Rezension: Anarchie Déco

Infos:
  • Verlag: FISCHER Tor
  • Autor: J. C. Vogt
  • Roman
  • Paperback
  • 480 Seiten
  • Erschienen: 25.08.2021
  • ISBN: 978-3-596-00221-4
Klappentext:

Babylon Berlin mit Magie: ein historischer Fantasy-Roman aus der Weimarer Republik.
Das Leben im Berlin der Zwanzigerjahre gleicht einem Tanz auf dem Vulkan. Zumal sich die Magie auf der Straße und im Nachtleben breitmacht. Eine Frau verschwindet und taucht wenig später als Steinstatue wieder auf. Nazis machen mit einem aus dem Nichts beschworenen Adler Jagd auf politische Gegner, und selbst das Varieté fügt den ohnehin schon abgefahrenen Nummern ein paar übernatürliche hinzu. Sogar der Reichstag berät über die Möglichkeit einer Wiederbewaffnung mit magischen Mitteln.
Die junge Physikerin Nike Wehner arbeitet nicht nur wissenschaftlich daran, das neue Phänomen zu verstehen, sondern hilft auch der Berliner Polizei bei der Aufklärung magischer Verbrechen. Zur Seite stehen ihr der Bildhauer Sandor Černý und der kurz vor der Pension stehende Kommissar Seidel. Zusammen bilden sie die erste Spezialeinheit einer neuen Magiepolizei.

Für Leser*innen von Neil Gaiman, Ben Aaronovitch, Volker Kutscher und Fans der „Phantastischen Tierwesen“.

Spannende Fantasy für Fans von Ben Aaronovitch bis Babylon Berlin, Diversitätsdiskurs inbegriffen.

Guido Heyn, Börsenblatt , 19. August 2021
Meine Meinung:

Ich habe das Buch bei Instagram entdeckt. Dort hat sich eine neue Gruppe gegründet, die jeden Monat gemeinsame Leserunden veranstalten möchte. Anarchie Déco war das erste Buch und wurde im September gelesen. Jeden Sonntag wurde dann der jeweilige Leseabschnitt unter einem neuen Beitrag diskutiert.

Allerdings habe ich die Abschnitte nicht im gleichen Tempo gelesen. Ich war tatsächlich mal schneller, mal langsamer als die Leserunde und habe auch eher weniger mitdiskutiert.

Das lag nicht unbedingt am Buch. Das hat mir gefallen. Aber irgendwie bin ich für solche Leserunden nicht geschaffen.

Während ich lese, versuche ich mir zu merken, was ich anmerken oder ansprechen möchte, aber wenn es dann zur Diskussion kommt, sind diese Gedanken, die ich während des Lesens hatte, irgendwie wieder verpufft. Falls es dann niemand anderes erwähnt, fällt es mir einfach nicht mehr ein. Und ich schaffe es auch nicht, mir beim Lesen Notizen zu machen..

Falls Euch der Instagram-Account interessiert, findet ihr ihn in der Linksammlung am Ende.

Jetzt aber mal Klartext:

Ich weiß nicht, ob es am Buch lag, aber ich habe drei Wochen gebraucht, um es zu lesen. Ok, es ist knapp 500 Seiten stark, die schaffe ich halt nicht in wenigen Tagen, wenn ich tagsüber arbeiten gehe und an den Wochenenden zusätzlich anderweitig beschäftigt bin. Und abends habe ich lieber gestrickt, während im Fernsehen Miss Marple lief. Aber irgendwie bin ich von mir selbst enttäuscht, dass ich diesen Monat somit nur zwei Bücher gelesen habe. Das scheint die Erinnerung an das Buch ein wenig zu trüben.

Ganz ehrlich:

Es ist ein tolles Buch! Mir gefiel besonders das große, wuselige und bewegte Berlin der 20er Jahre, das in diesem Buch die Bühne für die magischen Entdeckungen der Protagonisten bereitet. Auch die damals aktuellen politischen Entwicklungen werden thematisiert.

Bei einer Vorstellung der Protagonistin gegenüber einigen Größen der Wissenschaft, die wir aus der Geschichtsschreibung kennen, lernen wir die Art der Magie kennen. Diese wird nicht durch lateinische Formeln oder besonderes Können ausgeübt. Bei dieser Art der Magie kommt ganz viel Physik und auch Kunst zum Tragen.

Ich kenne mich mit Physik und den physikalischen Gesetzen nicht so gut aus, um zu beurteilen, ob das alles plausibel erscheint, aber das Autorenpaar schafft es, der Magie eine eigene Wirklichkeit einzuhauchen, so dass ich mir vorstellen konnte, dass es tatsächlich im Bereich des Möglichen liegen könnte.

Die Protagonistin Nike arbeitet nebenbei auch als Beraterin für die neu gegründete Magie-Abteilung bei der Polizei und wird deshalb in einen Mordfall hinein gezogen, der sehr mysteriös und rätselhaft ist.

Außerdem bekommt sie einen neuen Kollegen, denn die Magie muss immer von einem weiblichen und einen männlichen Part ausgeführt werden.

So dreht sich die Geschichte hauptsächlich um die verschiedenen ProtagonistInnen, ihre persönlichen Konflikte und die Beziehungen zueinander.

Dadurch entsteht viel Dynamik und ich habe bei den verschiedenen Geschehnissen mitgerätselt, wer was wann wo mit wem verbrochen hat.

Lange ist nämlich völlig unklar, welche Motive hinter den verschiedenen Taten stecken. Aber zum Ende wird das alles schlüssig miteinander verwoben und mit überraschenden Wendungen aufgelöst.

Die Sprache des Romans ist modern und auch die Themen berücksichtigen die heutigen Gepflogenheiten bezüglich Gendern, Diversität und Emanzipation, ohne belehrend oder unauthentisch zu wirken. Dabei kommt der Charme und die wechselvolle Geschichte der 1920er Jahre nicht zu kurz.

Sollte es irgendwann eine Fortsetzung geben, lese ich diese sicher auch sehr gerne.

Linksammlung:

Von Rabiata

Born to be alive.

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