Roman mit überraschenden Wendungen und viel Herz. Meine Mutter lauert schon darauf, das Buch als nächste zu lesen.

    Links zu meinen Buchmesse-Berichten 2026:

    Messebericht 1

  • Rezension: Richtig Gutes Essen

    Rezension: Richtig Gutes Essen

    Infos:

    • Autorin: Junko Takase
    • Verlag: DuMont Buchverlag
    • Übersetzerin: Yoko Ann Hamann
    • Format: Gebunden mit Schutzumschlag, farbigem Vorsatzpapier und Lesebändchen, 160 Seiten
    • Erscheinung: 10.02.2026
    • Originaltitel: Oishii Gohan ga Taberaremasuyouni
    • Originalverlag: KODANSHA LTD., Tokio, 2022

    Klappentext:

    Ein Pappkarton in roten und weißen Farben, die das Buchcover abbilden.
    Link zum Buch

    Ein bissiges und humorvolles Porträt einer Bürogemeinschaft, die ihre Kämpfe durch Essen austrägt

    Eine angepasste Bürokarriere, eine zuvorkommende Frau, richtig gutes Essen – Nitani weiß, worauf es im Leben ankommen sollte. Die Regeln sind klar, doch Nitani, dessen größtes Glück der Verzehr von Instantramen ist und der am liebsten seine gesamte Nährstoffzufuhr über eine Tablette beziehen würde, tut sich schwer mit ihnen. In seinem Büro ist Ashikawa die Art von Frau, die er wahrscheinlich heiraten wird: liebenswürdig und entschlossen, ihn von seiner Sucht nach Instantnudeln zu befreien. Aber es fällt ihm immer schwerer, sie zu respektieren – oder die süßen Leckereien, die sie verteilt und mit denen sie sich die Zuneigung ihrer Kollegen durch Backen statt durch harte Arbeit sichert.
    Seine Kollegin Oshio ist unkonventioneller – sie ist Nitanis Trinkpartnerin. In der starr reglementierten Welt des Büros kommen sich die beiden näher. Und ihr offenbart Nitani auch seine geheime Leidenschaft: die Literatur.
    Humorvoll und klug stellt Junko Takase die Frage, warum wir im Leben manchmal falsch abbiegen, und zeigt anhand einer Bürogemeinschaft die Absurditäten des modernen Zusammenlebens auf.

    Wie wurde ich auf das Buch aufmerksam:

    Im November habe ich an einer digitalen Programmvorschau für dieses Frühjahr des DuMont Buchverlages teilgenommen und bin aus meiner Begeisterung gar nicht mehr raus gekommen. Im Anschluss an die Vorstellung gab es den Aufruf einige der Titel als Rezensionsexemplare anzufragen, was ich selbstverständlich gemacht habe. So erhielt ich vor ein paar Wochen eine prall gefüllte Buchbox, passend zum Titel Richtig gutes Essen der japanischen Autorin Junko Takase. Den Inhalt der Box seht ihr in den Bildern unten. Sogar der Karton wurde mit dem Buchcover bedruckt! Einfach wunderschön.

    Meine Meinung:

    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, obwohl ich anfangs Schwierigkeiten hatte mit dem scheinbar willkürlichen Wechsel der beiden Erzählperspektiven. Die eine wird durch einen personalen Erzähler aus Nitanis Sicht erzählt, die andere ist aus Oshios Sicht in der Ich-Perspektive. Der Stil ist dabei teils nüchtern und sachlich. Die Autorin fasst allerdings scharfsinnige Beobachtungen zu einer fein gezeichneten, treffend formulierten Geschichte zusammen. Der eingestreute Humor ist dabei zurückhaltend, aber treffend formuliert.

    Als Leserin erhalte ich einen Einblick in die japanische Arbeitsmoral und die Balance zwischen den Anforderungen der strikten Berufswelt und der knappen Freizeitgestaltung, die vielfach durch ungesunde Ernährung, Stress und Schlafmangel dominiert wird. Am Beispiel der Überstunden und dem Mit- und Gegeneinander der Kolleg*innen, erfährt man einige Kritik an der japanischen Gesellschaft.

    Die Vorstellungen und Wünsche für das eigene Leben der Protagonist*innen geraten mit dem eingeschlagenen Lebensweg und dem tatsächlich Erreichbaren in Konflikt. Der Roman erzählt vom Büroalltag und den unterschiedlichen Herangehensweisen, mit denen die Charaktere miteinander umgehen, aber auch von der Gestaltung der knappen Freizeit nach Feierabend, mal mit, mal ohne Kollegen.

    Wiewohl ich einige Aspekte der behandelten Themen der einzelnen Protagonist*innen durchaus nachvollziehen konnte, blieben mir diese doch auch etwas fremd und wenig nahbar, was ich auf die Besonderheiten des japanischen Charakters schiebe, und in die ich mich als Europäisch Sozialisierte nicht so leicht hineinversetzen kann. Dennoch faszinierten sie mich beim Lesen, fand ich doch auch einige Parallelen zur westlichen Arbeitswelt.

    Für mich war die Lektüre ein interessanter Einblick in den japanischen Alltag und die Esskultur. Am Ende gibt es ein Glossar, in dem japanische Begriffe zusätzlich erklärt werden.

    Der Roman ist unterhaltsam und lesenswert und den Schreibstil mochte ich sehr. Ich habe auf jeden Fall Lust bekommen, wieder mehr asiatische Lebensmittel zu probieren.

    Wenn ihr das Buch auch gelesen habt, lasst mir doch gerne einen Kommentar da, ob der letzte Satz euch auch leichte Horrorvibes beschert hat.

    Weitere Links:

  • Rezension: Mord im Mausoleum

    Rezension: Mord im Mausoleum

    Infos:

    • Reihe: Morden ohne Sorgen
    • Ein Potsdam-Provinz-Krimi, Teil 6
    • Autor: Andreas K. Buchholz
    • Verlag: beThrilled
    • 159 Seiten, E-Book
    • ISBN: 978-3-7517-5663-1
    • Erscheinung: 01.11.2025
    Auf einem Friedhof, Blick über eine Wiese mit Urnengräbern und einer Abstellfläche für Blumen, Kränze und Deko. Es ist Herbst.
Im Vordergrund ist ein E-Reader zu sehen, auf dem das Cover des Buches abgebildet ist. Vor einer Friedhofszene steht ein Zwergdackel mit einem blutigen Handschuh im Maul.
    Link zum Buch

    Klappentext:

    Ein verschwundener Sarg, ein dunkles Ritual – und ein Dackel mit Spürsinn

    Was als entspannter Sonntagsspaziergang begann, endet für Lokalreporter Frederik Loebell und seinen treuen Zwergdackel Wilhelm mit einem mysteriösen Fund: In der Familiengruft der Kallbachs liegt eine ermordete junge Frau in schwarzer Ritualkleidung. Und damit nicht genug: Der Sarg, der dort eigentlich ruhen sollte, taucht zeitgleich in einem anderen Mausoleum auf …

    Was verbindet die beiden Toten miteinander? Und was weiß der bleiche Riese mit dem schwarzen Mantel, der Loebell beinahe über den Haufen rennt?

    Zwischen nebligen Friedhöfen, nächtlichen Zeremonien und exzentrischen Verdächtigen taucht das Potsdamer Ermittlerteam in einen Fall ein, der so düster ist wie der Brandenburger Herbst – und dabei so schrullig wie immer.

    Wunderbar schräg und charmant makaber – der sechste Cosy-Krimi aus der Provinz-Reihe »Morden ohne Sorgen« mit Reporter Frederik Loebell und Dackel Wilhelm.

    beTHRILLED – mörderisch gute Unterhaltung.

    Meine Meinung:

    Auch diesmal durfte ich das Buch als Rezensionsexemplar lesen. Für mich mit der bisher beste Teil der Reihe. Die Entwicklung der Charaktere ist spürbar und die Dynamik zwischen ihnen macht sie sehr nahbar.

    In Band 6 geht es etwas düsterer zu. Das passt prima zur Jahreszeit im November. Die teilweise leicht morbide Stimmung wird durch den mittlerweile gut bekannten Humor des Autors allerdings auch aufgelockert. Der Fall ist diesmal ganz schön verzwickt und ich hatte zwar eine Ahnung, wer als Täter (oder Täterin?) in Frage kommen könnte, aber lag doch am Ende (wieder) daneben. Allerdings macht es mir jedes mal viel Spaß mit zu rätseln.

    Es lohnt sich, aufmerksam zu lesen und auch auf die kleinen Dinge und leisen Momente zu achten. Zusammen mit den skurrilen Erlebnissen, humorvollen Dialogen und der bildhaften und fesselnden Schreibweise ist dieser Roman wieder ein bunter Strauß unterhaltsamer Cosy Crime.

    Mir hat so vieles an diesem Band der Reihe gefallen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Aber superwitzig fand ich unter anderem die Geschichte mit der Notizen-App, die Loebell hier erstmals nutzt, um alle Spuren und Hinweise festzuhalten.

    Und der Star der Reihe ist natürlich auch wieder mit von der Partie. Ohne Zwergdackel Wilhelm (seit wann nennt Loebell ihn eigentlich Willi?!) wären die Geschichten nur halb so gut.

    Wie schon bei den Vorgängern, wird am Ende wieder das Thema der Fortsetzung angeteasert, was die Vorfreude und die Spannung steigert.

    Es wäre auch möglich, die Bände einzeln und ohne Vorkenntnis zu lesen, aber dann verpasst man möglicherweise zu viel Hintergrundwissen und einige der Pointen zünden dann wahrscheinlich auch nicht richtig.

    Fazit:

    Temporeich, fesselnd und humorvoll. Wieder eine große Lese-Empfehlung von mir!

    Die Bücher der Reihe: