Infos:
- Autorin: Mariana Travacio
- Verlag: Pendragon
- Übersetzung: Kirsten Brandt
- Originaltitel: COMO SI EXISTIESE EL PERDÓN
- ISBN: 978-3-86532-910-3
- Preis: € 22,00
- Format: Hardcover
- Seiten: 128
- Erscheinungsdatum: 03.09.2025
Klappentext:
»Ich suche Pepa.« Mit diesen Worten betritt ein Mann namens Loprete die Bar von El Tano in der staubigen Einöde Argentiniens. Fünf Gläser Gin später liegt der Fremde tot am Boden – erstochen im Eifer des Gefechts. Hastig wird er verscharrt. Der junge Manoel hofft, die Sache sei damit erledigt, doch kurz darauf tauchen Lopretes Brüder auf, die Gewalt eskaliert erneut und einer der Dorfbewohner wird getötet. Als Manoel wenig später von El Tano erfährt, dass es ein Loprete war, der seine Eltern ermordet hat, verfällt auch er der Spirale der Rache. Und so macht sich eine Gruppe von zehn Männern auf, um Vergeltung zu üben.
In ihrem Roman erzählt Mariana Travacio von Rache, Gerechtigkeit und Erlösung und erschafft dabei eine bildgewaltige Fabel voller Symbolik.
»Ein Mann names Loprete ist ein klug durchkomponierter, vielschichtiger Text, der die Imagination seiner Leser als aktive Kraft mit einbezieht.« Jochen König

Meine Meinung
Das Buch wurde mir vom Verlag freundlicherweise vorab als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wird davon nicht beeinflusst.
Erzählt wird die Geschichte von Manoel, einem jungen Mann, der nach dem Tod seiner Eltern bei seiner Großmutter in einem Dorf aufwächst. Dabei berichtet er vom Tod eines Fremden, der auf der Suche nach einer Pepa ins Dorf kommt und plötzlich den Gastwirt El Tano mit einem Messer angreift. Einige Zeit später kommen die Brüder des Getöteten auf der Suche nach ihm in dieses Dorf, woraufhin Manoel und der Wirt El Tano aus dem Dorf fliehen, da sie die Rache der Brüder fürchten.
Später sammeln Manoel und El Tano einige Männer um sich, um auf einen Rachefeldzug zum Gut der Brüder aufzubrechen. Nach und nach wird Manoels Vergangenheit aufgedeckt und wie es zum Tod seiner Eltern kam.
Es kommt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die durch Beschreibungen des Wetters gespiegelt werden.
Ich kann meine Meinung gar nicht richtig in Worte fassen. Die Geschichte wirkt auf jeden Fall nach, hat sie doch einen besonderen Sog auf mich ausgeübt.
Die Erzählung ist atmosphärisch und bildhaft. Ihre Stärke liegt in den knappen Sätzen und verdichteten Beschreibungen, die viel Raum für die eigene Fantasie lassen. Teilweise fühlte ich mich an alte italienische Western erinnert. Das Fehlen moderner Technik lässt vermuten, dass das Buch zu einer solchen Zeit spielen könnte.
Fazit:
Mariana Travacio schafft es, die Rauheit der Landschaft und die Einfachheit der Menschen vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen. Ihr gelingt es, mich mit wenigen präzisen Sätzen zu berühren. Einen wirklichen Zugang finde ich zu den Protagonisten jedoch nicht.
Ich kann dieses kleine Buch dennoch empfehlen.


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