Zusammen mit Zwergdackel Wilhelm kehrt Frederik Loebell nach 20 Jahren in seine Heimatstadt Potsdam zurück. Seine Karriere als Journalist hat er gerade erst mit voller Wucht gegen die Wand gefahren, nun muss er mit Mitte 50 als kleiner Lokalreporter in der Provinz bei den Stadtnachrichten neu anfangen.
Doch das ist leichter gesagt als getan: Denn wegen eines bevorstehenden Musikfestivals auf Schloss Sanssouci steht ganz Potsdam kopf. Und der Star dieses Festivals ist ausgerechnet Carlo – Loebells verhasster Schulkamerad. Auch dauert es nicht lange, da stolpert Loebell über mysteriöse Autounfälle, verwirrte Zeugen, dunkle Geheimnisse und eine schöne Tote!
Versucht ein Mörder das Musikfestival zu sabotieren? Und wie hängen all diese Ereignisse miteinander zusammen? Loebell packt das Jagdfieber – wenn ihm nur sein Zwergdackel nicht immer wieder entwischen würde … Doch zum Glück stehen ihm mit Redaktionspraktikant Tuan und Radioreporterin Lisi zwei gewiefte Helfer zur Seite!
»Die schöne Tote von Sanssouci« ist der erste Fall für Frederik Loebell aus der humorvollen Provinz-Krimi-Reihe »Morden ohne Sorgen«.
eBooks von beTHRILLED – mörderisch gute Unterhaltung!
Ich durfte das Buch vorab über die Bloggerjury lesen. Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des eBooks.
Und meinem Kollegen danke ich, dass ich das Foto von seinem Dackel Ole für meine Collage verwenden durfte.
Nun aber zum Buch:
Von Anfang an folgt man immer den Erlebnissen des Journalisten Frederik, der nach einem Skandal in seine Heimat Potsdam zurückkehrt und direkt von seinem neuen Vorgesetzten den ersten Auftrag erhält. Er soll den Stargeiger des bevorstehenden Festivals treffen, den er noch aus Schulzeiten kennt und früher schon nicht mochte.
Begleitet wird er meistens von seinem Zwergdackel Wilhelm, der gerne mal wegläuft und für humorvolle Situationen sorgt.
Frederik trifft auf seine neuen Kollegen, darunter eine trinkfreudige Radioreporterin und lernt die Vorsitzende des Fanclubs des Geigers Carlo kennen. Seine Mutter versucht ihn telefonisch zu erreichen, was er zu ignorieren versucht. Seine Tante macht ihn mit einer Gruppe wanderlustiger Rentner bekannt, die mit ihm frühmorgens über eine Leiche stolpern.
Die Anzahl der Protagonisten ist nicht zu groß, so dass man beim Lesen nie den Überblick verliert. Auch bin ich erst kurz vor Schluss darauf gekommen, wer für die Morde verantwortlich ist, da so nach und nach die Motive aufgedeckt werden.
Der Schreibstil ist bildhaft und stimmungsvoll. Das Buch ist eine kurzweilige Krimilektüre mit sympathischen Charakteren. Ich habe es sehr gerne gelesen und freue mich schon auf die Fortsetzungen. Band 2 wird im Juli erscheinen, Band 3 ist für November geplant.
Die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse stehen fest und wurden veröffentlicht.
Es wurden 15 Bücher, davon ein Hörbuch und ein Comic nominiert!
Ich zeige Euch hier nur kurz die nominierten Bücher. Für weitere Details gibt es eine Broschüre, die Ihr Euch gerne unter diesem Link online ansehen könnt. In dieser Broschüre gibt es auch Informationen zur Jury, die die Preisträger:innen küren darf. Die Vorsitzende ist Insa Wilke, die ich schon oft in Sendungen wie Das Literarische Quartett gesehen habe.
Jedes Jahr erwartet die Buchwelt mit Spannung, wer die Preisträgerin oder der Preisträger der jeweiligen Kategorie wird.
Am ersten Buchmessetag, dieses Jahr am 21. März, ist die offizielle Verleihung. Diese kann ab 16 Uhr auch über einen Livestream verfolgt werden: Link
Die Verleihung findet in der Glashalle auf dem Messegelände statt, also der zentrale Raum der gesamten Buchmesse.
Nun aber zu den Nominierten der verschiedenen Kategorien:
Belletristik:
Genossin Kuckuck von Anke Feuchtenberger, Verlag Reprodukt
Eigentum von Wolf Haas, Hanser Verlag
Auf den Gleisen von Inga Machel, Rowohlt Buchverlag
Minihorror von Barbi Marković, Residenz Verlag
Gewässer im Ziplock von Dana Vowinckel, Suhrkamp Verlag
Sachbuch / Essayistik:
Verkaufte Zukunft von Jens Beckert, Suhrkamp Verlag
Gegen Frauenhass von Christina Clemm, Hanser Berlin
„ca. 1972“ von Tom Holert, Spector Books
Tausend Aufbrüche von Christina Morina, Siedler Verlag
„Jahrhundertstimmen 1945-2000.“ von Christiane Collorio u.a., Der Hörverlag
Übersetzung:
Der Fluch des Hasen von Bora Chung – aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee, CulturBooks
18 Kilometer bis Ljubljana von Goran Vojnović – aus dem Slowenischen von Klaus Detlef Olof, Folio Verlag
Bitternis von Joanna Bator – aus dem Polnischen von Lisa Palmes, Suhrkamp Verlag
Nimm meinen Schmerz. Geschichten aus dem Krieg. von Katerina Gordeeva – aus dem Russischen von Jennie Seitz, Droemer HC
Angefangen mit San Francisco von Lawrence Ferlinghetti – aus dem Englischen von Ron Winkler, Schöffling & Co.
Ich mag ja die Cover. Und einige der Bücher werde ich auf meine Wunschliste setzen.
Ist für Euch auch ein Buch von Interesse? Lasst es mich gerne wissen.
Originaltitel: Skogen og elva. Om Anselm Kiefer og kunsten hans
Originalverlag: Forlaget Oktober
Hardcover, Pappband mit Schutzumschlag
192 Seiten
vierfarbige Abbildungen
ISBN: 978-3-630-87655-9
Erschienen am 01. November 2023
Klappentext:
Es gibt Menschen, die auf solche Weise bekannt sind, dass man niemals damit rechnet, ihnen zu begegnen, sie scheinen in einer anderen Welt zu existieren.
Karl Ove Knausgård ist dem Künstler Anselm Kiefer an vielen Orten auf der Welt begegnet, unter anderem in Donaueschingen, seinem Geburtsort, und in dem gigantischen Atelier Kiefers in Paris, in dem er lebt und arbeitet. Er hat mit Kiefer über seine Kunst gesprochen, getrieben vom Wunsch und dem Bemühen, zu verstehen, was diese Kunst bei uns bewirkt, wenn wir sie betrachten, und woraus sie ihre Inspiration bezieht. Wie können Bilder ohne Menschen aufgeladen sein mit dem Menschlichen? Wie kann eine leere Landschaft aufgeladen sein mit Geschichte? Wie sieht sie eigentlich aus, die Beziehung zwischen der Kunst und dem Künstler? Und wer ist Anselm Kiefer?
»Das schmale Buch, das Knausgård jetzt veröffentlicht, handelt von dem Versuch, sich Kiefer zu nähern, ihn zu verstehen: den Künstler als Menschen, aber auch seine Kunst – und nicht nur seine Kunst, sondern auch die Kunst schlechthin.«
Thomas Steinfeld / Süddeutsche Zeitung (13. November 2023)
Ich habe mich bisher nicht mit dem Werk von Anselm Kiefer beschäftigt. Auch wusste ich bisher fast nichts über den Künstler selbst. Daher fand ich, dass ich meine Wissenslücke mal füllen sollte. Und warum nicht mit dem Buch von Karl Ove Knausgård anfangen? 192 Seiten sind keine abschreckend hohe Seitenzahl. Und aus meinem Lesekreis hörte ich bereits, dass die Bücher des Autoren sehr lesenswert seien. Auch hier war ich bisher noch völlig unwissend, da ich zwar bereits Bücher von Knausgård zu Hause liegen, aber sie noch nicht gelesen habe.
Ich habe mich daher sehr gefreut, als mir der Verlag freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.
Knausgård hat über Kiefer keinen langweiligen Lebenslauf und kein trockenes Sachbuch geschrieben. Vielmehr schildert er chronologisch und in leicht lesbarer Sprache seine verschiedenen Begegnungen mit dem Künstler in seinem Atelier bei Paris, bei Ehrungen und Ausstellungseröffnungen. Dabei lässt er nebenbei noch einiges aus dem Leben des Künstlers einfließen. Er gibt Gespräche wider und beschreibt seine Eindrücke, die er über mehrere Jahre gesammelt hat. Das macht er so bildhaft, dass ich mir vorkam, als wäre ich dabei gewesen und hätte alles mit eigenen Augen gesehen.
Bei der Lektüre des Buches lernt man so nicht nur den Künstler Kiefer kennen, sondern auch ein wenig über Knausgård und seine Beziehung zur Kunst.
Mich hat das Buch fasziniert und ich hätte mir gerne sofort eine Ausstellung von Anselm Kiefers Werken angesehen. Leider ist da gerade keine in für mich erreichbarer Nähe, so dass ich auf die wirklich schönen Illustrationen und Fotos in dem Buch angewiesen bin. Aber auch die zeigen nur einen ganz geringen Ausschnitt, des offenbar imposanten Lebens und Schaffens Kiefers.
Auch habe ich jetzt wirklich Lust, eines der Bücher von Knausgård zu lesen, die bei mir noch ungelesen liegen. Was ich bisher so gehört habe, passt dieses kleine Büchlein bestens in die Reihe seiner übrigen Bücher, da es auch hier immer wieder um Knausgård selbst geht, sein Denken, Empfinden und seine Erfahrungen bei Begegnungen mit anderen Menschen.
Ich denke, das Buch eignet sich bestens, um sich an den Schreibstil von Knausgård und das Leben von Anselm Kiefer anzunähern. Es ist also auch für Neulinge in beiden Bereichen sehr gut lesbar.
Weitere Bücher, die sich mit Kunst und Geschichte beschäftigen:
Dies ist ein Bericht, den ich 2018 nach meinem Besuch bei der Leipziger Buchmesse verfasst habe.
Viel Spaß mit meinem kleinen Rückblick.
Vorher
Nachdem ich Freitagmittag die Signierstunde von Derek Landy aus eigener Doofheit verpasst hatte, nahm ich mir fest vor, trotz der widrigen Witterungsverhältnisse, die Lesung in der Friedhofskapelle zu besuchen. Kann ja nicht so schwer sein, da hin zu finden!
Also habe ich die Adresse ins Navi eingegeben und mich durch Leipzig führen lassen.
Der Parkplatz war nicht so schwer zu finden, aber seltsamerweise sehr leer. Es standen nur wenige Autos dort. Dabei war ich gerade so rechtzeitig Viertel vor sieben eingetroffen. Ich beruhigte mich aber mit dem Gedanken, dass bestimmt viele mit dem ÖPNV angereist waren.
Völkerschlachtdenkmal
Als ich aber gerade die Internetseite konsultierte, um doch noch mal die Adresse zu kontrollieren, parkte neben mir ein PKW, einige Personen stiegen aus und machten sich schnurstraks auf den Weg zu dem erleuchteten Gebäude, das ich schon am Horizont erspäht hatte. Also warf ich schnell mein Handy, das Buch für die Signierung und eine Wasserflasche in einen Beutel und eilte hinterher. Dass ich mein Portemonnaie im Rucksack im Auto liegen ließ, war allerdings nicht geplant. So konnte ich das jüngst erschienene Buch Skulduggery Pleasant 10 – Auferstehung nicht käuflich erwerben und es demnach nicht signieren lassen. Tja. Es war zu knapp mit der Zeit, um den ganzen Weg noch mal zum Auto zu laufen, außerdem war es eisekalt, der Schnee rieselte und ich war froh, noch einen Sitzplatz ganz hinten am Mittelgang ergattert zu haben. So konnte ich ein paar Fotos machen, ohne die Köpfe der anderen Gäste im Bild zu haben. ^.^‘
Die Kapelle auf dem Südfriedhof in Leipzig war hell erleuchtet und bot in der Schneelandschaft ein beeindruckendes Bild.
Ich kam gerade noch rechtzeitig, bevor die beiden Stargäste das Podium betraten.
Die Lesung und das Gespräch
Rainer Strecker setzte sich vorne an den Tisch und kündigte den Grund für unser aller Anwesenheit mit ein paar einleitenden Worten an.
Hinter mir ging die Tür auf und DEREK LANDY GING GENAU NEBEN MIR VORBEI!
Leider war ich nicht schnell genug, sonst hätte ich ein Selfie von mir mit dem vorbei gehenden Autor machen können.. x-D
Ich meine, wie nah kommt man sonst seinen Idolen? ;=)
Aber anscheinend war mein Hirn schockgefrostet. Es arbeitete nicht richtig mit..:3
Derek Landy ging nach vorne und setzte sich auf den freien Stuhl neben Rainer Strecker, der übrigens ein sehr guter Moderator war an diesem Abend und an diesem genialen Ort.
Es war wirklich eine großartige Location für eine Skulduggery Pleasant Lesung!
Das kann ich jedem, der die Möglichkeit hat, mal bei so einer Lesung dabei zu sein, nur wärmstens empfehlen. Apropos wärmstens, Derek Landy wurde von dem Hörbuchsprecher Rainer Strecker gefragt, ob ihm im T-Shirt nicht zu kalt wäre. Er antwortete, dass erst kurz vor der Veranstaltung noch jemand im Krematorium eingeäschert wurde und ihm daher hier alles warm genug wäre.
Ich liebe ja schwarzen Humor! 😀
Rainer Strecker stellte dem Autor auf Englisch viele Fragen, worauf teilweise sehr humorvolle Antworten von Derek Landy kamen. Rainer Strecker übersetzte für Derek Landy ins Englische und für uns ins Deutsche. Ich habe aber erfreulicherweise den englischen Gesprächen sehr gut folgen können!
Wir erfuhren ein wenig über seine Jugend, die Familie und wie er es geschafft hat, Autor zu werden. (Lasst einfach die Karriere Karriere sein, studiert nicht, sondern arbeitet einfach nebenbei auf dem elterlichen Hof in Irland und schreibt, schreibt, schreibt… dann lieben Euch die Eltern mehr als Eure Geschwister mit Familie und Karriere..) ;-D
Rainer Strecker las zwischendurch aus dem neuen Buch vor. Ich hoffe, ich bekomme es bald und kann es endlich lesen! Die kurzen Abschnitte haben echt Lust auf viiiiiiel mehr gemacht!
Nach der Lesung und der Runde, in der Fragen aus dem Publikum beantwortet wurden (Wow! Da waren wirklich gute Fragen dabei!), gab es die Möglichkeit, sich das neue Buch zu kaufen.
Ich habe ja schon erwähnt, dass mein Geld in meinem Portemonnaie im Rucksack im Auto lag… -.-‚
Ich konnte mich also direkt anstellen, um mein mitgebrachtes Autogramme-Buch signieren zu lassen. So stand ich ziemlich weit vorne in der Schlange, die einmal durch den ganzen Raum ging! 🙂
Stolz präsentierte ich mein vorbereitetes Buch und zeigte den Schädel, den Sebastian Krüger mir 2016 bei der Frankfurter Buchmesse hinein gezeichnet hatte. Derek Landy fand diesen zwar „ganz ok“, aber meinte, er könnte einen viiiiel schöneren Schädel zeichnen. :=D
So entstand dann die Skizze von Skulduggery Pleasant in meinem Buch! *.*
Waaaaay better! 😉
Ich zeigte ihm außerdem meine Totenkopf-Brillenbügel, die er sehr cool fand! Eines Tages lasse ich mir die doch mal von ihm signieren.. 🙂
Außerdem ließ ich mir noch eine Autogrammkarte signieren und wollte schon glücklich von dannen schweben, als mir auffiel, dass ich überhaupt kein Foto gemacht hatte.
Also entstand dieses Bild:
Derek Landy beim Signieren eines Buches
Und Rainer Strecker sah irgendwie total verloren aus, also nahm ich von ihm noch eine Autogrammkarte mit.
Ich weiß gar nicht, warum ich mit ihm nicht ein paar Worte gewechselt habe. Aber ich war völlig neben der Spur und überglücklich über das Treffen mit Derek Landy und meine neu gewonnenen Schätze im Buch. x-D Ich glaube, Rainer Strecker ist den Rummel um den Autoren mittlerweile gewöhnt und ich hoffe, er ist nicht zu traurig, wenn ihn manche Fans völlig ignorieren. Es tut mir jedenfalls leid, dass ich so verpeilt war, dass ich vielleicht etwas unhöflich schien. ^.^‘
Diese Veranstaltung war auf jeden Fall mein Highlight des Tages! 🙂
Der Rückweg – das eigentliche Abenteuer?
Nachdem ich also glücklich versorgt war mit tollen Eindrücken eines wundervollen Abends und endlich mein Autogramm erhalten hatte, machte ich mich auf den Weg nach draußen. Der leichte Schneefall hatte in der Zwischenzeit wieder alle Spuren zugedeckt und ich ging frohen Mutes los, um zum Auto zu gelangen. Das war leicht. Der Weg führte ja nur den Hang hinunter bis zu den großen Toren am Parkplatz. Es sah alles so schön aus, dass ich noch ein paar Fotos schoss, während ich so dahin spazierte.
Es war zwar ganz schön eisig, aber ich würde ja gleich im Auto sitzen und zurück zur Unterkunft fahren, wo ich dann schön heiß duschen würde und mich dann mit einem heißen Tee und meinem aktuellen Buch ins Bett kuscheln könnte.
Denkste, Puppe! Das Abenteuer sollte erst begonnen haben!
Während ich dem großen schmiedeeisernen Tor immer näher kam, fragte ich mich, welches der kleinen Tore eigentlich vorhin geöffnet war? Denn durch eines der Tore war ich ja aufs Friedhofsgelände gelangt. Und jetzt waren die Torflügel geschlossen. Das konnte ich aus der Entfernung erkennen. Je näher ich kam, desto unruhiger wurde ich. Ich sah mich um, hinter mir ging noch ein Pärchen. Gut, dann konnte ja nichts passieren. Die beiden mussten ja sicher auch zum selben Parkplatz. Und auf dem Parkplatz konnte ich dann auch ein paar Menschen bei dem PKW erkennen, der neben meinem Auto geparkt war. Die würden ja wohl auch diesen Weg genommen haben. Sicher waren die Tore nur geschlossen und nicht ver-schlossen.. Ich ging also zuerst zum rechten kleinen Tor: fette Kette, fettes Schloss. Nichts zu machen. Das war zu!
Dann ging ich an dem großen Doppeltor vorbei: fette Kette, fettes Schloss. Eindeutig fest verschlossen. Durchschieben würde ich mich dort auch nicht können.
Blieb noch das linke kleine Tor: Fette Kette! Fettes Schloss! ZU! Hier würde ich nicht raus kommen. Und da, keine fünf Meter entfernt, wartete geduldig mein Auto auf mich! °.°
Wie sollte ich dort nur wieder raus kommen? Keine Chance, das Tor irgendwie zu überwinden oder die Ketten zu sprengen.
Aus dem PKW auf der anderen Seite stieg ein Mädchen aus und sagte mir, dass sie eben ums Friedhofsgelände rum gelaufen seien, um zum Auto zu kommen. Ich müsste den ganzen Weg erst mal wieder zurück gehen und dann nach links durch ein anderes Tor nach draußen. (Diese Option klang nun wirklich nicht verlockend, so kalt wie mir mittlerweile war..) Ich bedankte mich jedenfalls für die Information und jammerte ein wenig, dass ich doch nur zu meinem Auto wolle.. ^.^‘
Das Pärchen kam mittlerweile auch näher und stellte ebenso fest, dass die Tore verschlossen waren.
Aber die Frau hatte von einer früheren Veranstaltung dort in Erinnerung, dass links am Zaun entlang damals noch geöffnete Tore waren. Wir spazierten nun also zu dritt am bestimmt 3 Meter hohen Zaun entlang. Meine prüfenden Blicke sagten mir, dass ich wohl nicht dort rüber klettern könnte. Außerdem war ich in Begleitung.. da hätte ich mich nur blamiert.. und in einem Rock klettert man als Frau nicht auf schmiedeeisernen Zäunen herum.. Nachdem wir bei den anderen Toren angekommen waren machten wir gleichzeitig mehrere Feststellungen: Es waren alle Tore verschlossen und wir hatten uns vermehrt. Eine weitere junge Frau war hinter uns her spaziert. 🙂
Zu viert umrundeten wir also ein Gebäude, um auf dem Weg entlang einmal den gesamten Friedhof zu durchqueren. Dabei gingen wir seitlich an dem Gelände des Völkerschlachtdenkmals entlang. Der Zaun sah viel niedriger aus und ich sinnierte vor mich hin, ob wir da nicht drüber klettern könnten. (Aber wer weiß, ob da nicht noch mehr verschlossene Tore auf uns gewartet hätten…) *seufz*
Eigentlich war es ein sehr schöner nächtlicher Spaziergang! Ich war in überaus netter Gesellschaft, hatte jemanden zum Plaudern an meiner Seite und sooo kalt war mir doch gar nicht mehr. Zügig wanderten wir zwischen den Grabsteinen entlang und bewunderten die Schönheit der Gegend, die doch wirklich überaus passend zur eben gehörten Lesung war.
Und ja, es gab ein offenes Tor. Und es schloss sich nicht, kurz bevor wir es erreichten. Wir konnten das Gelände verlassen und an der Straße einmal um den halben Friedhof herum laufen.
Ich war froh, als ich endlich am Auto war und meine Mutter informieren konnte, dass ich endlich das Auto erreicht hätte und jetzt zur Unterkunft zurück käme. Es war eine gute halbe Stunde vergangen!
Glückliches Ende eines langen Tages
Aber das sollte noch nicht das Ende meines abenteuerlichen Abends gewesen sein…
Nach etwa einer halben Stunde Fahrt über Landstraßen voller Schneeverwehungen und schlechter Sicht, kam ich endlich in dem Dorf an, in dem unsere Unterkunft war. Dort wurde so gut wie gar nicht geräumt und die Straße, an der ich laut Vermieterin das Auto parken sollte, war schmal und voller vereistem Schneematsch. Ich stellte das Auto am Straßenrand ab und stapfte quer durch den Schnee zum Hoftor, dass wir mittels eines Schlüssels stets verschlossen halten sollten.
Glücklich, dass ich gleich endlich im Warmen sein würde, zog ich den Schlüsselbund aus meiner Tasche, um den ersten Schlüssel auszuprobieren. Das Tor ging nicht auf.
Also probierte ich den zweiten Schlüssel aus, der allerdings nicht mal richtig in das Schloss passte. Schlüssel Nummer 3 fiel auch raus, der passte nur in das Schloss unserer Zimmertür.
Also wieder Schlüssel Nummer 1 ins Schloss gesteckt und gedreht. Nach links, nach rechts, nach links, nach links, nach links… das Tor wollte sich nicht öffnen! Das Schloss drehte einfach immer nur herum..
Das fehlte mir noch! Bei den Temperaturen wollte ich nicht so gerne im Auto übernachten… x-D
Zum Glück wusste ich meine Mutter im Zimmer und rief sie an, um ihr mitzuteilen, dass ich vor dem Tor stünde und es nicht öffnen könne.
„Ich will doch nur rein!!!“
Meine Ma zog sich also etwas über und nahm sich den Zweitschlüssel, um mir das Tor von innen zu öffnen. Aber sie hatte ein neues Problem: Der Schlüssel ließ sich nicht ganz ins Schloss stecken. T_T
Allerdings waren im Nebenzimmer ein paar junge Männer eingezogen, von denen einer meiner Mama zu Hilfe kam, als sie fragen ging. Der bekam den Schlüssel dann mit leichten Gewaltanwendungen und etwas Geschick ins Schloss und konnte mir die Tür in den Hof öffnen!
Ich schaffte noch ein überschwängliches „Danke schön! Danke schön!“ und flitzte schnell ins Warme.. gegen 22 Uhr konnte ich dann endlich heiß duschen.
In England beliebt und kanonisiert, hierzulande noch ein Geheimtipp: die Autorin Elizabeth Gaskell
Gesellschaftliche Erwartungen und Verpflichtungen, Klassenunterschiede und Standesdünkel: Elizabeth Gaskell beschreibt das englische Landleben mit einem ausgeprägten Sinn für die kleinen Dramen des Alltags. Das Lieben, Verloben und Heiraten im Bannkreis sozialer Normen nimmt sie mit feiner Ironie in den Blick und steht der großen Jane Austen dabei in nichts nach. So zeichnet sie mit ›Frauen und Töchter‹ ein lebendiges Sittenbild des 19. Jahrhunderts, das als ihr bestes Werk gilt.
Ich habe dieses Buch schon ein paar Jahre im Regal stehen, aber konnte mich bisher nicht dazu aufraffen, die über 800 Seiten in Angriff zu nehmen. Ich hatte mal nach Verfilmungen von Jane Austen Romanen gesucht und bin dabei auf die Miniserie Wives and Daughters und die Verfilmung des Romans North and South gestoßen. So kam es, dass ich mir auch das Buch Frauen und Töchter kaufte, da mein Interesse geweckt war.
Jetzt hatte ich einfach Lust, mal wieder einen Klassiker zu lesen und griff zu Frauen und Töchter, das im Original Wives and Daughters heißt, was also eher mit Ehefrauen und Töchter übersetzt werden müsste. Denn um diese geht es in diesem Buch hauptsächlich.
Hintergrund:
Über dieses Buch sollte man wissen, dass die Autorin 1865 starb, bevor sie den Roman beenden konnte. Die Geschichte wurde als Fortsetzungsroman in einer Zeitschrift veröffentlicht und der Herausgeber des Cornhill Magazine schrieb damals selbst ein Ende für den Roman und veröffentlichte es in der Zeitschrift, was aber später ohne dieses letzte Kapitel in Buchform publiziert wurde.
Ich könnte weinen, weil Mrs. Gaskell gestorben ist, bevor sie das Buch zu Ende schreiben konnte! Die Geschichte ist zwar zuletzt so weit voran geschritten, dass man sich vorstellen kann, wie es ausgehen könnte, aber wie gerne hätte ich den Schluss dieses großartigen Romans aus der Feder der Autorin gelesen! Zu schade, dass sie ihn nicht mehr beenden konnte! Ich werde also ganz bald die Miniserie schauen, da dort ein passendes Ende geschaffen wurde. Die Autorin hatte wohl noch zwei weitere Kapitel geplant und den Inhalt bereits skizziert.
Mehr zum Inhalt:
Dieses Buch ist voller Witz, Ironie und Charme und steht den Büchern der anderen Autorinnen aus dem 19. Jahrhundert in nichts nach.
Elizabeth Gaskell hat die Handlung im frühen 19. Jahrhundert angesiedelt, eine Zeit, die sie selbst als Kind und junge Frau erlebt hat. Dies schimmert immer wieder durch, da sie als auktoriale Erzählerin ab und zu gesellschaftliche und technische Entwicklungen erwähnt, die während der Handlung des Romans noch im Entstehen oder noch nicht vollzogen waren.
Die Hauptfigur in diesem Roman ist Molly Gibson, deren Mutter früh gestorben ist. Ihr Vater heiratet wieder, wodurch nicht nur eine Stiefmutter, sondern auch eine etwa gleichaltrige Stiefschwester in die Familie kommen. Hinzu kommt eine Adelsfamilie, ein Gutsbesitzer mit seinen Söhnen und verschiedene Dorfbewohner und Verwandte aus London. Meisterhaft beschreibt die Autorin die Beziehungen der Personen untereinander in den verschiedensten Paarungen. So hat sie gegensätzliche Charaktere einander gegenüber gestellt, die sich teilweise ergänzen und teilweise in Konflikte miteinander geraten. Mitunter gerät Molly in ihrem Heimatdorf in die Kritik der Bewohner, da sie sich vermeintlich nicht standesgemäß bzw. schicklich verhält. Bis zur Auflösung des Skandals muss die Protagonistin einiges erdulden.
Elizabeth Gaskell schafft eine bildhafte Atmosphäre, so dass man sich die beschriebenen Orte und Personen wunderbar vorstellen kann und sich mitten im Geschehen wähnt. So kommt das Ende des Romans, wiewohl ein Happy End bereits absehbar ist, dann doch ziemlich abrupt und reißt die geneigte Leserschaft kurzerhand aus dem wohligen Zugehörigkeitsgefühl, das sich während der Lektüre aufbaut. Vor allem, da sich die Handlung bereits auf das erwartbare Ende zuspitzt und zum Höhepunkt entwickelt.
Ich hoffe, das Ende der Verfilmung kann mein wundes Herz ein wenig heilen.
Das Nachwort ergänzt um einige erklärende Details zum Roman und verbindet diesen mit verschiedenen Lebensstationen der Autorin, die zusätzlich in einem Lebenslauf angehängt sind.
Fazit:
Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die gerne in die Welt von Jane Austen und die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts abtauchen. Wer sich nicht scheut, etwas altmodische Sprache und die Ansichten und Gesellschaftsformen dieser Zeit und mehr als 500 Seiten zu lesen, kann unbesorgt zu diesem über 800 Seiten starken Werk greifen. Von mir gibt es eine ganz klare Empfehlung!
Weitere Rezensionen zu Büchern aus dem oder über das 19. Jahrhundert:
Seit Anfang Januar kann man sich als Blogger*in auf der Seite der Buchmesse akquirieren, was ich direkt ein paar Tage nach Beginn auch gemacht habe. Und die positive Antwort kam ein oder zwei Tage später. (Einige hatten wohl Schwierigkeiten bei der Akquirierung, aber da habe ich nichts Genaueres mitbekommen.)
Ich fahre also dieses Jahr wieder als Bloggerin zur Buchmesse und werde natürlich wieder von meinen Erlebnissen und Begegnungen berichten!
Dieses Jahr habe ich das große Glück, dass ich nicht allein fahren „muss“. Meine zauberhafte Freundin Mo wird mich begleiten und wir teilen uns auch wieder ein Hotelzimmer. Das hat beim letzten Mal bereits super geklappt und wir wagen das Abenteuer Buchmesse und gemeinsames Hotelzimmer in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal.
Mo hat 2019 mehrere Berichte über unseren damaligen Messebesuch verfasst. Ihr werdet unter diesem Link fündig.
Meinen Bericht zum ersten Tag findet Ihr unter diesem Link. Außerdem sind darunter auch die übrigen Berichte der Messe verlinkt.
Ich freue mich schon sehr auf März! Auf den Trubel, die Bücher und die ganze Atmosphäre an den Messetagen!
Bisher habe ich noch keine festen Pläne gemacht. Ich möchte den Stand des KiWi-Verlags besuchen, mir die Halle mit den Niederländischen Verlagen ansehen, die Manga-Halle darf natürlich auch nicht fehlen und mich ansonsten weitgehend frei von Terminen über das Gelände bewegen.
Mein Urlaub ist genehmigt, das Hotelzimmer ist gebucht und die Akkreditierung steht. Es kann also losgehen! 🙂
Fahrt Ihr auch hin? Habt Ihr schon Pläne gemacht? Fahrt Ihr mit fest geplanten Terminen oder lasst Ihr Euch über das Gelände treiben? Besucht Ihr Lesungen? Sprecht Ihr Verlagsmitarbeiter*innen oder Autor*innen an? Besorgt Ihr Euch Autogramme? Kauft Ihr Bücher? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.