Rezension: Vom Wesen der Götter von António Lobo Antunes

Rezension: Vom Wesen der Götter von António Lobo Antunes

Klappentext:

Ein sprachgewaltiger Roman über die sogenannte feine Gesellschaft Portugals zurzeit des Diktators Salazar: Die besseren Familien Portugals residieren in Cascais, einem westlich von Lissabon gelegenen Badeort, insbesondere in der Quinta da Marinha, wo man den Atlantik rauschen hört und die Dünen hinter den Pinien sieht. Hier spielt sich das gesellschaftliche Leben ab, hier wohnt man in herrschaftlichen Villen. Da gibt es den „Senhor Doutor“, einen reichen Unternehmer und Vertrauten des Diktators Salazar, der sich mit Härte und Lieblosigkeit aus einfachen Verhältnissen nach oben gekämpft hat. Seine Frau lebt zurückgezogen im obersten Stock, die Tochter des Hauses, „Senhora“ genannt, wurde vom Butler gezeugt und verbringt ihre Tage damit, ihr Hündchen zu streicheln und Bücher zu lesen, die ihr eine Buchhändlerin aus dem Ort vorbeibringt. Und dann gibt es noch eine junge Fadosängerin, deren Gefühle nicht erwidert werden …

»Keiner kann das portugiesische Lebensgefühl der Saudade, die Stimmung des Weltschmerzes, so ins Epische ausdehnen wie er – ein großer Erotomane der Traurigkeit.«Süddeutsche Zeitung

Hardcover mit Schutzumschlag, 720 Seiten, Luchterhand Verlag

Meine Meinung:

Der Klappentext hörte sich für mich sehr faszinierend an. Ich lese gerne etwas über die Gewohnheiten und Kulturen anderer Länder und vergangener Zeiten. Also fragte ich ein Exemplar über das Bloggerportal an. Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares, was meine Meinung allerdings nicht beeinflusst.

In dem Roman erzählen in mehreren Teilen unterteilt, verschiedene Protagonisten aus einem Teil ihres Lebens und des Lebens von Menschen, denen sie im Laufe der Zeit begegnet sind oder von denen ihnen erzählt wurde.

Ein so seitenstarkes Buch braucht oftmals einige Seiten mehr, bis man mit der Schreibweise und der Sprache eines Autors zurecht kommt, oder bis einen die Geschichte richtig packt. Ich habe dem Buch also mindestens 100 Seiten gegeben, um mich zu überzeugen. Doch bei diesem Buch war ich so oft versucht, ein paar Seiten zu überblättern, dass ich beinahe schon nach 60 Seiten aufgegeben hätte. Doch das widerspricht meinen Prinzipien. Also las ich zwischendurch etwas leichtere Lektüre, um meinem Kopf etwas Erholung zu gönnen. Doch auch danach fand ich keinen Zugang zu der Geschichte.

Ich gebe Euch mal ein Beispiel, wie der Text aufgebaut ist:

Dies ist noch einer der leichter zu lesenden Abschnitte. Ich hatte leider manches Mal keine Ahnung, wer jetzt was zu wem gesagt hatte. Der Ausschnitt befindet sich im ersten Teil, der von einer Buchhändlerin erzählt wird, die jeden Tag zur Senhora gerufen wird, damit diese ihr aus ihrem Leben berichten kann. Leider war mir oftmals nicht klar, ob gerade die Senhora von sich erzählt, oder die Angestellte der Buchhandlung etwas aus ihrem Leben in Afrika erzählt. Beide Frauen haben schon viel gesehen und erlebt, so dass ich mich Seite um Seite durch den Text hangelte, in der Hoffnung, endlich mehr zu verstehen.

Leider fand ich auch nach über 100 Seiten keinen Zugang zum Schreibstil des Autoren. Also entschloss ich mich, diesen Roman zunächst nicht weiter zu lesen. Eventuell versuche ich es zu einem späteren Zeitpunkt mit einem der anderen Teile erneut. Irgendwo wurde das Werk des Autoren als sprachgewaltig beschrieben. Das kann ich bestätigen. Nur sein Schreibstil und der Aufbau seiner Sätze sagen mir leider nicht zu. Andere mögen da sicherlich mehr Lesevergnügen draus ziehen. All jenen wünsche ich ganz viel Spaß beim Lesen!

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