Schlagwort: Belletristik

  • Buchvorstellung des Lesekreises – Teil 2

    Buchvorstellung des Lesekreises – Teil 2

    Heute stelle ich euch die restlichen Bücher vor, die wir beim letzten Lesekreis-Treffen im November besprochen haben. Ich glaube, es war kein Buch dabei, das ich nicht lesen würde. Durchweg waren die Eindrücke positiv und beeindruckt.

    Falls Ihr noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, werdet Ihr hier sicher fündig.

    Bernhard Schlinck: Abschiedsfarben

    Eine Frau in einem roten Gewand sitzt mit dem Rücken zum Betrachter auf einem Bett.
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    Klappentext:

    Geschichten über Abschiede, die bedrücken, und Abschiede, die befreien, über das Gelingen und Scheitern der Liebe, über Vertrauen und Verrat, über bedrohliche und bewältigte Erinnerungen und darüber, dass im falschen Leben oft das richtige liegen kann und im richtigen das falsche. Geschichten von Menschen in verschiedenen Lebensphasen, ihren Ängsten, Verstrickungen und Hoffnungen. »Liebe und mache, was du willst« ist vielleicht kein Rezept für ein gutes Ende, aber eine Antwort, wenn andere Antworten versagen.

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    Ein Mann verrät den Freund, den er nicht verlieren will. Einen anderen wirft eine Kränkung aus der Bahn und lässt ihn zerstören, was er liebt. Eine späte Begegnung mit der Jugendliebe – kann sich jetzt noch erfüllen, was damals versagt blieb? Eine Frau ringt damit, dem geschiedenen, todgeweihten Mann zu vergeben.

    Eine Nacht, in der an ein Tabu gerührt wird – kann es danach weitergehen, als sei nichts geschehen? Ein Junge verbringt mit seiner Mutter einen Sommer am Meer, entdeckt sie, wie er sie nicht kannte, und entdeckt sich selbst.

    Jemand hat selbstbestimmt Abschied vom Leben genommen – was macht das mit den Hinterbliebenen, wie werden sie damit fertig? Als seine Erinnerungen seine Gegenwart überwältigen, muss ein Mann seinen Frieden mit der Vergangenheit machen. Sie sind miteinander glücklich, er einundsiebzig, sie dreiunddreißig – was hat es mit seinem plötzlichen Gefühl auf sich, er dringe mit seiner Altersliebe in ihr junges Leben ein? Geschichten, die überraschen, verstören und beglücken.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Ganz verschiedene Abschiede auf unterschiedliche Weise erzählt: traurig, wütend, schuldbewusst heiter, gelassen. Für den Abschiednehmenden jedoch nicht das Ende. Die Leserin haben die Erzählungen immer wieder in ihren Bann gezogen.

    Robert Lewis Stevenson: Reise mit einer Eselin durch die Cevennen

    Klappentext:
    Zeichnung eines Esels auf grünem Grund.
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    Als junger Mann bricht Robert Louis Stevenson auf zu einer eigenwilligen Reise: Gemeinsam mit der Eselin Modestine durchwandert er die französischen Cevennen. Ausgerüstet mit einem eigens entworfenen Schlafsack, einem Revolver gegen Wölfe und Räuber, Weißbrot für sich und Schwarzbrot für den Esel, sucht Stevenson die Einsamkeit. Und entdeckt als Erstes, dass Modestine ihren eigenen Willen hat. Während sich die ungleichen Wandergesellen langsam anfreunden, erkundet Stevenson die Geheimnisse der Landschaft und ihrer Bewohner. Denn eines weiß er sicher: Reisen muss man um des Reisens willen.Stevensons geistreicher wie humorvoller Reisebericht gilt als Meisterwerk der frühen Reiseliteratur und wurde vom Guardian unter die hundert besten Sachbücher aller Zeiten gewählt.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Entdeckung eines Klassikers, der begeistert hat. Zeitlos und amüsant zu lesen.

    Markus Thielemann: Von Norden rollt ein Donner

    Klappentext:

    Der Wolf ist zurück in der Lüneburger Heide. Und während Jannes – wie schon sein Vater und sein Großvater – täglich seine Schafe über die Heideflächen treibt, kochen die Emotionen im Dorf hoch. Kann Heimatschutz Gewalt rechtfertigen? Wo es vordergründig um Wolfspolitik geht, stößt er bald auf Hass, völkische Ideologie – und auf ein tiefes Schweigen. „Von Norden rollt ein Donner“ ist eine Spurensuche in der westdeutschen Provinz, die Geschichte eines brüchigen „urdeutschen“ Idylls.

    Eine Schafherde in einer Heidelandschaft umrahmt vom Buchtitel und dem Namen des Autors.
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    Täglich treiben der 19-jährige Jannes und seine Familie die Schafe über die Flächen der Lüneburger Heide. Doch es herrscht eine gärende Unruhe in der Gegend, der Wolf ist zurück. Es mehren sich Schafsrisse und mit ihnen Konflikte im Dorf, die schnell politisch werden. Während völkische Siedler versuchen, das Thema für ihre Zwecke in Beschlag zu nehmen, die Situation sich zuspitzt und in Selbstjustiz der Bevölkerung zu eskalieren droht, flüchtet sich Jannes zu seinen Schafen in die Heide. Doch dort wird durch eine gespenstische Begegnung plötzlich die düstere Ortsgeschichte aufgefächert, die ihren langen Schatten in die Gegenwart wirft. Markus Thielemann schreibt mit seinem Anti-Heimatroman das Psychogramm einer Sehnsuchtslandschaft und zeigt auf ebenso subtile wie fesselnde Weise, wie sich ein Idyll in sein Gegenteil verkehren kann.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Leserin hat einen persönlichen Bezug zur Heidelandschaft, da sie dort her stammt und hat deswegen eine besondere Verbindung gespürt. Das Buch besticht durch eine wunderbare Sprache, ist spannend und poetisch.

    Kim Thuy: Der Klang der Fremde

    Klappentext:
    Auf dem Cover sitzt eine Person mit einem asiatischen Strohhut vom Betrachter abgewandt auf einem Holzsteg und blickt aufs Wasser.
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    »Man glaubt immer, das Leben von Einwanderern sei nur schwer. Und vergisst dabei, dass ihre Erfahrungen auch wunderbare, lustige, bewegende und oft ganz absurde Momente umschließen…«

    Die kleine Kim ist zehn, als ihre Familie aus Vietnam fliehen muss. Auf einer abenteuerlichen Odyssee ­gelangen sie übers Meer, vegetieren in überfüllten Flüchtlingslagern, finden schließlich im Westen, im fernen Kanada eine neue Heimat.
    Wenn der Schock der Fremdheit überwältigend ist, lässt sich die Welt nur über die Sinne erschließen. An Klängen, Farben, Gerüchen entfalten sich deshalb die Erinnerungsbilder, an denen Kim Thúy dreißig Jahre später der Spur ihres Lebens nachgeht – eine lose Kette, mäandernd zwischen Einst und Jetzt, Krieg und Frieden, Verstörung und überraschendem Glück. Da ist die Kindheit im goldenen Käfig einer großbürgerlichen Familie in Saigon. Die Flucht im lichtlosen Unterdeck eines maroden Schiffes. Ein Kinderarmband aus rosa Plastik, in dem die Eltern Edelsteine schmuggelten. Der erste Anblick von Schnee in Québec, der Krach, den fremde Stimmen machen, auch wenn sie freundlich sind. Die Komik zahlloser Missverständ­nisse. Die Wiederbegegnung mit der alten Heimat, in die man als Fremde zurück­kehrt.

    Mit selbstverständlicher Meisterschaft hat Kim Thúy einen überraschenden, ganz und gar persönlichen Lebensroman einer Emigration geschrieben. In unvergesslichen, sinnlichen Bildern erzählt er von Flucht, Vertreibung und Neubeginn, von Schmerz und Lust der Erinnerung und dem täglichen Glück, sein Leben zu wagen.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Leserin war selbst bereits in Vietnam und findet die Schilderungen des Landes und der Kultur als eindrucksvoll. Die Beschreibungen, auch der heute sehr aktuellen Flüchtlingsproblematik empfindet sie als authentisch. Die Autorin schreibt in kurzen Kapiteln mosaikartig und schildert ihre Erinnerungen an die Flucht und das Ankommen im für sie fremden Kanada in einer bilderreichen poetischen Sprache. Das Erschließen ihrer neuen Heimat beschreibt sie anhand von Klängen, Gerüchen und Farben. Sehr lesenswert.

    Das Buch liegt auf einer karierten Decke.
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    Sybil Volks: Café Finito

    Ich selbst habe das Buch Café Finito vorgestellt. Folgt gerne diesem Link zur Rezension, um mehr darüber zu erfahren:

    Café Finito.

  • Buchvorstellung des Lesekreises – Teil 1

    Buchvorstellung des Lesekreises – Teil 1

    Heute möchte ich Euch ein paar Bücher vorstellen, die für den Lesekreis gelesen wurden. Zum letzten Lesekreis-Treffen hat jede der Damen ein Buch ihrer Wahl gelesen und dann wurde das jeweilige Buch den übrigen präsentiert.

    Das war ein wirklich schöner Abend voller vielfältiger und interessanter Lektüre und ich möchte Euch diese Bücher nicht vorenthalten. Vielleicht sucht Ihr ja noch nach einem literarischen Weihnachtsgeschenk. Ich denke, diese Bücher eignen sich sehr als Geschenkvorschläge.

    Da es insgesamt zehn Bücher waren, werde ich zwei Beiträge veröffentlichen, damit diese nicht so lang werden.

    Zwei Leben von Ewald Arenz
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    Ewald Arenz: Zwei Leben

    Klappentext:

    Ein Dorf, die Welt – und die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben
    1971 in einem Dorf in Süddeutschland. Nach einer Art Schneiderlehre in der Stadt kehrt die 20-jährige Roberta auf den Hof ihrer Eltern zurück. Sie ist das einzige Kind und wird irgendwann einmal die Bäuerin sein. Hier auf dem Land sind Vergangenheitsbewältigung, Kriegsdienstverweigerung, Feminismus, Popkultur und Miniröcke nichts, womit man sich beschäftigt. Hier zählen Arbeit, Gehorsam und moralisches Verhalten. Roberta träumt davon, eigene Kleider zu entwerfen, aber sie weiß genau, dass das Träume bleiben werden. Zugleich liebt sie ihren Hof und die körperliche Arbeit in der Natur, wo sie sich ganz und gar spürt. Und sie liebt Wilhelm, den Pfarrerssohn. Wilhelm ist nicht nur für Roberta der Grund, im Dorf zu bleiben. Auch seine Mutter Gertrud bleibt wegen ihres Sohnes. Im Gegensatz zu Roberta hasst sie das Landleben und wünscht sich nichts mehr, als weggehen zu können, hinaus in die Welt.
    Beide Frauen werden schwanger und müssen eine Entscheidung treffen. Doch ein tragisches Unglück gibt ihrer beider Leben eine komplett neue Richtung.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Sehr flüssiger Schreibstil mit wunderbaren Bildern. Die Geschichte fängt langsam an, nimmt aber dann an Fahrt auf und hat es schwer gemacht, das Buch wegzulegen.

    Madame Bovary von Gustave Flaubert
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    Gustave Flaubert: Madame Bovary

    Klappentext:

    Als Emma den Landarzt Charles Bovary heiratet, träumt sie von Liebe, Luxus und Leidenschaft, von einem Leben, wie sie es aus ihren Romanen kennt. Doch der Alltag in der Provinz ist ganz anders als erhofft. In ihrem Bestreben, ihre Sehnsüchte zu erfüllen, lässt sie sich verführen und setzt damit eine verheerende Spirale aus Betrug und Verzweiflung in Gang.
    Gustave Flaubert brachte sein Ehebruchroman eine Anklage wegen Verstoßes gegen die öffentliche Moral ein. Das Gericht sprach den Autor zwar frei, rügte aber insbesondere den schockierenden Realismus, der sich in der erotisch aufgeladenen und psychologisch scharfen Darstellung der Emma Bovary zeigte. – Mit einer kompakten Biographie des Autors.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Geschichte einer gelangweilten Arztgattin, die nach Leidenschaft und Erfüllung in ihrem Leben sucht, hat beeindruckt und durch seinen literarischen Realismus überzeugt,

    Daniel Glattauer: Die spürst Du nicht

    Die spürst du nicht von Daniel Glattauer
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    Klappentext:

    Zwei Ehepaare gönnen sich einen exklusiven Urlaub in der Toskana. Tochter Sophie Luise darf ihre Schulfreundin Aayana mitnehmen, ein Flüchtlingskind aus Somalia. Kaum hat man sich mit Prosecco und Antipasti in Ferienlaune gebracht, kommt es zur Katastrophe: Aayana ertrinkt im Swimming-Pool. Unweigerlich stellt sich die Schuldfrage, an der bald nicht nur die Freundschaft der Familien zu zerbrechen droht. Was ist ein Menschenleben wert? Und jedes gleich viel?

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Sehr gut lesbar, keine komplizierte Sprache. Sehr gelungene Darstellung komplizierter aktueller Themen und zwischenmenschlicher Emotionen und Reaktionen.

    Rónán Hession: Leonard und Paul

    Leonard und Paul von Rónán Hession
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    Klappentext:

    Leonard und Paul sind allerbeste Freunde. Während Leonard als Ghostwriter Kinderenzyklopädien verfasst, arbeitet Paul als Aushilfspostbote. Das Leben der beiden verläuft in ruhigen, wohlgeordneten Bahnen – bis jedem von ihnen etwas widerfährt, das eine ganze Reihe von Veränderungen in Gang setzt.
    Dieser hochgelobte Debütroman rückt jene Menschen in den Mittelpunkt der Erzählung, die im Alltag oftmals übersehen werden. Leonard und Paul beteiligen sich nicht am Lärmen der Welt, sondern zeichnen sich durch Eigenschaften aus, die immer seltener anzutreffen sind: Freundlichkeit, Sanftmut und Bescheidenheit. Eine hinreißend charmante Lektüre voller Humor, die nachdrücklich vor Augen führt, wie bereichernd es sein kann, sich auf den Nebenstraßen des Lebens zu bewegen.

    »Wenn Sie in diesem Jahr nur ein einziges Buch lesen, dann bitte dieses. Und wenn Sie fertig sind, dann gehen Sie in Ihre Buchhandlung und kaufen noch ein Exemplar für einen lieben Menschen. Denn jeder sollte einen Leonard oder einen Paul haben – und wenn nur in Buchform.« WDR 5 SCALA

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Kraft dieses Buches liegt in der sehr ruhigen, manchmal auch humorvollen Beschreibung dieser beiden besonderen Menschen, die geradlinig im Leben stehen.

    Susann Pasztor: Von hier aus weiter

    Von hier aus weiter von Susann Pásztor
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    Klappentext:

    Von zweiten und dritten Chancen im Leben

    Nach dreißig Jahren Ehe ist Marlene plötzlich Witwe​, doch statt zu trauern, ist sie vor allem wütend. Die Mitglieder ihrer ​angeheirateten Großfamilie wundern sich über ihr Verhalten, aber Marlene lässt niemanden an sich heran. Bis sie eine​s Tages einen unerwarteten Mitbewohner bekommt: Jack​ ist nicht nur ein begnadeter Koch, sondern stellt auch die richtigen Fragen.​ Und er ist nicht der Einzige, der Marlene noch mal so richtig aus dem Konzept bringt.

    Meinung aus dem Lesekreis:

    Die Geschichte hat sehr beeindruckt und nachdenklich gestimmt. Fazit: Auch wenn man nicht mehr leben wollte, das Leben geht weiter, und man kann sogar noch etwas sehr Schönes erleben und neue Menschen kennenlernen, die zu Freunden werden können.

    Link zur Leseliste des Lesekreises der letzten Jahre

  • Rezension: Die Bücherfrauen

    Rezension: Die Bücherfrauen

    Infos:

    • Roman
    • Verlag: S. Fischer
    • Autorin: Romalyn Tilghman
    • Übersetzerin: Britt Somann-Jung
    • Originaltitel: To the Stars Through Difficulties
    • Originalverlag: She Writes Press
    • Hardcover mit Schutzumschlag
    • Rezensionsexemplar / Lovelybooks Leserunde
    • 384 Seiten
    • Erschienen am 24. Februar 2021

    Klappentext:

    Mit ihrer Liebe zu Büchern schenken drei mutige Frauen einer zerstörten Kleinstadt neue Hoffnung
    In Prairie Hill, einer Kleinstadt irgendwo in Kansas, steht nach einem Tornado nur noch die Fassade der Bibliothek.
    Angelina kehrt für ihre Doktorarbeit zurück an den magischen Ort ihrer Kindheit. Ihre Liebe zum Lesen erbte sie von ihrer Großmutter Amanda. Frauen wie Amanda, die zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts Kultur in die entlegensten Winkel des Landes brachten, widmet Angelina ihre Studien. In Kansas begegnet sie zwei Frauen, die wie sie an einem Wendepunkt stehen. Gemeinsam entwickeln sie eine Schaffenskraft, die der Kleinstadt neue Hoffnung gibt. Am Ende der Welt finden die drei Frauen einen neuen Lebenssinn und ihr ganz persönliches Glück.

    Meine Meinung:

    Worum es geht:

    Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht der drei Protagonistinnen Traci, Angelina und Gayle erzählt, wobei Gayle weniger Raum einnimmt, da sie meist nur 2 Buchseiten am Stück zu Wort kommt. Dies fand ich etwas schade, da sie ja die vielen Frauen repräsentiert, die durch Tornados und andere Schicksalsschläge Verluste erleiden. So bleibt die Figur ein wenig blass, auch wenn sie sicher viel erlebt hat.

    Traci und Angelina bilden als „Zugezogene“ das große und vielfältige Amerika ab und stehen für Veränderungen und Neuerungen in der kleinen Gemeinschaft in dem Dorf in Kansas.

    Alle drei Figuren hätten durchaus mehr Raum bekommen können. Die Entwicklungen, die diese drei Frauen in der Geschichte durchmachen, sind teilweise etwas sprunghaft erzählt und manchmal nicht ganz logisch nachvollziehbar oder sogar vorhersehbar. So ganz warm wurde ich nicht mit ihnen, wobei mir Traci am besten gefiel. Ihre Lebensgeschichte ist tragisch und schön zugleich. Eine Künstlerin, die aus Müll Kunstwerke macht und so Weggeworfenem einen neuen Sinn verleiht. Sicher auch als Verarbeitung ihrer persönlichen Geschichte.

    Angelina möchte eigentlich nur in der Heimat ihres Vaters eine Dissertation schreiben. Gegen den Willen ihrer Mutter, die anscheinend bis zu ihrer Reise nach New Hope sehr großen Einfluss auf ihre Entscheidungen und ihre Art zu Leben hat. Diesen Konflikt hätte die Autorin sicher noch weiter ausbauen können. Die Mutter wird nur erwähnt und tritt nie selbst in Erscheinung, kann aber ihre Tochter selbst aus der Ferne noch dazu bringen an sich selbst zu zweifeln und oft mit ihrer Vergangenheit zu hadern.

    Diese versucht für ihre Dissertation über die Carnegie-Bibliotheken alte Aufzeichnungen ihrer Großmutter zu finden, die zur Zeit der Erbauung Anfang des 20. Jahrhunderts anscheinend darin verwickelt war.

    Die Rolle der Frauen scheint im Buch ganz klassisch zu sein, Familiengründung, sich um die Ehemänner und Familie zu kümmern und dabei selbst wenig Perspektiven für sich selbst zu haben. So dreht sich die Geschichte um die Erhaltung der Kultur, was die Frauen um Angelinas Großmutter mit der Gründung einer Leihbücherei ausführen, Angelina und die Frauen von New Hope versuchen, das örtliche Kulturzentrum zu erhalten und zu schützen, vor allem vor dem Zugriff männlicher Unternehmer, die keinen Sinn in dem Erhalt einer Kulturstätte sehen.

    Was mir gefallen hat:

    Ich finde vor allem die geschichtlichen Hintergründe spannend, die durch die Arbeit Angelinas an ihrer Dissertation und durch die Aufzeichnungen der Großmutter zum Ausdruck kommen. Gerne hätte ich noch mehr darüber erfahren, doch in dem 377 Seiten starken Buch geht es hauptsächlich um die persönliche Entwicklung der verschiedenen Personen.

    Was ich nicht so gelungen fand:

    Allerdings finde ich das Ende dann etwas abrupt und kurz gefasst. Es gibt für alle Beteiligten ein Happy End, jede/r bekommt das, was sie/er sich gewünscht hat und alle sind glücklich.

    Fazit:

    Als Feelgood-Roman mit historischem Kontext lässt sich das Buch gut lesen, ich fühlte mich gut unterhalten, würde das Buch aber nicht unbedingt zu meinen Lesehighlights bisher in diesem Jahr zählen. Dafür hätte es mehr sprachliche Finesse und etwas mehr Tiefe haben müssen.

    Wer gerne einen Blick in die Welt der Frauen in Kansas wirft, wer sich für Bibliotheken und ihre Entstehung interessiert oder auch gerne etwas über Kultur im Allgemeinen und ihre Erhaltung liest, dürfte mit diesem Buch nichts verkehrt machen.

    Auch die Aufmachung des Buches hat mir sehr gefallen. Das Cover ist einfach schlicht und schön.