Rezension: Furye

Cover Rezension

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Infos:

  • Autorin: Kat Eryn Rubik
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Format: Gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
  • Seiten: 352
  • Erscheinung: 15.07.2025

Klappentext:

Der Sommer der Furien

Ein tragischer Unfall. So nennt es die Presse, als ein Cabrio mitsamt der Insassen an den steilen Klippen der Küste in die Tiefe stürzt. ›Natürlich war das nicht die Wahrheit‹, schreibt die namenlose Erzählerin, die als Einzige weiß, was wirklich geschehen ist, und fügt in ihrem Notizbuch das zusammen, ›was vielleicht schon immer zusammengehörte, ohne dass wir es wussten‹.
Sie ist stilsicher und smart, Musikmanagerin, eine erfolgreiche Selfmadefrau, deren Gesicht das Cover der VOGUE-Business ziert. Die Realität hinter den Kulissen ihres beneidenswerten Daseins jedoch ist trist: Ihr Vater ist tot, außer ihrer Mutter, die sich langsam wieder ins Leben kämpft, hat sie keine Familie, und sie selbst glaubt seit geraumer Zeit, nichts mehr fühlen zu können.

Ein Anruf lässt ihr – wenn schon nicht glückliches, so wenigstens stabil geglaubtes – Leben in sich zusammenfallen. Über Nacht setzt sie sich ins Auto und fährt los. Zurück in die trügerisch schöne Stadt am Meer, die sie vor zwanzig Jahren hinter sich gelassen hat. Dorthin, wo eine längst vergessen geglaubte Erinnerung begraben liegt.
Dorthin, wo sie einst Alec, eine der Furien, war. Damals war sie siebzehn Jahre alt …
Zerrissen und getrieben von dem, was längst vergangen ist, und dem, was nie mehr sein kann, taumelt sie im wachtrunkenen Delirium zwischen Vergebung und Vergeltung durch das, was von ihrem Leben übrig ist – dem Unumkehrbaren entgegen.

Das Buch Furye liegt auf einem gehäkelten Poncho, daneben liegen drei Postkarten mit Zitaten aus dem Buch.
Das Cover zeigt eine Frau, die in einem Pool schwimmt, im Hintergrund sind große grüne Blätter von Pflanzen am Poolrand zu sehen.
Link zum Buch

Meine Meinung:

Ich habe das Buch in der Verlagsvorschau entdeckt und es einfach mal als Rezensionsexemplar angefragt. Schon das Cover hat mich in seinen Bann gezogen und ich wollte unbedingt wissen, was sich dahinter verbirgt.

Ähnlich geht es einem dann auch mit der Protagonistin, deren Leben nach außen perfekt zu sein scheint. Aber hinter der Fassade lauert ein tief sitzender Schmerz, den die namenlose Ich-Erzählerin gerne mit Alkohol betäubt.

Die Protagonistin lässt uns durch ihre Tagebucheinträge ganz unmittelbar einen anfangs unbeschwerten Sommer ihrer Jugend miterleben. Sie erzählt auch die Geschichten ihrer Freund*innen, die aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammen und alle mit verschiedenen Formen von (häuslicher) Gewalt und Vernachlässigung in Berührung kommen, wahre Freundschaft und die erste Liebe erleben.

Diese Rückblicke werden durch ihre aktuellen Erlebnisse und ihre Gedanken erweitert. Sie ist nicht mehr 17 und frisch verliebt sondern fast 40, alleinstehend, erfolgreiche Managerin eines Musikers und wünscht sich sehnlich schwanger zu werden. Als sie erfährt, dass der letzte Versuch wieder nicht von Erfolg gekrönt war, beschließt sie, sich eine Auszeit zu nehmen und in ihren Heimatort zu fahren. Es ist eine Flucht aus dem Alltag und von den Erwartungen, die an sie gestellt werden. Jedoch wird sie bei dieser Reise mit alten, kaum verheilten und verdrängten Wunden konfrontiert.

Die Autorin hat mich mit diesem Roman total in ihren Bann gezogen. Ich wollte stets wissen, was als nächstes geschieht. Trotz der ruhigen Erzählweise, fand ich die Geschichte sehr spannend. Die Mischung aus jugendlicher Freude am Leben, dem heißen Sommer und der Melancholie der einsamen Erwachsenen ist fesselnd und berührend.

Ihre Sprache ist direkt und atmosphärisch. Durch die eindringlichen und bildhaften Beschreibungen konnte ich mir alles nicht nur sehr gut vorstellen, ich hatte das berühmte Kopfkino vor Augen. Teilweise fand ich das Buch fast düster, manche Geschehnisse erschreckend, aber die Protagonist*innen durchweg sehr authentisch.

Beide Zeitlinien haben ihren eigenen Vibe, so dass man nie durcheinander kommt. Außerdem sind die Tagebucheinträge zusätzlich mit einer anderen Schriftart geschrieben, so dass man die vergangenen Geschehnisse daran sofort erkennen kann.

Fazit:

Keine leichte Sommerlektüre, aber mit einem kleinen Hauch Nostalgie.

Jetzt schon ein Sommerhighlight. Wirklich lesens- und empfehlenswert.

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