Schlagwort: Lesekreis

  • Rezension: Nullzeit von Juli Zeh

    Rezension: Nullzeit von Juli Zeh

    Klappentext:

    Eigentlich ist die Schauspielerin Jola mit ihrem Lebensgefährten Theo auf die Insel gekommen, um sich auf ihre nächste Rolle vorzubereiten. Als sie Sven kennenlernt, entwickelt sich aus einem harmlosen Flirt eine fatale Dreiecksbeziehung, die alle bisherigen Regeln außer Kraft setzt. Wahrheit und Lüge, Täter und Opfer tauschen die Plätze. Sven hat Deutschland verlassen und sich auf der Insel eine Existenz als Tauchlehrer aufgebaut. Keine Einmischung in fremde Probleme – das ist sein Lebensmotto. Jetzt muss Sven erleben, wie er vom Zeugen zum Mitschuldigen wird. Bis er endlich begreift, dass er nur Teil eines mörderischen Spiels ist, in dem er von Anfang an keine Chance hatte.

    Taschenbuch, Flexibler Einband, 320 Seiten, erschienen im btb Verlag

    Link zum Buch

    Ich habe das Buch gelesen, weil es im Lesekreis vorgeschlagen wurde. Dabei fielen Worte wie Lieblingsbuch und großartig. Meine Meinung ist das nicht unbedingt.

    Das Buch ist flüssig lesbar und ich konnte mir die beschriebenen Handlungen gut vorstellen. Die Sprache ist klar, der Schreibstil bildhaft. Vergleiche zu anderen Büchern der Autorin kann ich nicht ziehen, da ich von Juli Zeh noch nichts gelesen habe.

    Sven, Tauchlehrer auf einer nicht namentlich genannten Insel, erzählt die Geschehnisse aus seiner Sicht. Dabei scheint er zu Beginn mit seinem Leben mehr als zufrieden zu sein, was sich dann aber nach und nach ändert. Unterbrochen wird die Erzählung durch Tagebucheinträge seiner Tauchschülerin Jola, die mit ihrem Lebensgefährten einen 14-tägigen Tauchkurs gebucht hat. Es entwickelt sich eine Ménage à trois, in deren Verlauf niemals klar ist, ob Jola oder Sven die Geschehnisse wahrheitsgemäß widergeben, da sich ihre Schilderungen stark unterscheiden. So kommt hin und wieder Verwirrung auf, auch über die Absichten der Protagonisten.

    Mich konnte die Geschichte nicht sehr fesseln. Mir waren die Beweggründe der beteiligten Personen nicht erklärbar und ich konnte keinem so recht glauben. Auch waren mir keine der handelnden Personen wirklich sympathisch. (Einzig der Gecko Emil weckte mein Mitgefühl.)

    Am besten gefielen mir noch die Beschreibungen der Tauchgänge, die in mir den Wunsch weckten, selbst einmal tauchen zu gehen.

    Ich frage mich, welchem Genre das Buch zugeordnet sein will. Für einen Thriller gibt es in meinen Augen nicht genug Thrill, für einen Erotikroman fehlt es an entsprechender Handlung. Es ist alles in allem ein ganz gut lesbarer Urlaubsroman, der mich immerhin ganz nett unterhalten hat.

  • Rezension: Die Hauptstadt von Robert Menasse

    Rezension: Die Hauptstadt von Robert Menasse

    Klappentext:

    Der große europäische Roman

    In Brüssel laufen die Fäden zusammen – und ein Schwein durch die Straßen. Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. David de Vriend dämmert in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; ≫zu den Akten legen≪ wäre zu viel gesagt, denn die sind unauffindbar. Und Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Think-Tank der Kommission vor den Denkbeauftragten aller Länder Worte sprechen, die seine letzten sein könnten.

    In seinem Roman spannt Robert Menasse einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen. Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen – für das Schwein, das durch die Straßen läuft. Und David de Vriend bekommt ein Begräbnis, das stillschweigend zum Begräbnis einer ganzen Epoche wird: der Epoche der Scham.

    Als gebundenes Buch 2017 im Suhrkamp Verlag erschienen.

    459 Seiten

    Das Buch ist mittlerweile auch als Taschenbuch erhältlich.

    Ich danke dem Verlag sehr für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

    Meine Meinung:

    Gut recherchierte EU-Satire mit kritischen Tönen

    Anhand verschiedener Protagonisten webt der Autor einen europäischen Flickenteppich aus amüsanten und skurrilen Geschehnissen. Viele Wendungen in z. B. französischer, englischer Sprache, Flämisch oder Polnisch, werden nicht übersetzt und im Text auch selten erklärt. So ist es für weniger sprachbegabte Leser nur bedingt lesbar. (Ich selbst bemühte ab und zu den Google-Übersetzer.) Auch springt der Autor ständig zwischen den Zeitformen hin und her. Grundsätzlich wird der Roman in der Vergangenheitsform erzählt, aber häufig verwendet Menasse auch den Präsens oder andere Vergangenheitsformen. Für mich aus keinem erkennbaren Grund und ohne nachvollziehbares Muster. Das hat mich stets aus meinem Lesefluss gerissen. (Ich weiß nicht, ob das Buch durch die Neuauflage als Taschenbuch nochmals überarbeitet wurde, daher kann ich nur das mir vorliegende Exemplar bewerten.)

    Lässt man die stilistischen Fehler beiseite, findet man gut beschriebene Handlungen und Orte und faszinierende Charaktere. Es gibt im Buch auch einige gelungene Metaphern, die manche Zusammenhänge und Abläufe des großen bürokratischen EU-Apparates erklären sollen. Beispielsweise die Beschreibung über die Funktion der Milz im Körper, über die kaum jemand etwas weiß, die aber im Verborgenen verlässlich ihre Arbeit leistet.

    Man erkennt beim Lesen auf jeden Fall, dass der Autor bereits einige Zeit in Brüssel verbracht hat und sich dort gut auskennt.

    Mein Fazit: Keine Lektüre für „nebenbei“, aber für EU-Interessierte auf jeden Fall geeignet.

  • Planung 2019

    Planung 2019

    Ich möchte Euch heute mitteilen, wie mein Plan für das kommende Jahr aussieht. Ich stelle das Jahr 2019 unter folgendes Motto:

    SuB-Abbau und Re-Read-Reihen

    Das ganze stelle ich mir so vor: Ich nehme endlich mal den Stapel ungelesener Bücher in Angriff, der sich hauptsächlich im vergangenen Jahr bei mir angesammelt hat. Außerdem möchte ich endlich mal wieder einige Reihen lesen, die ich schon seit langem mal wieder lesen möchte!

    Zu den Reihen zählt die Outlander-Reihe von Diana Gabaldon (ab Band4), sowie die Skulduggery Pleasant Bücher von Derek Landy.

    Außerdem möchte ich die Agatha Raisin Bücher und Harry Potter mal wieder lesen. Mal sehen, ob ich darüber hinaus noch andere Reihen schaffe.

    Zum SuB zählen vor allem die Bücher in diesen Bildern:

    SuB 1
    SuB 2

    Außerdem auch die Bücher, die ich bei der großen Lovelybooks Verlosung im Dezember gewonnen habe:

    Lovelybooks Gewinn

    Natürlich werden dann noch die Bücher dazu kommen, die ich mit dem Lesekreis lesen werde. Es verspricht also ein spannendes Jahr zu werden. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie ich so mit meinem Plan voran kommen werde. Natürlich werde ich darüber berichten und auch noch eine vernünftige Aufstellung anfertigen.

    Um endlich mal diesen Berg Bücher zu bewältigen, werde ich allerdings auch so gut wie keine Rezensionsexemplare annehmen oder anfordern. Ausnahmen werden da sicherlich die Regel bestätigen. Schließlich kenne ich mich sehr gut und wenn mir ein Buch einfach sehr zusagt, kann ich ja sowieso nicht widerstehen. Lasst Euch überraschen. 🙂

    Nun wünsche ich Euch allen einen wunderschönen Jahresstart und vor allem Gesundheit.

    Eure Rabi