Schlagwort: Yay!There

  • Rezension: Yay!There

    Rezension: Yay!There

    Wie ich zu K-Pop kam und dann Yay!There entdeckte und was das überhaupt mit Zeichnen zu tun hat.

    Infos:

    • Autorin: S. Rayker aka Sonja Rüther
    • Cover: Anke Koopmann, Designomicon
    • Lektorat: Yasmin Dreyer

    Klappentext zu Band 1:

    Trauer, Mobbing, eine mega erfolgreiche K-Pop-Band und ein Vater, den Jay kaum kennt – was kann da schon schief gehen?

    Für Lesebegeisterte ab 14 Jahre. Explizite Leseempfehlung für Erwachsene!

    Nicht nur, dass der 16-jährige Jay um seine Mutter trauert, nach einem Vorfall im Internat wird er ohne weitere Diskussion rausgeworfen und nun hat sein Vater ihn an der Backe.
    Ein Mann, den Jay kaum kennt, weil er beruflich für die Sicherheit anderer zuständig ist und sich andauernd auf Reisen befindet – aktuell mit der K-Pop-Gruppe Yay!There, die auf ihrer Welttournee jeden Schutz gebrauchen kann. Jay hat keine Ahnung von K-Pop und die sechs Jungs dieser Band sind ihm auch herzlich egal. Sein Plan ist es, bis Paris durchzuhalten, dann abzutauchen und ein ganz neues Leben zu beginnen, weit weg vom Mobbing und den aktuellen Entwicklungen in den USA. Dafür muss er nur die Füße stillhalten. Leider hat er diese Rechnung ohne Yi-jun gemacht. Der Superstar nervt ihn mit seiner penetranten Art, doch schon bald begreift Jay, dass weit aus mehr dahintersteckt.

    Die Bücher werden hochkant gehalten. Es sind die Farbschnitte zu sehen. Die Bücher tragen den Titel Yay!There und Yay!There Comeback. Das jeweilige Cover ist in einem bunten Mangastil gezeichnet.
Vor den quer gehaltenen Büchern liegt eine Karte mit dem Buchtitel und dem Hinweis auf das erhältliche Hörbuch, gelesen von Konrad Bösherz.
    Link zu den Büchern

    Den Klappentext zu Band 2, Yay!There – Comeback, werde ich hier nicht einfügen, damit alle, die die Bücher spoilerfrei lesen möchten, nicht gespoilert werden. Wer es doch wissen möchte, findet den 2. Band auf der unter dem Bild verlinkten Shopseite.

    Wie ich zu Yay!There kam:

    Yay!There behandelt Themen wie Mobbing, Trauer und Gewalt in ihren verschiedenen Formen. Außerdem spielt die Geschichte in der vielfältigen K-Pop-Welt. Wer bisher noch gar keine Berührung damit hatte, kann sich die Faszination vielleicht nicht vorstellen, die davon ausgeht.

    Ich hatte bis vor etwa einem halben Jahr nur wenig Berührungspunkte mit K-Pop. Manchmal habe ich mir Musikvideos angesehen, die meine Schwester mir geschickt hat. So habe ich vor etwa 2 Jahren auch ein Video der Band Stray Kids gesehen. Chk Chk Boom wurde unter der Mitwirkung von Hugh Jackman als Wolverine und Ryan Reynolds als Deadpool gedreht. Als Marvel-Fan habe ich das Video sehr gefeiert, aber mich nicht weiter mit der Band beschäftigt.

    Jedenfalls habe ich vor einem halben Jahr einen Ausgleich zu meinem stressigen Alltag gebraucht und bin viel auf YouTube unterwegs gewesen, wo ich ein Video entdeckte, in dem die Bandmitglieder von Stray Kids vor Mikrofonen stehen und verschiedene ihrer (übrigens selbst geschriebenen und produzierten!) Lieder singen. Und ich sendete den Link meiner Schwester, weil ich ein paar Fragen hatte.. Sie war froh, jemanden zum Austauschen zu haben und fütterte mich mit weiteren Videos und Infos zur Band. Und das war es dann mit mir.. Ich fiel in das sogenannte rabbit hole und fühle mich darin seitdem ziemlich wohl.. 🙂

    „Du findest Stray Kids nicht. Stray Kids finden dich.“

    Was bedeutet das?

    Es bedeutet einfach, dass jede*r seine eigene Geschichte hat, wie sie / er zum Stay wurde. Stay ist der Name, den Stray Kids ihren Fans gaben. Wenn mensch eine stressige oder harte Zeit hat, dann ist die Chance groß, dass einem ein Lied der Band begegnet und so der Weg nach Stayville geebnet wird. So ging es mir definitiv auch und ich entwickelte eine gewisse Obsession.

    Und weil ich meine Obsessionen nicht im Griff habe, kam es dazu, dass ich bei Instagram über die Beiträge von Sonja Rüther stieß, in der sie von ihrem Buch erzählte. Und weil Band 1 von Stray Kids inspiriert wurde, und ich hoffnungslos verloren war, habe ich nicht nur mir Band 1 und 2 bestellt, sondern auch direkt Band 1 für meine kleine Schwester. (In Korea zahlen die Älteren für die Jüngeren; wusstet ihr das?)

    Beide Bücher liegen nebeneinander in einem Karton, umgeben von Stickern, Photocards und Füllmaterial.

    Anfang März kam das Paket an. (Ich hatte so bestellt, dass die Bücher zum Erscheinungstermin von Band 2 ankommen.)

    Mein Plan war eigentlich, meiner Schwester das Buch zum Geburtstag im Mai zu schenken. Entsprechend ließ ich sie signieren. Nun ja.. Pläne..

    Ich habe Band 1 direkt an einem Tag durchgelesen. Es war ein Freitag und ich fuhr mit meinem Männe nach Hameln, Freunde treffen und das Wochenende auf dem Mittelaltermarkt verbringen. Freitag Vormittag hatte ich in der Pause im Büro angefangen und das Buch dann in jeder freien Minute in der Hand. Ich muss nicht erwähnen, dass ich die halbe Nacht im Hotelzimmer gelesen habe, während der Mann neben mir selig schlummerte.

    Als ich Band 1 durch hatte, hätte ich am liebsten direkt Band 2 angefangen, aber ich wollte nicht die ganze Nacht lesen.. ich brauchte auch Schlaf. Mir brannten die Augen und ich war sehr müde. Also war ich sehr tapfer und legte mich schlafen.. Und ich beschloss, dass ich das Buch für meine Schwester nicht bis Mai bei mir liegen lassen konnte. Ich brauchte jemanden zum Austauschen!

    Meine Meinung zu Band 1:

    Band 1 dreht sich komplett um Jay, seine Erlebnisse, Gedanken und Gefühle. Gerade vom Internat geflogen, sein Leben lang ständigem Mobbing ausgesetzt und nicht mehr mit dem Rückhalt seiner kürzlich verstorbenen Mutter, holt sein Vater ihn ab und nimmt ihn mit auf die Tournee der K-Pop-Band Yay!There.

    Jay fühlt sich einfach nirgends dazu gehörig, vertraut niemandem, versteht sich mit seinem Vater nicht und will möglichst nur seine Comics zeichnen. Essen schmeckt nur nach Asche und in seinem Inneren steht nur noch eine Ruine, in der sein imaginärer Freund Yuuto auch nicht immer seiner Meinung ist. Die Außenwelt ist für Jay absolut überfordernd. Neue Eindrücke, ungewohnte Umgebungen und die Begegnungen mit den unterschiedlichsten Charakteren fordern viel Kraft. Dazu kommen Gefahren, die Jay so bis dahin noch nicht kannte und ihn als Begleitung einer berühmten Band auch noch ins unerwünschte Rampenlicht ziehen.

    Die Autorin erschafft dabei eine vielschichtige Welt und beschreibt die Gefühle absolut nachvollziehbar und berührend, so dass ich ständig zwischen Lachen, Wut und Tränen schwankte. Besonders Jays Innenleben hat mir gefallen. Der Schreibstil hat mich gefesselt und mit den emotionalen und ausdrucksvollen Beschreibungen mein Kopfkino angefacht.

    Die Themen sind außerdem respektvoll und empowernd in die Story eingebaut. Jede*r mit irgendeiner Art von Mobbingerfahrung kann das sicherlich bestätigen. Ich möchte das Buch deshalb auch abseits der K-Pop-Thematik empfehlen, die in Band 1 eher am Rande stattfindet. Wie erwähnt, geht es hierin hauptsächlich um Jays Erfahrungen und Erlebnisse. Aber auch die politische Lage und die gesellschaftlichen Fragen rund um Mobbing, Anderssein, Queerness und Zusammenhalt finden hier einen stimmigen Platz.

    Ich kann aber nicht nur das Buch empfehlen!

    Ein Wort zum Hörbuch:

    Zu Band 1 gibt es bereits ein Hörbuch, das Konrad Bösherz einfach großartig eingelesen hat. Das habe ich gerade mit meinem Männe gehört und er ist davon genauso begeistert wie ich. Na gut.. vielleicht nicht ganz so begeistert, da er meine K-Pop-Obsession nicht wirklich nachvollziehen kann.

    Aber wenn man beim Hören hin und wieder den Mittelfinger ausstreckt, weil ein bestimmter Protagonist mal wieder etwas gesagt oder gemacht hat, dann ist man wohl doch nicht so unberührt.

    Das Hörbuch kann ich sowieso total empfehlen! Konrad Bösherz liest in unterschiedlichen Tonlagen, immer an die allgemeine Stimmung angepasst und transportiert die Gefühle und Gedanken von Jay richtig gut. Auch hier landete ich im Strudel der Gefühle, die ich schon beim Lesen hatte.

    Hier könnt ihr übrigens in das Hörbuch reinhören.

    Zu Band 2 ein paar spoilerfreie Worte:

    Nachdem ich Band 1 beendet hatte, war ich froh, dass ich Band 2 schon mit nach Hameln genommen hatte. Normalerweise lese ich an solchen Wochenenden, an denen wir unterwegs sind, nicht so viel. Aber nachdem ich Band 1 am Freitag durch hatte, habe ich Band 2 am Samstag und Sonntag in jeder freien Minute komplett gelesen.

    Danach hätte ich am Liebsten sofort nochmal von vorne angefangen, aber erst hatte ich andere Bücher auf der Warteliste.. Aber ich habe tatsächlich beide Bücher zweimal im März gelesen. Beim zweiten Lesen habe ich mir mehr Zeit gelassen und bin nicht so schnell durch die Seiten gerast, um das ganze mehr zu genießen.

    Band 2 mag ich sogar noch etwas lieber als Band 1. In diesem Buch kommt nicht nur Jay zu Wort. Auch die Bandmitglieder Suho und Blake bekommen einen großen Anteil.

    Diesmal ist der K-Pop-Alltag präsenter und beleuchtet das Miteinander der Bandmitglieder untereinander, mit ihren Fans und Feinden und die Beziehungen zum Sicherheitsteam und dem Label hinter der Band. Hier wird der kritikwürdige Umgang mit den jungen Idols in der K-Pop-Industrie angesprochen, das problematische Verhalten mancher Fans und einiges mehr.

    Auch die Freundschaft zwischen Jay und den Bandmitgliedern finde ich sehr schön beschrieben. Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt ist hier ein großes Thema. Die liebevolle Art, mit der Jay und Yi-Jun generell miteinander umgehen, ist einfach wunderschön zu lesen.

    Band 2 ist keine Wiederholung oder Abwandlung von Band 1, wie man es ja oft bei Reihen hat. Die Geschichte wird stimmig und spannend weiter erzählt.

    Was meine Schwester von den Büchern hält?

    Berechtigte Frage. Meine Schwester ist keine große Leseratte, aber wenn ihr ein Buch gefällt, dann liest sie es auch. Und Band 1 hat ihr sehr gefallen, also habe ich ihr Band 2 auch bestellt. Und Sonja war so lieb, es mir zur Leipziger Buchmesse mitzubringen, aber von der Begegnung berichte ich Euch ein anderes Mal. Auch Band 2 mag meine Schwester und sie will Band 3 bestimmt genauso gerne lesen wie ich.

    Und was hat das alles jetzt eigentlich mit dem Zeichnen zu tun?

    Beim Lesen habe ich immer Bilder im Kopf. Je besser ein Buch geschrieben ist, desto lebendiger mein Kinofilm.

    Und beim Lesen von Yay!There bekam ich das Bedürfnis, die Protagonist*innen aus meiner Vorstellung auf Papier zu bannen. Meine Zeichenkünste sind nicht die besten, vor allem dann nicht, wenn ich keine Vorlage habe, von der ich abzeichnen kann. Und bei Figuren aus einem Buch hat man normalerweise nur Beschreibungen des Aussehens. In Yay!There hat Sonja selbst Zeichnungen einiger Charaktere angefertigt und an verschiedenen Stellen im Buch eingefügt. Daran und an den Beschreibungen konnte ich mich orientieren. Wobei sie nicht jedes Detail beschreibt, damit man als Lesende sich selbst ein Bild von den Figuren machen kann. (Ich hoffe, ich habe sie mit meinen Fragen bei Instagram nicht zu sehr genervt..)

    Jedenfalls habe ich mir ein Notizbuch aus meiner Sammlung schöner, aber ungenutzt herum liegender Notizbücher genommen und es zum Skizzenbuch erklärt. Hierin habe ich mittlerweile ein paar Zeichnungen angefertigt. Es sollen noch mehr werden. Für Yuuto habe ich bereits eine Idee, die ich nur noch umsetzen muss, sobald ich mal dazu komme. Ich zeige sie dann sicherlich in meiner Rezension zu Band 3, wenn ich sie schreibe.. Ja, ihr habt richtig gelesen, Band 3 wird auch bald erscheinen und ich freue mich riesig darauf! Sonja hat schon ein paar Hinweise gegeben, worum es darin gehen wird und ich zittere jetzt schon. Für Jay und Yay!There wird das sicherlich kein Zuckerschlecken..!

    Zur Belohnung, dass ihr es bis hier unten geschafft habt, zeige ich Euch jetzt noch ein paar der Zeichnungen, mit denen ich einigermaßen zufrieden bin.

    Selfcare Wear!

    Wenn Ihr jemanden kennt, der etwas emotionalen Support oder einen Boost fürs Selbstbewusstsein braucht, schaut euch unbedingt Sonjas selbstentworfene Selfcare Wear an!

    Ich habe bereits 2 T-Shirts und einen Hoodie bestellt und trage sie ständig. Was das mit Yay!There zu tun hat? In Band 1 entwirft Yi-Jun einen Hoodie für Jay mit einem Spruch, den Jay nur lesen kann, wenn er vor einem Spiegel steht und der ihn daran erinnern soll, dass er ein besonderer Mensch ist.

    Ich fand die Idee so klasse, dass ich beim Lesen dachte, sowas würde ich sofort kaufen und selbst tragen. Stellte sich am Ende raus. Das gibt es! Schaut:

    Ich liebe es, wenn ich Künstler*innen mit dem öffentlichen Tragen von Merch unterstützen kann. 🙂

    Ich bei der Leipziger Buchmesse in einem Yay!There T-Shirt.

    Erzählt mir gerne in den Kommentaren, ob ihr die Bücher schon kennt, oder sogar K-Pop mögt.