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  • Rezension: Wir sind die Roboter

    Rezension: Wir sind die Roboter

    Infos:

    • Titel: Wir sind die Roboter – Kraftwerk und die Erfindung der elektronischen Pop-Musik
    • Autor: Uwe Schütte
    • Ausgabe:Paperback, Klappenbroschur
    • 384 Seiten
    • Erschienen am: 13.11.2024
    • ISBN:978-3-442-77474-6
    • Originalausgabe

    Klappentext:

    Zum 50. Jahrestag des bahnbrechenden Albums »Autobahn« – die unverzichtbare Werkbiografie der einflussreichsten deutschen Popband aller Zeiten

    »Wir sind die Roboter.« Mit diesem gegen die Konventionen und Traditionen des Rock gerichteten Schlachtruf sind Kraftwerk ausgezogen, um von Düsseldorf aus die Welt zu erobern. Mit ihrem revolutionären Konzept einer elektronischen Popmusik waren die vier Mensch-Maschinen-Musiker vermutlich noch einflussreicher als die Beatles. Im Werk der Formation verschmolzen Klang und Technologie, Grafikdesign und Performance, Autobahn und Roboter, modernistische Bauhaus-Ästhetik und rheinische Industriekultur, um so der modernen Popmusik eine elektronische Richtung vorzugeben. Ihr avantgardistisches Konzept einer »industriellen Volksmusik« aus deutschen Landen schuf den tanzbaren Soundtrack zu unserem digitalen Zeitalter. In der Ära der Künstlichen Intelligenz sind die bis heute aktiv den Globus tourenden Kraftwerk daher so aktuell wie nie.

    Blick durch die Windschutzscheibe auf die Autobahn. Das Buch ist in der rechten unteren Ecke zu sehen.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Als Kind der 80er sind mir natürlich einige Werke der Konzeptkünstler Kraftwerk bekannt. Ich habe mich jedoch nie eingehender mit ihnen beschäftigt. Das Rezensionsexemplar habe ich daher aus Neugier im Bloggerportal angefragt und mich über die Zusage gefreut.

    Der Autor hat bereits verschiedene Texte über Kraftwerk verfasst und zum 50-jährigen Jubiläum des Albums Autobahn erneut die Band zum Thema genommen.

    Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die auch die Frühwerke vor dem offiziellen Album Autobahn nicht unerwähnt lassen.

    Dabei beschränkt sich Uwe Schütte nicht nur auf das Album Autobahn, sondern gibt einen umfassenden Überblick über das Gesamtkunstwerk der Mensch-Maschine Kraftwerk.

    Er verbirgt dabei nicht seine Bewunderung für die Band, blickt aber auch kritisch auf einige Attitüden der Künstler.

    Der Autor schreibt strukturiert und ausführlich über den Einfluss, den Kraftwerk auf verschiedene Musiker*innen und Genre hatten und haben und zeigt auf, dass viele heute bekannte Bands und Komponisten, ohne Kraftwerk wohlmöglich nicht so erfolgreich gewesen wären.

    Besonders interessant fand ich die Vernetzungen der Düsseldorfer mit Künstlern in aller Welt und die gegenseitige Inspiration und Wertschätzung untereinander. Seien es die Entwicklungen der Detroiter Techno-Szene oder die verschiedensten europäischen Bands wie Laibach, die durch ihre Interpretationen der elektronischen Popmusik einen ganz eigenständigen Stil entwickelten.

    Ich habe mit großem Interesse über die Hintergründe und das Konzept Kraftwerk gelesen.

    Fazit:

    Das Buch wird für Fans wahrscheinlich wenig Neues bieten, ist aber für Interessierte an Musikgeschichte eine wissens- und lesenswerte Lektüre.

    Ich werde auf jeden Fall in einige der genannten Werke, nicht nur von Kraftwerk, reinhören.

    Mehr Musik:

    I’ve been looking for freedom von Maik Brüggemeyer

  • Rezension: Eine Reise in 72 Wörtern

    Rezension: Eine Reise in 72 Wörtern

    Infos:

    • Ausgabe: Paperback, Klappenbroschur
    • 464 Seiten
    • Erschienen am: 13.11.2024
    • Originaltitel: WA. La via giapponese all’armonia
    • Übersetzung: Aus dem Italienischen von Judith Schwaab, Stefanie Römer
    • ISBN: 978-3-442-77071-7
    • Deutsche Erstausgabe
    • Originalverlag: Antonio Vallardi Editore

    Die Autorin:

    Laura Imai Messina wurde in Rom geboren. Mit dreiundzwanzig Jahren zog sie nach Japan. Ihr Studium an der University of Foreign Studies schloss sie mit dem Doktortitel ab, mittlerweile arbeitet sie als Dozentin an verschiedenen Universitäten. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Tokio. Ihr Roman »Die Telefonzelle am Ende der Welt« stand in Italien und Großbritannien wochenlang auf der Bestsellerliste und wurde in 25 Länder verkauft. Laura Imai Messinas Romane zählen zu den meistübersetzten italienischen Büchern weltweit.

    Klappentext:

    Eine Reise zur wahren Seele des Landes der aufgehenden Sonne: 72 philosophische, spirituelle, etymologische, persönliche Versuche die Faszination Japan in Worte zu fassen.

    Die Lehren, die aus Japan kommen, sind auch im Westen aktueller denn je. Aber was genau macht den japanischen Geist aus?

    72 Begriffe gibt es im Japanischen, um die Jahreszeiten zu beschreiben und das Jahr in Abschnitte zu gliedern, die alle fünf Tage die Gelegenheit zur Erneuerung und inneren Reflexion bieten.

    So heißt etwa Harmonie auf Japanisch wa, aber wie alle japanischen Wörter beinhaltet es viel mehr: In Harmonie mit den Dingen zu sein, das bedeutet in Japan Schönheit, Freude und Gemeinsinn in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen, durch kontinuierliche Arbeit an sich selbst, durch das Erlernen von Geduld, durch überlegtes Handeln und gelebtes Miteinander.

    Eine Reise in 72 Wörtern. Ein faszinierender Einblick in japanische Gepflogenheiten, die japanische Gesellschaft und ihre Seele.
Reise Japan Harmonie
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich habe das Buch beim Bloggerportal entdeckt und einfach mal angefragt. Ich habe nicht damit gerechnet, aber bekam doch ein Rezensionsexemplar zugesandt. Vielen Dank nochmal dafür an den Verlag. Meine Meinung beeinflusst dies allerdings nicht.

    Das Buch ist über 400 Seiten stark und quillt nur so über vor faszinierenden Details und Informationen über Japan und die japanische Gesellschaft.

    Die Autorin hat das Buch in 72 Kapitel eingeteilt, so wie die Japaner*innen das Jahr in 72 Jahreszeiten einteilen.

    Der alte japanische Kalender teilt die vier Jahreszeiten eines Jahres in 24 sogenannte Perioden ein, die wiederum jeweils in drei Teile aufgeteilt sind, so dass am Ende 72 verschiedene Zeiten entstehen

    Jedes Kapitel ist mit einem Begriff und dem dazugehörenden Schriftzeichen überschrieben. Diese 72 Begriffe werden dann in den unterschiedlich langen Kapiteln, teilweise sehr ausführlich erläutert und in einen passenden Kontext gesetzt.

    Teilweise werden auch die Herkunft der Schriftzeichen und ihre Zusammensetzung erklärt. Dabei war es mir manchmal etwas langatmig geschrieben, an anderer Stelle fand ich es dann aber auch äußerst interessant und erhellend.

    Die Autorin stellt auch Vergleiche zwischen japanischer und westlicher Denkweise an, was mich wünschen lässt, dass wir uns im Westen einfach manchmal mehr ein Beispiel an den japanischen Gepflogenheiten nehmen sollten. Wo kann man schon seine Tasche unbeachtet stehen lassen, um sich um die Bezahlung seiner Mahlzeit zu kümmern, und ohne befürchten zu müssen, bestohlen zu werden?

    Die Philosophie und Poesie, die in diesem Buch steckt, hat mich berührt und fasziniert. Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd und bildhaft. Die Liebe und Achtung, die sie für Japan und die Menschen empfindet, kann man auf jeder Seite spüren.

    Ich empfehle das Buch allen Menschen, die eine Reise nach Japan planen, ob es nun eine Reise zum Vergnügen oder eine Geschäftsreise ist, ist dabei völlig unerheblich. Aber gerade Geschäftsleute können in diesem Buch vorab einige Verhaltensweisen erlernen, die den Umgang mit Japaner*innen und das Verständnis zueinander erleichtern können.

    Fazit:

    Eine Reise in 72 Wörtern. Ein faszinierender Einblick in japanische Gepflogenheiten, die japanische Gesellschaft und ihre Seele.
Reise Japan Harmonie

    Das Buch sollte man weglegen, wenn man nur eine leichte Lektüre erwartet, denn das geballte Wissen in diesem Buch erfordert aufmerksames und konzentriertes Lesen.

    Empfehlen kann ich das Buch allen, die sich für die japanische Kultur und Geschichte interessieren und sich generell tiefergehend mit Japan beschäftigen möchten.

    Ich habe durch dieses Buch auf jeden Fall viel über Japan gelernt, das ich noch nicht wusste.

    Allerdings habe ich mich auch gefragt, wie eine Kultur, die so viel Wert auf Harmonie legt und daran glaubt, dass alles miteinander verbunden ist, immer noch auf Walfang gehen kann.

    Mehr Japan?

    Unter diesem Link findet Ihr meine Rezension zum Buch Idol in Flammen.

  • Rezension: Morden ohne Sorgen Band 3

    Rezension: Morden ohne Sorgen Band 3

    Andreas K. Buchholz

    Morden ohne Sorgen – Tannenmord im Weihnachtswald

    Ein Potsdam-Provinz-Krimi | Cosy Crime Weihnachtskrimi
    Band 3 der Reihe „Ein Fall für Frederik Loebell“

    Infos:

    • Autor: Andreas K. Buchholz
    • Erschienen bei Bastei Lübbe unter beTHRILLED
    • Taschenbuch
    • Krimis
    • ISBN: 978-3-7413-0461-3

    Ersterscheinung: 29.10.2024

    Klappentext:

    Weihnachten steht vor der Tür und ganz Potsdam ist in besinnlicher Adventsstimmung. Nur Frederik Loebell sieht den Feiertagen mit Grauen entgegen: Erst soll er Kekse backen und jetzt auch noch einen Weihnachtsbaum schlagen. Als er in einer Nacht-und-Nebel-Aktion endlich den richtigen Baum gefunden hat, ist die Netzmaschine blockiert – mit einer Leiche.

    Kurz darauf verschwinden auch noch fünfzig Tannenbäume und die vorweihnachtliche Gerüchteküche brodelt: Die Weihnachtsbaum-Mafia treibt in Brandenburg ihr Unwesen. Oder war es ein Mord aus Rache?

    Zwischen Glühwein, Gänsebraten und Zimtsternen macht Loebell sich gemeinsam mit Dackel Wilhelm auf die Suche nach dem Mörder. Sogar Kommissarin Edda Kleist schlägt sich diesmal auf seine Seite. Noch ahnen sie alle nicht, in welch tödlicher Gefahr sie schweben …

    beTHRILLED – mörderisch gute Unterhaltung.

    Weihnachtscollage. Eine Dackelfigur steht in einer Winterlandschaft, davor lehnt mein E-Book-Reader mit dem genannten Buch. Das Cover ist weihnachtlich gestaltet, der Titel Morden ohne Sorgen steht in goldener Farbe auf rotem Hintergrund,  schräg darunter steht der Untertitel Tannenmord im Weihnachtswald. Der Dackel trägt eine Weihnachtsmütze und einen roten Schal und sitzt neben einer Axt vor verschneiten Tannen.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich habe das E-Book wieder direkt durch den Autor erhalten und mich sehr darüber gefreut. Meine Meinung beeinflusst dies nicht.

    Band 3 spielt diesmal in der Vorweihnachtszeit, in der es um konkurrierende Tannenbaumplantagen, dubiose Geschäftsleute und natürlich wieder um viel privaten und beruflichen Stress für Frederik Loebell geht. Der Mann kann einem manchmal schon echt leid tun. Aber manchmal steht er sich auch selbst ganz schön im Weg.

    Ich muss sagen, mir gefällt dieser Band sogar noch besser als die beiden Vorgänger. Einmal liegt das sicher daran, dass der Schreibstil, der Plot und die einzelnen Protagonist:innen sich weiter entwickeln und dann vor allem sicher auch daran, dass der Zwergdackel Wilhelm wieder mehr vorkommt.

    Ich kenne zwar bereits die Vorgängerbände, aber denke, dass man sie auch unabhängig voneinander lesen könnte. Die Mordfälle sind in den Büchern stets abgeschlossen, die Nebenhandlung mit Frederik Loebell und seiner Familie, Freunden und Kollegen baut allerdings auf den Vorgängern auf.

    Es macht somit wahrscheinlich mehr Spaß, die Bücher chronologisch zu lesen, weil man dann die Hintergründe zu den einzelnen Charakteren besser nachvollziehen kann.

    Im dritten Band kommt es wieder zu tragikomischen Szenen, in die der Journalist meist unfreiwillig stolpert und die ihn erneut fast verzweifeln lassen. Sei es, dass er Tannenbäume für seine Mutter, seine Flamme Fleur und das Seniorenheim seiner Tante besorgen soll. Oder dass er es einfach nicht schafft, die benötigten Kekse zu besorgen, die die Senioren lautstark einfordern. Oder dass sein unkompetenter Chef von ihm verlangt, in einem Nikolauskostüm auf dem Marktplatz zu erscheinen.

    Teilweise werden diese Nebenhandlungen etwas viel, aber führen den Journalisten doch auch zielsicher auf die Aufklärung des Mordfalles zu. Dieses Mal habe ich die Auflösung absolut nicht kommen sehen. Es waren viele mögliche Verdächtige und das Motiv war nach meiner Meinung gut in die ganzen Verwicklungen verstrickt. Natürlich ist schnell klar, was hinter dem Mord steckt, aber der Mörder hat sich meiner Wahrnehmung gut entzogen.

    Das Finale gestaltet sich dann auch ziemlich turbulent und wartet beim Happy End mit einem diskreten Hinweis auf das Thema in der Fortsetzung auf, die im Frühjahr 2025 erscheinen wird.

    Ist ja klar, dass ich dann wieder dabei sein werde.

    Fazit:

    Es war mir wieder eine Freude, Frederik Loebell und sein Team bei den Ermittlungen zu begleiten und mitzurätseln. Dass Dackel Wilhelm diesmal mehr Auftritte erhält, möchte ich dabei positiv hervorheben.

    Es war eine spannende und humorvolle Lektüre und eine kurzweilige Unterhaltung.

    Eine schöne Einstimmung auf die Weihnachtszeit.

    Meine Rezensionen der übrigen Bände:

    Weitere Rezensionen zu Band 3:

    Das Cover ist weihnachtlich gestaltet, der Titel Morden ohne Sorgen steht in goldener Farbe auf rotem Hintergrund,  schräg darunter steht der Untertitel Tannenmord im Weihnachtswald. Der Dackel trägt eine Weihnachtsmütze und einen roten Schal und sitzt neben einer Axt vor verschneiten Tannen.
    Das Cover finde ich einfach zauberhaft!
  • Rezension: Brown Girls

    Rezension: Brown Girls

    Infos:

    • Autorin: Daphne Palasi Andreades
    • Luchterhand Verlag
    • Hardcover, mit Schutzumschlag, 240 Seiten
    • Erschienen am:12.06.2024
    • Originaltitel:Brown Girls
    • Übersetzung: Aus dem Amerikanischen von Cornelius Reiber
    • ISBN:978-3-630-87677-1
    • Deutsche Erstausgabe
    • Originalverlag: Random House, New York

    Klappentext:

    »Als würde sie über jedes Brown Girl sprechen, das im letzten Jahrhundert gelebt hat… Furchtlos!« The New York Times

    »Wenn ihr es genau wissen wollt, hat unsere Haut die Farbe von 7-Eleven-Root-Beer. Die Farbe vom Sand am Rockaway Beach, von dem wir Blasen an den Fußsohlen bekommen. Die Farbe der Kajalstifte, mit denen unsere Schwestern ihre Augen umranden. Die Farbe von Erdnussbutter.«

    Queens, New York. Hier kämpft eine Gruppe von Mädchen darum, die Migrationsgeschichten ihrer Familie mit der amerikanischen Kultur in Einklang zu bringen. Rastlos durchstreifen sie die Stadt, die niemals schläft, singen aus voller Kehle Mariah Carey, sehnen sich nach Jungs, die unerreichbar sind, und brechen den erreichbaren die Herzen. Eins ist für sie klar: Sie wollen für immer Freundinnen bleiben. Doch das Älterwerden macht auch vor ihnen keinen Halt und all die neuen Wünsche und Träume stellen die Freundschaft vor ungeahnte Herausforderungen.

    In entwaffnend lyrischer Sprache zeichnet »Brown Girls« ein kollektives Porträt vom Erwachsenwerden und weiblicher Freundschaft vor dem Hintergrund von Rassismus, Klassenzugehörigkeit und Ausgrenzung im gegenwärtigen Amerika.

    Das Buch liegt auf einem lilafarbenen Kissen. Der Titel lautet Brown Girls. Auf dem Cover sind eine Häuserzeile ud einzelne Menschen zu sehen, im Hintergrund die Silhouette einer Großstadt.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

    Brown Girls ist ein unfassbar starkes Debüt voller Poesie und Stimmgewalt.

    Die Autorin schreibt dabei aus der Sicht vieler Mädchen und Frauen der Gruppe von People of Colour, die in den letzten Jahrzehnten in Queens, New York aufgewachsen sind. Töchter von Immigrant*innen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten und Erfahrungen, die sich dennoch vielfach sehr ähnlich und dennoch vielfältig und verschieden sind.

    Die Erzählung folgt diesen Leben chronologisch und erzählt von der Kindheit im „miesen Teil von Queens“, den unterschiedlichen Lebenswegen mit Highschool, College, Ausbildung, Arbeit und Privatleben. Dem Weggang einiger, dem Bleiben anderer, von Familiengründung oder auch nicht. Dabei nimmt die Autorin Rücksicht auf die Diversität der brown girls. Sie erzählt dabei nicht aus einer Ich-Perspektive, sondern erzählt immer mehrstimmig aus der Wir-Sicht.

    Das Buch ist kurzweilig und bildhaft geschrieben. Es vereint die Wut auf Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung und die Liebe zu ihren Müttern, Vätern, Brüdern, Schwestern und Freund*innen. Es ist ein eindrücklicher Blick in eine patriarchale Gesellschaft, in der sich Mädchen und Frauen immer noch ihren Platz erkämpfen müssen und auch mit ihren eigenen Zweifeln und Herausforderungen kämpfen.

    Die Erzählung ist vielfach fragmentarisch und temporeich und geht nicht sehr tief in die einzelnen Themen. Vieles wird nur kurz angerissen und erwähnt, aber wirft dennoch einen ausreichend umfassenden Blick auf die moderne Geschichte Amerikas.

    Das Buch gibt allen eine Stimme, die nicht Teil der weißen heteronormativen „Mehrheits“-Gesellschaft sind.

    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und halte es für eine wunderbare Ergänzung zu all den bisher erschienenen Bücher von PoC-Autor*innen. Es ist so komplex wie die Persönlichkeiten, von denen es erzählt.

    Zitat:

    Wir sehen die Gesichter unserer Verwandten vor uns[..], deren Gesichtszüge wir in unseren eigenen Gesichtern erkennen.

    [..] Ein Gefühl nicht unähnlich einem Déja-vu. Dass wir irgendwie schon mal hier waren. Aber wie soll das möglich sein? [..]

    Wir gehen immer Weg. Wir haben es im Blut wegzugehen.

    Aber vielleicht haben wir es auch im Blut zurückzukehren. Warum haben wir je geglaubt, dass Heimat nur ein einziger Ort sein kann? Wo doch das Leben in diesen Körpern bedeutet, dass wir viele Welten in uns tragen.

    Es gibt in diesem Buch viele Sätze, die auch mich direkt ansprechen, obwohl ich viele Erfahrungen als weiße Frau gar nicht machen kann. Aber ich glaube fest, dass wir alle miteinander verbunden sind und es keine künstlich geschaffenen Grenzen geben sollte.

    Das Buch mit Klappentext.

    Fazit:

    Unbedingte Leseempfehlung! Ich freue mich schon darauf, irgendwann mehr von der Autorin zu lesen.

    Weitere Lektüre:

  • Rezension: Reality, Reality

    Rezension: Reality, Reality

    Infos:

    • Autorin: Tone Schunnesson
    • Verlag: Luchterhand
    • Übersetzerin: Hanna Granz
    • Hardcover mit Schutzumschlag
    • 304 Seiten
    • Erschienen: 25.09.2024

    Klappentext:

    Wenn die Lügen am Ende das Einzige sind, was ein Quäntchen Wahrheit enthält.

    Das ehemalige Reality-TV Sternchen Bibbs wird von ihrem Partner Baby verlassen. Das passt ihr gar nicht, obwohl sie schon lange gerätselt hat, ob sie ihn wirklich will. Dumm auch, dass sie nun eine Menge Geld aufbringen muss – die sie nicht hat -, damit Baby vom Mietvertrag der geteilten Wohnung zurücktritt. Was nun? Mit scharfer Intelligenz und einem dehnbaren Wahrheitsbegriff mischt sie ihren Freundeskreis auf, und nicht nur den.

    Sie selbst ist dabei ihr erstes Opfer: ist sie doch am proaktivsten, wenn es darum geht, sich selbst zu sabotieren. Ob sie sich an einem todlangweiligen Businessmann abarbeitet, Brücken zu ihren Freunden verbrennt oder Baby öffentlich wirksam einen Übergriff vorwirft – ihre Befreiungsversuche sind stets sowohl hilflos als auch extrem kreativ. Wir alle kennen eine Bibbs, und überhaupt ist es so: am Ende des Tages ist sie eine von uns. Sich mit Bibbs gegen „die Realität“ zu verschwören, ist deshalb das Gebot der Stunde.

    Das Buch vor gelben Blüten im Garten
Reality Influencer Berühmtheit
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Das Buch wurde mir vom Luchterhand Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Das hat mich sehr gefreut, beeinflusst meine Meinung allerdings nicht.

    Man begleitet die Ich-Erzählerin etwa eine oder zwei Wochen in ihrem verkorksten Leben und wird von Anfang an ganz nah an sie heran gezogen.

    Sie war mir allerdings nicht durchgehend sympathisch. Ich fand sie teilweise sogar anstrengend. Trotzdem wollte ich wissen, was als nächstes passiert und ob sie es schafft, ihren Partner auszuzahlen, damit sie die Wohnung behalten kann.

    Ihre Beweggründe wurden mir manchmal nicht ganz klar und ich fand die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten zeitweise sehr ungesund.

    Gestützt durch Rückblicke auf verschiedene Phasen ihres Lebens erzählt Bibbs, wie es zur Trennung kam. Dabei geht sie nicht chronologisch vor, was mich manchmal etwas verwirrt hat. Allerdings fand ich, dass das zu ihrem Charakter passt. Sie hat ihr Leben selten im Griff, kann nicht mit Geld umgehen und ist niemand, mit dem ich gerne befreundet wäre.

    Aber gerade die Brüche in ihrem Lebenslauf machen diese Geschichte so faszinierend.

    Das Buch ist keine leichte Lektüre, aber dennoch lesenswert, da sie einen manchmal fast voyeuristischen Blick auf Bibbs Erlebnisse und einen schwarzhumorigen Blick hinter die Kulissen der Glamour-Welt wirft.

    Weitere Bücher aus dem Luchterhand Verlag:

  • Rezension: Morden ohne Sorgen – Band 2

    Rezension: Morden ohne Sorgen – Band 2

    Der tote Gärtner im Marmorsaal

    Die Fortsetzung von Morden ohne Sorgen – Die schöne Tote von Sanssouci.

    Infos:

    • Autor: Andreas K. Buchholz
    • Ein Potsdam-Provinz-Krimi | Cosy Crime
    • Band 2 der Reihe „Ein Fall für Frederik Loebell“
    • Download-Größe: 3 MB
    • eBook (epub)
    • Krimi
    • 227 Seiten
    • ISBN: 978-3-7517-5659-4
    • Ersterscheinung: 01.07.2024

    Klappentext:

    Das hatte sich Frederik Loebell aber mal ganz anders vorgestellt! Erst muss er notgedrungen wieder ins »Hotel Mama« einziehen – und dann wird er auch noch von seiner Jugendliebe Fleur zu einer nächtlichen Führung durch das Neue Palais genötigt. Und als wären die unheimliche Dunkelheit und die seltsamen Geräusche nicht schon schlimm genug, liegt prompt auch noch eine blutüberströmte Leiche im Marmorsaal!

    Während Fleur sich nur um den wertvollen Marmorboden zu sorgen scheint, stecken Frederik, Lisi und Tuan mitten in ihrem zweiten Mordfall. Wer war der Tote? Was hatte er nachts im Schloss zu suchen? Und warum glaubt Kommissarin Edda, den Fall so schnell gelöst zu haben? Frederik lässt nicht locker und stößt bei seiner turbulenten Spurensuche auf so manches alte Geheimnis … Aber will er sie wirklich alle lüften?

    Spannend und mit viel Wortwitz: »Der tote Gärtner im Marmorsaal« ist der zweite Fall für Frederik Loebell aus der humorvollen Provinz-Krimi-Reihe »Morden ohne Sorgen«.

    Im schönen Potsdam, zwischen Schlössern und Parks, stolpert Frederik mit seinem Zwergdackel Wilhelm über die eine oder andere Leiche. Zum Glück stehen ihm mit der lebensfrohen Reporterin Lisi und dem cleveren Redaktionspraktikant Tuan bei seinen Ermittlungen stets zwei tapfere Helfer zur Seite.

    eBooks von beTHRILLED – mörderisch gute Unterhaltung!

    Das Cover des Buches ist zu sehen. Der Titel steht über dem Dackel, der zerrissenes Papier im Maul hält und in einem Saal mit Marmorboden sitzt.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Nachdem ich ja schon Band 1 rezensiert habe, nachdem ich es vor erscheinen lesen durfte, fragte mich der Autor, ob ich Band 2 auch als E-Book lesen und rezensieren mag. Natürlich mochte ich. Mir hatte Band 1 ja schon gefallen.

    Die Rezension könnt Ihr unter diesem Link nachlesen.

    Ich sagte also zu und hatte schon bald darauf den Link zum Download des Lese-Exemplars. Da mein Geburtstag noch nicht lange zurück lag und ich mir mit Geschenkgutscheinen einen Tolino bestellen wollte, sollte es auch das erste E-Book sein, dass ich mit dem Reader lesen wollte.

    Es ist ein kleines handliches Gerät, auf dessen Bildschirm das Cover des Buches zu sehen ist. Der Titel steht über dem Dackel, der zerrissenes Papier im Maul hält.
    Das Cover in der Anzeige des Tolino

    Erste Erfahrungen mit dem Reader

    Erfreulicherweise war es kein Problem, das E-Book im richtigen Format herunter zu laden und auf den Tolino zu kopieren. Da ich das Gerät ja noch nicht weiter kannte, musste ich mich erstmal an die Handhabung gewöhnen. Auch die Einstellungen wie die Anpassung der Schriftgröße fand ich schnell und dem Lesespaß stand nichts mehr im Weg.

    Ich will mir mit dem Reader hauptsächlich Bücher über die Onleihe der Bibliothek ausleihen. Aber dieses Thema behandle ich ein anderes Mal.

    Lese-Vergnügen ohne Sorgen

    Und es war wirklich wieder ein Vergnügen. In Band 1 wurden die Protagonisten ja zunächst eingeführt und vorgestellt. In Band 2, der durchaus auch ohne Vorkenntnis gelesen werden kann, kommen einige liebenswerte Schrullen und eigenwillige Eigenschaften zum Vorschein, die den Personen mehr Charakter verleihen. Dadurch empfinde ich noch mehr Nähe zu den Protagonisten.

    Diese wurden weiter ausgearbeitet. Jeder hat seine ganz eigenen Hintergrundgeschichten und füllen den Handlungsrahmen mit Leben.

    Auch kommt der Humor diesmal wieder nicht zu kurz, was jedoch der Spannung nicht schadet. Der Kriminalfall war für mich rätselhaft und unvorhersehbar und ich wusste lange nicht, wer wirklich hinter der Sache mit der Leiche stecken könnte. Gegen Ende gab es noch einen Plot Twist, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Man kann dem Autor wirklich nicht in die Karten gucken. Wenn man denkt, man hätte den Mord und die Hintergründe durchschaut, kommt noch eine kleine Überraschung daher.

    Wer das Buch aufmerksam liest, wird einige Hinweise finden, die zur Lösung des Falles beitragen. Jedoch fand ich diese bis zuletzt sehr gut eingearbeitet. Und nur der geübte Krimilesende weiß, worauf man achten sollte.

    So fesselte mich das Buch von Anfang bis Ende und ich fühlte mich sehr gut unterhalten, so dass ich mich schon auf die Fortsetzung freue, die im November erscheint.

    Wer das schicke Cover aufmerksam betrachtet, findet sicher den einen oder anderen Hinweis, der im Buch noch wichtig wird.

    Fazit:

    Morden ohne Sorgen ist kein blutiger Thriller, aber auch keine langweilige Krimiserie, die man ohne großes Interesse nebenbei laufen lässt.

    Die Geschichte ist chronologisch, leicht lesbar und mit Humor und Spannung geschrieben. Teilweise kann man die Handlung turbulent finden, aber das schadet dem Buch meiner Meinung nach überhaupt nicht.

    Es macht Spaß, bei den Ermittlungen mitzurätseln und auch der Einblick in den Journalisten-Alltag langweilt die Lesenden nicht.

    Und ich habe gelernt, dass Marmorböden kein Blut mögen und das nie wieder raus geht. Wenn ich mal nach Potsdam komme, dann werde ich mir die Fußböden dort ganz genau ansehen.

    Dackel Wilhelm ist dazu die „Kirsche auf der Sahnetorte“ und immer zu Schandtaten bereit. Oft ist er der Grund, warum die Mordfälle überhaupt gelöst werden, weil er seine Nase noch in die vermeintlich unwichtigsten Winkel steckt.

    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

    PS: Jetzt will ich auch einen Dackel haben! 😉