Rezension: I’ve been looking for Frieden von Maik Brüggemeyer

Rezension: I’ve been looking for Frieden von Maik Brüggemeyer

Klappentext:

Wo waren Sie, als David Hasselhoff die Mauer niedergesungen hat?
Popsongs erzählen Geschichten: von der ersten Liebe, dem ersten Rausch und der ersten eigenen Wohnung. Und manchmal auch die Geschichte eines ganzen Landes und seiner Bewohner, ihrer Ängste und Sehnsüchte. Maik Brüggemeyer hat zehn Songs ausgewählt, in denen sich die wichtigsten Momente der deutschen Geschichte spiegeln. Sie erzählen von der Italiensehnsucht der Fünfzigerjahre über die 99 Luftballons des Kalten Krieges bis hin zu der sommermärchenhaften Erkenntnis, dass dieser Weg wohl kein leichter sein wird. Und damit zugleich von Schuld und Rebellion, Tanz und harter Arbeit, Terror und einer friedlichen Revolution.
Und um diese Lieder wird es gehen: Rudi Schuricke, »Capri-Fischer«; Franz Josef Degenhardt, »Deutscher Sonntag«; Can, »Father Cannot Yell«; Nena, »99 Luftballons«; David Hasselhoff, »I’ve Been Looking For Freedom«; Marusha, »Over The Rainbow«; Rammstein, »Links, 2, 3, 4«; Xavier Naidoo, »Dieser Weg«; und Balbina, »Nichtstun«.

»Über Pop gleichzeitig klug und witzig zu schreiben, hat in Deutschland keine lange Tradition. Maik Brüggemeyer beherrscht diese Kunst. Bitte mehr davon.«

Tagesspiegel (12. Dezember 2018)

Link zum Buch

Meine Meinung:

Der Autor versucht, anhand von 10 Liedern, die deutsche Geschichte einzuordnen und zu kommentieren. Dabei erwähnt er auch weitere Künstler und Lieder, die zu der jeweiligen Zeit populär waren und versuchten, die Stimmung im Land widerzuspiegeln.
Auch den Einfluss der verschiedenen Lieder und Künstler aufeinander wird dabei nicht unerwähnt gelassen.
Hin und wieder springt der Autor dabei scheinbar willkürlich zwischen den Jahren und Jahrzehnten hin und her, um Zusammenhänge zu erläutern. Mir persönlich war das teilweise etwas zu ungeordnet und nicht leicht, dem zu folgen.

Mir hätte es auch gefallen, wenn es zum Buch einen Datenträger mit den genannten Liedern gegeben hätte. So blieb mir nur die Internetsuche, um die mir unbekannten Stücke anzuhören.

Auf jeden Fall ist das Buch sehr interessant, auch wenn ich einige Lieder und Interpreten vermisst habe. So werden die Die Toten Hosen und die Die Ärzte nicht mal erwähnt, als es um die Punk-Zeit geht, oder die Zeit in den 90ern, als wieder rechte Gewalt ausbrach. Ich finde es in diesem Zusammenhang erwähnenswert, dass diese und viele weitere Bands ganz klar Position bezogen haben.

Gefallen haben mir die persönlichen Bezüge zum Leben und den Erfahrungen des Autoren und seiner Familie.
Es ist ein lesenswertes Sachbuch, das sich der deutschen Geschichte mal von einer anderen Seite nähert.
Eine musikalische Geschichtsstunde, interessant und wissenswert, stellenweise auch humorvoll.

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