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  • Rezension: Brown Girls

    Rezension: Brown Girls

    Infos:

    • Autorin: Daphne Palasi Andreades
    • Luchterhand Verlag
    • Hardcover, mit Schutzumschlag, 240 Seiten
    • Erschienen am:12.06.2024
    • Originaltitel:Brown Girls
    • Übersetzung: Aus dem Amerikanischen von Cornelius Reiber
    • ISBN:978-3-630-87677-1
    • Deutsche Erstausgabe
    • Originalverlag: Random House, New York

    Klappentext:

    »Als würde sie über jedes Brown Girl sprechen, das im letzten Jahrhundert gelebt hat… Furchtlos!« The New York Times

    »Wenn ihr es genau wissen wollt, hat unsere Haut die Farbe von 7-Eleven-Root-Beer. Die Farbe vom Sand am Rockaway Beach, von dem wir Blasen an den Fußsohlen bekommen. Die Farbe der Kajalstifte, mit denen unsere Schwestern ihre Augen umranden. Die Farbe von Erdnussbutter.«

    Queens, New York. Hier kämpft eine Gruppe von Mädchen darum, die Migrationsgeschichten ihrer Familie mit der amerikanischen Kultur in Einklang zu bringen. Rastlos durchstreifen sie die Stadt, die niemals schläft, singen aus voller Kehle Mariah Carey, sehnen sich nach Jungs, die unerreichbar sind, und brechen den erreichbaren die Herzen. Eins ist für sie klar: Sie wollen für immer Freundinnen bleiben. Doch das Älterwerden macht auch vor ihnen keinen Halt und all die neuen Wünsche und Träume stellen die Freundschaft vor ungeahnte Herausforderungen.

    In entwaffnend lyrischer Sprache zeichnet »Brown Girls« ein kollektives Porträt vom Erwachsenwerden und weiblicher Freundschaft vor dem Hintergrund von Rassismus, Klassenzugehörigkeit und Ausgrenzung im gegenwärtigen Amerika.

    Das Buch liegt auf einem lilafarbenen Kissen. Der Titel lautet Brown Girls. Auf dem Cover sind eine Häuserzeile ud einzelne Menschen zu sehen, im Hintergrund die Silhouette einer Großstadt.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

    Brown Girls ist ein unfassbar starkes Debüt voller Poesie und Stimmgewalt.

    Die Autorin schreibt dabei aus der Sicht vieler Mädchen und Frauen der Gruppe von People of Colour, die in den letzten Jahrzehnten in Queens, New York aufgewachsen sind. Töchter von Immigrant*innen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten und Erfahrungen, die sich dennoch vielfach sehr ähnlich und dennoch vielfältig und verschieden sind.

    Die Erzählung folgt diesen Leben chronologisch und erzählt von der Kindheit im „miesen Teil von Queens“, den unterschiedlichen Lebenswegen mit Highschool, College, Ausbildung, Arbeit und Privatleben. Dem Weggang einiger, dem Bleiben anderer, von Familiengründung oder auch nicht. Dabei nimmt die Autorin Rücksicht auf die Diversität der brown girls. Sie erzählt dabei nicht aus einer Ich-Perspektive, sondern erzählt immer mehrstimmig aus der Wir-Sicht.

    Das Buch ist kurzweilig und bildhaft geschrieben. Es vereint die Wut auf Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung und die Liebe zu ihren Müttern, Vätern, Brüdern, Schwestern und Freund*innen. Es ist ein eindrücklicher Blick in eine patriarchale Gesellschaft, in der sich Mädchen und Frauen immer noch ihren Platz erkämpfen müssen und auch mit ihren eigenen Zweifeln und Herausforderungen kämpfen.

    Die Erzählung ist vielfach fragmentarisch und temporeich und geht nicht sehr tief in die einzelnen Themen. Vieles wird nur kurz angerissen und erwähnt, aber wirft dennoch einen ausreichend umfassenden Blick auf die moderne Geschichte Amerikas.

    Das Buch gibt allen eine Stimme, die nicht Teil der weißen heteronormativen „Mehrheits“-Gesellschaft sind.

    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und halte es für eine wunderbare Ergänzung zu all den bisher erschienenen Bücher von PoC-Autor*innen. Es ist so komplex wie die Persönlichkeiten, von denen es erzählt.

    Zitat:

    Wir sehen die Gesichter unserer Verwandten vor uns[..], deren Gesichtszüge wir in unseren eigenen Gesichtern erkennen.

    [..] Ein Gefühl nicht unähnlich einem Déja-vu. Dass wir irgendwie schon mal hier waren. Aber wie soll das möglich sein? [..]

    Wir gehen immer Weg. Wir haben es im Blut wegzugehen.

    Aber vielleicht haben wir es auch im Blut zurückzukehren. Warum haben wir je geglaubt, dass Heimat nur ein einziger Ort sein kann? Wo doch das Leben in diesen Körpern bedeutet, dass wir viele Welten in uns tragen.

    Es gibt in diesem Buch viele Sätze, die auch mich direkt ansprechen, obwohl ich viele Erfahrungen als weiße Frau gar nicht machen kann. Aber ich glaube fest, dass wir alle miteinander verbunden sind und es keine künstlich geschaffenen Grenzen geben sollte.

    Das Buch mit Klappentext.

    Fazit:

    Unbedingte Leseempfehlung! Ich freue mich schon darauf, irgendwann mehr von der Autorin zu lesen.

    Weitere Lektüre:

  • Rezension: Reality, Reality

    Rezension: Reality, Reality

    Infos:

    • Autorin: Tone Schunnesson
    • Verlag: Luchterhand
    • Übersetzerin: Hanna Granz
    • Hardcover mit Schutzumschlag
    • 304 Seiten
    • Erschienen: 25.09.2024

    Klappentext:

    Wenn die Lügen am Ende das Einzige sind, was ein Quäntchen Wahrheit enthält.

    Das ehemalige Reality-TV Sternchen Bibbs wird von ihrem Partner Baby verlassen. Das passt ihr gar nicht, obwohl sie schon lange gerätselt hat, ob sie ihn wirklich will. Dumm auch, dass sie nun eine Menge Geld aufbringen muss – die sie nicht hat -, damit Baby vom Mietvertrag der geteilten Wohnung zurücktritt. Was nun? Mit scharfer Intelligenz und einem dehnbaren Wahrheitsbegriff mischt sie ihren Freundeskreis auf, und nicht nur den.

    Sie selbst ist dabei ihr erstes Opfer: ist sie doch am proaktivsten, wenn es darum geht, sich selbst zu sabotieren. Ob sie sich an einem todlangweiligen Businessmann abarbeitet, Brücken zu ihren Freunden verbrennt oder Baby öffentlich wirksam einen Übergriff vorwirft – ihre Befreiungsversuche sind stets sowohl hilflos als auch extrem kreativ. Wir alle kennen eine Bibbs, und überhaupt ist es so: am Ende des Tages ist sie eine von uns. Sich mit Bibbs gegen „die Realität“ zu verschwören, ist deshalb das Gebot der Stunde.

    Das Buch vor gelben Blüten im Garten
Reality Influencer Berühmtheit
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Das Buch wurde mir vom Luchterhand Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Das hat mich sehr gefreut, beeinflusst meine Meinung allerdings nicht.

    Man begleitet die Ich-Erzählerin etwa eine oder zwei Wochen in ihrem verkorksten Leben und wird von Anfang an ganz nah an sie heran gezogen.

    Sie war mir allerdings nicht durchgehend sympathisch. Ich fand sie teilweise sogar anstrengend. Trotzdem wollte ich wissen, was als nächstes passiert und ob sie es schafft, ihren Partner auszuzahlen, damit sie die Wohnung behalten kann.

    Ihre Beweggründe wurden mir manchmal nicht ganz klar und ich fand die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten zeitweise sehr ungesund.

    Gestützt durch Rückblicke auf verschiedene Phasen ihres Lebens erzählt Bibbs, wie es zur Trennung kam. Dabei geht sie nicht chronologisch vor, was mich manchmal etwas verwirrt hat. Allerdings fand ich, dass das zu ihrem Charakter passt. Sie hat ihr Leben selten im Griff, kann nicht mit Geld umgehen und ist niemand, mit dem ich gerne befreundet wäre.

    Aber gerade die Brüche in ihrem Lebenslauf machen diese Geschichte so faszinierend.

    Das Buch ist keine leichte Lektüre, aber dennoch lesenswert, da sie einen manchmal fast voyeuristischen Blick auf Bibbs Erlebnisse und einen schwarzhumorigen Blick hinter die Kulissen der Glamour-Welt wirft.

    Weitere Bücher aus dem Luchterhand Verlag:

  • Messebericht 4

    Messebericht 4

    Akademisches Viertel, Dumont Herbstvorschau und viel zu viele Eindrücke. Der Samstag auf der Leipziger Buchmesse.

    Für Samstag Vormittag stand die Herbstvorschau des Dumont-Verlags auf dem Plan. Daher konnten wir morgens nicht so lange trödeln und gingen zeitig zum Frühstück. Aber auch heute konnten wir wieder einen Blick auf Andreas Gruber erhaschen, was uns den Start des geplanten letzten Messetages versüßte.

    Frisch gestärkt und ausgeruht machten wir uns wieder auf den Weg zum Messegelände. Diesmal fuhren wir auch eher los, um rechtzeitig zur Veranstaltung um 11 Uhr anzukommen. Doch der starke Verkehr machte uns einen Strich durch die Rechnung und wir kamen etwa 15 Minuten zu spät, und verpassten somit die Vorstellung der ersten Bücher. Es war uns allerdings niemand böse. Anscheinend hatten wohl mehrere den Verkehr unterschätzt, denn nach uns kamen auch noch einzelne Bloggerinnen an.

    Ehrlicherweise wären wir vom Hotel zu Fuß schneller gewesen. Vom Zimmer konnten wir nämlich das CCL sehen. Aber Bequemlichkeit und Wetterlage waren uns täglich im Weg.

    Zum Glück hatten wir noch nicht viel verpasst und konnten einige berührende Videobotschaften und spannende Buchvorstellungen erleben. Es wurde auch ein Rätsel veranstaltet, das wir, so gut es ging, ausfüllten, denn alle Teilnehmer*innen konnten ein Buchpaket des Verlags gewinnen. Leider fehlten uns durch unser „akademisches Viertel“ ein paar Informationen und ich bin sehr schlecht im Spicken.

    Außerdem gab es eine Lesung eines niederländischen Autoren, was ich besonders toll fand. Nach der Lesung gab es noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen, was einige Anwesende nutzten, Ihre Erfahrungen mit dem Thema Elternschaft und Kinder, die man nie aufwachsen sehen kann, mit allen zu teilen. Das war sehr berührend und hier und da wurden einige Taschentücher gezückt. Es war aber auch eine lustige und informative Veranstaltung!

    Hinterher gab es dann noch die Möglichkeit das Buch Kontur eines Lebens von Jaap Robben signieren zu lassen. Und der Verlag war so großzügig jedem von uns Blogger*innen einen Beutel mit dem Buch des Autoren, ein paar Snacks und einem weiteren Buch, das noch nicht erschienen war, zu schenken. Also stellten wir uns nach der Lesung in die Schlange, quatschten mit anderen Bloggerinnen und machten Fotos mit dem Autor und seinem Buch.

    Die Bücher werde ich noch separat rezensieren.

    Nach der Veranstaltung bummelten wir erstmal etwas ziellos durch Halle 2, wo Mo einen ihr bekannten Verlag fand und wir kurz für einen Schnack verweilten. Nach einigen Fotos und vielen neuen Eindrücken wechselten wir in Halle 4, in der ich noch geplante Buchkäufe erledigen wollte.

    Bei der Büchergilde war es so voll, dass ich nur ein Foto vom Stand machte und dann zum Nachbarstand weiterging, wo wir leckeren Tee probieren konnten. Das war eine willkommene Erfrischung zwischendurch.

    Ein Highlight war dann das Foto, das ich mit Bernd das Brot, den ich dabei hatte, und Bernd das Brot machen konnte! 🙂 Mo versuchte, mir mitzuteilen, dass sie auch ein Foto von mir machen könnte. Aber durch die Geräuschkulisse, die in der Glashalle herrscht, habe ich das erst überhaupt nicht mitbekommen. Peinlich!

    Der Samstag ist traditionell der meistbesuchte Messetag, so dass es auch an diesem Tag unfassbar voll wurde und wir uns irgendwann mehr oder weniger abgekämpft fühlten. Also nutzten wir die Bloggerlounge für eine kleine Entspannungspause. Danke an die Leipziger Messe, die diesen Raum so schön hergerichtet hat! Es gab Getränke und auf den Tischen lagen Leseproben zum Mitnehmen.

    So konnten wir uns frisch gestärkt in Halle 1 umsehen. Hier ist die Mangahalle untergebracht, in der von Animé über Manga bis zu Cosplay so viel zu sehen ist! Wir konnten uns gar nicht satt sehen.

    Neu war allerdings dieses Jahr, dass die Verlage trotzdem noch in anderen Hallen aufgebaut waren. Das fand ich ein wenig unübersichtlich. Ich mag es, wenn ich einen Verlag oder die Verlagsgruppe an einem Standort finde und nicht durch mehrere Hallen gehen muss, wenn ich etwas aus dem Verlag suche.

    Also sind wir nach Halle 1 noch in Halle 3 gewechselt, in der Mo ganz begeistert über den Aufbau des egmont Manga Verlags war, denn sie konnte so ganz viele Detektive Conan sehen und fotografieren.

    Bei Carlsen Manga konnte man ein Foto mit verschiedenen Hintergründen im Manga-Stil machen, was wir natürlich sofort ausprobierten. Das Bild ist doch ganz schön geworden, oder?

    Naja, man sieht mir schon an, dass ich langsam etwas erschöpft war. Der Tag war auch voller neuer Eindrücke und spannender Erlebnisse.

    Mo wollte ihre Bloggerfreundin vom Vortag noch einmal treffen und wir besuchten auch die drei Autorenamigos, von denen einer gerade auf dem Sprung irgendwo hin war. Hätte ich da schon geahnt, dass uns mehr als Bücher verbindet! Ein paar Tage später fand ich nämlich heraus, dass André Milewski auch großer SchleFaZ-Fan ist und sogar Teil des Fan-Podcasts SchleCast! Wie klein die Welt doch ist. Zur nächsten Messe muss ich unbedingt gezielt auf ihn zu gehen.

    Mo plauderte entspannt mit G. S. Foster und ich schaute mich in der näheren Umgebung ein wenig um. Nach einem Foto mussten wir dann auch schon weiter ziehen, denn es wurde langsam immer später. Also schlenderten wir entspannt Richtung Ausgang und fotografierten im Vorbeigehen noch einige mittlerweile menschenleere Messestände.

    Der krasse Unterschied fiel mir vor allem beim Lyx-Stand auf, der tagsüber immer belagert wurde und vor dem immer lange Schlangen vor Signierstunden warteten.

    Abends gingen wir zu Fuß zum KFC, der vom Hotel einen Steinwurf entfernt war, da wir keine Energie mehr hatten, noch ein anderes Restaurant zu suchen und den Weg dorthin auf uns zu nehmen.

    So endete unser dritter Tag und sollte unser Messeabenteuer eigentlich auch beschließen, aber leider fielen mir noch unzählige Bücher ein, nach denen ich noch schauen wollte. Eines musste ich unbedingt noch kaufen, da ich es für meine Mama signieren lassen wollte. Also gingen wir Sonntag vor unserer Heimreise noch einmal zur Messe. Davon erzähle ich ein anderes Mal.

    Den Bericht von Mo findet Ihr unter diesem Link.

  • Rezension: Morden ohne Sorgen – Band 2

    Rezension: Morden ohne Sorgen – Band 2

    Der tote Gärtner im Marmorsaal

    Die Fortsetzung von Morden ohne Sorgen – Die schöne Tote von Sanssouci.

    Infos:

    • Autor: Andreas K. Buchholz
    • Ein Potsdam-Provinz-Krimi | Cosy Crime
    • Band 2 der Reihe „Ein Fall für Frederik Loebell“
    • Download-Größe: 3 MB
    • eBook (epub)
    • Krimi
    • 227 Seiten
    • ISBN: 978-3-7517-5659-4
    • Ersterscheinung: 01.07.2024

    Klappentext:

    Das hatte sich Frederik Loebell aber mal ganz anders vorgestellt! Erst muss er notgedrungen wieder ins »Hotel Mama« einziehen – und dann wird er auch noch von seiner Jugendliebe Fleur zu einer nächtlichen Führung durch das Neue Palais genötigt. Und als wären die unheimliche Dunkelheit und die seltsamen Geräusche nicht schon schlimm genug, liegt prompt auch noch eine blutüberströmte Leiche im Marmorsaal!

    Während Fleur sich nur um den wertvollen Marmorboden zu sorgen scheint, stecken Frederik, Lisi und Tuan mitten in ihrem zweiten Mordfall. Wer war der Tote? Was hatte er nachts im Schloss zu suchen? Und warum glaubt Kommissarin Edda, den Fall so schnell gelöst zu haben? Frederik lässt nicht locker und stößt bei seiner turbulenten Spurensuche auf so manches alte Geheimnis … Aber will er sie wirklich alle lüften?

    Spannend und mit viel Wortwitz: »Der tote Gärtner im Marmorsaal« ist der zweite Fall für Frederik Loebell aus der humorvollen Provinz-Krimi-Reihe »Morden ohne Sorgen«.

    Im schönen Potsdam, zwischen Schlössern und Parks, stolpert Frederik mit seinem Zwergdackel Wilhelm über die eine oder andere Leiche. Zum Glück stehen ihm mit der lebensfrohen Reporterin Lisi und dem cleveren Redaktionspraktikant Tuan bei seinen Ermittlungen stets zwei tapfere Helfer zur Seite.

    eBooks von beTHRILLED – mörderisch gute Unterhaltung!

    Das Cover des Buches ist zu sehen. Der Titel steht über dem Dackel, der zerrissenes Papier im Maul hält und in einem Saal mit Marmorboden sitzt.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Nachdem ich ja schon Band 1 rezensiert habe, nachdem ich es vor erscheinen lesen durfte, fragte mich der Autor, ob ich Band 2 auch als E-Book lesen und rezensieren mag. Natürlich mochte ich. Mir hatte Band 1 ja schon gefallen.

    Die Rezension könnt Ihr unter diesem Link nachlesen.

    Ich sagte also zu und hatte schon bald darauf den Link zum Download des Lese-Exemplars. Da mein Geburtstag noch nicht lange zurück lag und ich mir mit Geschenkgutscheinen einen Tolino bestellen wollte, sollte es auch das erste E-Book sein, dass ich mit dem Reader lesen wollte.

    Es ist ein kleines handliches Gerät, auf dessen Bildschirm das Cover des Buches zu sehen ist. Der Titel steht über dem Dackel, der zerrissenes Papier im Maul hält.
    Das Cover in der Anzeige des Tolino

    Erste Erfahrungen mit dem Reader

    Erfreulicherweise war es kein Problem, das E-Book im richtigen Format herunter zu laden und auf den Tolino zu kopieren. Da ich das Gerät ja noch nicht weiter kannte, musste ich mich erstmal an die Handhabung gewöhnen. Auch die Einstellungen wie die Anpassung der Schriftgröße fand ich schnell und dem Lesespaß stand nichts mehr im Weg.

    Ich will mir mit dem Reader hauptsächlich Bücher über die Onleihe der Bibliothek ausleihen. Aber dieses Thema behandle ich ein anderes Mal.

    Lese-Vergnügen ohne Sorgen

    Und es war wirklich wieder ein Vergnügen. In Band 1 wurden die Protagonisten ja zunächst eingeführt und vorgestellt. In Band 2, der durchaus auch ohne Vorkenntnis gelesen werden kann, kommen einige liebenswerte Schrullen und eigenwillige Eigenschaften zum Vorschein, die den Personen mehr Charakter verleihen. Dadurch empfinde ich noch mehr Nähe zu den Protagonisten.

    Diese wurden weiter ausgearbeitet. Jeder hat seine ganz eigenen Hintergrundgeschichten und füllen den Handlungsrahmen mit Leben.

    Auch kommt der Humor diesmal wieder nicht zu kurz, was jedoch der Spannung nicht schadet. Der Kriminalfall war für mich rätselhaft und unvorhersehbar und ich wusste lange nicht, wer wirklich hinter der Sache mit der Leiche stecken könnte. Gegen Ende gab es noch einen Plot Twist, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Man kann dem Autor wirklich nicht in die Karten gucken. Wenn man denkt, man hätte den Mord und die Hintergründe durchschaut, kommt noch eine kleine Überraschung daher.

    Wer das Buch aufmerksam liest, wird einige Hinweise finden, die zur Lösung des Falles beitragen. Jedoch fand ich diese bis zuletzt sehr gut eingearbeitet. Und nur der geübte Krimilesende weiß, worauf man achten sollte.

    So fesselte mich das Buch von Anfang bis Ende und ich fühlte mich sehr gut unterhalten, so dass ich mich schon auf die Fortsetzung freue, die im November erscheint.

    Wer das schicke Cover aufmerksam betrachtet, findet sicher den einen oder anderen Hinweis, der im Buch noch wichtig wird.

    Fazit:

    Morden ohne Sorgen ist kein blutiger Thriller, aber auch keine langweilige Krimiserie, die man ohne großes Interesse nebenbei laufen lässt.

    Die Geschichte ist chronologisch, leicht lesbar und mit Humor und Spannung geschrieben. Teilweise kann man die Handlung turbulent finden, aber das schadet dem Buch meiner Meinung nach überhaupt nicht.

    Es macht Spaß, bei den Ermittlungen mitzurätseln und auch der Einblick in den Journalisten-Alltag langweilt die Lesenden nicht.

    Und ich habe gelernt, dass Marmorböden kein Blut mögen und das nie wieder raus geht. Wenn ich mal nach Potsdam komme, dann werde ich mir die Fußböden dort ganz genau ansehen.

    Dackel Wilhelm ist dazu die „Kirsche auf der Sahnetorte“ und immer zu Schandtaten bereit. Oft ist er der Grund, warum die Mordfälle überhaupt gelöst werden, weil er seine Nase noch in die vermeintlich unwichtigsten Winkel steckt.

    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

    PS: Jetzt will ich auch einen Dackel haben! 😉

  • Messebericht 3

    Messebericht 3

    Freitag, Andreas Gruber, Fangirl-Momente, Kiwi-Verlag, Yandé Seck, viele Bücher und tolle Begegnungen auf der LBM 2024!

    Wo fange ich an?

    Am besten mit dem Frühstück. Da begann nämlich ein wiederkehrender Fangirl-Moment!

    Ich ging nichtsahnend vom Büffet im Hotel-Frühstückssaal zurück zu unserem Platz und erspähte einen mir bekannt vorkommenden Mann. Er saß mit dem Rücken zum Saal vor einem Fenster.

    Ich vergesse schnell Namen und Daten, aber Gesichter kann ich mir merken! Nur dieses Gesicht war nicht auf Anhieb zu sehen. Daher flitzte ich zu Mo und fragte sie, ob ich wirklich gerade an Andreas Gruber vorbei gegangen sein kann.

    Andreas Gruber im Frühstücks-Saal
    Er ist es wirklich!

    Also lauerten wir darauf, dass er sich mal umdrehte. Als er also selbst vom Büffet zurück an seinen Platz ging und dabei genau in unsere Richtung sah, begann Mo wie verrückt zu winken. Da konnte ich natürlich nicht auf Rücksichtnahme und Privatsphäre bestehen und winkte auch. Herr Gruber war irritiert, ob es ihm galt, aber da hinter ihm nur noch besagtes Fenster war, erkannte auch er, dass wir ihm höchstpersönlich den (in meinen Augen fast peinlich-aufdringlichen) Gruß schickten..

    Aber ich sollte später lernen, dass es manchmal gut ist, seine Schüchternheit abzulegen und auf andere Menschen zuzugehen.

    Andreas Gruber trat an unseren Tisch und wir plauderten einen kurzen Moment über die jeweiligen Pläne für den weiteren Tag. Er erwähnte das Blogger-Event, das der Ravensburger Verlag für ihn veranstaltete. Wir äußerten unsere Hoffnung, ihn noch einmal für ein Autogramm in sein neuestes Buch zu treffen.

    Danach frühstückten wir in Ruhe zu Ende und machten uns langsam auf den Weg zur Messe.

    Den Tag begannen wir diesmal mit Halle 5, in der wir spannende historische Romane entdeckten und mit einigen Autor*innen ins Gespräch kamen.

    An einem Stand blieben wir länger hängen. Ich kaufte ein Buch, dass noch nicht erschienen und exklusiv bei der Buchmesse zu kaufen war. Die Autorin Jana Beck signierte es mir.

    Buchmenschen sind Familie

    Ein paar Stände weiter lief meine Cousine an mir vorbei und wir machten ein schnelles Foto. (Unsere Väter sind Cousins, was sind wir dann eigentlich?) Sie hatte keine Zeit für ein ausführliches Gespräch, da sie nur den einen Tag für den Messebesuch eingeplant hatte. Schaut gerne mal auf ihrem YouTube-Kanal vorbei. Da findet Ihr auch ihren Buchmesse-Vlog.

    Isa und Rabi
    © Foto: itsvonk
    Frauen-Romane

    Bei Katharina Mosel konnte ich auch nicht grußlos vorbei gehen. Ich bot dort einem Buch mit kleinen Fehlern ein neues Zuhause. Ich bekam auch eine Bloggertüte, in der die coole rosa Ente drin steckte, die Fans von Katharina Mosel sicher schon von ihren Social Media Kanälen kennen. Da ich sie vor Jahren schon einmal gewonnen hatte, werde ich sie einer Freundin schenken. Wir haben da dieses gemeinsame Enten-Ding.

    Manche Stände hätte ich mir gerne näher angesehen, aber manchmal waren sie schon voller Menschen, so dass ich lieber auf Abstand blieb. Aber Mo warf sich oft todesmutig mitten hinein, um sich manche Bücher vom Nahen anzusehen. Währenddessen passte ich gerne vor dem Stand auf ihre Rollentasche auf und ließ das Gewusel auf mich wirken.

    Kuddel und Wurzel

    Ich hatte gesehen, dass es ein neues, richtig schickes Buch von Ann-Kathrin Karschnick und Lara Lorenz gab. Der Klappentext sprach mich total an, also habe ich mir fest vorgenommen, es auf der Buchmesse zu erwerben und direkt signieren zu lassen. Hat geklappt. Und für ein Bild mit Wurzel fand ich natürlich auch noch Zeit!

    Lesung und Gesprächsrunde beim Kiwi-Verlag

    Nachdem ich es vormittags nicht zu dem Gespräch mit Sky DuMont in der Glashalle schaffte, da wir zu der Zeit noch im Hotel weilten, hatten wir eigentlich nur noch einen festen Termin für diesen Tag. Die Lesung und Buchvorstellung von Yandé Seck, die der Kiwi-Verlag im CCL veranstaltete.

    Geheimtipp: Im CCL in den oberen Stockwerken kann man prima zwischendurch zur Toilette gehen. Hier ist der Andrang auf die Örtlichkeiten normalerweise nicht so hoch ist. Das CCL eignet sich auch als Treffpunkt, wenn man sich mal aus den Augen verloren hat, und um einen kurzen Moment den Menschenmassen zu entgehen.

    Wir kamen knapp vor dem Beginn im Vortragsraum an, so dass der Raum schon gut gefüllt und fast alle Plätze besetzt waren. Wir schnappten uns schnell ein Getränk aus dem Vorraum und ergatterten tatsächlich noch zwei nebeneinander liegende Plätze, da eine nette Bloggerin kurzerhand einen Stuhl weiter rückte.

    Das Buch Weiße Wolken von Yandé Seck handelt von zwei Schwestern, die als Schwarze mit Rassismus und Sexismus konfrontiert in Deutschland aufwachsen. Es erzählt von ihren Wurzeln väterlicherseits, einer Reise in den Senegal und unterschiedlichen Lebensentwürfen. Ich fand die Lesung total spannend und berührend und freue mich schon darauf, das Buch bald selbst zu lesen.

    Nach der Lesung konnten noch Fragen gestellt werden und jede*r Teilnehmer*in bekam ein Buch, das man sich signieren lassen konnte.

    Nach der Veranstaltung stärkten wir uns noch mit leckeren Müsliriegeln, die Mo aus ihrer Wundertasche zauberte und stromerten dann weiter durch Halle 3.

    Mo wollte eine Bloggerin und eine Autorin treffen und ich wollte noch Mitbringsel für eine Freundin erwerben. Also trennten wir uns zwischendurch kurz. Bei meiner Suche nach dem Arena-Verlag kam ich am Ravensburger Verlag vorbei, wo gerade das neue Buch von Andreas Gruber vorgestellt wurde. Leider war diese Veranstaltung nur für geladene Blogger*innen. Der Bereich war abgesperrt und ich machte im Vorbeigehen schnell ein paar Fotos. Dann flitzte ich zurück zu Mo und ihrer Bekannten Beate, um zu berichten.

    Andreas Gruber Fangirl-Momente Ravensburger-Verlag Bücher Begegnungen

    Meine Rückkehr nutzte Mo, um sich von einem Stand mit E-Book-Readern loszueisen und schon waren wir auf dem Weg! Jetzt erwies sich unser morgendlicher Schnack mit Herrn Gruber als Glücksfall.

    Denn als wir an der Absperrung standen, erspähte er uns und kam näher, um uns anzubieten, direkt die Bücher zu signieren. Die Frau vom Verlag fand das eher nicht lustig, konnte aber nicht viel dagegen machen, da die Initiative von Herrn Gruber ausging.

    Andreas Gruber Fangirl-Momente Kiwi-Verlag Bücher Begegnungen

    Ich wollte es mir sowieso noch kaufen und flitzte mit dem Buch schnell zur Kasse.

    Aber mal ehrlich:

    Die Bloggerinnen standen alle um den Tresen herum und ließen sich die Häppchen schmecken, während der Autor, wegen dem doch alle da waren, ein wenig verloren am Rand herum stand. Schaut Euch das Bild an. Er freut sich doch total über unsere Aufmerksamkeit. Als Autorin hätte ich genauso gehandelt. Und als Bloggerin bei dem Event hätte ich doch das Gespräch mit Herrn Gruber gesucht. Und wenn wir uns „nur“ über Katzen und Horrorfilme ausgetauscht hätten.. Er ist nämlich ein sehr sympathischer Mensch, mit dem man sich prima unterhalten kann!

    Zu guter Letzt..

    Nach diesem überaus erfreulichen Erfolgserlebnis waren wir alle sehr beseelt und schwebten eine Handbreit über dem Messeboden. Mo wollte noch eine Autorin treffen. Wir waren an dem Stand bereits ein paar Mal vorbei gegangen, fanden sie aber immer im Gespräch. Jetzt war der Messetag bald zu Ende und wir wollten noch einmal sehen, ob wir vielleicht ein paar Worte mit Sonja Rüther wechseln könnten.

    Doch diesmal befand sie sich hinter der Absperrung vom Stand des Phantastik Autoren-Netzwerks. Wir schafften es, ihre Aufmerksamkeit zu erregen und sie kam für einen freundlichen Plausch nach vorne. Wir waren so ins Gespräch vertieft, dass wir die Durchsagen völlig ignorierten, dass das Messegelände zu verlassen sei. Kurz nach 18 Uhr machten wir uns also auf den Weg Richtung Parkplatz. Dabei kamen wir durch mehrere Hallen, in denen wir entspannt ein paar Stände fotografieren konnten, da diese jetzt menschenleer waren.

    So entstanden noch ein paar schöne Fotos, die ich hier alle gar nicht zeigen kann. Aber ein paar Fotos, die über den ganzen Tag entstanden sind, zeige ich Euch jetzt noch.

    Hier geht es zu den anderen Buchmesse-Berichten.

    Nach diesem aufregenden Tag hatten wir dann ordentlich Hunger und suchten uns in der Nähe ein Restaurant. Dabei stießen wir auf einen wirklich guten Asia-Imbiss, bei dem ich zum ersten Mal ein Gericht mit roter Curry Soße gegessen habe. Köstlich!

    Anschließend im Hotel habe ich nur noch einmal meine Tagesbeute auf dem Bett ausgebreitet, bin duschen gegangen und dann todmüde ins Bett gefallen.

    Bücher und verschiedene Leseproben und Goodies
  • Irdorath Comeback Show

    Irdorath Comeback Show

    Am 11. Mai, genau 11 Monate, nachdem ihre Managerin sie nach 2 Jahren politischer Gefangenschaft das erste Mal wieder getroffen hat, sind Nadia und Vova von Irdorath mit ihrer Band auf die Bühne zurück gekehrt!

    Und ich war dabei!

    Seit ich von ihrer Verhaftung bei Nadias Geburtstagsfeier im August 2021 erfahren hatte, habe ich das Schicksal der Musiker verfolgt und mit ihren Angehörigen gebangt und gehofft.

    Ich habe euch ein paar Bilder mitgebracht und werde ein wenig meine Eindrücke des Abends schildern.

    Ich wusste, es würde ein emotionaler Abend werden.

    Und auch jetzt, während ich diese Worte schreibe, kommen mir schon wieder die Tränen. Der Abend war ein bunter Strauß voller unterschiedlicher Gefühle. Wobei die Freude, die Band endlich wieder live sehen und mit ihnen feiern zu können, eindeutig überwog.

    Aber auch ein paar Schilderungen von Nadia und Vova über ihre Zeit, als sie „in vacation“ waren, haben das ganze Publikum sehr berührt.

    Sogar eine frühere Mitinsassin von Nadia war mit im Publikum und hat sich sichtlich gefreut, die Lieder, die sie bisher nur als Akustikversionen kannte, in voller Bandbesetzung zu hören.

    Falls Ihr meinen Beitrag aus 2021 nochmal lesen wollt, schaut gerne unter diesem Link nach. Dort gibt es auch eine Linksammlung zu Hilfsorganisationen und Infoseiten.

    Der Abend

    Am 11. Mai war nun also das Comeback-Konzert im Kulturhaus B.O. in Asendorf. Es liegt ein wenig abgelegen, aber am Samstag war es fast schon eine Pilgerstätte. Es kamen viele Gäste sogar aus Litauen, Luxemburg, Polen, Moldavien und den Niederlanden angereist, einer war sogar aus Brasilien gekommen, um die Band zu sehen! Da war meine Anreise aus Hannover geradezu ein Katzensprung.

    Der Veranstaltungsort ist total genial. In der Coronazeit hatte der Eigentümer den Konzertsaal renoviert und zu einem sehr schönen Wohlfühlraum gemacht! Ich war schon einmal dort, aber da war es eine Open Air Veranstaltung und ich hatte nur auf dem Weg zur Toilette ganz kurz die Räumlichkeiten gesehen. Samstag waren wir extra etwas eher angereist, um dort noch gemütlich etwas zu essen und zu trinken, bevor das Konzert losging.

    Vor dem Eingang steht ein sogenannter Kunstautomat, der früher mal für Zigarettenschachteln gebaut wurde. Darin sind kleine Kunstwerke, die man für kleines Geld wie früher Zigaretten ziehen kann. Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, selbst eine Box daraus zu erwerben.

    Ich muss da unbedingt wieder hin, um noch eine Box zu ziehen! Da man vorher nicht weiß, was sich in der Box befindet, ist es ein total spannendes Überraschungsspiel. Ich liebe sowas ja.

    Die Vorband

    Die Vorband Brisinga begann um 19:30 Uhr zu spielen. Sie spielen mit verschiedenen Instrumenten richtig schöne folkige Musik, die mir sehr gefallen hat, so dass ich mir die aktuelle CD kaufte. Ein Lied fand ich besonders cool: Fate handelt vom Stricken.

    Hier ist das Video zum Lied verlinkt. (Externer Link zu YouTube.)

    Die drei Musikerinnen spielen Harfe, Trommel, Flöten, Cello, Nyckelharpa und andere Instrumente in wechselnder Zusammensetzung.

    Die Beleuchtung auf der Bühne sorgte außerdem für eine ganz besonders passende Stimmung.

    So aufgewärmt konnten wir es alle kaum abwarten, dass endlich der Hauptgrund für unsere Anwesenheit die Bühne betrat. Aber davor mussten wir geduldig den Bühnenumbau abwarten.

    Das Konzert

    Und dann ging das Licht aus, die Tür an der Seite wurde geöffnet, die ersten Takte eines Liedes erklangen, die ersten Jubelrufe brachen aus dem Publikum hervor und die Bandmitglieder betraten, beschienen durch die untergehende Sonne, die durch die Tür am Bühneneingang hereinschien, nacheinander die Bühne und nahmen die Instrumente zur Hand.

    Nach dem ersten Lied wollte Nadia ein paar Sätze sagen, vergaß aber vor lauter Aufregung und Freude, was sie sagen wollte. Da sind nicht nur bei ihr ein paar Tränen geflossen. Um mich herum wischten sich einige verstohlen über die Wange.

    Es gab auch eine Setlist, aber ich glaube, dass die Reihenfolge überhaupt nicht eingehalten wurde. Wie die Band allerdings festlegte, welches Lied als nächstes gespielt wurde, kann ich nicht sagen, da ich in dieser Hinsicht keinerlei Absprachen erkennen konnte.

    Es wurden einige der alten Hits gespielt, aber auch neue Lieder! Besonders ein Lied wurde als absolute Premiere angekündigt. Nadia sagte schmunzelnd dazu: „Ihr habt den ‚faulen Menschen‘, die es nicht hierher geschafft haben, jetzt alle etwas voraus. Ihr lernt jetzt ein brandneues Lied von uns kennen!“

    Ich freue mich schon auf ein neues Album. Leider konnte ich es am Merch-Stand noch nicht vorbestellen. (Kein Stress, das war nur Spaß!)

    Nach einer guten Stunde gab es eine kurze Pause, die allen sehr gelegen kam, da Dominik, der Eigentümer des BO die Außentüren öffnete, um frische Luft rein zu lassen. Außerdem nutzten die meisten die Zeit, um selbst kurz nach draußen zu gehen. Der Saal hatte sich mittlerweile zu einer Sauna entwickelt.

    Nach der Pause ging das Konzert weiter von einem Höhepunkt zum nächsten.

    Schaut mal bei YouTube, falls ihr von der Band noch nichts gehört habt. Da gibt es ein schönes Konzert, dass sie während Corona im Wald aufgezeichnet haben: Link.

    Gastauftritt

    Bei zwei Liedern kam eine Gastsängerin auf die Bühne, die ich schon von Videos der Band kannte.

    Yulya sang erst bei Быў. Ёсць. Буду. (Byu. Iost‘. Budu.) mit, ein älteres Lied, das kurz nach den Protesten 2020 neu mit einem wunderschönen Video veröffentlicht wurde. Und dann später nochmal bei Zorami, das Lied, das die Band als erstes nach ihrer Rückkehr mit einem Video veröffentlichte und auch im Gefängnis geschrieben hat.

    Wir haben die Sängerin mit viel Applaus begrüßt und nach den Liedern noch frenetischer von der Bühne verabschiedet.

    Außerdem gab es einen sehr emotionalen Moment, als Nadia und Vova ihre Freundin und Managerin Jeany auf die Bühne riefen, um sich in einer bewegenden Rede auch bei ihr für ihre Unterstützung in der ganzen Zeit zu bedanken. (Ich brauche schon wieder ein Taschentuch..)

    Nach dem offiziellen Ende des Konzertes haben wir mehrfach nach Zugabe gerufen, wobei wir gleich noch das belarusische Wort dafür lernten. Ich glaube, es wurde etwa tschischtschi ausgesprochen.

    Aber nach fast drei Stunden war dann für den Abend erstmal Schluss, wobei das ja nicht das Ende sondern erst der Anfang der weiteren Live-Auftritte war. Bereits dieses Wochenende treten Irdorath bei WGT in Leipzig auf.

    Nach dem Konzert konnte man noch bleiben, um mit allen zu quatschen und Fotos und Autogramme zu bekommen, aber mein Fahrer wollte gerne schon los, da er sehr müde war. Ich werde sicher noch die Gelegenheit für Autogramme und Fotos mit der Band haben.

    Ich möchte auch noch die beiden neuen Musiker erwähnen. Kevin an der Gitarre und Alex am Schlagzeug haben mir sehr gut gefallen! Sie ergänzen die Band wunderbar.

    Abschließend möchte ich sagen:

    Solltet Ihr die Gelegenheit haben, seht Euch Irdorath live an!

    Ihr könnt sie auch auf Patreon oder über betterplace unterstützen. Damit helft ihr direkt beim Neustart, seien es Anschaffungskosten für Musikinstrumente oder die Anwaltskosten für das Asylverfahren. Auf Patreon bekommt man als Supporter exklusive Inhalte wie Musikdownloads oder spezielle Fotos.

    Die Aktion bei betterplace wird von Libereco organisiert. Da spende ich regelmäßig kleine Beträge, die direkt humanitärer Hilfe zugute kommt.

    Meine Unterstützung habe ich an dem Abend in Form von Merch-Käufen vorgenommen: 3 CDs, ein Lederarmband und Buttons. Die Sticker und Postkarten habe ich am Stand geschenkt bekommen.