Kategorie: Lesekreis Lektüre

  • Leseplanung Juni

    Leseplanung Juni

    Nachdem der Mai recht voll gepackt war und ich es doch nicht geschafft habe, alle geplanten Bücher zu lesen, werde ich den Juni „ruhiger“ angehen.

    So sieht die Planung für den Monat Juni also bisher aus:

    Princess Unchained – Winter’s Choice von Kitty Harper (bereits gelesen, Rezension folgt)

    Queen Victoria von Edith Sitwell (lese ich gerade). Das Buch gehört zu meiner SuB-Abbau-Planung.

    Dann möchte ich noch das eine oder andere Buch lesen, um an einer Challenge auf Instagram von Bonny teilzunehmen. Dazu sollte man ein Buch aus UK lesen. Die genauen Regeln stehen noch nicht fest, die Challenge startet auch erst im Laufe des Monats. Ich dachte da an das eine oder andere Buch der Agatha Raisin Reihe, von denen ich noch einige ungelesene Exemplare im Regal stehen habe.

    Außerdem sind noch zwei Rezensionsexemplare dazu gekommen. Eines wurde mir erst heute angeboten und wird im Laufe der nächsten Woche eintreffen. Das andere ist ein E-Book, welches dummerweise schon einige Wochen von mir unbeachtet und vereinsamt in meinem Mail-Postfach lag. (Ich bin untröstlich, wie verpeilt ich manchmal sein kann!) Ich werde es gleich nach Queen Victoria lesen!

    Und das ist das Buch:

    Duo war einmal von Felicitas Pommerening

    Dominik wohnt außerhalb von Hamburg in einer großen, heruntergekommenen Altbauvilla, die voller Kindheitserinnerungen steckt. Dass das Haus ständig irgendwo auseinanderfällt, gehört dazu. Leider hat die nervtötende Untermieterin Marina dafür keinen Sinn. Immer wieder rattert sie mit Dominik aneinander, erst recht, wenn er ihre Partnersuche stört! Als plötzlich Dominiks Schwester Bianca vor der Tür steht und samt Mann und Kindern einziehen will, ist Dominik richtig froh – und Marina entsetzt. Als kurz danach auch noch Frederik auftaucht, der selbstdeklarierte Aussteiger, ist das Chaos vorprogrammiert. Aber im Garten ist doch wohl noch Platz für seinen Bulli, oder?

    Klappentext und Cover lassen mich eine spaßige Lektüre erwarten.

    Dann treffe ich morgen mal wieder meinen Lesekreis. Wir werden uns natürlich vorsehen und die Abstandsregeln einhalten. Wir wollen über das Buch sprechen, dass wir eigentlich bereits im März besprochen hätten (Anna tanzt). Außerdem wird jede ein, zwei Bücher vorstellen, die wir in letzter Zeit gelesen haben. Ich bin gespannt, welche Bücher da so thematisiert werden.

    Wie sieht Eure Leseplanung aus? Oder lasst Ihr Euch von Eurer Stimmung treiben?

  • Lesekreis Plantage

    Lesekreis Plantage

    Seit nunmehr 2 Jahren gibt es den Lesekreis schon. Das erste Treffen war am 24.10.2017.

    Das möchte ich zum Anlass nehmen, Euch mal alle Bücher aufzulisten, die wir bereits gelesen und gemeinsam diskutiert haben.

    In chronologischer Reihenfolge:

    • Der Trafikant von Robert Seethaler
    • Der Pfau von Isabel Bogdan
    • Tulpenfieber von Deborah Moggach
    • Der Baum auf dem Dach von Viktorija Tokarjewa
    • Die grauen Seelen von Philippe Claudel
    • Titos Brille von Adriana Altaras
    • Ein ganzes Leben von Robert Seethaler
    • Fokus von Arthur Miller
    • Die Buchhandlung von Penelope Fitzgerald
    • Die Reisen des Mr. Leary von Anne Tyler
    • Die Kinder von Edith Wharton
    • Schnell, dein Leben von Sylvie Schenk
    • Die Hauptstadt von Robert Menasse
    • Nullzeit von Juli Zeh
    • Kindeswohl von Ian McEwan
    • La Vagabonde von Colette
    • Selbstporträt mit Flusspferd von Arno Geiger
    • Rebecca von Daphne du Maurier
    • Besessen von Antonia S. Byatt
    • Unorthodox von Deborah Feldman
    • Frau Mühlenbeck im Gehäus von Brigitte Kronauer

    Für das nächste Treffen lesen wir Berta Isla von Javier Marías.

    Kennt Ihr die Bücher? Welche davon habt Ihr besonders gerne gelesen? Hinterlasst mir Eure Meinung gerne in den Kommentaren.

  • Rezension: Nullzeit von Juli Zeh

    Rezension: Nullzeit von Juli Zeh

    Klappentext:

    Eigentlich ist die Schauspielerin Jola mit ihrem Lebensgefährten Theo auf die Insel gekommen, um sich auf ihre nächste Rolle vorzubereiten. Als sie Sven kennenlernt, entwickelt sich aus einem harmlosen Flirt eine fatale Dreiecksbeziehung, die alle bisherigen Regeln außer Kraft setzt. Wahrheit und Lüge, Täter und Opfer tauschen die Plätze. Sven hat Deutschland verlassen und sich auf der Insel eine Existenz als Tauchlehrer aufgebaut. Keine Einmischung in fremde Probleme – das ist sein Lebensmotto. Jetzt muss Sven erleben, wie er vom Zeugen zum Mitschuldigen wird. Bis er endlich begreift, dass er nur Teil eines mörderischen Spiels ist, in dem er von Anfang an keine Chance hatte.

    Taschenbuch, Flexibler Einband, 320 Seiten, erschienen im btb Verlag

    Link zum Buch

    Ich habe das Buch gelesen, weil es im Lesekreis vorgeschlagen wurde. Dabei fielen Worte wie Lieblingsbuch und großartig. Meine Meinung ist das nicht unbedingt.

    Das Buch ist flüssig lesbar und ich konnte mir die beschriebenen Handlungen gut vorstellen. Die Sprache ist klar, der Schreibstil bildhaft. Vergleiche zu anderen Büchern der Autorin kann ich nicht ziehen, da ich von Juli Zeh noch nichts gelesen habe.

    Sven, Tauchlehrer auf einer nicht namentlich genannten Insel, erzählt die Geschehnisse aus seiner Sicht. Dabei scheint er zu Beginn mit seinem Leben mehr als zufrieden zu sein, was sich dann aber nach und nach ändert. Unterbrochen wird die Erzählung durch Tagebucheinträge seiner Tauchschülerin Jola, die mit ihrem Lebensgefährten einen 14-tägigen Tauchkurs gebucht hat. Es entwickelt sich eine Ménage à trois, in deren Verlauf niemals klar ist, ob Jola oder Sven die Geschehnisse wahrheitsgemäß widergeben, da sich ihre Schilderungen stark unterscheiden. So kommt hin und wieder Verwirrung auf, auch über die Absichten der Protagonisten.

    Mich konnte die Geschichte nicht sehr fesseln. Mir waren die Beweggründe der beteiligten Personen nicht erklärbar und ich konnte keinem so recht glauben. Auch waren mir keine der handelnden Personen wirklich sympathisch. (Einzig der Gecko Emil weckte mein Mitgefühl.)

    Am besten gefielen mir noch die Beschreibungen der Tauchgänge, die in mir den Wunsch weckten, selbst einmal tauchen zu gehen.

    Ich frage mich, welchem Genre das Buch zugeordnet sein will. Für einen Thriller gibt es in meinen Augen nicht genug Thrill, für einen Erotikroman fehlt es an entsprechender Handlung. Es ist alles in allem ein ganz gut lesbarer Urlaubsroman, der mich immerhin ganz nett unterhalten hat.

  • Rezension: Die Hauptstadt von Robert Menasse

    Rezension: Die Hauptstadt von Robert Menasse

    Klappentext:

    Der große europäische Roman

    In Brüssel laufen die Fäden zusammen – und ein Schwein durch die Straßen. Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. David de Vriend dämmert in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; ≫zu den Akten legen≪ wäre zu viel gesagt, denn die sind unauffindbar. Und Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Think-Tank der Kommission vor den Denkbeauftragten aller Länder Worte sprechen, die seine letzten sein könnten.

    In seinem Roman spannt Robert Menasse einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen. Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen – für das Schwein, das durch die Straßen läuft. Und David de Vriend bekommt ein Begräbnis, das stillschweigend zum Begräbnis einer ganzen Epoche wird: der Epoche der Scham.

    Als gebundenes Buch 2017 im Suhrkamp Verlag erschienen.

    459 Seiten

    Das Buch ist mittlerweile auch als Taschenbuch erhältlich.

    Ich danke dem Verlag sehr für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

    Meine Meinung:

    Gut recherchierte EU-Satire mit kritischen Tönen

    Anhand verschiedener Protagonisten webt der Autor einen europäischen Flickenteppich aus amüsanten und skurrilen Geschehnissen. Viele Wendungen in z. B. französischer, englischer Sprache, Flämisch oder Polnisch, werden nicht übersetzt und im Text auch selten erklärt. So ist es für weniger sprachbegabte Leser nur bedingt lesbar. (Ich selbst bemühte ab und zu den Google-Übersetzer.) Auch springt der Autor ständig zwischen den Zeitformen hin und her. Grundsätzlich wird der Roman in der Vergangenheitsform erzählt, aber häufig verwendet Menasse auch den Präsens oder andere Vergangenheitsformen. Für mich aus keinem erkennbaren Grund und ohne nachvollziehbares Muster. Das hat mich stets aus meinem Lesefluss gerissen. (Ich weiß nicht, ob das Buch durch die Neuauflage als Taschenbuch nochmals überarbeitet wurde, daher kann ich nur das mir vorliegende Exemplar bewerten.)

    Lässt man die stilistischen Fehler beiseite, findet man gut beschriebene Handlungen und Orte und faszinierende Charaktere. Es gibt im Buch auch einige gelungene Metaphern, die manche Zusammenhänge und Abläufe des großen bürokratischen EU-Apparates erklären sollen. Beispielsweise die Beschreibung über die Funktion der Milz im Körper, über die kaum jemand etwas weiß, die aber im Verborgenen verlässlich ihre Arbeit leistet.

    Man erkennt beim Lesen auf jeden Fall, dass der Autor bereits einige Zeit in Brüssel verbracht hat und sich dort gut auskennt.

    Mein Fazit: Keine Lektüre für „nebenbei“, aber für EU-Interessierte auf jeden Fall geeignet.