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  • Rezension: Ein Sommer in Brandham Hall von L. P. Hartley

    Rezension: Ein Sommer in Brandham Hall von L. P. Hartley

    Klappentext:

    Leo Colston ist ein Mann fortgeschrittenen Alters, als er in einem alten roten Karton auf sein Jugendtagebuch stößt. »Tagebuch für das Jahr 1900« steht darauf, und dieser Fund lässt Leo Colston in Gedanken zurückgehen in jenen Sommer, als er dreizehn war: Während der Ferien auf dem Landgut der Eltern seines Schulfreundes wird Leo zum Überbringer heimlicher Liebesbotschaften zwischen Ted, dem Pächter, und Marian, der schönen Tochter des Schlossherrn, deren Verlobung mit Lord Trimingham kurz bevorsteht. Gegen seinen Willen zieht es Leo immer tiefer in den Strudel des gefährlichen Spiels von Verlangen und Verrat, von versprochener und verbotener Liebe, und schließlich steht er vor der ersten großen Gewissensentscheidung seines jungen Lebens.

    Ein Sommer in Brandham Hall ist ein nostalgisch-poetischer Roman über die Strapazen des Erwachsenwerdens und die Gefühlswirren der Jugend, eine fein beobachtete Gesell-schaftsanalyse und eine wunderbare Liebesgeschichte.

    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich habe das Buch in der Schmökerbox Mai erhalten. Dabei sind der Box einige passende Goodies beigepackt. Jeden Monat gibt es ein anderes Thema, im Mai war das Thema Sommerfrische. Man erfährt erst beim Auspacken, welches Buch sich in der Box befindet, wenn man nicht den Hinweisen des Shops folgt und beim Verlag recherchiert. Es gibt einige Hinweise, aus welchem Verlag das Buch ist und worum es sich bei der Geschichte handelt. Titel und Autor bleiben aber ungenannt.

    Das Buch hat einen wunderschönen Einband und in der Box befanden sich zwei sehr schöne Postkarten, auf der einen wurde ein Satz aus dem Buch zitiert, die andere zeigt eine Bleistiftzeichnung einer Reitgesellschaft.

    Passend zum Thema Tagebuch lag der Box noch ein Bulletjournal bei, dass ich am liebsten sofort gefüllt hätte, aber damit möchte ich bis zum 1. Januar warten. Ich kann doch mitten im Jahr keine Eintragungen vornehmen.

    Dann lag noch ein Bastelset in der Box, mit dem man sich einen Papierblumenstrauß basteln kann. Ich habe schon angefangen, aber kam nicht dazu, alle Blüten zu falten. Es ist für mich ein klein wenig fummelig, dazu muss ich Ruhe haben.

    Das geheime Goodie, das sich noch im Paket befand, durfte ich erst öffnen, als ich auf Seite 366 (!) war! Darin befand sich eine kleine Dose Blütenmix, die man auf Salate oder Desserts streuen kann. Ich war gestern Abend bei einer Grillparty und es gab später eine Schmandcreme, auf die ich dann die Blüten gestreut habe. Das sah toll aus. Die Blüten sind getrocknet und geben dem Dessert etwas Crunchiges. Auf jeden Fall eine lustige Deko-Idee.

    Nun aber zum Buch:

    Beim Lesen wurde ich förmlich in die Geschichte eingesogen und fühlte die Hitze des Sommers fast körperlich.

    Das Buch beginnt damit, dass ein über 60-jähriger Mann sein altes Tagebuch wieder findet und sich anhand der Eintragungen, die nur bis zu einem bestimmten Ereignis im Sommer gehen, daran erinnert, was er in dem Sommer im Jahr 1900 auf dem Landgut der Familie seines damaligen Freundes erlebte.

    Die Geschichte ist voller Atmosphäre und in einem großartigen Stil geschrieben. Die bildhaften Beschreibungen lassen die Landschaft und die Geschehnisse vor dem inneren Auge erstehen. Ich fieberte dem „katastrophalen Ereignis“ entgegen, obwohl ich mir schon denken konnte, was geschehen könnte, aber wollte auch nicht, dass es so weit kommt. Und als es so weit war, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil ich jetzt wissen wollte, was wohl danach geschehen würde.

    Das Buch war für mich fast wie eine Geschichte von Jane Austen, die aber nicht aus der Sicht der unverheirateten jungen Frauen erzählt wird, sondern aus der Sicht der kleineren Geschwister.
    Dabei werden die Erlebnisse aus der Sicht des 12-jährigen Leo erzählt, teilweise mit dem Verständnis des mittlerweile erwachsenen Leo. So wird die Unerfahrenheit des Jungen ergänzt mit den Erfahrungen und Einsichten des Alten, was dem Leser einen umfassenden Einblick in die Geschehnisse vermittelt.
    Wer also mal einen heißen Sommer lang mit einem fast 13-jährigen Jungen über einen gräflichen Landsitz streifen möchte, der wird sich in Brandham Hall sehr wohl fühlen.

    Mir gefielen auch sehr die Einblicke in das Standesdenken der damaligen Zeit und die alltäglichen Gepflogenheiten einer wohlhabenden Familie, die den Freund ihres Sohnes einladen und ihn in ihren familiären Alltag einbeziehen. Dabei hat der junge Gast einige Schwierigkeiten, sich an die gesellschaftlichen Regeln zu gewöhnen. Da sein Vater nicht viel von Gesellschaft hielt, kennt er sich nicht so gut aus mit den Fallstricken gesellschaftlicher Umgangsformen und fühlt sich manches Mal nicht ganz wohl in der fremden Familie. Er erkundet die Umgebung, erlebt kindliche Abenteuer und wirft einen unschuldig-naiven Blick in die Welt der Erwachsenen.

    Wirklich ein sehr gutes Buch!

    Ein paar Zitate aus dem Buch möchte ich auch noch mit euch teilen:

    Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, man macht die Dinge anders dort. (Erster Satz)

    Es war irgendwie enttäuschend, sie so voll bekleidet zu sehen, es schien fast, als wollten sie in ihren Sachen baden. Ich kann mich noch erinnern, dass Marians Badeanzug wesentlich mehr von ihr verdeckte als ihre Abendkleider. (Seiten 79/80)

    Abgesehen davon, dass die Hitze alle Gerüche veränderte oder verstärkte, hatte sie auch ihren eigenen Geruch – einen Gartengeruch, nannte ich ihn für mich. Er setzte sich aus den Gerüchen vieler Blumen zusammen, den Düften, die aus der Erde aufstiegen, aber es lag auch noch ein ganz eigenes Element darin, das sich jeder Analyse entzog. Die Geräusche wurden weniger und schienen aus weiter Ferne zu kommen, als würden sie der Natur einfach zu viel Mühe machen. In der Hitze sprachen die Sinne, der Geist, das Herz, der Körper eine andere Sprache. Man fühlte sich wie ein anderer Mensch, man war ein anderer Mensch. (Seite 109)

    Unter dem vielfarbigen Dach aus Sonnenschirmen hinter mir in der Kutsche (…) hatte mehr als ein Männerhut Schutz gefunden. Das beständige Summen ihres Geplauders stieg zu mir hoch – wie sie es nur schafften, pausenlos zu reden! -, aber in diesem Augenblick war ich nicht mehr durch Höflichkeit verpflichtet, ihnen zuzuhören. (Seite 131)

    „War er auch wütend auf sie?“ – „Ich denke nicht“, sagte Lord Trimingham. „Eher bestürzt.“ – „Sie hatte also nichts Böses getan?“ – „Nun ja, sie hat sich wohl ein wenig unklug verhalten.“ – „Aber war es dann nicht genauso sehr ihre Schuld wie die des Mannes?“ – „Eine Dame ist niemals an irgendetwas schuld, das wirst du noch lernen“, erklärte Lord Trimingham. (Seite 229)

  • Rezension: Schatten der Provence von Pierre Lagrange

    Rezension: Schatten der Provence von Pierre Lagrange

    Klappentext:

    Ein neuer Fall für Commissaire Albin Leclerc

    Die Vergangenheit wirft dunkle Schatten über die Provence

    Commissaire Albin Leclerc kommt nicht zu seinem wohlverdienten Ruhestand. Denn der Überfall auf einen Kunsttransport mit wertvollen Gemälden findet ausgerechnet kurz vor Carpentras statt. Der Coup geht schief, die Polizei entdeckt im Versteck der Räuber einen unbekannten Cézanne und einen Van Gogh. Alles weist darauf hin, dass sie aus einem geheimen Depot mit Nazi-Raubkunst stammen. Zum Ärger der beiden Polizisten Theroux und Castel mischt sich Albin mit seinem Mops Tyson in ihre Ermittlungen ein. Dabei ist er ihnen immer einen Schritt voraus. Als es Tote gibt, gerät Albin ins Visier der Täter. Plötzlich geht es für ihn um Leben und Tod…

    Meine Meinung:

    Ich habe das Buch im April bei der Urlaubsspecial-Verlosung von Lovelybooks gewonnen und kam jetzt endlich dazu, es zu lesen.

    Man begleitet hauptsächlich den pensionierten Commissaire Albin Leclerc, aber auch einige andere Protagonisten, so dass man als Leser stets auf dem Laufenden gehalten wird. Allerdings erfährt man erst spät, wer der Mörder ist und wie die genauen Abläufe mit den geraubten Kunstwerken verbunden sind.

    Ich fühlte mich gut unterhalten und rätselte fleißig mit. Amüsant fand ich die Szenen mit dem Mops Tyson, mit dem Leclerc sich häufig in Gedanken unterhielt.

    Da ich die Vorgänger-Bände nicht kenne, kann ich nichts zur Entwicklung der Charaktere und ihren Beziehungen zueinander sagen. Man muss die Bücher aber nicht zwangsläufig kennen, um der Handlung folgen zu können. Wichtige Hintergrundinformationen hat der Autor in die Geschichte einfließen lassen. Toll finde ich auch den geschichtlichen Hintergrund mit der Raubkunst der Nazis.

    Es ist ein Krimi, der manchmal locker und leicht dahin plätschert, hat aber auch seine spannenden Stellen, bei denen man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Am Ende werden eventuell nicht ganz verbundene Stränge erläutert und die Zusammenhänge deutlich gemacht. So bleiben keine Fragen offen.

    Eine Fortsetzung ist auch schon in Vorbereitung, die ich sicher auch lesen werde. Aber erst möchte ich mit den Vorgänger – Büchern beginnen.

    Das Buch ist auf jeden Fall geeignet für Frankreich-Fans und diversen Krimiserien.

  • Rezension: Das Haus meiner Eltern hat viele Räume von Ursula Ott

    Rezension: Das Haus meiner Eltern hat viele Räume von Ursula Ott

    Klappentext:

    »Tolles Buch, sehr empfehlenswert ist ein großer Bestseller und ich verstehe jetzt, warum.« Markus Lanz, ZDF

    Das Elternhaus. Es ist zu groß geworden für die alten Eltern. Es steht vielleicht sogar weit weg vom Leben, Lieben und Arbeiten der Kinder, die in der Mitte des Lebens genug mit sich selbst zu tun haben und jetzt doch entscheiden müssen: Was machen wir mit dem Ort unserer Kindheit? Wie verabschieden wir die Heimat in Würde? Was hat für uns als Familie wirklich noch einen Wert und was muss weg?

    Meine Meinung:

    Die Autorin schildert amüsant und einfühlsam, wie sie es bewältigte, das Elternhaus zu verkaufen und auszuräumen und welche Überraschungen einen erwarten können, wenn man vom Keller bis zum Dachboden alles auf den Kopf stellt.
    Sie berichtet von den Schwierigkeiten, die einen erwarten können, wenn man seine Mutter aus der gewohnten Umgebung in seine Nähe holen möchte und wie vor allem langjährige Nachbarn reagierten.
    Dabei zitiert sie auch Fachleute verschiedenster Richtungen zu den Themen Vergangenheitsbewältigung, Familienstreitigkeiten u.v.m.
    Das Buch eignet sich gut als Einstieg ins Thema, da am Ende auch weiterführende Literatur genannt wird und auch psychologische Themen angesprochen werden.
    Ich hatte die Autorin in einer Talkshow gesehen und fand das Thema so interessant, dass ich das Buch über das Bloggerportal anfragte und glücklicherweise vor ein paar Tagen erhielt.
    Es ist leicht und flüssig lesbar und gut geschrieben. Eine kurzweilige Lektüre, die ich gerne gelesen habe.
    Das Dinge-ABC im Anhang finde ich gut. Es hilft, eine erste Einschätzung in Haushalten häufig angesammelter Gegenstände vorzunehmen, was kann wertvoll sein, was kann man gut verschenken oder spenden und was ist schlicht Müll. Man bekommt auch einige Internetplattformen und Händler genannt, wo man eventuell einige Sachen verkaufen kann.

    Das Buch ist vor allem gut geeignet für Menschen, denen ein Hausverkauf oder ein Umzug in einen Alterswohnsitz bevorsteht. Es macht Mut, die Dinge frühzeitig anzugehen.

  • Rezension: Meine unerwiderte Liebe 1 von Mangaka tMnR

    Rezension: Meine unerwiderte Liebe 1 von Mangaka tMnR

    Klappentext:

    Uta Naruse trägt ein erdrückendes Geheimnis mit sich herum: Sie ist unsterblich in die Frau ihres Bruders verliebt. Sie weiß, dass ihre Liebe sich nie erfüllen wird. Dennoch genießt sie ihre gemeinsame Zeit mit Kaoru – auch wenn der Anblick des glücklichen Ehepaars ihr immer wieder einen Stich ins Herz versetzt …

    Meine Meinung:

    Ich habe den gerade erst erschienenen Manga in kürzester Zeit gelesen.
    Es ist eine sehr schöne Geschichte um die junge Uta, die in ihre Schwägerin verliebt ist, es aber nur ihrer besten Freundin anvertraut. Das Zusammenleben mit ihrem Bruder und ihrer Schwägerin ist für sie nicht immer einfach und sie versucht permanent, ihre Gefühle abzuschalten.

    Die Geschichte ist durch mehrere Kapitel in kurze Episoden unterteilt und wird chronologisch erzählt, mit kurzen Rückblenden von Zeit zu Zeit, die aus der Sicht von Uta gezeigt werden.

    Mir gefällt der Zeichenstil und die Protagonisten sind mir sehr sympathisch. Dabei taucht man als Leser in Utas Gefühlswelt ein und folgt ihr durch ihren Alltag. Ihre Geschichte ist bittersüß und berührend.

    Die Zeichnungen sind wunderhübsch und klar strukturiert. Zu Beginn gibt es einige wunderschöne Farbseiten.

    Ich beabsichtige, mir auch die Fortsetzung zu holen, sobald Band 2 in Deutsch erscheint. Vor allem die beiden Zusatzkapitel am Ende machen neugierig auf die Fortsetzung. Sie wecken Vermutungen, wie es eventuell weiter gehen könnte. Ich bin gespannt, ob meine Überlegungen zutreffend sind.

    Es ist eine zauberhafte Girls-Love-Story, die sicher noch viele neue Fans gewinnen wird.

  • Rezension: Viele Himmel über dem Siebten von Griet Op de Beeck

    Klappentext:

    Warum fühlt sich das Leben manchmal so schwer an? Und wie kann es gleichzeitig so wunderschön sein? Die zurückhaltende Eva und ihre lebenskluge Nichte Lou sind das Zentrum einer Familie, in der die anderen nur um sich selbst kreisen: Evas Schwester, deren Liebhaber, der zurückgezogene Vater, auf dessen Schultern etwas so Schweres lastet, dass niemand sich traut, danach zu fragen. Sie alle sind bestimmt von ihrem Alltag, heimlichen Zweifeln und zu großen Geheimnissen. Bis Eva eines Tages fort ist. Fünf Leben stehen still, fünf Menschen treten aus der Zeit, blicken sich um und sehen, dass sie mitten in dieser Welt stehen, die manchmal so schwer zu verstehen ist und manchmal ganz unerwartetes Glück bereithält.

    Meine Meinung:

    Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar über das Bloggerportal bekommen. Ich danke dem Verlag sehr für das Vertrauen. Meine Meinung hat dies nicht beeinflusst.

    In diesem Buch geht es um die Verflechtungen in einer Familie, in der jeder sehr mit sich selbst beschäftigt ist und sich stets auf Eva verlässt, die als Tochter, Schwester, Tante und Freundin immer für alle da ist. Kaum jemand fragt aber, wie es ihr wirklich geht, und hört auch kaum zu, wenn sie sich dann doch mal öffnet.

    Jedes Kapitel ist mit dem Namen eines der Protagonisten überschrieben, die jeweils aus ihrer Sicht einen Teil der Familiengeschichte und die Geschehnisse schildern.
    Dabei dreht sich alles um die kleinen und großen Dramen, die jeder für sich erlebt und hauptsächlich mit sich selbst ausmacht. Oder eben Eva sein Herz ausschüttet. Sie ist der Mittelpunkt der Geschichte. Dabei dreht sich jeder doch um sich selbst, bis zu dem Tag, an dem Eva sich entscheidet, ihren eigenen Weg zu gehen und dies ohne jede Ankündigung durchzieht.
    Und plötzlich merken alle, wie sie sich immer auf Eva verlassen haben und nun selbst ihr Leben in die Hand nehmen müssen. Auch die Sicht auf das Leben, die Liebe und das Glück ändern sich dadurch nachhaltig.
    (Ich möchte nicht zu sehr spoilern, darum gehe ich nicht näher darauf ein.)

    Ich habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen. Die jeweiligen Schilderungen sind fesselnd, facettenreich und faszinierend, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, weil ich einfach wissen wollte, wie es weiter geht und was als nächstes passiert.
    Das Ende hat mich dann doch etwas überrascht. Es ist traurig und hoffnungsvoll zugleich.

    Besonders die Geschichten von Lou, Elsie und Eva haben mich in ihren Bann gezogen. Diese Charaktere waren mir besonders sympathisch. Elsies und Evas Vater Jos ist Alkoholiker. Seine Schilderungen fand ich etwas düsterer, aber nicht weniger emotional.

    Die Autorin schreibt berührend und bildhaft. Ihr Schreibstil hat mir sehr gefallen. Als Fan der Niederlande freute ich mich über jedes Wort, das mich an Land und Sprache erinnerte.

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    SPOILERWARNUNG!

    Achtung, im nächsten Teil ist ein Spoiler enthalten! Wer das Buch noch lesen und nicht vorab beeinflusst werden möchte, sollte jetzt nicht weiter lesen!

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    SPOILERWARNUNG!

    Eva nimmt sich zum Ende hin selbst das Leben. Ich habe gedacht, sie würde vielleicht einfach weggehen oder sich nur aus dem Familienleben zurück ziehen. Aber sie entschließt sich, ihrem Leben selbst ein Ende zu machen. Ich persönlich kann das nicht nachempfinden, wie verzweifelt und tieftraurig ein Mensch sein muss, der diesen Schritt auch nur in Erwägung zieht. Im Buch wird der Selbstmord nur durch die Hinterbliebenen berichtet, die danach lernen müssen, mit ihrer Trauer umzugehen und ihre Fragen selbst zu beantworten. Das Buch hat mich aber grundsätzlich mit einem positiven Gefühl zurück gelassen, da jeder auf seine Weise positiv in die Zukunft sieht. Vor allem Lou, die Eva sehr nahe stand, findet ihren Platz im Leben. Ich weiß nicht, ob andere Menschen durch die Geschichte irgendwie getriggert werden könnten. Deswegen wollte ich das wenigstens erwähnen.

    Aber lesens- und empfehlenswert ist das Buch auf jeden Fall!

  • Rezension: Kalt wie Eis von Felix Münter

    Rezension: Kalt wie Eis von Felix Münter

    Klappentext:

    Die Küstenstadt Zitrabyt am eisigen Firnmeer wird seit Anbeginn der Zeit von unzähligen Zwergenclans friedlich bevölkert. Nun deutet sich jedoch eine Verwerfung des Status Quo an: Das Gerücht über die Sichtung großer Walflotten vor den Küsten löst – in der Hoffnung auf reiche Beute – ein regelrechtes Wettrennen aus. In der Hoffnung, sich einen Vorteil und mehr Einfluss sichern zu können, setzen die Clans ihre Flotten in Bewegung.
    Bald schon gibt es Berichte, dass diese untereinander in Konflikt geraten: Im Kampf um die besten Jagdgründe attackieren sie sich gegenseitig, versenken und kapern mitunter. Die Hafenmeisterin und Friedenswahrerin Vychoda hat die Vermutung, dass der Streit bewusst geschürt wird. Da sie als Parteiische wenig ausrichten kann, wendet sie sich an einen alten Freund: den Gnom Baro. Zusammen mit seiner Leibwächterin Marca soll er Beweise für Vychodas Vermutung sammeln …

    Ein neues Abenteuer aus Lorakis, der fantastischen Welt des preisgekrönten Rollenspiels Splittermond!

    Meine Meinung:

    Kalt wie Eis von Felix Münter ist ein klassisches Fantasy-Abenteuer. Dabei bewegen sich die Helden in einem vorgegebenen Rahmen, der den Autor bei der Entwicklung der Charaktere und Handlungen ein wenig eingeschränkt haben dürfte, denn die Geschichte spielt in der Welt Lorakis, die Teil der Pen & Paper Rollenspielwelt Splittermond ist. Man braucht aber keine Vorkenntnisse zur Spielwelt mitbringen, um der Geschichte folgen zu können.  Das Buch ist sehr gut für Einsteiger geeignet, da die Zahl der fremdartigen Wesen überschaubar bleibt. Am Ende des Buches werden die Begriffe und Bewohner von Lorakis und der Aufbau und die Geschichte der Welt zusätzlich erläutert.

    Die Handlung spielt sich hauptsächlich in der Zwergenstadt Zitrabyt ab und dreht sich um die verschiedenen Zwergensippen und ihre Konflikte untereinander. Dabei begleitet der Leser den Gnom Baro, die Vargin (Wolfsmenschenfrau) Marca und die Gletscherzwergin Yalia, die versuchen zu klären, wer hinter den Anschlägen auf die Fischerboote der verschiedenen Sippen steckt.

    Hier fand ich den Klappentext etwas irreführend, da ich ein wenig andere Erwartungen an den Inhalt hatte, die nicht in diesem Sinne erfüllt wurden. In meiner Vorstellung würde im Buch eine große Fischfangflotte in See stechen und sich ein großer Teil der Handlung vielleicht auf See abspielen. Es gibt zwar auch einige spannende Szenen mit Schiffen, aber diese spielen teilweise sogar im Hafenbecken.

    Dennoch hat mich das Buch sehr gut unterhalten. Ein wenig hat mich die Geschichte an die Abenteuer der Halblingsdame Lupina von Alexander Bálly erinnert. Auch hier gibt es einige humorvolle Anspielungen und die Protagonistin versucht als Außenseiterin kriminelle Machenschaften aufzudecken.

    Der Ablauf ist chronologisch und es gibt einige überraschende Wendungen, dabei ist es für mich nicht wichtig, dass es eine ständig steigende Spannungskurve gibt. Ich mag es ganz gerne, wenn es zwischendurch etwas ruhiger zu geht in Fantasywelten. Dann geschehen manche Dinge umso überraschender.

    Dieses Abenteuer ist abwechslungsreich, flüssig lesbar und bildhaft geschrieben. Ich mag den Schreibstil von Felix Münter sehr und ich habe mich sehr gefreut, als mir ein Buch für die Leserunde bei Lovelybooks zur Verfügung gestellt wurde. Dies hat allerdings meine Meinung nicht beeinflusst.

    Kalt wie Eis ist auf jeden Fall für Fans von Rollenspielen oder Leser von Terry Pratchett oder Tolkien geeignet.