Schlagwort: Rezensionsexemplar

  • Rezension: Innehalten, Masche halten

    Rezension: Innehalten, Masche halten

    Infos:

    • Wie Stricken unsere Seele wärmt – Ein inspirierendes Buch zum Wohlfühlen und Verschenken.
    • Originaltitel: Det blå garnet
    • Autorin: Karin Erlandsson
    • Deutsche Erstausgabe
    • Übersetzt von Holger Wolandt, Lotta Rüegger
    • Blanvalet Verlag
    • Erschienen: September 2023  
    • 176 Seiten

    Klappentext:

    Eine inspirierende Geschichte zum Wohlfühlen – nicht nur in der kalten Jahreszeit.

    Stricken ist eine uralte Kunst, mit der man nicht nur wunderbare Kleidungsstücke schaffen, sondern auch die Welt verändern kann. Denn gerade in Zeiten, in denen die Welt ins Wanken gerät, bringt uns die Beschäftigung mit der Wolle, den Mustern und den Nadeln dazu, innezuhalten und die innere Balance wiederzufinden. In diesem ganz persönlichen Memoir erzählt Karin Erlandsson ihre eigene Strickgeschichte und darüber hinaus, wie wichtig das Thema von seinen Anfängen bis hin zur Gegenwart ist. Denn: Frauen, die stricken, veränderten schon immer die Welt – und ihren eigenen Lebensweg. Nachahmung dringend empfohlen!

    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Das Buch liegt auf einem persönlichen Brief der Autorin, dabei liegen die Anleitung und die Wolle mit der Stricknadel.

    Ich habe das Buch beim Stöbern im Bloggerportal entdeckt und konnte einfach nicht anders. Als einigermaßen geübte Strickerin musste ich dieses Buch einfach anfragen. Und stellt Euch die Überraschung vor, als das Paket ankam und darin nicht nur das Buch enthalten war!

    Vielmehr hat das Team vom Bloggerportal sogar ein Knäuel Wolle, eine Rundstricknadel sowie eine Anleitung zum Stricken einer Buchhülle beigelegt!

    Ich habe mich sehr darüber gefreut!

    Leider bin ich keine so schnelle Strickerin, so dass ich das Ergebnis, also die fertig gestrickte Buchhülle nachreichen werden muss. Ich hoffe, ich bekomme es hin. Aber Übung macht die Meisterstrickerin. 😉

    Das Buch liegt neben der angefangenen Strickarbeit, die etwas unsauber gearbeitet scheint.

    Das Buch bietet einen interessanten und abwechslungsreichen Überblick über die Geschichte des Handarbeitens, insbesondere über das Stricken. Dabei bettet die Autorin die Statistiken und Fakten in anekdotische Erzählungen über ihr Leben als Autorin und Strickerin ein und erzählt von blauer Wolle, die sie für einen Pullover gekauft hat, aber den sie lange nicht beginnt. Zum Ende erfährt man dann, ob sie den Pullover überhaupt beendet hat.

    Teilweise berichtet sie aus ihrer Kindheit und was sie im Zusammenhang mit Wolle und Stricken in ihrem Leben bereits erlebt hat, erzählt aber auch von Familienmitgliedern und Freunden.

    Dabei fesselt sie durch berührende und humorvolle Anekdoten. Ihr Schreibstil ist bildhaft und gut lesbar.

    Ich hätte aber gerne ab und zu ein Bild von den durchaus gut vorstellbar beschriebenen Strickstücken gesehen. Nicht alles, was beschrieben wurde und was ich im Internet dann gesucht habe, konnte ich finden. Durch eine Bebilderung wäre das Buch absolut noch aufgewertet worden.

    Fazit:

    Eine kurzweilige Lektüre, die mit vielen interessanten Fakten aufwartet und Interesse an der weiteren Beschäftigung mit der Thematik weckt.

    Das Buch wird in die Höhe gehalten. Im Hintergrund stehen Schafe auf einer von Büschen bestandenen Wiese.
    Einige Bobbel als dekorativer Hintergrund zum Buchpaket.

    Andere Rezensionen von mir:

  • Muna oder Die Hälfte des Lebens

    Muna oder Die Hälfte des Lebens

    Infos:

    • Autorin: Terézia Mora
    • Luchterhand Verlag
    • ISBN: 978-3-630-87496-8
    • Roman
    • Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2023
    • Originalausgabe
    • 448 Seiten
    • Hardcover mit Schutzumschlag
    • Erschienen: 30. August 2023

    Klappentext:

    »Ich weiß, was du willst«, sagte er. »Du bekommst es nicht.« – Der neue große Roman der Georg-Büchner-Preisträgerin und Gewinnerin des Deutschen Buchpreises.

    Muna liebt Magnus. Ob und wen Magnus liebt, ist schwer zu sagen. Was geschieht mit einem Leben, das man in Abhängigkeit von einem anderen führt? Muna steht vor dem Abitur, als sie Magnus kennenlernt, Französischlehrer und Fotograf. Mit ihm verbringt sie eine Nacht. Mit dem Mauerfall verschwindet er. Erst sieben Jahre später begegnen sich die beiden wieder und werden ein Paar. Muna glaubt, in der Beziehung zu Magnus ihr Zuhause gefunden zu haben. Doch schon auf der ersten gemeinsamen Reise treten Risse in der Beziehung auf. Im Laufe der Jahre nehmen Kälte, Unberechenbarkeit und Gewalt immer nur zu. Doch Muna ist nicht gewillt aufzugeben.

    Das Buch steht auf einem Fahrradsattel und lehnt an einem Gitterzaun. Im Hintergrund ist ein alter Container und ein weiteres Fahrrad zu sehen.
Heute erzähle ich von einem Roman, der mich nachhaltig bewegt hat. Die Geschichte einer Frau und ihrer großen Liebe. Muna Roman Rezension Luchterhand
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Cover und Klappentext haben meine Neugier geweckt und ich habe mich sehr gefreut, als mir der Verlag ein Leseexemplar zur Verfügung stellte.

    Anfangs musste ich mich erst an den Schreibstil gewöhnen, da die Autorin keine wörtliche Rede verwendet, bzw. diese nicht durch die entsprechende Zeichensetzung ausweist. So brauchte ich ein paar Seiten, bis ich mit dem besonderen Tonfall des Buches zurecht kam. Aber sobald ich diese Hürde genommen hatte, war ich gefesselt.

    Eine weitere Besonderheit in diesem Buch ist, dass die Ich-Erzählerin Dinge, die sie nur denkt oder anderen doch nicht mitteilt, für die Leserinnen dennoch niederschreibt. Es sind teilweise Passagen durchgestrichen, die sie gerne geäußert hätte, aber dann aus unterschiedlichen Gründen doch anders formuliert oder nicht sagt/schreibt. Gedanken sind in Klammern geschrieben und so als solche zu erkennen. Dies ist ein kluges Vorgehen der Autorin, die uns so einen tieferen Einblick in die Gefühle und Gedanken der Protagonistin ermöglicht.

    Dadurch entsteht eine emotionale Nähe zu Muna, die mich oft mit ihr mitleiden ließ. Warum lässt sie so vieles zu, was ihr schadet und gar nicht gut tut? Die Autorin schafft es, dass man dran bleibt an Muna und ihrer Lebenshälfte. Das Buch beginnt um ihren 18. Geburtstag, kurz vor dem Mauerfall. Muna wächst in der DDR bei ihrer verwitweten Mutter auf, die Schauspielerin am Theater und Alkoholikerin ist. Kurz nach dem 18. Geburtstag versucht ihre Mutter sich das Leben zu nehmen, was allerdings nicht gelingt. Muna ist also von klein auf mit Brüchen in ihrem Leben konfrontiert. Sie kann im Theater ein und aus gehen, wächst in Künstlerkreisen auf und studiert nach dem Mauerfall auch im Ausland. Sie hat wechselnde Männerbekanntschaften, kann aber nicht ihre Liebe zu Magnus vergessen, der sie nach einer gemeinsam verbrachten Nacht kurz vor dem Mauerfall verlässt, um von seinen Eltern loszukommen.

    Munas Vater ist früh gestorben, Magnus wuchs bei einem kontrollsüchtigen und gewalttätigen Vater auf. Beide haben also keine einfache Kindheit gehabt. Einige Jahre nach dem Mauerfall treffen sie sich zufällig wieder und obwohl Magnus abweisend und schroff ist, gibt Muna ihre Liebe nicht auf und folgt ihm quer durch die Welt, gibt sich nach und nach auf, ist emotional abhängig von Magnus und erfährt seelische und körperliche Gewalt.

    Beim Lesen habe ich Muna bewundert, bedauert und konnte mich nicht abwenden. Zu stark ist die Anziehungskraft, die die Autorin bei mir auslöste. Auch die psychologische Tiefe und die Art des Erzählens machen den Reiz dieses Buches aus. Zudem sind sämtliche Charaktere, die ihren Platz in diesem Buch finden, teils skurril, teils faszinierend und manchmal herrlich seltsam.

    Es ist ein wundervoller und vielschichtiger Roman, der meiner Meinung nach den Buchpreis verdient hätte.

    Noch eine Notiz zur Bedeutung des Namens Muna: munyah bzw. muna kommt aus dem Arabischen und bedeutet der unerreichbare Wunsch, der ersehnte Wunsch, die Hoffnung, die Sehnsucht.

    Das Buch liegt auf einem Fahrradsattel vor einem Gitterzaun. 
Heute erzähle ich von einem Roman, der mich nachhaltig bewegt hat. Die Geschichte einer Frau und ihrer großen Liebe. Muna Roman Rezension Luchterhand

    Weitere Bücher aus dem Luchterhand Verlag:

    Kasse 19

    Kleinstadtfarben

    Dinosaurier auf anderen Planeten

    Ton für die Götter

  • Rezension: Ton für die Götter

    Rezension: Ton für die Götter

    Infos:

    • Autorin: Anuradha Roy
    • Verlag: Luchterhand
    • Originialverlag: Mountain Leopard Press / Welbeck, London
    • Originaltitel: The Earthspinner
    • Aus dem Englischen von: Werner Löcher-Lawrence
    • Hardcover mit Schutzumschlag, 288 Seiten
    • ISBN: 978-3-630-87720-4
    • Erschienen am 14. Juni 2023

    Klappentext:

    Als der Töpfer Elango eines Morgens aus einem wilden Traum erwacht, weiß er, dass sich sein Leben für immer verändert hat. Er muss der Botschaft, die ihn erreicht hat, Gestalt verleihen – egal, von wem sie stammt, ob es die Hindu-Götter oder alte Töpferlegenden waren, die ihn von einem Pferd in Flammen träumen ließen, das den Ozean durchstreift. Er muss ein großes Terrakotta-Pferd schaffen! Und er muss es für Zohra tun, eine Muslimin, die er schon lange liebt, obwohl diese Liebe immer noch ein Tabu ist in Indien. Auf der anderen Seite der Welt, im kalten, nassen England, ist derweil auch für Sara das Töpfern überlebenswichtig geworden: Sie hat bei Elango gelernt, und jetzt, in einem unwirtlichen, ihr fremden Internat, ist es ihre einzige Verbindung zur verlorenen Heimat.

    Zwischen Ost und West bewegt sich dieser Roman, zwischen alten Mythen und neuen Ideen. Und er erzählt von der Kraft des Schöpferischen in einer Welt, in der viel zu viele Menschen unter den Folgen von Fanatismus und Engstirnigkeit leiden.

    » ›Ton für die Götter‹ ist ein Roman, den man, einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand legen kann.«

    Simone Hamm / WDR 3 (19. Juni 2023)
    Im Bild sieht man einige getöpferte Gegenstände, zwischen denen das rezensierte Buch liegt. Zwei der Gegenstände habe ich selbst getöpfert: eine kleine Schale und einen Pilz, der farblich perfekt zum Buch passt, das in Magentafarben geradezu leuchtet.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich habe das Buch im Bloggerportal entdeckt und musste es einfach anfragen. Ich töpfere selbst gerne und konnte es kaum erwarten, die Geschichte über einen Töpfer und seine Schülerin zu lesen. Als ich dann aus meinem Urlaub nach Hause kam, wartete das Buch bereits auf mich und ich konnte es fast sofort anfangen zu lesen. (Vorher habe ich natürlich erst meine aktuelle Lektüre beendet, wie ich das immer mache. Ich lese einfach ungerne mehrere Bücher parallel.)

    Zu Beginn des Buches erzählt die Ich-Erzählerin Sara in Tagebuchform von ihrer ersten Zeit im fremden England zu Beginn ihres Studiums. Im folgenden Abschnitt wechselt die Erzählung dann fließend zwischen personaler und auktorialer Perspektive und der Ich-Erzählerin. Dies macht allerdings beim Lesen keine Schwierigkeiten, da man immer genau weiß, um wen es gerade geht und wann und wo man sich befindet.

    Die Sprache ist bildhaft, poetisch und fesselnd. Die Schicksale der einzelnen Protagonisten sind berührend und spannend. Dabei wird die Handlung nicht hektisch erzählt, sondern unaufgeregt und ruhig.

    Anhand einer Liebesgeschichte nimmt uns die Autorin mit in das Indien 70er und 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und beschreibt die politischen und religiösen Konflikte am Beispiel einer Dorfgemeinschaft am Rande einer wachsenden und sich ausdehnenden Stadt. Es gibt viele Parallelen zur heutigen Zeit und man möchte schreien bei so viel Ungerechtigkeit, Hass und Zerstörung. Aber es gibt auch so viele schöne und warme Momente des Zusammenhalts und der Liebe.

    Wunderbar beschrieben finde ich nicht nur die Liebesgeschichte, die Landschaft und das Verhältnis der Menschen untereinander. Es sind viele kleine Teile, die die Geschichte gekonnt verbinden und das mir fremde Land in mein Kopfkino holt. Beispielsweise wenn der Töpfer seinen Ton aus dem Teich fischt und nach und nach zur großen Pferdeskulptur verarbeitet. Oder wenn der fast blinde Kalligraph mit dem Hund Chinna durch die Straßen zu seiner alten Arbeitsstelle spaziert. Oder wenn Sara die Entfremdung zu ihrer jüngeren Schwester Tia beschreibt und erklärt, wie es dazu kommen konnte. Auch die mit der Zeit verschwundenen Traditionen rund um die Töpferei und mit damit verbundenen religiösen Festen in dem Dorf vervollständigen das Buch in meinen Augen zu einem Gesamtkunstwerk, das es wirklich zu lesen lohnt.

    Am Ende möchte ich einfach noch weiter mit Sara an der Uni bleiben und an der Töpferscheibe arbeiten. Zum Schluss kommt noch einmal Chinna zu Wort, was einen etwas melancholischen, aber auch friedlichen Abschluss bildet.

    Ich kann dieses Buch einfach nur empfehlen. Es hat mir sehr gefallen!

    Fazit:

    Dieser Roman steht nicht auf tönernen Füßen.

    Das Buch liegt mit der Rückseite nach oben auf einer Schicht Rindenmulch, darüber steht ein kleines getöpfertes Pferd.
    Das kleine Pferd hat meine Nichte vor Jahren getöpfert. Ich dachte, es passt einfach perfekt zum Buch.

    Weitere Bücher aus dem Luchterhand Verlag:

    Kasse 19

    Kleinstadtfarben

    Dinosaurier auf anderen Planeten

  • Rezension: Idol in Flammen

    Rezension: Idol in Flammen

    Infos:

    • Autorin: Rin Usami
    • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
    • Originialtitel: Oshi, Moyu
    • Aus dem Japanischen von: Luise Steggewentz
    • Gebundenes Buch, 125 Seiten
    • ISBN: 978-3-462-00302-4
    • Erschienen am 07. Juni 2023

    Klappentext:

    Ein preisgekrönter Bestseller aus Japan von einer 21-jährigen Autorin, die zum Shootingstar der japanischen Literatur avanciert: Rin Usami.

    Die Schülerin Akari ist von Masaki, einem Mitglied einer beliebten J-Pop-Gruppe, besessen. Sie schreibt einen Blog, der ihm gewidmet ist, und verbringt Stunden im Internet auf der Suche nach Informationen über ihn und sein Leben. Als Gerüchte aufkommen, dass ihr Idol einen weiblichen Fan angegriffen haben soll, explodieren die sozialen Medien. Masakis Situation spitzt sich zu und droht auch Akaris Leben zu zerstören. Anstatt einen Weg zu finden, sich zu befreien, wird Akari noch fanatischer.

    Ein Roman über Fankultur und die zerbrechliche Psyche junger Menschen von einer Autorin, die nicht viel älter ist als ihre Heldin. »Idol in Flammen« wirft ein grelles Licht auf die Geldmacherei der Popindustrie, die verführerische Macht der sozialen Medien und die gewaltige emotionale Leere, die sich auftut, wenn sich ein Idol als normaler Mensch mit Fehlern und Schwächen entpuppt.

    Das Buch liegt neben einer Packung Ramen und einem kleinen Häkelfigürchen.
Buchcover in Blau, Schrift in Rot, ein unscharfes Frauengesicht.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich habe das Buch beim Stöbern im Bloggerbereich des Verlags entdeckt und mich für ein Rezensionsexemplar beworben. Glücklicherweise wurde mir dieses bewilligt. Japan und die dortige Kultur interessiert mich sehr, weswegen ich gerne Bücher von japanischen Autor:innen lese.

    Idol in Flammen behandelt das Thema Fankult im Bereich J-Pop, lässt sich aber auch auf jeden anderen Bereich übertragen.

    Die Übersetzerin hat den Roman in eine poetische und fesselnde Sprache übertragen. Trotz der Kürze ist das Buch packend und voller Tiefe. Es entwickelt einen Sog, der den Lesenden ganz in seinen Bann zieht.

    Die Geschichte ist komplett aus der Sicht der personalen Erzählerin geschrieben. Man wird dabei ganz nah an die Empfindungen und Gedanken der Erzählerin herangeführt und erfährt alles nur aus ihrer Sicht. Ihre Gefühle gegenüber Familie und Freunden sind dabei nicht so ausgeprägt, wie ihre Hingabe an ihr Idol, den Sänger Masaki, dessen Entwicklung als Bandmitglied einer J-Pop-Band und seine öffentlichen Auftritte und Beiträge auf Social Media Plattformen sie auf ihrem Blog kommentiert und analysiert. Sie ist derart auf ihn fixiert, dass sie ihren eigenen Alltag nur unter großen Schwierigkeiten lebt, was ihr Probleme mit der Schule und ihrer Arbeit in einem Lokal einbringt.

    Die Autorin beleuchtet ungeschönt die Wirkung der sozialen Medien auf Stars und Fans und thematisiert die Vorgänge in der Pop-Industrie, die besonders im asiatischen Raum auf Profit ausgelegt ist.

    Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen, da ich unbedingt wissen wollte, was passiert und wie es endet.

    Ein zeitloser Roman und ein großartiges Debüt der Autorin. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

  • Rezension: Harlem Shuffle

    Rezension: Harlem Shuffle

    Infos:

    • Autor: Colson Whitehead
    • Verlag: btb
    • Originialverlag: Hanser
    • Aus dem Amerikanischen von: Nikolaus Stingl
    • Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten
    • ISBN: 978-3-442-77201-8
    • Erschienen am 11. Mai 2023

    Klappentext:

    Im schillernden Harlem der sechziger Jahre, wo Gangster und Zuhälter, Hochstapler und Schießwütige die Strippen ziehen, versucht ein Mann aus einfachen Verhältnissen so ehrlich wie möglich aufzusteigen. Doch nach kleineren Gaunereien steht er plötzlich mit Raubgut aus einem Luxushotel alleine da. Polizei und Gangster tauchen in seinem Einrichtungsladen auf und nach und nach zieht sich die Schlinge um seinen Kopf immer fester.
    Der mitreißende Roman des zweifachen Pulitzer-Preisträgers Colson Whitehead ist Familiensaga, Soziographie und Ganovenstück, vor allem aber eine Liebeserklärung an New Yorks berühmtestes Viertel.

    • »Hat alles, was einen guten Roman ausmacht … ihr Tempo aber hat sich die Geschichte vom Kino geborgt.«
    • »Intimer, burlesker, schneller, böser, auch humorvoller als die Vorgängerromane und belegt einmal mehr, dass dieser Autor aus jedem Werk etwas neues machen will.«
    • »Harlem Shuffle ist weit mehr als ein Kriminalroman – es ist ein Buch über Amerika im Umbruch.«
    • »Großes Kino … Der vielleicht größte Trumpf von Harlem Shuffle ist Whiteheads Fähigkeit, Atmosphäre zu erzeugen.«
    • »Whitehead porträtiert in seinem wundervollen neuen Roman das Harlem der sechziger Jahre. … gleichermaßen unterhaltsam wie Gesellschaftsstudie und Zeitporträt. «
    • »Grandios unterhaltsam und humorvoll … Harlem Shuffle ist leicht und geht doch tief unter die Haut.«
    • »Ein großer Spaß! Colson Whitehead spielt mit dem Krimi-Genre so lässig wie ein Jazzvirtuose mit einem Broadway-Schlager … ein zeitloses Sittengemälde Amerikas.«
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Von Colson Whitehead habe ich bereits Underground Railroad gelesen. Da mir das Buch gefallen hat, habe ich mich sehr gefreut, als mir der Verlag Harlem Shuffle als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Meine Rezension zu Underground Railroad findet Ihr hier.

    Nun aber zu meiner Meinung zu Harlem Shuffle.

    Underground Railroad erzählt die Geschichte des gleichnamigen Fluchtnetzwerkes, das die Sklaven in den Vereinigten Staaten aufgebaut hatten, spielt aber mit fantastischen Einflüssen.

    Bei Harlem Shuffle spielt der Autor gekonnt mit dem Image des Harlems der 1960er Jahre. Dabei verwendet er eine direkte und fesselnde Sprache, die ein atmosphärisches Sittengemälde der damaligen Zeit bildet.

    Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Teil 1 beginnt 1959, Teil 2 erzählt die Geschichte nach einem Sprung um 2 Jahre weiter und Teil 3 endet dann 1964. Hauptsächlich wird die Geschichte von Ray Carney erzählt, der in der bürgerlichen Mittelschicht lebt und versucht, seiner Familie ein gutes Leben zu ermöglichen. Dies erreicht er dadurch, dass er hin und wieder Abstecher in kriminelle Gefilde macht. Sein Cousin Freddie und andere Kleinkriminelle versorgen ihn mit gestohlener Ware, deren Herkunft er nicht hinterfragt und an verschiedene Hehler vermittelt. Das so erwirtschaftete Zusatzeinkommen verwendet er zum Ausbau seines legalen Möbelgeschäfts und um Polizisten und Gangsterbosse zu bezahlen.

    Der Kriminalroman um Carney wird umrahmt von den Rassenunruhen der 60er Jahre und nimmt Bezug auf die Geschichte der Sklaverei und des Rassismus in Amerika. Dies wird auch anhand der Ehefrau von Ray thematisiert, die in einem Reisebüro für Schwarze arbeitet, die vor allem sichere Reiserouten und Unterkünfte im rassistischen Amerika benötigen. So streut Colson Whitehead auch wieder Gesellschaftskritik in seinem Roman ein, der aber diesmal auch mit Witz und Humor ein leichteres Lesevergnügen bereithält. Er beleuchtet die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und zeigt auf, dass einen der Standesdünkel nicht vor Schaden schützen kann.

    Mir hat das Buch sehr gefallen. Ich habe beim Lesen mit Ray mit gefiebert und gerne seine Erfolge und sein Scheitern begleitet. In meinem Kopf lief die Handlung wie auf einer Leinwand ab. Dabei fühlte ich mich an die alten Krimifilme der 60er Jahre erinnert. Teilweise waren die Bilder in meinem Kopf sogar in schwarz-weiß, wenn z. B. Ray mit dem Polizisten im Auto unterwegs ist.

    Ich kann das Buch jedenfalls wärmstens empfehlen. Die Atmosphäre der 60er Jahre in Harlem ist direkt greifbar.

  • Rezension: Ein Sommer in Italien

    Rezension: Ein Sommer in Italien

    Infos:

    • Autorin: Rebecca Serle
    • Verlag: btb
    • Originialverlag: Atria Books
    • Aus dem Englischen von: Judith Schwaab
    • Paperback, Klappenbroschur, 320 Seiten
    • ISBN: 978-3-442-77356-5
    • Erschienen am 12. April 2023

    Klappentext:

    Als ihre Mutter Carol stirbt, gerät Katys Welt ins Wanken. Denn Carol war ihre engste Vertraute und stets ihre erste Anlaufstelle. Ausgerechnet jetzt, wo Katy sie am meisten braucht, ist sie nicht mehr da. Und sie hatten doch diese ganz besondere gemeinsame Reise geplant, nach Positano – jenen Ort, an dem Carol einst einen magischen Sommer verbrachte, bevor sie Katys Vater traf. Kurz entschlossen reist Katy alleine an die Amalfiküste. Sobald sie das charmante kleine Hotel betritt, fühlt Katy sich zurückversetzt in die Zeit, als ihre Mutter jung war. Plötzlich steht die dreißigjährige Carol vor ihr – sonnengebräunt, lebenshungrig und quicklebendig. Im Laufe eines Sommers, der wie im Traum vergeht, muss Katy feststellen, dass sie nicht alles über ihre Mutter wusste …

    Das Buch liegt auf einem Tisch neben einer Schale Tomaten, einer Schale rote Beete mit Schafskäse und einem Glas Weißwein
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich habe das Buch über das Bloggerportal bekommen. Dies beeinflusst meine Meinung nicht. Da mir The Dinner List von Rebecca Serle bereits gefallen hatte, freute ich mich auf dieses Buch. Und ich wurde nicht enttäuscht.

    Schon das Cover finde ich wunderschön. Auch die Geschichte hat mir sehr gut gefallen!

    Allerdings fällt es mir etwas schwer, meine Meinung über das Buch zu formulieren, ohne zu viel über den Inhalt zu verraten. Es gibt nämlich eine überraschende Wendung im Buch, die ich sehr gelungen umgesetzt finde.

    Die Reise der Protagonistin wurde ursprünglich als Mutter-Tochter-Urlaub geplant, wird dann aber durch den Tod der Mutter zu einer Trauerfahrt der Tochter an die Sehnsuchtsorte ihrer Mutter. Außerdem fühlt sie sich durch den Verlust derart entwurzelt, dass sie ihre Ehe in Frage stellt.

    Die Autorin schreibt bildhaft, atmosphärisch und berührend und ich fühlte mich an die italienische Küste versetzt. Ich habe mit Katy die italienische Küche genossen, war mit ihr schwimmen und habe mit ihr um ihre Mutter getrauert.

    Ich kann dieses Buch allen Italienfans empfehlen, aber auch allen, die einfach gerne neue Orte erkunden oder einfach das Meer lieben.

    Wer gerade jemand Nahestehendes verloren hat, könnte hier allerdings nicht so gern in die Geschichte eintauchen, da die Trauer um ihre Mutter Katy doch sehr bewegt.

    Meine Rezension zum Buch The Dinner List von Rebecca Serle findet Ihr hier.