Rezension: Mudbound

Rezi
Infos:
  • Untertitel: Die Tränen von Mississippi
  • Autorin: Hillary Jordan
  • Verlag: Piper
  • Taschenbuch
  • 384 Seiten
Klappentext:

Mississippi, 1946: Um als Farmer einer Baumwollplantage Fuß zu fassen, ziehen Laura McAllan und ihr Mann aufs Land. Auf Mudbound gibt es weder fließendes Wasser noch Strom, und die McAllans erhalten Unterstützung durch die Jacksons, ihre afroamerikanischen Pächter. Als deren Sohn Ronsel gemeinsam mit Lauras Schwager Jamie aus dem Krieg in den kleinen Ort zurückkehrt, wird die Freundschaft der beiden Männer unterschiedlicher Hautfarbe schnell zu einer Herausforderung für beide Familien – und Missgunst und Ausgrenzung lassen die Stimmung bald kippen …

Meine Meinung:

Das Buch wird im Wechsel aus der Sicht der jeweiligen Protagonisten aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei springt die Erzählung zwischen den unterschiedlichen Orten und Zeiten. Die Haupthandlung findet in den 1940er Jahren, während und nach dem zweiten Weltkrieg statt.

Die Atmosphäre in dem Buch ist unglaublich dicht und vermittelt sehr gut die Verhältnisse und die Verbindungen zwischen der schwarzen und weißen ländlichen Bevölkerung im Süden Amerikas.

Beim Lesen spürte ich förmlich wie der Schlamm an mir zieht und brannte in der Hitze der Südstaatensonne. Der Schreibstil ist bildhaft und mitreißend.

Die Schicksale der verschiedenen Familien sind bewegend und einzelne Episoden geradezu erschütternd. Der Roman ist zwar fiktiv, aber man hat beim Lesen das Gefühl, dass die Geschichte genau so passiert sein könnte. Vor allem auch, da die Autorin im Nachwort die namengebende Farm ihrer Großeltern in Arkansas erwähnt.

Die unmenschliche Behandlung der schwarzen Bevölkerung Amerikas ist zu der Zeit der Handlung der Geschichte kaum anders als heute noch. Auch wenn sich grundsätzlich vieles geändert hat, wie getrennte Eingänge in Geschäfte oder das Verbot, vorne mit im Auto zu sitzen, so ist es doch erschreckend, wie hart die Schwarzen auch zur heutigen Zeit weiterhin für ihre Gleichbehandlung und ihre Rechte kämpfen müssen. Zur Zeit der Geschichte können Schwarze allerdings für Nichtigkeiten wie unvorsichtigerweise jemandem unangenehm aufgefallen zu sein, ganz grausamen Misshandlungen bis hin zum Tod zum Opfer fallen. Mich macht sowas wütend und traurig und ich fühle mich hilflos, weil ich den Menschen in ihrem Leid nicht helfen kann.

Das Buch fesselt, berührt, macht fassungslos, beeindruckt und bewegt. Wer sich für die Geschichte der amerikanischen Südstaaten interessiert, sollte dieses Buch voller außergewöhnlicher Charaktere gelesen haben.

Mehr schwarze Geschichte in fiktiver Form?

Dann könnte Euch Underground Railroad gefallen.

Von Rabiata

Born to be alive.

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