Schlagwort: Krimi

  • Rezension: Morden ohne Sorgen 1

    Rezension: Morden ohne Sorgen 1

    Infos:

    • Untertitel: Die schöne Tote von Sanssouci
    • Autor: Andreas K. Buchholz
    • Verlag: beTHRILLED
    • eBook, 211 Seiten
    • Ersterscheinung: 01.04.2024
    • ISBN: 9783751756587

    Klappentext:

    Zusammen mit Zwergdackel Wilhelm kehrt Frederik Loebell nach 20 Jahren in seine Heimatstadt Potsdam zurück. Seine Karriere als Journalist hat er gerade erst mit voller Wucht gegen die Wand gefahren, nun muss er mit Mitte 50 als kleiner Lokalreporter in der Provinz bei den Stadtnachrichten neu anfangen.

    Doch das ist leichter gesagt als getan: Denn wegen eines bevorstehenden Musikfestivals auf Schloss Sanssouci steht ganz Potsdam kopf. Und der Star dieses Festivals ist ausgerechnet Carlo – Loebells verhasster Schulkamerad. Auch dauert es nicht lange, da stolpert Loebell über mysteriöse Autounfälle, verwirrte Zeugen, dunkle Geheimnisse und eine schöne Tote!

    Versucht ein Mörder das Musikfestival zu sabotieren? Und wie hängen all diese Ereignisse miteinander zusammen? Loebell packt das Jagdfieber – wenn ihm nur sein Zwergdackel nicht immer wieder entwischen würde … Doch zum Glück stehen ihm mit Redaktionspraktikant Tuan und Radioreporterin Lisi zwei gewiefte Helfer zur Seite!

    »Die schöne Tote von Sanssouci« ist der erste Fall für Frederik Loebell aus der humorvollen Provinz-Krimi-Reihe »Morden ohne Sorgen«.

    eBooks von beTHRILLED – mörderisch gute Unterhaltung!

    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Ich durfte das Buch vorab über die Bloggerjury lesen. Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des eBooks.

    Und meinem Kollegen danke ich, dass ich das Foto von seinem Dackel Ole für meine Collage verwenden durfte.

    Nun aber zum Buch:

    Von Anfang an folgt man immer den Erlebnissen des Journalisten Frederik, der nach einem Skandal in seine Heimat Potsdam zurückkehrt und direkt von seinem neuen Vorgesetzten den ersten Auftrag erhält. Er soll den Stargeiger des bevorstehenden Festivals treffen, den er noch aus Schulzeiten kennt und früher schon nicht mochte.

    Begleitet wird er meistens von seinem Zwergdackel Wilhelm, der gerne mal wegläuft und für humorvolle Situationen sorgt.

    Frederik trifft auf seine neuen Kollegen, darunter eine trinkfreudige Radioreporterin und lernt die Vorsitzende des Fanclubs des Geigers Carlo kennen. Seine Mutter versucht ihn telefonisch zu erreichen, was er zu ignorieren versucht. Seine Tante macht ihn mit einer Gruppe wanderlustiger Rentner bekannt, die mit ihm frühmorgens über eine Leiche stolpern.

    Die Anzahl der Protagonisten ist nicht zu groß, so dass man beim Lesen nie den Überblick verliert. Auch bin ich erst kurz vor Schluss darauf gekommen, wer für die Morde verantwortlich ist, da so nach und nach die Motive aufgedeckt werden.

    Der Schreibstil ist bildhaft und stimmungsvoll. Das Buch ist eine kurzweilige Krimilektüre mit sympathischen Charakteren. Ich habe es sehr gerne gelesen und freue mich schon auf die Fortsetzungen. Band 2 wird im Juli erscheinen, Band 3 ist für November geplant.

    Mögt ihr Dackel? 🙂

  • Rezension: Harlem Shuffle

    Rezension: Harlem Shuffle

    Infos:

    • Autor: Colson Whitehead
    • Verlag: btb
    • Originialverlag: Hanser
    • Aus dem Amerikanischen von: Nikolaus Stingl
    • Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten
    • ISBN: 978-3-442-77201-8
    • Erschienen am 11. Mai 2023

    Klappentext:

    Im schillernden Harlem der sechziger Jahre, wo Gangster und Zuhälter, Hochstapler und Schießwütige die Strippen ziehen, versucht ein Mann aus einfachen Verhältnissen so ehrlich wie möglich aufzusteigen. Doch nach kleineren Gaunereien steht er plötzlich mit Raubgut aus einem Luxushotel alleine da. Polizei und Gangster tauchen in seinem Einrichtungsladen auf und nach und nach zieht sich die Schlinge um seinen Kopf immer fester.
    Der mitreißende Roman des zweifachen Pulitzer-Preisträgers Colson Whitehead ist Familiensaga, Soziographie und Ganovenstück, vor allem aber eine Liebeserklärung an New Yorks berühmtestes Viertel.

    • »Hat alles, was einen guten Roman ausmacht … ihr Tempo aber hat sich die Geschichte vom Kino geborgt.«
    • »Intimer, burlesker, schneller, böser, auch humorvoller als die Vorgängerromane und belegt einmal mehr, dass dieser Autor aus jedem Werk etwas neues machen will.«
    • »Harlem Shuffle ist weit mehr als ein Kriminalroman – es ist ein Buch über Amerika im Umbruch.«
    • »Großes Kino … Der vielleicht größte Trumpf von Harlem Shuffle ist Whiteheads Fähigkeit, Atmosphäre zu erzeugen.«
    • »Whitehead porträtiert in seinem wundervollen neuen Roman das Harlem der sechziger Jahre. … gleichermaßen unterhaltsam wie Gesellschaftsstudie und Zeitporträt. «
    • »Grandios unterhaltsam und humorvoll … Harlem Shuffle ist leicht und geht doch tief unter die Haut.«
    • »Ein großer Spaß! Colson Whitehead spielt mit dem Krimi-Genre so lässig wie ein Jazzvirtuose mit einem Broadway-Schlager … ein zeitloses Sittengemälde Amerikas.«
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Von Colson Whitehead habe ich bereits Underground Railroad gelesen. Da mir das Buch gefallen hat, habe ich mich sehr gefreut, als mir der Verlag Harlem Shuffle als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Meine Rezension zu Underground Railroad findet Ihr hier.

    Nun aber zu meiner Meinung zu Harlem Shuffle.

    Underground Railroad erzählt die Geschichte des gleichnamigen Fluchtnetzwerkes, das die Sklaven in den Vereinigten Staaten aufgebaut hatten, spielt aber mit fantastischen Einflüssen.

    Bei Harlem Shuffle spielt der Autor gekonnt mit dem Image des Harlems der 1960er Jahre. Dabei verwendet er eine direkte und fesselnde Sprache, die ein atmosphärisches Sittengemälde der damaligen Zeit bildet.

    Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Teil 1 beginnt 1959, Teil 2 erzählt die Geschichte nach einem Sprung um 2 Jahre weiter und Teil 3 endet dann 1964. Hauptsächlich wird die Geschichte von Ray Carney erzählt, der in der bürgerlichen Mittelschicht lebt und versucht, seiner Familie ein gutes Leben zu ermöglichen. Dies erreicht er dadurch, dass er hin und wieder Abstecher in kriminelle Gefilde macht. Sein Cousin Freddie und andere Kleinkriminelle versorgen ihn mit gestohlener Ware, deren Herkunft er nicht hinterfragt und an verschiedene Hehler vermittelt. Das so erwirtschaftete Zusatzeinkommen verwendet er zum Ausbau seines legalen Möbelgeschäfts und um Polizisten und Gangsterbosse zu bezahlen.

    Der Kriminalroman um Carney wird umrahmt von den Rassenunruhen der 60er Jahre und nimmt Bezug auf die Geschichte der Sklaverei und des Rassismus in Amerika. Dies wird auch anhand der Ehefrau von Ray thematisiert, die in einem Reisebüro für Schwarze arbeitet, die vor allem sichere Reiserouten und Unterkünfte im rassistischen Amerika benötigen. So streut Colson Whitehead auch wieder Gesellschaftskritik in seinem Roman ein, der aber diesmal auch mit Witz und Humor ein leichteres Lesevergnügen bereithält. Er beleuchtet die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und zeigt auf, dass einen der Standesdünkel nicht vor Schaden schützen kann.

    Mir hat das Buch sehr gefallen. Ich habe beim Lesen mit Ray mit gefiebert und gerne seine Erfolge und sein Scheitern begleitet. In meinem Kopf lief die Handlung wie auf einer Leinwand ab. Dabei fühlte ich mich an die alten Krimifilme der 60er Jahre erinnert. Teilweise waren die Bilder in meinem Kopf sogar in schwarz-weiß, wenn z. B. Ray mit dem Polizisten im Auto unterwegs ist.

    Ich kann das Buch jedenfalls wärmstens empfehlen. Die Atmosphäre der 60er Jahre in Harlem ist direkt greifbar.

  • Krimi-Lesung im Kulturtreff Plantage

    Krimi-Lesung im Kulturtreff Plantage

    Am 27. April war ich mal wieder zu einer Lesung im Kulturtreff Plantage.

    Die Autorin Dr. Barbara Schlüter hat aus ihrem historischen Kriminalroman Gerächter Zorn vorgelesen und wusste viele spannende Informationen über die Zeit um 1890 in Hannover und die Arbeiterstadt Linden zu erzählen.

    Links im Bild steht die Autorin an einem Stehtisch, an ihrer linken Seite steht ein niedriger Tisch, auf dem die Bücher der Autorin und einige Flyer aufgebaut sind.
    Link zur Autorenseite

    Über die Autorin:

    • Studium Geschichte, Wissenschaft von der Politik, Wirtschaftswissenschaften
    • Sechs Jahre wissenschaftliche Assistentin am Historischen Seminar der Universität Hannover
    • Aussbildung zur Trainerin bei der Trainer-Akademie-München (TAM) in München
    • Aufbaustudium Erwachsenenbildung in Hannover
    • Seit 1980 selbstständige Trainerin
    • Ansätze als Grundlage der Arbeit: Transaktionsanalyse, NLP, Rollenspiel, Inneres Team, Moderation und Coaching

    Infos zum Buch:

    • Titel: Gerächter Zorn
    • Taschenbuch, 258 Seiten
    • Zuerst erschienen: 2016
    • Neuauflage: Elvea Verlag 2020
    • ISBN 978-3-946751-80-9

    Darum geht es in dem Buch:

    Die Verhältnisse in Linden sind katastrophal – arm, dreckig und im Wohnraum völlig beengt geht es in Hannovers benachbartem Industriedorf zu. Es prallen Welten aufeinander, als die Zwillinge Elsa und Emilie aus dem behüteten Hause der von Elßtorffs beschließen, die Arbeit der Diakonisse zu unterstützen, denn die scheint selbst am Ende ihrer Kräfte. Medizinstudent Heinrich von Elßtorff und der „rote Fuchs“ Cord Breuer sind ebenfalls entsetzt über die gesundheitsgefährdenden Bedingungen in den Fabriken. Was können die jungen Leute tun, die die Menschen nicht einfach ihrem Schicksal überlassen wollen? Zunächst verhindern einige glückliche Fügungen Schlimmeres. Ganz zuletzt ist es jedoch einmal mehr an Elsa, beherzt einzugreifen…

    Das Buch steht auf einem steinernen Hocker, im Hintergrund eine Häuserreihe, davor das Gebäude des Kulturtreffs.

    Ein paar Worte zu meinem Background:

    Ein paar meiner Vorfahren stammen aus dem Eichsfeld und sind zum Arbeiten nach Linden gezogen, wie es damals viele Arbeiter taten. Es gibt eine Anekdote über meinen Opa, der in Linden geboren wurde und dort in die grobe Richtung Südosten gehalten wurde, mit den Worten: „In diese Richtung liegt unsere Heimat, das Eichsfeld.“

    Deswegen hat mich diese Lesung besonders interessiert. Ich habe mich gefreut, dass meine Mutter mich begleiten konnte, so dass wir uns nach der Lesung auch noch darüber austauschen konnten.

    Ein paar geschichtliche Daten:

    Zwischen 1852 und 1861 wächst Linden von ca. 5.000 auf ca. 10.000 Einwohner. Dies ist eine Folge der Industrialisierung, die in dieser Zeit in Linden für die Ansiedlung mehrerer Fabriken sorgt. Es entsteht eine Siedlung für Arbeiter, die vor allem aus Rumänien zuwandern, „Klein-Rumänien“ genannt.

    Neben der bekannten Fabrik namens Hanomag, die Wohnhäuser für ihre Arbeiter errichten, entsteht unter anderem eine Siedlung für die Arbeiter der Weberei. Die Textilindustrie ist zeitweise der wichtigste Wirtschaftszweig Lindens. Heute erinnert die Bettfedernfabrik daran, die mittlerweile als Veranstaltungsort genutzt wird.

    Es werden Bahnhöfe errichtet, Fischerhof und ein Güterbahnhof am Küchengarten.

    1875 hat Linden bereits 21.000 Einwohner und die Wohnungsnot ist groß. Teilweise vermieten Menschen ihre Betten an Schlafgänger, die stundenweise in den tagsüber nicht genutzten Betten schlafen. Die hygienischen Zustände sind prekär und aus heutiger Sicht kaum vorstellbar.

    1885 wird Linden städtisch, bekommt einen Bürgermeister, hat 25.000 Einwohner und 69 Straßen, die nur zum Teil kanalisiert sind. Viele Straßennamen erinnern heute noch an die damalige Industriestandorte.

    1895, die Zeit, zu der etwa die Romane von Dr. Schlüter spielen, sind ca. 80 % der fast 36.000 Einwohner Arbeiter.

    Zurück zur Lesung:

    Hauptthema der Lesung war nicht nur der fiktive Kriminalfall, aus dem die Autorin einige Abschnitte vorlas, sondern auch die Arbeits-, Wohn- und Lebensbedingungen der Arbeiter zur damaligen Zeit. Vor allem das Leben der Frauen liegt der Autorin am Herzen, so dass sie ihren Fokus auf die Frauen in allen Schichten der damaligen Zeit legt.

    Die Lebensumstände der Zeit hat die Autorin anhand vieler Quellen recherchiert und in ihre fiktiven Romane eingearbeitet. In ihrem Kurzgeschichten-Buch „Ausgerechnet zum Feiertag“ ist der Besuch des Kaisers in Hannover ein Teil der Handlung.

    Besonders der fehlende Gesundheitsschutz in den Fabriken ist ein Thema im vorgestellten Roman. Das hat mich sehr gefesselt.

    Ich habe mir das Buch Gerächter Zorn gekauft und signieren lassen. Aber die übrigen Bücher stehen jetzt auf meiner Wunschliste, da ich diese auf jeden Fall auch noch lesen und tiefer in die Geschichte meiner Heimat eintauchen möchte. Ich finde das ganze Thema einfach super faszinierend, so wie es auch die Lesung und die daran anschließend entstehende Diskussion war: sehr interessant und auch lehrreich. Auch habe ich der Autorin sehr gerne zugehört, die so spannend aus der Geschichte erzählen konnte.

    Quelle eines Teils der Geschichte Lindens: Punkt Linden

    weitere Links zu besuchten Lesungen:

    Lesung Atemlos in Hannover

    Lesung und Diskussion Schwestern

    Lesung Die Geschichte der Frau

    Buchvorstellung Feindbild Frau

  • Buddyread: Ostfriesenkiller

    Buddyread: Ostfriesenkiller

    Ich habe bei Instagram einen Buddyread mit Franzi gemacht.

    Wir haben Ostfriesenkiller von Klaus-Peter Wolf gelesen.

    Infos:

    • Reihe: Ann Kathrin Klaasen Band 1
    • Genre: Regionalkrimi
    • Verlag: S. Fischer
    • Erschienen: 01.04.2007
    • 304 Seiten
    • ISBN: 978-3-596-16667-1

    Klappentext:

    Der erste Fall für Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen in Ostfriesland.

    Eine Serie von Mordfällen erschüttert Ostfriesland. Nach und nach werden mehrere Mitglieder des Vereins ›Regenbogen‹ auf grausame Weise umgebracht. Dieser Verein kümmert sich um die Belange von behinderten Menschen. Wer hasst so sehr, dass er sie alle auslöschen will?
    Für Ann Kathrin Klaasen wird dieser Fall zu einer großen beruflichen wie menschlichen Bewährungsprobe.

    „Ostfriesenkiller“ wurde prominent mit Christiane Paul als Ann Kathrin Klaasen für das ZDF verfilmt.

    Ein Blick auf den berühmten "Otto"- Leuchtturm in Ostfriesland, im Vordergund das Buch.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Der Krimi wird wechselnd aus der Sicht verschiedener Protagonisten erzählt.

    Man folgt der Kommissarin, ihren Kollegen, ebenso einigen Opfern in ihren letzten Stunden und auch die Gedanken des Mörders werden in kurzen Absätzen dem Leser nahe gebracht. Dabei gibt es manchmal plötzliche Zeitsprünge, der Übergang ist fließend und wechselt keineswegs kapitelweise, was nach einer kurzen Gewöhnungsphase keine Probleme bereitet.

    Auch war es kein Problem, die Leseabschnitte auf ca. 30 Seiten zu begrenzen, da manche Kapitel länger und manche recht kurz waren, aber die bereits erwähnten Wechsel nicht kapitelweise vorgenommen wurden und die Kapitel in mehrere Absätze unterteilt sind.

    Dadurch kommt auch keine Eintönigkeit auf und die Aufmerksamkeit des Lesers wird stets gefordert.

    Es gibt ein paar Szenen, wie den Banküberfall in Leer, der wohl die Charakterentwicklung der Kommissarin bezwecken soll, aber irgendwie nicht richtig passend erschien.

    Warum anfangs einige Absätze kursiv geschrieben sind, die wohl die Gedanken des Mörders widergeben, aber das plötzlich nicht mehr der Fall ist, konnten wir uns nicht erklären.

    Nachdem die Geschichte zum Schluss nochmal an Tempo aufnahm, kam das Ende allerdings etwas abrupt. Da hätten wir uns noch einige Seiten mehr gewünscht. Bei einem abgeschlossenen Roman wäre dies auch ein Kritikpunkt, aber als Beginn einer Reihe bleiben so noch einige Handlungsstränge offen, die sicherlich in den folgenden Bänden fortgesetzt werden.

    Im Großen und Ganzen hat uns Ostfriesenkiller aber gut gefallen, vor allem, dass die Kommissarin nicht als Anfängerin dargestellt wurde, die sich erst bewähren und ihren Platz bei den Kollegen erkämpfen muss. Sie hat eine komplexe Persönlichkeit mit Vergangenheit, die auch für Konflikte in der Gegenwart sorgen. Das hat der Autor schon gut herausgearbeitet, aber hat auch Raum für die weitere Entwicklung in den Folgebänden gelassen.

    Auch bei den Mordfällen ist nicht von Anfang an klar, wer der Mörder ist und was der Auslöser für die Morde ist. Es ist ein gutes Buch zum Miträtseln und Spekulieren.

    Auch die übrigen (Haupt-)Protagonisten haben ihre Eigenheiten und sind vielschichtige Charaktere. Auch hier ist die weitere Entwicklung in den Fortsetzungen erwartbar.

    Mir hat der Austausch mit Franzi Spaß gemacht. Manche Aspekte einer Geschichte werden erst im gemeinsamen Austausch und bei der Diskussion darüber präsent. Es hat uns so gut gefallen, dass wir planen, die Reihe im Buddyread fortzusetzen. Es wird aber wahrscheinlich erst im Frühjahr weiter gehen. Wir machen uns da keinen Stress und gehen es entspannt an. Ich werde Euch gerne berichten, wenn es soweit ist.

    Und Ihr?

    Habt Ihr auch schonmal an einem Buddyread teilgenommen? Wie hat es Euch gefallen? Was habt Ihr gelesen? Erzählt es mir gerne in den Kommentaren.

    Mehr?

    Dies war nicht mein erster Buddyread. Hier findet Ihr meinen Bericht über meinen letzten Buddyread mit Mo.

  • Rezension: Organisation Esperanza

    Rezension: Organisation Esperanza

    Infos:

    • Autor: Günter Lützenkirchen
    • Selfpublisher
    • 372 Seiten
    • Taschenbuch
    • Erschienen: 26. Juli 2022

    Klappentext:

    Die Organisation Esperanza bekämpft global Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zielgruppe für die Organisation ist ein verbrecherisches Syndikat, dem Politiker, Beamte sowie wohlhabende und einflussreiche Geschäftsleute angehören. Die Verbrecher werden auf ungewöhnliche Weise auf den Pfad der Tugend zurückgeführt und tragen mehr oder weniger freiwillig zur Finanzierung der weltweit erfolgreichen Aktionen der Organisation Esperanza bei. Rache und die übliche Bestrafung der Täter interessiert die Organisation wenig. Das überlässt sie den Strafbehörden. Dieser interaktive Kriminalroman führt den Leser zu authentischen Schauplätzen weltweit, die in Google Earth erkundet werden können.

    Im Vordergrund das Buch, im Hintergrund ein Waldstück. Es ist weiß gehalten, darauf der Titel, Name des Autoren und drei Personen, die auf einem Globus stehen. Die Körper enden nach oben wie Baumstämme.
    Link zum Buch

    Meine Meinung:

    Das Buch ist ein Krimi mit Thrillerelementen, der Handlungsorte auf der ganzen Welt hat.
    Zu fast jedem Kapitel werden die wechselnden Orte benannt, die man dann auf Online Weltkarten oder z. B. Google Earth suchen und ansehen kann.
    Das habe ich beim Lesen nicht parallel gemacht, da es mich sonst zu sehr aus dem Lesefluss gerissen hätte. Aber hinterher fand ich es ganz spannend,
    nochmal zu sehen, wo die Protagonisten überall unterwegs waren.

    Da der Roman auch ohne Blutvergießen auskommt, ist er sicher interessant für zartere Gemüter. Die vielfältigen Verbrechen, die in diesem Buch behandelt werden, wie Kindesentführung, Drogenhandel, Prostitution, werfen einen umfassenden Blick auf die moralische Verderbnis, die in unserer Realität in allen Schichten zu finden sind. Der Autor möchte auf die Missachtung der Menschenrechte aufmerksam machen und versucht, zumindest fiktiv eine bessere Welt zu schaffen.

    Dies war mir allerdings ein wenig zu schwarz-weiß gezeichnet. Die Guten konnten Probleme fast mit Leichtigkeit lösen, teilweise reichte ein
    Telefonanruf und schon konnten die Pläne der Bösen vereitelt werden, oder sie wurden ganz einfach überlistet und zur Strecke gebracht.
    Das war mir ein wenig zu eindimensional. Ich denke, es hätte der Spannung gut getan, wenn die Mitglieder der Organisation auch mal gescheitert wären.

    Fazit:

    Wer gerne weltweiten Ermittlungen folgt und eine abwechslungsreiche Geschichte mit unterschiedlichen Charakteren mag, der findet mit diesem Buch die richtige Lektüre.

    Der Schreibstil ist gut lesbar und die Abläufe sind chronologisch. Einzelne Zeitsprünge sind gut nachvollziehbar.

    Ich könnte mir das Buch auch gut als Miniserie im Fernsehen vorstellen, da die Protagonisten wechseln und die Handlung nicht auf einen Ort beschränkt ist.

  • Rezension: Keine Heilige

    Rezension: Keine Heilige

    Infos:
    • Autorin: Kate Rapp
    • Verlag: Selfpublishing
    • 444 Seiten, Taschenbuch
    • Debütroman
    Klappentext:

    Jessica Marple hat eine Ehekrise und einen pubertierenden Sohn. Sie ist keine Amateurdetektivin, sondern Krankenschwester am King´s College Hospital in London. Natürlich ist sie nicht verwandt mit Agatha Christies blaustrümpfiger Miss Marple, sondern genervt davon, ständig mit dieser fiktiven Spürnase in Verbindung gebracht zu werden. Das ändert sich, als eine schwer verletzte junge Frau, der nach einer Vergewaltigung beide Brüste abgeschlagen wurden und die nun ihr Gedächtnis verloren hat, auf ihre Station kommt. Sie beginnt, den ermittelnden Inspector bei seiner Arbeit zu unterstützen und versucht herauszufinden, wer diese junge Frau ist. Nebenbei entdeckt sie, dass die Verbindung ihrer Familie zu Agatha Christie weniger zufällig ist, als sie dachte. 

    Meine Meinung:

    Ich habe den Aufruf der Autorin bei Instagram gesehen. Dort verloste sie Belegexemplare an interessierte Blogger*innen, die das Buch zum Erscheinungstermin gelesen und rezensiert haben konnten.

    Da mich der Klappentext neugierig machte und ich durch die Bookstagram Klassenfahrt nach UK sowieso gerade im britischen Fieber war, bewarb ich mich für ein Exemplar. Ich hatte Glück und erhielt es bald per Post. Danke noch mal dafür! Meine Meinung hat das natürlich nicht beeinflusst. Die teile ich Euch jetzt mit.

    Das Buch nochmal in Szene gesetzt.
    Schade, schon zu ende!

    Das dachte ich als erstes, als ich das Buch beendet hatte. Ich habe Jess und Eddie gerne bei ihren Ermittlungen begleitet!
    Man war nie sicher, wer was getan hatte und wer wem was vormachte.

    Die verschiedenen Protagonisten in dem Buch haben alle Charakter und ich konnte der Handlung gut folgen.
    Die Kapitel beleuchten aus verschiedenen Blickwinkeln Opfer und Ermittler, die alle ihre eigenen kleineren und größeren Probleme haben. Auch die Täter sind greifbar und werden nachvollziehbar beschrieben.
    Wobei ich einigen nicht unbedingt im wirklichen Leben begegnen möchte.

    Dabei liegt der Fokus nicht allein auf den Ermittlungen, sondern liegt auch auf den Hintergrund-Geschichten der jeweiligen Personen, die mir teilweise sehr sympathisch waren. Was bei einigen Personen ein wenig länger gedauert hat, die dennoch durch ihre Eigenarten und ihre Charaktere die Geschichte bereichert haben.
    Der Schreibstil ist gut lesbar und an den richtigen Stellen mit der entsprechenden Sprache gewürzt.
    Keine Heilige ist allerdings kein Cosy Crime, jedoch auch nicht allzu harter Stoff. Für mich die richtige Mischung aus Krimi und Thriller mit einem kleinen Schuss Humor und einem guten Schuss Drama und Tragik.

    Ich hoffe, die Autorin nimmt uns bald wieder mit in die Welt der Krankenschwester und des Inspectors. Ich will doch wissen, wie sich die beiden weiter entwickeln und ob Inspector Wolfe tatsächlich noch seinen Vater kennen lernen kann.

    Diesen Krimi kann ich guten Gewissens Fans des Genres empfehlen.

    Weitere Leseempfehlung:

    Falls Ihr gerne besondere Krimis lest, könnte Euch auch Der Tag, an dem ich David B. ermorde von Victoria Abdo ebenfalls interessieren.