Bei Instagram gab es kürzlich eine Aktion, bei der verschiedene Buchblogger einen Stapel mit ihren Büchern fotografierten, in dem von A bis Z jeweils ein Buchtitel mit einem Buchstaben des Alphabets begann. Dabei ist es erlaubt Artikel (der, die, das) am Titelbeginn auszublenden.
Die Idee fand ich toll, darum habe ich auch mitgemacht. 🙂
Hier seht Ihr meinen Stapel:
BücherStapel A – Z
Alle Titel von A bis Z:
Stapel 1:
Atlas literarischer Orte
Blutlinie der Götter – Die Berrá-Chroniken
Cheetah Manor
Darm mit Charme
Elizabeth und ihr Garten
Fernweh
Geister auf der Metropolitan Line
Halbling unter Huren und Halunken
Ich bin so gütig, Dir wieder zu schreiben
Japan Inc.
Krabat
Stapel 2:
Last Viking
Mara und der Feuerbringer
Nur du kannst die Menschheit retten
Nur du kannst sie verstehen
Nur du hast den Schlüssel
Ode an die Nacht
Der Puzzlemörder von Zons
Quidditch im Wandel der Zeiten
Rollende Steine
Skulduggery Pleasant
Tanz der Hexen
Ur-Pippi
Vakouja
Wanna Waki
Yummy Books!
Der Zahir
Und da ich keinen Titel gefunden habe, der mit X beginnt, habe ich einen dritten Stapel gebaut, in dem Bücher sind, die das Wort Hexe im Titel haben oder in dem es um Hexen in der Geschichte geht.
Stapel 3:
Das Mitternachtskleid
Der Winterschmied
Ein Hut voller Sterne
Kleine freie Männer
Mac Best
Hexensturm
Hexenzorn
Hexenküsse
Die Hexe
Die Hexe von Portobello
Hexenstunde
Das Tal der Hexen
Hexensturm
Im Schatten der Hexen
Hexensturm gibt es sogar zweimal, aber das sind Titel von verschiedenen Autoren: Yasmine Galenorn und Sean Stewart. Und es sind völlig verschiedene Bücher. 🙂
Wie findet Ihr diesen A – Z Bücherstapel? Hättet Ihr dieselben Titel gewählt oder doch einen völlig anderen Stapel gebaut? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar.
Sexuelle Gewalt ist männlich. Täglich konfrontieren uns die Medien mit Berichten über „normale“ sexuelle Belästigungen, Vergewaltigungen oder gar Sexualmorde. Was sind die tieferen Ursachen für dieses Verhalten? Rolf Pohl kommt zu der Erkenntnis, daß diesen Gewaltformen eine ambivalente bis feindselige Einstellung zu Frauen zugrunde liegt, die als Tendenz bei fast allen Männern nachweisbar ist. Weiblichkeit wird von Männern unbewußt als Bedrohung erlebt und deshalb abgewehrt. Pohl weist nach, daß die gängigen Erklärungsversuche zu kurz greifen, die sexuelle Gewalthandlungen ausschließlich als Ausdruck männlicher Macht deuten und die Sexualität des Mannes unberücksichtigt lassen.
Der Autor verknüpft den Ursprung geschlechtsbezogener Gewalt mit der geschichtlich-gesellschaftlichen Entstehung und Entwicklung der männlichen Sexualität und ihrer phallisch-aggressiven Ausrichtung. Denn entscheidend sind nicht allein die Triebgrundlagen von Sexualität und Aggression, sondern ihre Bindung an das gemeinsame Objekt: die Frau. Die typisch männliche Gewaltbereitschaft entspringt einer aus Lust, Angst, Neid, Wut und Hass bestimmten unbewußten Einstellung zur Weiblichkeit.
Anhand einschlägiger ethnologischer und kulturvergleichender Studien zeichnet der Autor zunächst nach, wie unter dem Druck vorherrschender Männlichkeitsbilder die Verbindungen von Sexualität und Aggressivität auch in die Körper eingeschrieben werden. Männliche Initiationsriten unter Ausschluß der Frauen und der gesellschaftlichen Abwertung von Weiblichkeit sind für die kulturelle Erzeugung hegemonialer Männlichkeit entscheidend. Im weiteren untersucht Pohl die Wege der männlichen Sozialisation in westlichen Gesellschaften und setzt sich kritisch mit psychoanalytischen Erklärungsansätzen auseinander, die er mit neueren sozialpsychologischen Forschungen konfrontiert. Abschließend diskutiert der Autor das Verhältnis von männlicher Sexualität und Destruktionslust am Beispiel von Massenvergewaltigungen unter Kriegsbedingungen aus jüngster Zeit.
Hass und Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen, so die Kernthese des Autors, ist auch als Ergebnis einer Leugnung und Abwehr der männlichen, auf den weiblichen Körper gerichteten Begierde zu verstehen. Die durch Frauen ausgelöste sexuelle Erregung bestätigt die Abhängigkeit des Mannes und entlarvt die im männlichen Autonomiewunsch enthaltene Idee vollkommener Beherrschung und Kontrolle als wahnhafte Illusion.
Rolf Pohl, Jg. 1951, lehrte bis 2017 am Psychologischen Institut der Universität Hannover. Im Offizin Verlag erschien von ihm bereits: Normalität und Massenpathologie – Ernst Simmel. In: Judentum und politische Existenz. 2000; Normalität und Pathologie. Sozialpsychologische Anmerkungen zum Umgang mit der NS-Gewalt in der deutschen Nachkriegsgesellschaft. In: Gewalt und Zivilisation in der bürgerlichen Gesellschaft. Kritische Interventionen, Bd. 6. 2001. Er gab mit Joachim Perels den eben erschienen Band heraus: Nazi-Täter in der deutschen Gesellschaft. Offizin Verlag 2002
Das Buch wurde bei der Lesung im Literaturhaus erwähnt. Leider ist es momentan vergriffen, wird aber bald in überarbeiteter Fassung neu heraus gegeben. Ich werde es dann ganz bestimmt auch lesen. Das Thema interessiert mich sehr. Rolf Pohl hat bei dem Gespräch im Literaturhaus viele interessante und spannende Dinge über Geschlechterrollen und die Frauen im besonderen gesagt. Ich habe ihm sehr gerne zugehört.
Ein literarisches Abenteuer, ein großer Gesang, ein feministisches Manifest: Feridun Zaimoglus neuer Roman ist ein unverfrorenes Bekenntnis zur Notwendigkeit einer neuen Menschheitserzählung – aus der Sicht der Frau.
Dieses Buch erzählt eine unerhörte Geschichte. Es lässt zehn außerordentliche Frauen zur Sprache kommen vom Zeitalter der Heroen bis in die Gegenwart. Es sind Menschen, deren Sicht auf die Dinge nicht überliefert wurde. Weil Männer geboten, die Wahrheit tilgten und die Lüge zur Sage verdichteten. Diesen Frauen war es vorbehalten, schweigend unsichtbar zu bleiben oder dekorativ im Bild zu stehen. Doch nun sprechen sie – klar und laut, wie eine abgefeuerte Kugel.
Feridun Zaimoglu zeigt sich in seinem neuen Roman erneut als ein Meister der Vielstimmigkeit. Was ihm dabei gelingt, ist ein regelrechtes Wunder. Die Figuren dieses Buches klingen nicht nur lebendig – sie werden es: von Antigone über Judith bis Valerie Solanas. Kraftvoll, poetisch und subversiv. Kein Friedensangebot. Keine Schmeichelei. Tabula Rasa!
Folgende Frauen kommen zu Wort:
Zippora 1490 v. Chr. – schwarzhäutige Frau des Moses
Antigone Zeitalter der Heroen – Streiterin gegen Gewaltherrschaft
Judith 6. Tag nach der Auferstehung – Jüngerin Jesu, Frau des Judas
Ich war ja Donnerstag Abend mit zwei Damen unseres Lesekreises bei der Lesung im Literaturhaus. Es war ein überaus spannender, interessanter und kurzweiliger Abend.
Martina Sulner moderierte den Abend, Feridun Zaimoglu las aus seinem Buch (Ausschnitte aus Lore Lay und Valerie Solanas) und berichtete einiges Faszinierendes über die Entstehung des Buches. Dabei war die Auswahl der Protagonistinnen willkürlich. Feridun Zaimoglu verwandelt sich während der Entstehung eines neuen Buches in seine Protagonisten und streift sozusagen sein Selbst ab und wird zu der Frau, die durch ihn ihre Geschichte erzählt. Das Thema war dabei keine Frage von Interesse, sondern er brannte förmlich dafür. Die Wut der Frauen hat sich durch ihn bahn gebrochen und so entstand das Buch. Ein Buch über kämpfende Frauen und die Kämpfe der Frauen. Er wollte sie aus ihren bisherigen Rollen als Assistenzfiguren, Stichwort- und Ideengeber befreien.
Umrahmt wurde die Lesung von einer Diskussion von Feridun Zaimoglu und Rolf Pohl über die Rolle der Frau in der Gesellschaft und den Feminismus und fragten zurecht: „In was für einer „Zivilisation“ leben wir bitte, in der Frauen immer noch dem alltäglichen Sexismus und sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind?“ Und das nicht nur ‚in anderen Ländern‘! Es wurden viele Dinge angesprochen, über die ich so noch nicht nachgedacht habe, oder die ich aus dem Blickwinkel noch nicht betrachtet habe.
Spannend fand ich auch die Tatsache, dass es etwa 45.000 Professoren in Deutschland gibt, aber nur etwa 150 von ihnen ganz oder teilweise mit der Thematik der Gender- / Geschlechterstudien befasst sind. Populistische Stimmen und Kritiker von Gleichberechtigung tun aber immer so, als wäre das etwas ganz Furchtbares. Dabei ist das eher die Angst der Männer vor den Frauen, die befürchten, ihre Macht und ihre vermeintliche Vormachtstellung zu verlieren. Dabei geben sie sich der Lächerlichkeit der Selbsterhebung hin.
Am Ende hatten zwar beide keine Patentlösung für die sofortige Gleichberechtigung der Frau, gaben aber im Laufe des Abends viele Gedanken und Überlegungen preis, wie sich Frauen emanzipieren können. Man muss die festgefahrenen und betonierten Strukturen der Gesellschaft und die Prägung der Kinder durchbrechen, um überhaupt Änderungen und eine bessere Entwicklung zu vollbringen, weg von einem Leben voll männergemachter Realität.
Feridun Zaimoglu äußerte auch seine Bewunderung gegenüber Shakespeare, der in seinen Werken die Mittel der Macht und das Unverständnis der Mächtigen dargestellt hat. Er hält ihn für einen großartigen Schriftsteller, der das so erkannt und erzählt hat.
Feridun Zaimoglu hat eine besondere Art, aus seinen Büchern vorzulesen, die mich sehr gefesselt hat. Ich habe mir von ihm und auch von Rolf Pohl ein Autogramm geben lassen und habe mir auch das Buch gekauft und es signieren lassen. Ich werde es ganz bald lesen, da sich die kurzen Abschnitte bei der Lesung schon sehr gut anhörten und ich nun einfach große Lust habe, das Buch komplett zu lesen.
Alle drei Beteiligten bekamen nach dem Gespräch großen Applaus des zumeist weiblichen Publikums. Der Saal war übrigens bis auf den letzten Platz besetzt.
Das Buch von Rolf Pohl „Feindbild Frau“ wurde auch kurz angesprochen, welches ich Euch morgen in einem separaten Beitrag vorstellen werde.
Nun möchte ich Euch noch ein paar Fotos der Veranstaltung zeigen.