Kategorie: Buchvorstellung

  • Rezension: Die juten Sitten 2

    Rezension: Die juten Sitten 2

    Infos:

    • Verlag: Goldmann
    • Autorin: Anna Basener
    • Historischer Roman
    • Klappenbroschur
    • 336 Seiten
    • Erschienen: 21. Juni 2021
    • ISBN: 978-3-442-49099-8

    Klappentext:

    Sex und Lust, Prunk und Schmutz – willkommen im verruchtesten Bordell der deutschen Kaiserzeit!

    Berlin, 1935: Schweren Herzens schließt Minna ihr geliebtes Bordell »Ritze«, um in Frankreich ein neues Leben zu beginnen. Auf der Zugfahrt nach Nizza erzählt sie dem jungen Stricher Emil und ihrem alten Konkurrenten Gustav, wie alles begann – damals zur Kaiserzeit: Wie sie es von der mittellosen Arbeiterin zur Lieblingsdirne eines Herzogs brachte, sich Hals über Kopf in den Zeremonienmeister des Kaisers verliebte und schließlich ihr eigenes Bordell eröffnete. Und wie eine Orgie im Jagdschloss Grunewald zu einem Duell mit verheerenden Folgen führte… 

    Herzerfrischend direkt und unverblümt prangert Basener hier die Doppelmoral der Jahrhundertwende an.

    Westdeutsche Allgemeine WAZ (08. Juli 2021)

    Meine Meinung:

    Mitte Juli war ich in Braunschweig. An diesem Tag hatte ich einen Tattoo-Termin und nahm dies zum Anlass, mal wieder eine gute Freundin von mir zu treffen. Wir bummeln dann meistens durch die Innenstadt und früher oder später lande ich dann in der Graff Buchhandlung.

    An dem Tag lief mir das Buch Die juten Sitten – Kaiserwetter in der Gosse über den Weg. Es war ein absoluter Coverkauf und erst nach dem Lesen merkte ich, dass es eigentlich eine Fortsetzung zu Die juten Sitten – Goldene Zwanziger. Dreckige Wahrheiten. ist.

    Allerdings tat das meinem Lesevergnügen keinen Abbruch, da das Buch gut als eigenständiger Roman lesbar ist. Es ist ein spannender Einblick in die Zeit zwischen den 1890er und 1930er Jahren in Berlin.

    Grundlage für diesen Roman ist eine tatsächliche Begebenheit, die die Autorin allerdings nur als Rahmenhandlung verwendet, um eine vielschichtige und beeindruckende Geschichte zu erzählen.

    Die Protagonistin Minna erzählt im Zug nach Paris zwei Mitreisenden ihre Lebensgeschichte und wie es dazu kam, dass sie ein Bordell geführt hat. Die Geschichte ist berührend und fesselnd und absolut bildhaft beschrieben, was das Berlin der 1890er Jahre vor meinem inneren Auge entstehen lassen konnte. Ich fand mich in einer kleinen und engen Mietshaus-Gegend wieder und folgte Minna auf ihrem steinigen und leidvollen Weg, der allerdings auch von Humor durchsetzt ist.

    Besonders gefallen hat mir der Blick in den Alltag und die Lebenswelten der verschiedenen Protagonistinnen, an deren Beispiel die Stellung der Frauen zur damaligen Zeit gezeigt wird.

    Ein wenig anstrengend war es allerdings teilweise, wenn Minna und andere ProtagonistInnen berlinerten. Vor allem, da der Dialekt auch nicht immer durchgehend verwendet wurde. Das störte ein wenig meinen Lesefluss, vermittelte aber die Herkunft der Sprechenden. Vor allem Minna spricht eine häufig derbe und vulgäre Sprache, die dadurch ihren Stand noch unterstreicht.

    Fazit:

    Ein lesenswertes Sittengemälde mit historischem Hintergrund und lehrreicher Handlung, die die Vergangenheit zum Leben erweckt.

    Und falls es Euch interessiert:

    Dieses Tattoo entstand an dem Tag im Juli, an dem ich das Buch kaufte..

    Die Ente hat der Tätowierer nach meinen Vorgaben entworfen. Ich wollte zu gerne eine Nichtlustig-Ente auf meiner Haut verewigt haben. Und Joscha Sauer hat den Entwurf dann noch ein wenig verbessert und angepasst. Das ist das Ergebnis. 🙂

    Punkente

    Ich liebe diese Ente!

  • Rezension: Sudička

    Rezension: Sudička

    Infos:

    • Verlag: Salomo Publishing
    • Autor: Dieter Kalka
    • Historischer Roman (frühes Mittelalter)
    • Klappenbroschur
    • 320 Seiten
    • Erschienen: Februar 2018
    • ISBN: 978−3−941757−81−3

    Klappentext:

    Sudička, ein Sorbenmädchen, wird vor mehr als eintausend Jahren von drei Männern aus ihrem Slawendorf zwischen Elbe und Saale geraubt und nach Wolin verschleppt. Dem Orakel des dortigen Hohepriesters zufolge soll sie die Auserwählte sein, um die Slawenstämme vor dem Untergang zu retten. Denn nur sie besitze „jednota“, die innere Einheit, die dazu nötig sei.

    So wird Sudička nach zahlreichen Zweifeln und Intrigen Königin von Wolin. Doch kann sie es tatsächlich schaffen, die Stämme zu befrieden und geeint gegen die fränkischen und sächsischen Heere in die Schlacht zu führen?

    Aus meiner Kenntnis entsprechender Literatur handelt es sich um einen der seltenen Versuche, die historischen Wurzeln der slawischen Sorben und ihrer Leidensgeschichte in einer großen Erzählung zu fassen. Kalka schafft durch historische Kenntnis und sprachliche Form den Eindruck, als erzähle er ein Hauptkapitel aus dem Nationalepos.

    Michael Hametner (Autor und Herausgeber, ehem. Literaturredakteur und Moderator bei MDR-Figaro, Initiator des MDR-Literaturwettbewerbs)

    DER Mittelalterroman an sich!

    „Teufel“ Mike Paulenz (Musiker, u. a. „Corvus Corax“, „Tanzwut“)

    Frühestes Mittelalter – fantastisch real. Hier prallen Himmel und Hölle aufeinander.

    Fried Wandel (Erfinder der Mittelalterszene)

    Meine Meinung:

    Ich habe das Buch vor ein paar Jahren bei der Leipziger Buchmesse direkt am Verlagsstand erworben.

    Das Buch sprach mich durch die schöne Gestaltung sowie den Klappentext direkt an und ich konnte nicht widerstehen.

    Jetzt kam ich endlich dazu, den Roman zu lesen und habe den Kauf nicht bereut.

    Zunächst erzählt ein namenloser Ich-Erzähler, er hätte auf einem Basar sehr alte Dokumente in der Hand gehalten, die eine alte Geschichte in mehreren Sprachen erzähle. Von diesen fiktiven Dokumenten bleibt ihm zum Schluss nur ein Fragment, das die Geschichte aus der Sicht eines Arabers erzählt, die er nun mit seinen Worten wiedergebe.

    Ab und zu wird die Sicht des Arabers in „seinen Worten“ wiedergegeben, aber der größte Teil des Textes dreht sich um die Geschichte des Sorbenmädchens, das zunächst brutal aus ihrem Dorf verschleppt wird, um mit einem Anführer der Slawen vermählt zu werden.

    Sie wächst in ihre Rolle hinein und versucht, ihr gerecht zu werden, scheitert aber letztendlich am Gang der Geschichte.

    Die Franken und die Sachsen fallen immer wieder ins Land ein und bedrohen das bisher in kleine Gemeinschaften aufgeteilte Volk der Slawen. Sudička soll das Volk einen und somit den Fortbestand sichern.

    Alter Glaube und Christentum prallen aufeinander und kämpfen um die Vorherrschaft.

    Das Buch hat mir sehr gefallen. Die Sprache ist anfangs gewöhnungsbedürftig, da einige alte Begriffe verwendet werden, die ich nicht so leicht lesen konnte. Das hat meinen Lesefluss ein wenig gebremst. Aber mir gefallen ja viele Sprachen sehr und ich freue mich immer, wenn ich meinen Horizont erweitern kann. Die Bedeutung und Aussprache der Begriffe sind am Ende des Buches erläutert. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sie alphabetisch sortiert sind.

    Fazit:

    Ein faszinierender Einblick in alte Gebräuche und Lebensweisen von Slawen.

    Eine berührende Geschichte um das Schicksal einer jungen Frau und ihres Volkes.

    Sprachlich wunderschön erzählt und historisch durchaus glaubhaft, auch wenn es sich um eine fiktive Erzählung handelt.

    Auch Sagen und Mystik finden ihren Platz in diesem Buch.

    Wenn Euch historische Romane interessieren, könnte Vardø – Nach dem Sturm etwas für Euch sein. Link zur Rezension

  • Rezension: Anarchie Déco

    Rezension: Anarchie Déco

    Infos:
    • Verlag: FISCHER Tor
    • Autor: J. C. Vogt
    • Roman
    • Paperback
    • 480 Seiten
    • Erschienen: 25.08.2021
    • ISBN: 978-3-596-00221-4
    Klappentext:

    Babylon Berlin mit Magie: ein historischer Fantasy-Roman aus der Weimarer Republik.
    Das Leben im Berlin der Zwanzigerjahre gleicht einem Tanz auf dem Vulkan. Zumal sich die Magie auf der Straße und im Nachtleben breitmacht. Eine Frau verschwindet und taucht wenig später als Steinstatue wieder auf. Nazis machen mit einem aus dem Nichts beschworenen Adler Jagd auf politische Gegner, und selbst das Varieté fügt den ohnehin schon abgefahrenen Nummern ein paar übernatürliche hinzu. Sogar der Reichstag berät über die Möglichkeit einer Wiederbewaffnung mit magischen Mitteln.
    Die junge Physikerin Nike Wehner arbeitet nicht nur wissenschaftlich daran, das neue Phänomen zu verstehen, sondern hilft auch der Berliner Polizei bei der Aufklärung magischer Verbrechen. Zur Seite stehen ihr der Bildhauer Sandor Černý und der kurz vor der Pension stehende Kommissar Seidel. Zusammen bilden sie die erste Spezialeinheit einer neuen Magiepolizei.

    Für Leser*innen von Neil Gaiman, Ben Aaronovitch, Volker Kutscher und Fans der „Phantastischen Tierwesen“.

    Spannende Fantasy für Fans von Ben Aaronovitch bis Babylon Berlin, Diversitätsdiskurs inbegriffen.

    Guido Heyn, Börsenblatt , 19. August 2021
    Meine Meinung:

    Ich habe das Buch bei Instagram entdeckt. Dort hat sich eine neue Gruppe gegründet, die jeden Monat gemeinsame Leserunden veranstalten möchte. Anarchie Déco war das erste Buch und wurde im September gelesen. Jeden Sonntag wurde dann der jeweilige Leseabschnitt unter einem neuen Beitrag diskutiert.

    Allerdings habe ich die Abschnitte nicht im gleichen Tempo gelesen. Ich war tatsächlich mal schneller, mal langsamer als die Leserunde und habe auch eher weniger mitdiskutiert.

    Das lag nicht unbedingt am Buch. Das hat mir gefallen. Aber irgendwie bin ich für solche Leserunden nicht geschaffen.

    Während ich lese, versuche ich mir zu merken, was ich anmerken oder ansprechen möchte, aber wenn es dann zur Diskussion kommt, sind diese Gedanken, die ich während des Lesens hatte, irgendwie wieder verpufft. Falls es dann niemand anderes erwähnt, fällt es mir einfach nicht mehr ein. Und ich schaffe es auch nicht, mir beim Lesen Notizen zu machen..

    Falls Euch der Instagram-Account interessiert, findet ihr ihn in der Linksammlung am Ende.

    Jetzt aber mal Klartext:

    Ich weiß nicht, ob es am Buch lag, aber ich habe drei Wochen gebraucht, um es zu lesen. Ok, es ist knapp 500 Seiten stark, die schaffe ich halt nicht in wenigen Tagen, wenn ich tagsüber arbeiten gehe und an den Wochenenden zusätzlich anderweitig beschäftigt bin. Und abends habe ich lieber gestrickt, während im Fernsehen Miss Marple lief. Aber irgendwie bin ich von mir selbst enttäuscht, dass ich diesen Monat somit nur zwei Bücher gelesen habe. Das scheint die Erinnerung an das Buch ein wenig zu trüben.

    Ganz ehrlich:

    Es ist ein tolles Buch! Mir gefiel besonders das große, wuselige und bewegte Berlin der 20er Jahre, das in diesem Buch die Bühne für die magischen Entdeckungen der Protagonisten bereitet. Auch die damals aktuellen politischen Entwicklungen werden thematisiert.

    Bei einer Vorstellung der Protagonistin gegenüber einigen Größen der Wissenschaft, die wir aus der Geschichtsschreibung kennen, lernen wir die Art der Magie kennen. Diese wird nicht durch lateinische Formeln oder besonderes Können ausgeübt. Bei dieser Art der Magie kommt ganz viel Physik und auch Kunst zum Tragen.

    Ich kenne mich mit Physik und den physikalischen Gesetzen nicht so gut aus, um zu beurteilen, ob das alles plausibel erscheint, aber das Autorenpaar schafft es, der Magie eine eigene Wirklichkeit einzuhauchen, so dass ich mir vorstellen konnte, dass es tatsächlich im Bereich des Möglichen liegen könnte.

    Die Protagonistin Nike arbeitet nebenbei auch als Beraterin für die neu gegründete Magie-Abteilung bei der Polizei und wird deshalb in einen Mordfall hinein gezogen, der sehr mysteriös und rätselhaft ist.

    Außerdem bekommt sie einen neuen Kollegen, denn die Magie muss immer von einem weiblichen und einen männlichen Part ausgeführt werden.

    So dreht sich die Geschichte hauptsächlich um die verschiedenen ProtagonistInnen, ihre persönlichen Konflikte und die Beziehungen zueinander.

    Dadurch entsteht viel Dynamik und ich habe bei den verschiedenen Geschehnissen mitgerätselt, wer was wann wo mit wem verbrochen hat.

    Lange ist nämlich völlig unklar, welche Motive hinter den verschiedenen Taten stecken. Aber zum Ende wird das alles schlüssig miteinander verwoben und mit überraschenden Wendungen aufgelöst.

    Die Sprache des Romans ist modern und auch die Themen berücksichtigen die heutigen Gepflogenheiten bezüglich Gendern, Diversität und Emanzipation, ohne belehrend oder unauthentisch zu wirken. Dabei kommt der Charme und die wechselvolle Geschichte der 1920er Jahre nicht zu kurz.

    Sollte es irgendwann eine Fortsetzung geben, lese ich diese sicher auch sehr gerne.

    Linksammlung:

  • Schmökerbox noir August

    Schmökerbox noir August

    Ich liebe ja Buchboxen! Besonders die Boxen der Schmökerbox.

    Am 31. August erhielt ich die Schmökerbox noir. Das ist eine Sonderbox, die es nur wenige Male im Jahr gibt. Aktuell kann wieder eine neue bestellt werden.

    In den folgenden Bildern zeige ich Euch den Inhalt der letzten Box.

    Es sind wieder großartige Goodies enthalten.

    Und das Buch ist eine wahre Augenweide!

    Infos zum Buch:

    • Tropen Verlag bei Klett-Cotta
    • Aus dem Englischen von Dorothee Merkel (Orig.: The Devil and the Dark Water)
    • 1. Aufl. 2021
    • 608 Seiten
    • gebunden mit Schutzumschlag
    • Link zum Buch

    Der Autor:

    Stuart Turton ist freiberuflicher Reisejournalist. Sein Debüt »Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle« war ein überwältigender Publikumserfolg in Großbritannien und wurde u. a. mit dem Costa First Novel Award 2018 ausgezeichnet. Das Buch erscheint in 25 Ländern. Stuart Turton lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in London.

    Klappentext:

    1634: Ein Schiff auf dem Weg von Indonesien nach Amsterdam. Eine dunkle Prophezeiung und ein Detektiv, der selbst Gefangener ist. Samuel Pipps und Arent Hayes stehen vor dem Fall ihres Lebens, denn der Teufel ist mit an Bord. Aberglaube, Hexenjagd, Machtgier – Stuart Turton führt uns ins dunkle Meer der menschlichen Abgründe.Gerade noch hat Samuel Pipps im Auftrag der mächtigen Männer der Ostindien-Kompanie einen kostbaren Schatz in der Kolonie Batavia wiedergefunden. Nun befindet er sich auf dem Weg zu seiner Hinrichtung. Sein Assistent und Freund Arent Hayes ist mit an Bord der Saardam. Genau wie der Generalgouverneur und seine Frau Sara Wessel. Doch kaum auf See, beginnt der Teufel sie heimzusuchen. Unerklärliche Morde geschehen, und ein Flüstern weht durch das Schiff, das alle an Bord dazu verführt, ihren dunkelsten Wünschen nachzugeben. Pipps muss seinem Freund Arent und Sara dabei helfen, ein Rätsel zu lösen, das alle Passagiere verbindet und weit in die Vergangenheit zurückreicht. Bevor das Schiff sinkt und sie alle in die Tiefe reißt.

    »Ein unwiderstehlicher maritimer Thriller voll Mord und Verschwörung.«

    John Harrison, The Guardian
    Stimmen aus dem Buchhandel:

    »Der Tod & das dunkle Meer ist von der ersten bis zur letzten Seite einfach prächtige, spannende und intelligente Unterhaltung auf höchstem Niveau. Dazu noch ein literarisches Detektivspiel vom allerfeinsten. Der Roman ist auch »einfach so« phantastisch, quasi zwei Bücher zum Preis von einem. Der Autor gibt Ihnen ein grandioses Buch, einen eleganten Kriminalroman (das altmodische Wort ist hier Pflicht…), eine literarische Zeitreise und ein Riesenrätsel in Buchform in die Hand , verpackt in einen Roman voller Verve, raffiniertester Schach- und Winkelzüge und sprachlichem Witz! Nehmen Sie diese Gabe an – es wird ihr Leseleben bereichern…«
    Matthias Kesper, Thalia, Paderborn

    Buddy-Read

    Nachdem ich gesehen habe, dass Monique das Buch erworben hat, sagte ich ihr, dass das rein optisch ein perfektes Buch für mich sei. Der Klappentext klang auch äußerst vielversprechend, so dass ich mir den Kauf dieses Kleinods fest vornahm. Wir beide beschlossen, sobald ich das Buch in Händen halte, könnten wir ja damit einen Buddy-Read veranstalten.

    Die Schmökerbox noir hatte ich zu dem Zeitpunkt bereits vorbestellt, sie war nur noch nicht geliefert. Da man ja vorher nie so genau weiß, welches Buch man erhält, war es ein Glück, dass ich mir das Buch nicht sofort selbst bestellt hatte. Ich hatte bei Bekanntwerden des Themas der Schmökerbox noir zwar auf der Seite des Verlags gestöbert, aber war nicht sicher, dass es sich um ausgerechnet dieses Buch handeln würde.

    Jetzt hielt ich also glücklich das Buch in der Hand. Also muss nur noch ein Termin für den Buddy-Read gefunden werden. Unsere Lesegewohnheiten sind ja doch ziemlich verschieden.

    Sobald wir unseren Buddy-Read zu diesem Buch beendet haben, werde ich Euch berichten, wie es gelaufen ist, wie uns das Buch gefallen hat und was es sonst noch zu berichten gibt.

    Unter diesem Link findet Ihr einen Bericht zu einem etwas anderen Buddy-Read, den Mo zuletzt mit der lieben Maggie durchgeführt hat.

    Habt Ihr auch schon mal eine Buchbox erhalten? Mögt Ihr mir davon in den Kommentaren berichten?

    Mein letzter Buchbox-Bericht war im April. Habt Ihr den Beitrag schon gelesen? Falls nicht oder falls Ihr ihn noch einmal lesen möchtet, findet Ihr ihn hier.

  • Aktualisierung des Beitrags: Belarus im Wandel?

    Aktualisierung des Beitrags: Belarus im Wandel?

    Aktuelle Neuigkeiten von Ende Juni 2023:

    Es haben mich großartige Neuigkeiten erreicht.

    Alle Mitglieder der Band sind in Freiheit!

    Mittlerweile konnten alle Bandmitglieder nach ihren Entlassungen aus der politischen Gefangenschaft aus Belarus und somit in Sicherheit ausreisen! Seit 12.06.2023 sind alle final in Sicherheit auf europäischem Boden. Nadezhda und Vladimir waren beim Feuertanz Festival als Überraschungsgäste, um sich ihren Fans zu zeigen und mit Freunden ihre Freiheit und das Wiedersehen zu feiern. Die Nachricht darüber hat mir schon Tränen in die Augen gejagt. Wäre ich live dabei gewesen, hätte ich sicherlich wie ein Schlosshund geheult.

    Hier seht ihr ein erstes Foto in Freiheit: metal1 Infoseite

    Es gibt sicher bald wieder aufregende Infos und neue Musik von Irdorath!

    Nadia und Vova pendeln aktuell zwischen Warschau und Berlin, um ihre Existenz wieder aufzubauen und sich um die künstlerische Neuausrichtung zu kümmern. Allerdings bekommen sie auch medizinische und psychologische Betreuung und nehmen an Rehabilitationsprogrammen teil.

    Ich freue mich so sehr und weine Freudentränen, während ich dies hier tippe!

    Wie muss es dann erst den beiden gehen. Ich wünsche allen ganz viel Kraft.

    Aber es sind immer noch viele Menschen in politischer Gefangenschaft, die sich über Aufmerksamkeit freuen. Lasst sie uns nicht vergessen.

    Freiheit und Frieden für alle!

    Beitrag vom 2. September 2021:

    Heute möchte ich Euch auf ein ganz anderes Thema aufmerksam machen.

    Als ausgewiesener Bücherwurm ist dies allerdings auch mit einem Buchtipp verbunden.

    Aber ich fange wohl von vorne an, falls ich heraus finde, wo bei diesem Thema vorne ist.

    Allgemeiner Überblick

    Im August 2020 rückte ein Staat in den Fokus der Medien, der sonst eher nicht so viel Aufmerksamkeit erhält. Es waren die Präsidentschaftswahlen, die der bisherige Präsident Lukashenko, wie jedes Mal seit 1994, für sich entschied. Er erklärte sich mit über 80 % zum Gewinner der Wahl, die nach Meinung von Wahlbeobachtern und internationalen Stimmen manipuliert wurde.

    Allerdings war die Bevölkerung Belarus nicht damit einverstanden. Der Betrug war dieses Mal zu offensichtlich. Es kam zu großen friedlichen Protesten der Bevölkerung, die die Staatsmacht äußerst brutal zu unterdrücken versucht. Es gibt Berichte von Folter und Todesfällen im Zuge von Verhaftungen und Gewaltausbrüchen.

    Einen ausführlicheren Überblick über die Entwicklung und aktuelle Lage findet Ihr auf der Seite des Razam e.V. Dort gibt es auch eine Liste mit Internetseiten, die über die aktuelle Lage im Land berichten und vom Regime in Belarus teilweise verboten wurden.

    Wieso ich die Entwicklung verfolge

    In meinen persönlichen Fokus rückte Belarus wahrscheinlich hauptsächlich, weil ich ein Fan der belarusischen Band Irdorath bin.

    Ich folge der Band in den sozialen Medien, seit ich sie vor ein paar Jahren das erste Mal bei einem Auftritt auf einem Mittelaltermarkt in Hildesheim gesehen habe.

    Die aktuelle Entwicklung am Beispiel der Band

    Im letzten Jahr teilte die Band auf ihrem Instagram-Account Videos von ihrer Teilnahme an den Protestmärschen und Auftritten bei den sogenannten Hofkonzerten.

    Ende des Jahres berichteten sie, dass sie ihre Arbeit verloren hatten und dass sie aus dem Probenraum der Band geworfen wurden.

    Bei YouTube findet Ihr großartige Videos, die die Band in ihrem Account hochgeladen hat.

    Und unter einem anderen Account findet sich ein Video eines Protestmarsches – friedlich! – bei dem die Band ein bekanntes belarusisches Lied spielt: Peremen, in kyrillischen Buchstaben Перемен geschrieben. Das bedeutet Wandel.

    Der Schock

    Dieses Lied ist jetzt der Grund, warum die Bandmitglieder, die Crew und einige Freunde bei einer kleinen privaten Geburtstagsfeier von Nadzeya am 2. August dieses Jahres verhaftet wurden!

    Morgens habe ich noch die Social Media Posts aus Anlass ihres Geburtstages gesehen, habe gratuliert und mich darüber gefreut, dass es ihnen allen anscheinend gut geht.

    Aber als ich dann abends zu Hause von der Verhaftung erfuhr, war ich entsetzt. Über deutsche Freunde der Band versuchte ich heraus zu finden, was passiert ist und vor allem, wie ich helfen kann. Logisch. Ich wollte nicht untätig sein. Ein großer Aufschrei müsste doch durch die Medien gehen. Es kann doch nicht sein, dass Musiker verhaftet werden, weil sie ihre normale Arbeit gemacht haben?

    Doch zunächst baten die Familien darum, das Thema nicht öffentlich zu machen. Die Hoffnung bestand, dass die „Gerichtsverhandlungen“ glimpflich ausgehen könnten und nur Geldstrafen ausgesprochen würden. Leider war dies nicht der Fall. Es kann zu teilweise längeren Haftstrafen kommen. Und so wurde der Protest laut und lauter.

    Und was jetzt?

    Aber so wie jetzt der Band ging es vor ihnen schon vielen anderen Kulturschaffenden, Künstlern, Journalisten oder ganz einfach Privatleuten, die bei den friedlichen Protesten dabei waren! Bisher hat es mich nicht so stark berührt, da ich diese Menschen höchstens als Namen wahrgenommen habe, aber die Person dahinter nicht kannte. Das ist bei der Band im Grunde auch nur ein oberflächliches „Kennen“, aber durch die regelmäßigen Beiträge und den Austausch über die sozialen Medien besteht da schon eine gewisse tiefere Verbindung.

    Jedes Video, jeder Beitrag, den ich also rund um die Verhaftung der Bandmitglieder sehe oder lese, berührt mich so stark, dass es mich zum Weinen bringt. Es ist ein Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit, welches mich befällt. Natürlich lebe ich hier in Freiheit in einer funktionierenden Demokratie und kann mir nicht annähernd vorstellen, wie es ist, im Gefängnis zu sitzen und Gewalt und Folter ausgesetzt zu sein.

    Ich vermag an der Situation nichts zu ändern. Wie gerne würde ich einfach nach Belarus fahren und die Gefängnisse öffnen und alle politisch Gefangenen befreien. Da das nicht geht, versuche ich mit meiner geringen Reichweite ein wenig Einfluss auf die Allgemeinheit auszuüben.

    Deshalb: Seht nicht weg!

    Seht nicht weg. Macht Euch für die Belarusen stark, die unschuldig in Haft geraten, weil sie nicht in einer Diktatur leben wollen.

    Öffnet Eure Augen und Herzen. Schreibt den Gefangenen Briefe ins Gefängnis, damit die Machthaber sehen, dass diese Menschen nicht vergessen sind. Oder wendet Euch an Eure Abgeordneten, damit sie ihren Einfluss geltend machen. Unterschreibt eine der Petitionen. Spendet Geld. Jede Kleinigkeit ist ein wertvoller Beitrag.

    Linksammlung

    Auf diesen verlinkten Seiten finden sich teilweise noch weitere Links, um sich weiter zu informieren.

    Es ist wichtig, dass der öffentliche Druck nicht nachlässt. Vielleicht gibt es in Eurer Stadt ja auch eine Demo oder eine Aktion von Exil-Belarusen und anderen Aktivisten. Die freuen sich sicher, wenn Ihr daran teilnehmt oder zumindest Eure Solidarität bekundet.

    Oder schaut bei der alternativen belarusischen Botschaft vorbei, wenn ihr in Berlin seid.

    Wenn Ihr über das Thema in den sozialen Netzwerken berichten wollt, nutzt Hashtags wie #solidaritywithBelarus, #westandBYyou, #freeIrdorath und andere.

    Ich hoffe so sehr, dass die Inhaftierten gesund bleiben und bald wieder frei kommen!

    Da war doch noch was? Ach ja, der Buchtipp!

    Jetzt komme ich noch zu dem versprochenen Buchtipp. Ich habe das Buch in kürzester Zeit gelesen. Es ist eindrucksvoll, erschütternd und berührend. Aktueller geht es kaum. Ich kann es Euch nur wärmstens empfehlen!

    • Titel: Minsk. Tagebuch
    • Autorin: Julia Cimafiejeva
    • Verlag: edition.fotoTAPETA
    • Einband: Klappenbroschur
    • Umfang: 128 Seiten
    • Link zum Buch
    Das Buch

    Klappentext:

    Aus dem Englischen von Andreas Rostek

    Die belarusische Dichterin Julia Cimafiejeva ist seit November letzten Jahres Writer in Exile in Graz. Dort hat Cimafiejeva ein Tagebuch weitergeführt, das sie in den Tagen vor den Präsidentschaftswahlen in ihrem Land im August 2020 begonnen hat – es liegt hier erstmals auf Deutsch und überhaupt erstmals in dieser Form veröffentlicht vor: Eine Chronik der Ereignisse in klaren, eindrücklichen Worten, eine Chronik von Hoffnung und Gewalt, Notizen aus einem Land, das von einem absurden autoritären System in eine offene Diktatur abgleitet – weil die Belarusinnen und Belarusen sich mit den Lügen der Machthaber nicht mehr abfinden.

    Über die Autorin:

    Julia Cimafiejeva

    Dichterin und Übersetzerin, geboren 1982 in der Nähe von Brahin, Belarus. Bisher drei Bücher mit Gedichten, zuletzt die Sammlung ROT (so im belarusischen Original), erschienen 2020 in Minsk. Ihre Arbeiten wurden auch in mehrere Sprachen übersetzt. Auf deutsch erschien in der edition.fotoTAPETA übersetzt von Thomas Weiler und Tina Wünschmann die Sammlung ZIRKUS (Berlin, 2019). Ende 2020 trat Cimafiejeva mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Alhierd Bacharevič, einen längeren Aufenthalt in Österreich Graz an.

  • Mein 1. Lesehalbjahr 2021

    Ich möchte Euch zeigen, welche Bücher ich im vergangenen 1. Halbjahr dieses Jahres gelesen habe.

    Außerdem erzähle ich Euch von meinen bisherigen Lesehighlights und welche Bücher ich gar nicht mochte. Ich habe sogar ein Buch nicht beendet.

    Lesemonate im BuJo

    Fangen wir mit den Seiten aus meinem Bullet Journal an. Ich habe jeden Monat eine Seite mit den jeweils gelesenen Büchern gefüllt. Und damit ich es schick finde, habe ich die Seiten grafisch verziert.

    Aber seht selbst:

    Damit Ihr lesen könnt, welche Bücher ich gelesen habe, gibt es jetzt noch eine Liste der Buchtitel, die ich auf die jeweilige Verlagsseite verlinke. Dann könnt Ihr über Bücher, die Euch näher interessieren, dort selbst etwas lesen (Klappentext etc.).

    Lesemonat Januar:

    Lesemonat Februar:

    Lesemonat März:

    Lesemonat April:

    Lesemonat Mai:

    Lesemonat Juni

    Was mir sogar sehr gefiel

    Meine Highlights dieser Bücher waren:

    Lese-Highlights

    Ich hätte in dieser Liste sicher noch mehr Bücher aufnehmen können, aber ich wollte mich jeden Monat zumindest auf ein oder zwei Bücher beschränken, damit die Liste nicht zu unübersichtlich wird. Die Gründe, warum diese Bücher es auf die Liste geschafft haben, sind sehr unterschiedlich. Jedes der Bücher hat mich auf seine Art begeistern können.

    Eine Besonderheit

    The Dead King habe ich sogar auf Englisch gelesen!

    Das ist eine ziemliche Premiere und hat erstaunlich gut funktioniert.

    Ich habe bisher nur ein Mal versucht, ein Buch auf Englisch zu lesen. Das war Harry Potter and the Deathly Hollows, als es frisch erschienen war und hat gar nicht funktioniert. Ich habe es irgendwann aufgegeben, weil ich zu viele Wörter nachschlagen musste, die ich nicht kannte.

    Damals musste man noch richtig im Wörterbuch nachschlagen, was sich als zeitraubend und mühsam erwies.

    Dieses Mal habe ich das Buch als E-Book gelesen und da kann man sich sogar ganze Absätze übersetzen lassen, falls etwas unklar ist.

    Ich denke, ich werde sicher mal wieder ein Buch im englischen Original lesen, wenn es sich ergibt.

    Was mir nicht so gefiel

    Die Flops des 1. Halbjahres möchte ich Euch auch nicht vorenthalten:

    Der Gott der kleinen Dinge von Arundhati Roy konnte mich nicht besonders fesseln, ich fand es zäh und habe es nur mühsam beendet.

    Ruhelos von William Boyd habe ich für den Lesekreis angefangen, aber nicht zu ende gelesen, weil es mich absolut nicht begeistern konnte. Der Spionageteil in der Vergangenheit war stellenweise ganz interessant, aber die Erzählung in der Gegenwart hat mich fast nur gelangweilt und war nach meiner Meinung völlig überflüssig. Also habe ich es abgebrochen.

    Fazit:

    Ansonsten habe ich dieses Jahr bisher gelesen, worauf ich Lust hatte und habe mir keinen festen Plan gemacht. Das wirkt sich natürlich positiv auf so ein Lese-Fazit aus. Üblicherweise lese ich ja etwas mehr. Dieses Jahr waren einige etwas seitenstärkere Bücher dabei, weswegen die Anzahl der gelesenen Bücher im Vergleich zu den vergangenen Jahren geringer ausfällt. Eventuell zähle ich noch alle Seiten zusammen, um das mal in Zahlen festzuhalten. Aber jetzt lese ich lieber weiter in meiner aktuellen Lektüre.

    Eine Übersicht über die vergangenen Lesejahre findet Ihr hier.